Es waren Bücher von Frauen, die Elke Heidenreich geprägt haben, von frühester Jugend an. Später machte sie das Reden und Schreiben über Bücher zu ihrem Beruf. Und wurde, wie sie heute ist, durch Bücher: Denn Lektüre und Persönlichkeitsentfaltung bedingen einander, das Lesen durchdringt das Leben. Bücher von Frauen gaben ihr das Rüstzeug für alles, was sie heute macht, für die lebenslange Freude an Auseinandersetzungen, schwierigen Lektüren, am immer Weitermachen. Lesen macht glücklich und ist der rote Faden im Leben der Elke Heidenreich. Sie schreibt dieses Buch, um nachzuvollziehen, wie Bücher von Frauen uns zu dem machen, was wir sind, um zu verstehen, was Literatur bedeutet, und um ihren Leserinnen Anregungen zum eigenen Lesen und Leben zu geben.
Ich habe lange darauf gewartet, euch dieses Buch vorstellen zu dürfen. Das Rezensionsexemplar bekam ich mehrere Monate vor dem Erscheinungstermin und ich hab zwar das Lesen rausgezögert, aber das geht halt auch nicht ewig.
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Art Lesebiografie. Heidenreich erzählt von den Büchern, die sie als Menschen geprägt haben, und zwar von der frühesten Kindheit an. Der Fokus liegt dabei auf Büchern von und über Frauen und auf der Frage, wie sie ihre Lektüren verändert haben.
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich Heidenreich vor diesem Buch nicht kannte. Ich weiß, das ist eigentlich fast schon peinlich für jemanden, der so viel mit Büchern zu tun hat wie ich. Der Name sagte mir was, aber ich hatte keine Ahnung woher. Und wie auch? Ihre Fernsehserie "Lesen!" gab es leider nicht mehr als ich alt genug war, um mich für eine solche Serie zu interessieren. Und gelesen habe ich bisher auch noch nichts von ihr, zumindest nicht bewusst. Es war für mich also eine ziemliche Überraschung, während der Lektüre herauszufinden, dass Heidenreich eine Berühmtheit ist. Gleichzeitig machte das die Biografie für mich auch um einiges interessanter. Ich meine, genau das, was Heidenreich ihr Leben lang gemacht hat, würde ich jetzt auch nicht grad schlecht finden: Leute zum Lesen bringen, indem ich ihnen die Bücher empfehle, von denen ich glaube, dass sie ihnen gefallen könnten. Meine Schwester kann es bestätigen: Ich flippe jedes Mal vor Freude fast aus, wenn ich ihr ein Buch empfehlen darf. Und noch glücklicher macht es mich, wenn ihr die Bücher, die ich ihr empfehle, auch noch gefallen. Und genauso glücklich macht es mich, wenn ich höre, dass sich meine Leser:innen hier meine Buchempfehlungen zu Herzen genommen haben.
Durch dieses Buch durften viele, wirklich viele neue Bücher auf meine Wunschliste landen. Und ich war überrascht, dass ich durch dieses Buch Neues lernen konnte. Das habe ich nicht erwartet. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es früher in einigen Büchern Werbung für Zigaretten gab? Also ich hatte keine Ahnung. Ich habe bereits Werbung für Fanartikel gesehen und halt für andere Bücher, aber das wars dann auch schon. Und vor allem war diese Werbung dann immer nur am Ende des Buches und wollte mir keine Zigaretten oder andere Drogen verkaufen, sondern eben nur Bücher!
Ich halte diese Biografie für sehr gelungen. Die Idee, eine Biografie mithilfe der Bücher zu gliedern, die man gelesen hat, finde ich spannend. Sollte ich irgendwann eine Biografie schreiben, würde ich das wohl auch so angehen. Mich persönlich hätte es auch noch interessiert, welche Bücher denn die Autorin abgeschreckt oder ihr so gar nicht gefallen haben, falls es da irgendwelche herausragenden Beispiele gab, aber ich verstehe, dass sie sich doch eher auf die positiven Leseerfahrungen konzentriert hat.
Elke Heidenreich nimmt uns mit durch ihr Leseleben. Beginnend mit den Mädchenbüchern der Nachkriegszeit, die im Nachhinein gesehen ein ganz fürchterliches Frauenbild vermitteln, über die Bücher, die sie bei den Pflegeeltern gelesen hat und denen, die sie im Studium lesen musste. Aber auch immer die, die ihr Leben bereichert haben, in denen sie sich wiedererkannt hat.
Sie zeigt die Unterschiede zwischen Büchern, die von Frauen geschrieben wurden und denen, die von Männern stammen, auf. Bücher von Männern dominieren die Literatur, in ihrem Studium kommen kaum Bücher von Autorinnen vor. So wendet sie sich auch ganz bewusst in ihrem privaten und später auch beruflichem Lesen genau diesen Büchern zu.
Man spürt die Liebe Heidenreichs zur Literatur. Sie versucht Bücher nicht zu bewerten, sondern Leser für sie zu finden. Sie sieht sich nicht als Literaturkritikerin, sondern als Literaturvermittlerin. Sie verschenkt Bücher, nicht Blumen, wenn sie etwas mitbringt. Sucht Bücher aus, die zum Lesenden passen.
Man merkt dem Buch an, dass Elke Heidenreich schon immer gelesen hat. Sie stellt eine unglaubliche Bandbreite an Büchern vor, die sie beeinflusst und beeindruckt haben. Viele mit Zitaten, die das nachvollziehbar machen.
Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und hatte die ganze Zeit das Gefühl mich mit Elke Heidenreich zu unterhalten. Man hat nie das Gefühl, dass sie versucht einen Kanon zu erstellen, den man gelesen haben muss. Eher weckt sie die Neugierde auf Autorinnen und deren Bücher.
Von mir daher eine Leseempfehlung für alle, die Bücher und das Lesen lieben!
Ich kann einfach nur sagen: GRANDIOS. Es hat mich zu Tränen gerührt.
Warum?
Weil ich Elke Heidenreich liebe.
Warum?
