Barbara Honigmann über Literatur, das Leben und jüdische Identität
Barbara Honigmann ist eine Klasse für sich: Ob sie von einer lebhaften Begegnung mit einem jüdischen Geschäftsmann im Flugzeug nach New York erzählt, die in der Frage gipfelt: Worüber reden eigentlich Gojim? Oder ob sie davon berichtet, wie sie als Vierzehnjährige in Ost-Berlin den Existentialismus für sich entdeckte. Immer tut sie es mit ihrem feinen Sinn für Komik, und wenn nötig, offen und direkt. Ihr Lebensweg führte sie aus der DDR in den Westen, von Deutschland nach Frankreich, aus der Assimilation in das Tora-Judentum. Im ganz wörtlichen Sinn ist sie ‚unverschämt jüdisch‘ und schreibt darüber so persönlich, humorvoll und lebensklug, wie nur sie es kann.
Born 1949 in East-Berlin – lives in Strasbourg. Foremost known as author. Paints since 1976. Emigrated from East Berlin to Strasbourg in 1984. Numerous awards for her literary work. Among many: others Kleist-Prize, Berlin 2000 and Max-Frisch-Prize by the city of Zurich, 2011. Exhibitions at Galerie Michael Hasenclever, Munich 1992, 1997, 2002 (catalogues), Brecht-Haus, Berlin 2000, Barbara Honigmann International Conference (Literature and Painting) at Hebrew University, Jerusalem 2011.
Recommended literature: Amir Eshel, Yfaat Weiss, Kurz hinter der Wahrheit und dicht neben der Lüge. Zum Werk Barbara Honigmanns, Munich 2013.
Diese Reden von Barbara Honigmann, gehalten bei Verleihungen von Literaturpreisen, erscheinen auf Papier festgehalten erneut wie ein Gespräch der Schriftstellerin mit ihren Zuhörerinnen und Leserinnen. Schön, anmutig, kämpferisch und sehr offen, unverschämt eben.