Hamburg, 2019: Als der Besitzer des Hotel Jacoby stirbt, ist die Überraschung groß: Das Hotel geht nicht an seine Kinder, sondern an Ryan Maclane aus Schottland. Emily Magnussen regelt die Übergabe – sie ist sofort fasziniert von Ryan, der ebenfalls nicht weiß, warum er das prestigereiche Hotel erbt. Gemeinsam gehen sie dem Geheimnis auf den Grund. Sechzig Jahre zuvor: Nach dem Tod ihres Mannes hat Lina Jacoby das Hotel ihrer Eltern allen Zweiflern zum Trotz durch die Kriegsjahre gebracht und will ihm nun zu neuem Glanz verhelfen. Dass sie sich in ihren Chefkoch Martin verliebt, macht es nicht leichter. Da taucht eine Hebamme auf, die Lina eine unfassbare Geschichte erzählt, die alles, was sie über ihre Familie zu wissen glaubte, ins Wanken bringt …
In dieser Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen erfahren wir die Geschichte des Hotels Jacoby, das in der Gegenwart an den Schotten Ryan vererbt wird, der keine Ahnung hat, wieso ihm diese Ehre zu Teil wird. Gemeinsam mit seiner neuen Assistentin Emily versucht er, dem Geheimnis auf die Spur zu gehen.
In der Vergangenheit erfahren wir Stück für Stück die Geschichte des Hotels und wieso ausgerechnet Ryan, der nichts mit allem zu tun zu haben scheint, das Hotel geerbt hat.
Was mir besonders an der Geschichte gefallen hat war, dass sie so ruhig erzählt wurde und das Drama nicht so überdimensional riesig war, das es alles überschattet hat. Die Personen haben nachvollziehbar gehandelt und waren allesamt sehr greifbar und dreidimensional.
Der Schreibstil ist gut und schnell zu lesen und sehr sanft, was mir sehr gefallen hat. Wenn ich könnte, würde ich noch viel länger in diesem Buch schmökern, es war wirklich ein Genuss, es zu lesen.
Was mich etwas gestört hatte war, dass die Autorin manchmal die Zeitebenen vom Schreibstil her etwas durcheinandergebracht hat. Hin und wieder kam es vor, dass die Protagonisten in der Gegenwart sich ausgedrückt haben wie in der Vergangenheit. Das war aber nicht weiter schlimm, hat mich nur manchmal etwas rausgebracht.
Auch das Setting hat mir super gut gefallen, ich liebe Hotelgeschichten ja generell sehr und finde, die Atmosphäre wurde auf beiden Zeitebenen sehr gut eingefangen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, ich fand das Buch wirklich sehr sehr schön, spannend und sanft.
Das Leben ist hier voller Überraschungen – lesenswert!
Das Hotel Jacoby wechselt seinen Chef im Jahre 2019, der zu aller Überraschung laut Testament der schottische Schriftsteller Ryan Maclane aus Inverness, Schottland ist und nicht die Kinder des vorigen Besitzers. Die Übergabe durch Emily Magnussen an den 32-jährigen Schotten verläuft problemlos. Bei der Renovierung seines Büros stoßen sie auf eine versteckte Raumabtrennung, die das Geheimnis dieser unerwarteten Erbschaft preisgibt: Vor sechzig Jahren hatte Lina Jacoby als ‚Frau Direktor‘ das Hotel erfolgreich durch die Kriegsjahre geführt. Unerwartet taucht eine Hebamme mit einer unglaublichen Geschichte auf, die ihr Leben sehr in Unordnung bringt. Doch zusammen mit dem Einverständnis ihres Sohnes regelt sie notariell Wichtiges für ihre Familie. Der Schreibstil ist spannend und leicht lesbar, feinfühlig und voller Romantik. Die zeitlichen Rückblicke in die Geschichte des Grandhotels sind geschickt eingewoben in den Gesamtverlauf, auch den jeweiligen Zeitgeist berücksichtigend, auch mit dem besonderen Flair von Hamburg. Die Charakteren sind in all ihren Facetten und Eigenheiten rund und klar dargestellt – sehr lebendig.
Ich lese gerne Bücher, dir auf verschiedenen Zeitebenen spielen, so dass ich sehr gespannt auf "Das Grandhotel an der Alster" war. Hier haben wir zum einen die Perspektive von Lina-Marie Jacoby, die das Hotel durch die Kriegsjahre führte und zum anderen die Perspektive des Erben Ryan Maclane in der heutigen Zeit, der aber überhaupt keine Ahnung hat, warum er das Hotel geerbt hat.
Mir haben beide Perspektiven gut gefallen, auch wenn die Geschichte aus der Vergangenheit mich ein bisschen mehr mitreißen konnte. Hier waren mir die Charaktere auch ein wenig näher, als Ryan und Emily in der Gegenwart, insbesondere Emily ist mir ein wenig zu blass geblieben.
Der Klappentext nimmt für mich ein wenig zu viel von der Handlung weg, denn die Thematik um das Familiengeheimnis taucht erst im letzten Drittel auf. Aber auch davor war die Geschichte rund um das Hotel für mich interessant, wobei die Vergangenheit definitiv interessanter war.
Das Hotel an sich war ein gelungenes Setting und man merkt das besondere Flair des Grandhotels. Das Buch war mein erstes von der Autorin, aber definitiv nicht mein letztes, denn der lockere und angenehme Schreibstil konnte mich gut unterhalten.