Weil sie ein der echtesten und direktesten und trotzdem so wunderbar nahbaren Frauen unserer Zeit ist. Eine seltene Frau, die ich so verehre. Und das macht dieses Buch für mich als …ja… Verehrein ihre Art und Person zu einem ganz persönlichen „Vermächtnis“. Es ist eine iografie, eine Biografie über ihr Lesen. eine Hommage an andere Frauen in der Literatur aber auch, was das Lesen für viele bedeutet. Elke Heidenreich hat in diesem Buch das große Ganze in so wuinderbaren Worten nicht einfach zusammengefasst und angehandelt, sondern ihr ganze Leserinnen Leben, jede Empfindung von klein auf bis heute, die das Lesen betrifft, die Gedanken, die Bedeutung des Lebens preis gegeben und auch das Geflecht woraus sich das Lesen persönlich aber auch erschaffende besteht aufgezeichnet mit ihren eigenen Worten.
Darum passt der Titel: HIER GEHTS LANG! Denn dieses Buch führt jeden Leser auf noch unentdecke Wege oder führt den Neuling auf verschiedene Arten an das Lesen heran. Keine Grund davon Abstand zu nehmen, weil es in der Schule ja aufgezwungen wurde zB. Ich denke ganz einfach: dieses Buch spätestens wird jeden zum Lesen bringen. Und nicht nur Frauen, sondern Jeden. Denken sie gar nicht so lange nach, was ich hier minimal versuche zu erklären: lesen sie dieses Buch, dann haben sie einen seltenen Diamanten über die Schreibenden Frauen.
Ich LIEBE diese Frau 😍 Das einzige Hörbuch, welches ich nicht schneller stelle. Damit es länger dauert bis ich durch bin, mehr Zeit habe über ihre klugen und scharfsinnig humorvollen Sätze nachzudenken und es einfach genießen kann wie Elke Heidenreich erzählt! "Hier geht's lang" ist für mich mehr eine besondere Biografie – es ist eine Reise durch ihr Leseleben, ein Spiegel ihrer literarischen Entwicklung und ihrer Beziehung zur Literatur. Schon der Titel verspricht einen Wegweiser durch ihre persönliche Bibliothek, und das Buch hält dieses Versprechen auf beeindruckende Weise. Heidenreich nimmt uns mit auf eine Reise durch die Mädchenbücher der Nachkriegszeit, die sie mit einem kritischen Blick betrachtet und reflektiert, wie sie ein damals vermitteltes Frauenbild beeinflusst haben. Wir erfahren von den Büchern, die sie bei ihren Pflegeeltern entdeckte, und von denen, die sie im Studium lesen musste – aber auch von denen, die ihr Leben sehr viel mehr bereichert und geprägt haben. Obwohl das Buch kein explizit feministisches Werk sein soll, spüre ich dennoch eine starke feministische Botschaft. Heidenreich zeigt auf, wie unterschiedlich weibliche Autorinnen in der Literaturwelt behandelt werden im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. Was mich besonders berührt, ist die Liebe, die Heidenreich zur Literatur ausstrahlt. Sie versucht nicht, Bücher zu bewerten, sondern Lesende für sie zu finden. Sie betrachtet sich nicht als Literaturkritikerin, sondern als Literaturvermittlerin – und das merkt man auf jeder Seite. Durch ihre Vorstellung einer unglaublichen Bandbreite von Büchern, begleitet von zahlreichen Buchzitaten, macht sie ihre Begeisterung für Literatur spürbar und ansteckend. "Hier geht's lang" ist für mich ein Meisterwerk einer Buchliebhaberin für alle, die das Lesen lieben und vielleicht auch für sich entdecken wollen.
10 Sterne und mehr… Ich habe bisher noch nichts von der Autorin gelesen, das ich nicht mochte. Sicher, manche Bücher (Hörbücher) sind besser, als andere. Aber dieses hier ist definitiv die Nummer 1 auf meiner Elke-Heidenreich-Liste. Und ich werde es mir ganz sicher mindestens noch einmal anhören.
A book about the love of books, of reading. A book about literature written by women and how these books shaped a life, many lives. It is a very personal book, as honest as the reader can expect it and it speaks about the love of books, encourages to trust ourselves to read what we decide is good for us. I love the book for what it is, just that!
Man spürt auf jeder Seite die Liebe und Leidenschaft, die Heidenreich für das Lesen empfindet. Es ist ein Leben voller Bücher, Geschichten und starker Einflüsse. Mit dem Drang der Suche nach Sinnhaftigkeit und Wahrheit sowie der Rolle der Frauen in der Welt.
Obwohl ein stark persönliches Buch - ein Lebensrückblick, so ist es doch voll von feministischer Schärfe, intelligenter Analysen und literarischer Weitsicht.
Vielleicht eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe. Lieblingsbuch! Von einer Buchliebhaberin für Buchliehaberinnen, geprägt durch Zitierungen von Autorinnen über deren Empfindungen und Sichtweisen auf die Welt, das Lesen, das Schreiben und das Frausein. Ein Buch voller bedeutungsschwerer Seiten.
Die Autorin schreibt in diesem Buch über all die Bücher, die sie in ihrem Leben begleitet haben. Dafür strukturiert sie das Buch in die verschiedenen Phasen ihres Lebens. Auch reflektiert sie die Bücher von ihrem heutigen Standpunkt, was mir gut gefallen hat. Sicherlich sind durch diese Lektüre wieder neue Bücher auf meinen Merkzettel gezogen, aber vor allem habe ich viel darüber nachgedacht, was ich so gelesen habe und wie es mich geformt hat. Tolles Buch!
Leseleidenschaft, lebenslang: Elke Heidenreichs "Lesenslauf" und die Frauen der Feder
Eigentlich könnte die Biographie eines Menschen auch ein Bücherstapel sein. Ganz unten liegen die Kinderbücher, die er oder sie zu Anfang seines Leselebens gelesen hat .Dann Jugendromane, Schul- und vielleicht Studiumslektüren und weiter oben die Bücher der Erwachsenenjahre... Aus diesem Stapel könnte man viel über den Menschen lernen: Wann sie oder er geboren wurde und in was für ein Elternhaus hinein, welche Interessen sich entwickelt haben und welche Krisen durchlebt werden mussten. Ein Lebenslauf des Lesens, sozusagen ein "Lesenslauf"...
In "Hier geht's lang" baut Elke Heidenreich den Buchstapel ihres Lebens vor uns auf. Angefangen bei den Kinderjahren, in denen sie Dauergast in der Leihbücherei war, denn im Elternhaus gab es nicht viel Lesbares. So musste sie sich durch stereotype Mädchenromane wie Nesthäkchen, Trotzkopf und Co. quälen und empfand Enid Blyton als Glücksfall - eine Kindheit ohne Astrid Lindgren! Mir war bisher gar nicht bewusst, wie beschenkt wir später Geborenen durch deren Kinderbücher waren! Die junge Elke liest sich aus ihrem tristen Leben hinaus mit den Angélique und "Vom Winde verweht", beendet die Schule und beginnt ein Germanistikstudium in den 1960er Jahren. Und sie beginnt sich zu fragen, wo denn die Frauen in der Literatur abgeblieben sein mögen? Jedenfalls nicht auf den Pflichtlektürelisten ihrer Uni-Seminare.
Elke Heidenreich entdeckt sie später selbst, die großen Frauen der Weltliteratur. Und auch diejenigen Frauen, die in der Vergangenheit oft anonym oder und Pseudonym veröffentlichen mussten. Denn Schreiben für Frauen, das gehörte sich lange nicht. Frauen, die bis in die Gegenwart hinein Schreiben und Leben nicht zusammen bringen konnten und an ihrer Autorinnenschaft lebenslang zu leiden hatten, oft bis zum Selbstmord. Und Frauen, die sich selbstbewusst mit ihrem Frau-Sein und der Gesellschaft auseinander setzen. In den Büchern all dieser Autorinnen findet Heidenreich etwas, das sie schon lange gesucht hatte: Authentische weibliche Lebensentwürfe und Figuren, mit denen sie sich identifizieren kann. Und sie liest weiter...Literatur von Frauen UND Männern...
Heidenreich hat das große Glück, dass es ihr recht früh in ihrem Leben gelingt, Lesen und Schreiben zu ihrem Beruf zu machen: Sie macht Radio, Fernsehen, Buchbesprechungen im Internet und natürlich auch eigene Bücher. Sie tritt an der Seite Reich-Ranickis auf, doch "Literaturpäpstin", das mag sie nicht sein: Lieber "Buchempfehlerin".
Und so blättert Heidenreich nicht nur ihr mehr als siebzigjähriges Leseleben vor uns auf, sondern gibt auch unzählige inspirierende Leseempfehlungen, nicht nur für von Frauen geschriebene Bücher.
Denn für sie und für alle überzeugten Leser*innen sind Bücher ja nicht nur Unterhaltung und Flucht aus dem (manchmal tristen) Alltag, sie sind Lebensinhalt, Fenster in die Welt und Hilfe bei Lebenskrisen - sie zeigen uns wo's lang geht, wenn wir uns lesend durch's Leben bewegen.
Danke, Frau Heidenreich, für die vielen tollen Leseempfehlungen, für die Einblicke in ihr Leseleben und Ihre andauernde und ansteckende Begeisterung für Bücher!
Hier geht’s lang! soll keine Literaturgeschichte sein, es ist eine Lebens- und Lese-geschichte. Elke Heidenreich erzählt aus ihrem Leben und stellt die Bücher vor, die sie in den einzelnen Lebensphasen begleitet und geprägt haben. Elke Heidenreich beschränkt sich dabei auf Bücher von Frauen, da diese noch heute im Literaturbetrieb untervertreten sind, und weil es auch Bücher von Frauen waren, die ihr Einblicke in authentische weibliche Lebensentwürfe brachten.
Weitere Betrachtungen
«Mich haben Bücher gerettet, auch wenn sie mir manches gründlich vermasselt haben. (Männer sind übrigens nicht unbedingt begeistert von allzu viel lesenden Frauen. Sie fühlen sich mitunter beunruhigt. Auf den Scheiterhaufen der Inquisition brannten wohl auch deshalb vorwiegend Frauen und Bücher. Diktatoren und Inquisitoren haben instinktiv die potentielle Macht der Lesenden gespürt. Der wahre Leser ist subversiv.»)
Hier geht’s’s lang! ist eine Liebeserklärung ans Lesen, an Bücher. Es ist ein Buch über eine Frau, die als kleines Kind die Liebe zum Lesen entdeckte und sie ihr Leben lang pflegen und leben konnte. Elke Heidenreich erzählt, wie ihr Literatur zur Überlebenshilfe wurde, zu Trost und zur Flucht. Entstanden ist so ein sehr persönliches Buch, ein Buch, das mit viel Tiefe aber auch Witz geschrieben ist und ein Buch, das zum Lesen anregt. Elke Heidenreich gelingt es, im Leser den dringenden Wunsch entstehen zu lassen, all das, was sie mit so viel Hingabe und Liebe vorstellt, selber zu lesen.
«Auch als ich älter wurde, war Literatur das Geländer, an dem ich mich festhielt und das mir Orientierung hab, mich durchs Leben leitete. Als wollte sie mir sagen: Hier geht’s lang.»
Hier geht’s lang! ist eine Lebensbeschreibung den gelesenen Büchern entlang. Als Leser taucht man ein in 70 Jahre Leseerfahrung, erfährt mehr über die Situation der schreibenden Frauen zu verschiedenen Zeiten und darüber, was Elke Heidenreich von ihnen mit in ihr Leben nehmen konnte.
«Weil die Bedeutung weiblicher Literatur und ihr Einfluss auf uns Frauen meiner Meinung nach noch immer unterschätzt wird.»
Obwohl Elke Heidenreich sowohl Bücher von Männern als auch von Frauen liebt und liest, beschränkte sie sich in dem vorliegenden Buch auf Bücher von Frauen. Dies auch, um ein Gegengewicht zum männerdominierten Lesekanon zu bilden, welchen sie während des eigenen Studiums erlebt hat. Darum ist Hier geht’s lang! auch ein wichtiges Buch, denn es legt den Finger auf einen wunden Punkt: Noch heute sind Frauen in der Literatur zu wenig sichtbar, noch heute sind die Literaturlisten an Gymnasien und Universitäten von männlichen Autoren dominiert. Noch heute werden schreibende Frauen oft unterschätzt. Es ist trotzdem kein Buch gegen männliche Autoren, denn, so Elke Heidenreich, wir brauchen einen männlichen und einen weiblichen Blick auf die Welt. Leider ist der weibliche noch sehr vernachlässigt. Dieses Buch kann helfen, Abhilfe zu schaffen, indem es auf diesen Mangel aufmerksam macht.
Fazit Ein sehr persönliches Buch, bei dem die Liebe und Leidenschaft für Literatur aus allen Seiten tropft. Ein zum Lesen animinierendes Buch und eine Lebensgeschichte, die auch Lesegeschichte ist. Ganz grosse Leseempfehlung.
Ich empfinde Elke Heidenreich in ihrem Blick auf die Welt in diesem Buch über weite Strecken als überheblich, ihre starken Haltungen als eindimensional. Dennoch gelingt es ihr an gewissen Stellen eine präzise und anrührende Beschreibung zur Tätigkeit des Lesens zu entwerfen.
Jene Auszüge, welche für mich eine nuanciertere Wirklichkeit aufgehen lassen:
"Irgendwo behütet aufwachen, und draussen scheint die Sonne. Was für eine wunderbare Definition von Glück."
"Solche Bücher haben mir geholfen, durchzuhalten, wenn es ganz dunkel wurde." (Kein Ort. Nirgends. Von Christa Wolf.)
" Und doch plädierte sie (Hannah Arendt) für das Miteinander von Menschen, für Pluralität, dafür, dass aus einzigartigen Einzelwesen durch das Aufgeben der eigenen Fremdheit und Einzigartigkeit eine zwar fragile, aber tragfähige Gesellschaft würde."
"... Dorothy Parker. Sie war ähnlich gewitzt, klug, ihr Blick ruhte liebevoll auf den Randfiguren der Gesellschaft - der Kohlenverkäuferin, der schüchternen Aquarellmalerin, die Schnickschnack an Touristen verkaufen muss, und auch Parkers sonst so bissiger Blick..."
Elke Heidenreich hat ein Buch über Bücher geschrieben, welches jedes Buchliebhaberherz höher schlagen lassen dürfte. Sie fängt mit dem Büchern ihrer Kindheit an, legt hierbei ein Augenmerk auf das Frauenbild seiner Zeit, analysiert und kritisiert die Wirkung der Lektüre ihrer Kindheit und Jugend. Wir begleiten ihr Leben als Leserin chronologisch, wobei der Schwerpunkt speziell auf Büchern von Frauen gelegt wird, damit einhergehend auch auf die Problematiken und Schwierigkeiten von Autorinnen damals ind heute. Enthalten sind neben wundervollen Anekdoten und privaten Einblicken auch - wie könnte es anders sein - diverse Lesetipps. Gekonnt verknüpft sie Stationen ihres Lebens mit Werken verschiedener Autorinnen, schwärmt, begeistert sich und regt sich auf. Wer Elke Heidenreich aus Funk und Fernsehen kennt, weiß sicherlich was ich meine.
Um Elke Heidenreichs Buch „Hier geht’s lang“ eine lohnende Lektüre zu finden, muss man die Autorin nicht mögen. So ging es mir auf jeden Fall. Es war mein erstes Buch der Autorin und ich denke ernsthaft darüber nach, noch mehr von ihr zu lesen. Denn die Reise durch ihr Leben anhand der Bücher, die sie im entsprechenden Lebensabschnitt gelesen hat, hat mich nicht nur gut unterhalten, ich habe mich in vielem wiedergefunden. Aber von vorn. Elke Heidenreich ist inzwischen fast 80 Jahre alt, wuchs in einem Haushalt mit nur wenigen Büchern auf, und trotzdem weist unsere literarische Playlist einige Parallelen auf („Ich suchte mir meine Freunde, Geschwister, Familie in den Geschichten.“). Bei mir liegt es übrigens daran, dass mein kindlicher Lesegeschmack durch meine Oma (Jahrgang 1913) geprägt wurde. So lasen Elke Heidenreich und ich nicht nur Enid Blytons Abenteuergeschichten, sondern auch Margot Trotts „Försters Pucki“, Else Urys „Nesthäkchen“ und Emmy von Rhodens „Trotzkopf“. Und natürlich dürfen auch Astrid Lindgren und Selma Lagerlöf in diesem Reigen nicht fehlen. Fazit: unsere Kindheiten waren (abgesehen von Karl May) überwiegend von weiblichen Autorinnen geprägt. „Mädchen konnten ruhig auch Jungsbücher lesen, aber nie hätte man einen Jungen mit einem ausgewiesenen Mädchenbuch erwischt.“ Wir bekamen also „brave Mädchen“ und wilde Jungs in Buchform vorgesetzt und mussten unseren eigenen Weg finden. Literarisch und persönlich. Obwohl unsere Herangehensweise an Bücher völlig verschieden ist, führten unsere Wege uns nach den Kinderbüchern zuerst einmal zu Hans Falladas „Kleiner Mann – was nun“. Während ich dann aber eher in der Trivialliteratur verblieb, begann sie ein Germanistikstudium, las die wichtigen Werke der Weltliteratur, wurde Literaturkritikerin und Moderatorin und liest, anders als ich, „ernsthaft“. Und dennoch fühlte ich mich mit ihrem Buch irgendwie verstanden. Die Wandlung, die das Lesen im Laufe eines Lebens erfährt („Als Kind liest man neugierig und entdeckt die Welt, dann sucht man sich selbst, dann das unbegreiflich Andere, man liest aus Pflicht, aus Bildungshunger, aus Unterhaltungslust.“), dass Bücher in unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedlich gedeutet werden („Um manches zu verstehen, braucht man eine gewisse Erfahrung.“) und dass ein Roman, von dem man in der Pubertät denk „Der handelt ja von mir!“ zwanzig Jahre später ein völlig andere Buch sein kann („es ging überhaupt nicht um mich!) – die Erfahrung hat wohl jeder Lesende schon gemacht. Andere ihrer Erfahrungen kann ich nicht teilen. So ist mir das Geschlecht eines Verfassers nach wie vor völlig egal, ich kann mich mit jeglichem (gut beschriebenen) Protagonisten identifizieren und kann mich in die Geschichte einleben, egal, ob Verfasser oder Protagonist weiblich oder männlich gelesen sind. Aber natürlich kann ich jeden verstehen, dem die Sichtbarkeit der Frauen in der Weltliteratur ein Anliegen ist. Ich habe bei der Lektüre von „Hier geht’s lang“ aber mein Haupt-Augenmerk weniger auf den Feminismus denn auf Elke Heidenreichs Leben und ihre Leseliste gelegt – und beides hat mich angesprochen. Vor allem ihre Aussagen zur dänischen Autorin Tove Ditlevsen trafen bei mir einen Nerv. Auch sprachlich fand ich ihr Buch sehr ansprechend, locker und bis auf ein paar sehr spezielle Ausdrücke (Was sind denn eigentlich „Norwegerstöcke?“ – ich kenne höchstens Nordic Walking Stöcke) sehr bodenständig geschrieben und leicht zu lesen. Das „Ausrichten“ ihrer Lebensgeschichte an der Literaturliste fand ich gelungen und ich habe diese besondere Art der Autobiografie sehr gerne gelesen, vor allem auch, weil ich ihre absolute Liebe zur Literatur in jeder Zeile herauslesen konnte. Daher vergebe ich fünf Sterne und empfehle es gerne weiter.
Zu den 3 Personen, mit denen ich mich gerne mal auf einen Kaffee zu einem Plausch verabreden würde, gehören Angela Merkel, Jennifer Aniston und Elke Heidenreich. Für mich gibt es keine ehrlichere, reflektiertere und fähigere Literaturvermittlerin als sie. Jedes Mal, wenn ich sie reden höre, denke ich, dass sie mir aus der Seele spricht. Und auch in diesem Buch habe ich mich wieder gefunden. Ich denke, das wird vielen Büchermenschen so gehen. Und genau das macht die Lektüre für uns hier so attraktiv. Um Frauen in der Literatur geht es hier, den Frauen, die Elke Heidenreich geprägt und begleitet haben. Dabei finde ich sehr erstaunlich, dass sie, obwohl sie so alt ist, wie meine Mutter jetzt wäre, die gleichen Begleiterinnen hatte wie ich.
Sie erzählt uns von ihrer Flucht in die Geschichten, um der unglücklichen Kindheit zu entfliehen. Dabei lernt sie die „artige“ Pucki, das wilde Nesthäkchen und Elke der Schlingel kennen. Alles Bücher, die ich auch verschlungen habe. Bei mir lag es allerdings eher daran, dass es die Kinderbücher meiner Mutter waren und wir nichts anderes hatten. Bücher waren auch in meiner Familie Mangelware und nicht so wichtig (außer mir) und genauso wie Elke Heidenreich las ichmich ab dem 5. Lebensjahr durch die Bücherregale der nächstgelegenen Bücherei. Dann folgten literarische Entdeckungen, die auf einmal Sprache und Türen öffnete. Über die alten Klassiker führte der Weg zur anspruchsvolle Gegenwartsliteratur der 60‘er. Wir gehen den Weg weiter mit Elke Heidenreich, durch das Studium, zu den Medien und den literarischen Sendungen, in denen sie das Lese-Herz eines breiten Publikums gewann. Nicht durch hochtrabende Analysen, sondern durch passende Literatur. Das motivierte auch Menschen, die sonst nicht lesen. Ich bin nicht die Einzige, die ihre Sendung „Lesen!“ zurück sehnt- ach, das wär unsere Sendung, liebe Bücher Bubble…🥹 Dieses Büchlein ist ein Muss für alle Lesenden. Die Melodie des Textes ist genauso, wie wir Frau Heidenreich kennen: Gerade heraus, manchmal melancholisch, oft frech, trotzig und gerade deswegen so richtig sympathisch, aber immer, immer, immer mit großen Herz für Menschen die lesen, gute Musik und alle Tiere. Die kurzen Portraits großer Autorinnen haben meine Wunschliste enorm wachsen lassen. Es gibt für mich noch so viel zu entdecken. Elke Heidenreich triggert heutzutage manch jungen Menschen, verstehen tue ich das nicht wirklich, denn sie ist ehrlich, ohne dramatisch zu sein, sie ist sich ihres Alters bewusst ohne rechthaberisch zu sein und sie erkennt die Fehler, die sie gemacht hat. Solche braucht es viel mehr. Dieses Buch ist eine Lesebiografie, hochwertig, auf wunderbarem Papier gedruckt mit Fotos, die Elke Heidenreichs Leseleben skizzieren. Jeden zweiten Satz hätte ich mir anstreichen können. Normalerweise zitiere ich nicht, aber für dieses Buch mache ich eine Ausnahme: „Und wenn es mir so geht mit einem Buch, wenn es mir etwas Wichtiges vermittelt, dann möchte ich das weitergeben. Und das bedeutet, dass ich eher eine Literaturvermittlerin als eine Literaturkritikerin bin. Und auch sein will.“ Und noch eins, weil ich mich so sehr wiedererkannt habe: „Immer, wenn in meinem Umkreis etwas besonders Schreckliches oder auch etwas besonders schönes geschieht, denke ich: Gibt es dazu etwas in der Literatur? Und fast immer findet es sich, und ich bringe eben keine Flasche Wein zum Abendessen mit, sondern ein Buch. Ich bin einfach so gestrickt, werde dafür gehasst, geliebt, belächelt, mir alles egal. Ich kann nicht anders …“ Mir hat das großes Vergnügen bereitet. Also liebe Elke, Lust auf einen Kaffee? Ich wär bereit und bringe auch Kuchen mit.😉
„Ich habe das Rüstzeug gelernt, aber mich interessiert viel mehr, Menschen ans Lesen zu bringen, ihnen von Geschichten und Romanen zu erzählen, die ein Stück Welt begreifbar machen, als diese Texte zu analysieren.“ (Zitat Seite 142)
Thema und Inhalt In diesem Buch schildert Elke Heidenreich ihren Werdegang als Leserin, beginnend mit den ersten Büchern ihrer Kindheit und Jugend. Es sind vor allem Bücher von Frauen, die sie geprägt und dazu geführt haben, dass sie sich auch beruflich immer mit dem Lesen, mit Büchern befasst hat, als Leserin, Rezensentin, Journalistin, Moderatorin und als Autorin. Als Literaturkritikerin hat sie sich selbst nie gesehen, sie sah sich immer als Bücherempfehlerin. „Ich habe mir nie angemaßt, Literaturkritikerin zu sein. Ich wollte wirklich immer nur sagen: Hier geht’s lang … (Zitat Seite 145)
Gestaltung Die Autorin beschreibt ihr Leben als Leserin chronologisch in folgenden Abschnitten: Das Kind, Das Mädel, Der Backfisch, Die Studentin, Die junge Frau, Die besten Jahre, Heute, Männer. Wobei sich dieses abschließende Kapitel „Männer“ nicht mit den Männern in ihrem Leben beschäftigt, sondern mit Autoren, denn natürlich liest Elke Heidenreich auch Bücher, die von Männern geschrieben wurden. Doch gerade in den Jahren des Heranwachsens, der Suche nach dem eigenen Weg, der Zweifel, waren Bücher von Frauen für sie einfach hilfreicher.
In jedem dieser Kapitel berichtet sie über ihr Leben, besondere Ereignisse, Menschen, die sie kennengelernt hat und die sie beeindruckt haben. Mehr als 100 farbige Fotos und Abbildungen ergänzen die Texte, in deren Mittelpunkt immer die Freude am Lesen steht, die Bücher, die sie im jeweiligen Lebensabschnitt gelesen hat und die sie beeinflusst und geprägt haben. Es sind dies Bücher, die von Frauen geschrieben wurden und die für sie immer wieder richtungsweisend waren. So erhalten auch wir beim Lesen viele neue Anregungen, Bücher, die wir noch nicht gelesen haben, die uns neugierig machen, und mit jeder Seite dieses Buches füllt sich auch die persönliche Wunschliste für den nächsten Besuch in der Buchhandlung.
Fazit Dieses Buch ist eine kluge, humorvolle Schilderung eines Lebens, das von Büchern und einer nie versiegenden Freude am Lesen geprägt ist und zugleich auch eine Reise durch die Literaturgeschichte. Ein Buch, das man mit Vergnügen immer wieder zur Hand nimmt, das die eigenen Regale weiter mit neuer Lektüre füllen wird und das man sicher nicht nur ein Mal, für sich selbst, kauft, sondern auch mit Freude verschenken wird.
Ich wollte es lesen, weil ich mir ein paar neue Ideen und Anreize für zukünftige Leseerlebnisse erhofft habe. Eine Übersicht über empfehlenswerte Bücher von Frauen hatte ich erwartet, mit Inhaltsangaben und ein bisschen Interpretation, etwas persönlicher gehalten als Rezensionen in der Zeitung. Dabei war mir gar nicht klar, dass es sich um eine Lese-Autobiographie handelte. Erst als ich den Klappentext eingehender studierte, fiel es mir auf. So war ich anfangs ein bisschen skeptisch. Warum soll ich ein Buch darüber lesen, welche Bücher Frau Heidenreich gefallen haben bzw. welche sie geprägt haben? Was weiß ich denn von ihr? Lesen! hatte ich nur selten gesehen, da ich nicht viel fernsehe. Ich kannte Elke Heidenreich eigentlich nur dem Namen nach und wollte das Buch beinah schon wieder in die Bücherei zurückbringen. Doch dann begann ich zu lesen.... und tauchte 2 Stunden später wieder aus dem Buch auf.
Zuerst haben wir, trotz des Altersunterschieds, recht ähnliche Leseerfahrungen in der Kindheit gemacht, was mich sehr erstaunt hat. Die Backfischliteratur (Nesthäkchen, Trotzkopf) und Enid Blyton, aber auch Karl May, Vom Winde verweht, Die deutschen Heldensagen, Gustav Schwab, Nils Holgersson,... das alles stand auch noch in meinem Zimmer im Regal. Das hat sich wirklich bemerkenswert lange gehalten! Eigentlich traurig, wenn man bedenkt, dass ich in den 70ern noch mit so einem Frauenbild lesend aufgewachsen bin... Und doch hat es mich nostalgisch gemacht, hat mich zurückgeholt in eine Zeit, als ich mit voller Inbrunst gelesen haben, mich von Büchern mitreißen ließ, vollkommen darin versinken konnte. Ein schönes Gefühl!
Dann kam langsam die Faszination für die Autorin. Elke Heidenreich und ihr Werdegang war für mich sehr beeindruckend. Viele der Bücher, die sie gelesen und geliebt hat, haben auch mich beeindruckt. Sie erzählt mit so viel Herz und Esprit von ihren Leseerlebnissen, das hat mich wirklich begeistert - auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. So halte ich es beispielsweise durchaus für möglich, dass man keine Zeit zum Lesen findet, auch wenn man es gern möchte... das Diktat der Umstände, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Das letzte Kapitel, Männer, in dem sie ein bisschen vergleicht, wie Männer und Frauen lesen bzw. schreiben, regt mit schönen, klug ausgewählten Zitaten zum Nachdenken an. Und zum Schmunzeln - der Vergleich mit den Sternen von Mulisch und Toni Morrison! Ein wunderbar gelungenes Schlusskapitel!
Fazit: Sehr empfehlenswert - nicht nur für Frauen!
Elke Heidenreich begleitet mein Lesen schon fast mein ganzes Leben. Als ich klein war, flogen bei uns zuhause die Else-Stratman-Bücher herum. Ihre "Also..."-Kolumne in der Brigitte habe ich schon gelesen, als mich der Rest dieser Zeitschrift noch nicht und später nicht mehr interessierte. Mittlerweile hieß sie "Also dann..." und war eine Art Briefwechsel mit Till Raether. Vor etwa 20 Jahren durfte ich beide mal auf einer Lesung erleben, da mutierte ich plötzlich zum hibbeligen Fangirl mit galoppierendem Herzklopfen. Mal mag ich ihre Bücher und mal weniger, aber gelesen habe ich sie fast alle. Ihre Büchersendung im ZDF "Lesen!" mit Ausrufezeichen (!) fand ich großartig. Dabei ging es mir weniger um die Bücher, die sie dort empfahl. Denn da habe ich schnell gemerkt, dass die mir oft gar nicht gefallen. Nein, ich war fasziniert davon, wie sie über Bücher und über das Lesen sprach. Diese Begeisterung, diese Leidenschaft! Gern wurde sie auch mal heftig ausfallend (oder war das erst später im Literaturclub, als sie mit Büchern warf?) und manchmal haut sie echt daneben. Nicht nur, wenn's um Bücher geht. Aber auch in ihren Büchern gibt es immer wieder mal Momente, in denen sie mich erschreckt und ich zögere, weil ich verunsichert bin, ob diese Frau vielleicht doch nicht mehr geht, z.B. wenn sie sich im Radio über das Gendern lustig macht oder Whitesplaining betreibt. In "Hier geht's lang!" (wieder mit Ausrufezeichen!) gab es auch so eine Stelle (die mit dem Diamantring), an der ich fast abgebrochen hätte. Ja, es war nicht ihre Aussage und sie war wahrscheinlich genauso schockiert wie ich. Aber sie hat es da kommentarlos zitiert, vermutlich weil es selbstverständlich ist, wie sie dazu steht. Aber ich finde, das muss kommentiert und eingeordnet werden. Ich habe dann doch weitergelesen. Das Buch ist quasi eine Autobiographie ihres Leselebens. Banale Dinge wie Hochzeiten und Scheidungen werden im Nebensatz erwähnt, aber über Autorinnen, die sie geprägt haben, schreibt sie mit viel Liebe zum Detail. Und das ist es ja, was uns oder zumindest mich interessiert. Vieles habe ich schon längst gelesen (z.B. Vom Winde verweht, A Room of One's Own, Die Wand), aber vieles eben auch nicht und meine Leseliste ist jetzt wieder gut gefüllt.
Wie bereits in „Männer in Kamelhaarmänteln“ begibt sich Elke Heidenreich in „Hier geht’s lang“ auf eine Reise in ihre persönliche Vergangenheit. Dabei richtet sie den Fokus auf ihre Leseerfahrungen, im Speziellen auf die Bücher von Autorinnen, die sie durch ihr Leben begleitet und Spuren hinterlassen haben, wobei diese Einordnung natürlich aus Sicht der erwachsenen Leserin erfolgt.
In jungen Jahren helfen ihr die typischen Mädchenbücher, das triste Leben ihrer Nachkriegskindheit zu ertragen, die Jugendliche liest die Schmonzetten von Anne Golon, es folgen Sagan und Colette. Aber es gibt auch Lehrerinnen, die sie zur Literatur hinführen. Natürlich sind das meist Autoren, eine Erfahrung, die sie auch während ihres Germanistik-Studiums macht. Deren männliche Sicht auf das Leben, die Gefühle und die Welt bieten allerdings wenig Raum für Frauen, die auf der Suche nach ihrem eigenen Weg sind, haben nichts mit deren Realität zu tun. Aber glücklicherweise gibt es genügend Autorinnen, die diese Leerstellen füllen können. Autorinnen und ihre Bücher, die Denkprozesse anstoßen, zur Reflexion anregen, sie ermuntern, Dinge nicht als gegeben hinzunehmen sondern zu hinterfragen. Die Lust am Lesen hat Heidenreich ihr gesamtes Leben begleitet, wobei ihr auch immer daran gelegen war/ist, diese bei ihren Mitmenschen zu entfachen, eine Vorstellung von den Welten zu vermitteln, die sich zwischen zwei Buchdeckeln verbergen können.
Heidenreich schreibt über ihre Liebe zur Literatur, über Bücher, die den Horizont erweitern, Denkanstöße geben, alternative Lebensentwürfe aufzeigen und die Selbstfindung unterstützen. Ob diese nun von Autorinnen oder Autoren stammen, ist meiner Meinung nach nicht von Bedeutung, denn schlussendlich kommt es immer darauf an, was man selbst aus der Lektüre mitnimmt.
"Hier geht's lang!" - das mit seinem Ausrufezeichen am Ende ganz deutlich an Elke Heidenreichs äußerst populäre Sendung "Lesen!" erinnert - ist eine ganz große Freude für alle Bibliophilen, Buchliebhaber, Literaturfreunde und Lesenden, denn es nimmt einen mit auf die ganz persönliche Lesereise der Autorin, teilt Erinnerungen, Inspirationen und Gefühlswelten, die beim Lesen, Berühren und Verstehen von Büchern entstehen. Natürlich kann und muss man nicht alles kennen, was Elke Heidenreich gelesen hat, und selbstverständlich sieht die Lesereise eines jeden Menschen durch sein Leseleben anders aus, aber dieses Buch bringt einen sehr zum Nachdenken, welche Texte, welche Themen und welche Vorlieben das eigene Lesen bestimmen und das eigene Wesen geformt haben.
Durchdrungen ist "Hier geht's lang" von Elke Heidenreichs Stimme. Dieser Text ist unverkennbar und einzigartig sie: unprätentiös, kritisch der Literaturkritik gegenüber, leidenschaftlich brennend für das Lesen, dabei hochinformativ und unterhaltend und weitestgehend ohne hochtrabenden Kanon-Blick, schon allein weil sie sich fast ausschließlich auf die Werke von Autorinnen beschränkt. Einige habe ich natürlich vermisst, andere Bereich waren mir etwas überrepräsentiert - aber das ist mein persönlicher Geschmack und sicherlich keine Kritik an "Hier geht's lang!" an sich.
Eines macht das Buch aber sehr, sehr deutlich: eine wie Elke Heidenreich braucht der deutsche Literaturbetrieb - jemanden, der Menschen fürs Lesen begeistert, Werke nicht zerreißt und alles mit einem TÜV-Siegel versehen muss, nahbar, wortgewandt, belesen und mit einem Herz für Bücher und dem Verständnis, dass jeder Mensch eben seinen eigenen Buchgeschmack hat, also: LESEN UND LESEN LASSEN!
In Hier geht’s lang berichtet Elke Heidenreich darüber, welche Bücher sie in den verschiedenen Stadien ihres Lebens gelesen hat. Es geht also nach einer Einleitung mit Kinderbüchern los, z.B. die berühmten Elke-Bücher. Und andere Mädchenbücher. Schon bald wird es aber hochwertige Literatur wie Die Schatzinsel und Enid Blyton, auch Nesthäkchen und Der Trotzkopf.
Die Cover der alten Bücher sind abgebildet, dadurch wird es ein ansprechendes Buch. Öfter vergleicht Heidenreich Die Plots der Bücher mit ihren Leben, verleiht dem Buch somit etwas autobiografisches, teilweise erwähnt sie auch Merkmale der Zeit. Das ist aber dezent gemacht. Im Vordergrund bleiben die Bücher.
Spätestens ab Heidenreichs Backfischjahren wird ihre Lektüre hauptsächlich aus Literatur bestehen und hier werden in erster Linie große Autorinnen erwähnt: Francoise Sagan, Colette, Carson McCullers, Ruth Klüger, Christa Wolf und natürlich Virginia Woolf. Es wird auch ausgearbeitet, was davon wichtig wird und warum. Auch Gedichte spielen eine große Rolle für Elke Heidenreich, zum Beispiel Wisława Szymborska, Es folgen die Kapitel Die Studentin und Die junge Frau, wo sie merkt, dass sich ihr Lesegeschmack ändert. Und ihre Karriere geht los. Sie schreibt fürs Radio und große Zeitungen. In Die besten Jahre ist schon sehr etabliert. Das zieht sich bis zum Heute.
Es ist ein Buch für Leser, die Elke Heidenreich und die Literatur mögen. Es ist außerdem ein verschenktaugliches Buch, daher kann ich es empfehlen.
Ich habe mir vorgenommen, mehr Bücher von Frauen zu lesen. Da kommt Elke Heidenreichs neustes Buch „Hier geht‘s lang – Mit Büchern von Frauen durchs Leben“ genau richtig.
Anhand von Büchern, die sie im Laufe ihres Lebens gelesen hat, beschreitet Elke Heidenreich zusammen mit uns noch einmal ihren Lebensweg. Sie schreibt über die ersten Lektüren vom „Nesthäkchen“ und „Trotzkopf“, die den jungen Leserinnen das damals übliche Frauenbild von klein auf eintrichtern sollten und die sie aus heutiger Sicht eher kritisch sieht. Sie schreibt aber auch über großartige Leseerfahrungen, etwa bei der Lektüre von Christa Wolf, Susan Sonntag und Hannah Arendt. Und sie erzählt von ihren ersten Rezensionen im Radio bis hin zu ihrer eigenen Fernsehsendung „Lesen!“.
Das Buch bildet keineswegs einen Führer durch die (noch recht junge) weibliche Literaturgeschichte und das ist auch nicht Heidenreichs Anspruch. Vielmehr ist es eine Autobiografie, deren Dreh- und Angelpunkte immer wieder die Literatur bildeten, die sie ja schließlich auch zu ihrem Beruf gemacht hat. Dabei werden auch nicht ausschließlich Bücher von Frauen genannt, dennoch aber wichtige Schriftstellerinnen und deren Werke besprochen.
Das Ganze liest sich locker und flüssig. Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr gerne und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. Sie führt ein interessantes Leben und hält auch in diesem Buch den ein oder anderen Literaturtipp parat.
Wer Interesse an Büchern hat, findet in diesem Streifzug durch Elke Heidenreichs Leben und die Literatur der Frauen eine schöne und kurzweilige Lektüre.
Dieses Buch stand schon so lange auf meiner Wunschliste. Wie froh ich bin, es endlich gelesen zu haben. Die Gedanken von Elke Heidenreich haben mich zum Schmunzeln gebracht, mich inspiriert und zutiefst beeindruckt. Es viel mir sehr schwer dieses Buch aus der Hand zu legen. Ihre Biografie (in kleinen Ausschnitten) zu lesen, begleitet von den Büchern, die ihr Leben und ihren Werdegang geprägt haben, war eine außergewöhnliche Art der Erzählung. Die Reflektion, die sie in mir angestoßen hat, darüber nachzudenken, welche Bücher mich selber auch früh begleitet haben und mich geprägt haben, war ein spannender Prozess. Und ein wesentlich kürzerer als bei Elke Heidenreich, da hinter mir doch noch nicht so viel Leben und Leseerfahrung liegt, wie bei ihr. Meine gute Bewertung entstand auch dadurch, dass ich einen großen Faible für Bücher haben, die von anderen Büchern handeln. Mich durch Bücher für neue Lektüre inspirieren zu lassen ist mir immer wieder eine große Freude und bringt mich zu Büchern, die mir sonst möglicherweise entgangen wären. Es gibt nun eine kleine, feine Liste an Autorinnen, die ich gern kennenlernen möchte. Das Buch von Frau Heidenreich beschreibt nicht nur ihre Beziehung zu gewissen Büchern und deren Verfassern und Verfasserinnen sondern auch Hintergrundinformationen zu deren Leben oder der Entstehung gewisser Bücher.
Insgesamt: als begeisterte Leserin halte ich dieses Buch für ein fantastisches Buch, welches mein Lesehighlight 2025 darstellt.
Ich mag Elke Heidenreich schon sehr lange. Vor allem ihre Kurzgeschichten, aber auch ihre Kolumnen.
Dieses Buch hier ist ein sehr persönliches Buch, in dem die Autorin von den Büchern erzählt, die sie in ihrem Leben gelesen hat und die sie am meisten geprägt, beeinflusst und berührt haben. Dabei legt sie besonderen Wert auf die Bücher von Autorinnen und geht auch darauf ein, wie unterschiedlich Bücher von Frauen und Männern geschrieben sind und auch behandelt wurden bzw. werden. Das fand ich sehr interessant.
Das Buch lässt sich schnell lesen, es ist nicht besonders dick. Aber es ist ein bißchen wie ein interessantes Gespräch, was mir gut gefallen hat!
Ich habe dieses Buch im Zeitungsladen des Bahnhofs entdeckt. Da ich selbst noch in einer Phase der Selbstfindung bin, hat mir dieses Buch Inspiration für weitere, zu lesende Bücher gegeben. Es hat mit gezeigt, dass meine Gefühle, die ich mit 19 Jahren habe, normal sind und auch andere dasselbe denken und fühlen. Zudem war es sehr interessant kurze Einblicke in die Leben von so vielen verschiedenen Autorinnen zu bekommen.
Ich stelle fest, wie wenig Möglichkeiten ich hatte als Kind und Backfisch der Not im Elternhaus durch lesen zu entfliehen. Welche Gnade für die Elke…..viele viele Bücher, die ich noch lesen würde. Dankeschön auch für die Lesung des Buches auf der lit.RUHR. Weiter so. Es lohnt sich LESEN! bei YouTube nachzuschauen….
Ich lerne Deutsch and ich hat rente dieses buch auf Stadtbibliothek and ich hat auch Audible version gekauft. Ich liebt dieses buch lesen. Eine frau in Audible version hat eine liebe Stimme. Das buch war über frau (Mädchen) und frauen Literatur und über ihre Lebens. Ich verstehen nur kleine Teil auf dass. Aber dass war ein super Gelegenheit für mir zu habe Deutsch praktischen.