»Ohne ihn wäre ich mit Sicherheit nie Musiker geworden.« Wolfgang Niedecken über Bob Dylan.
»Für mich ist er der größte unter den amerikanischen Songwritern. Kein anderer Musiker hat mir einen tieferen Einblick in die amerikanische Seele gegeben. Viele meiner Songs wären ohne das Werk Bob Dylans nicht entstanden.« Es gibt sicher keinen anderen deutschen Musiker, der eine solche Nähe zu Bob Dylan hat, wie Wolfgang Niedecken. Seit Jahrzehnten prägt er mit seiner Band BAP und als Solomusiker die deutschsprachige Rockmusik und setzt sich dabei immer wieder mit dem Werk Bob Dylans auseinander: Er hat zahlreiche Coverversionen von Dylan Songs veröffentlicht, hat Bob Dylans Buch »Chronicles« als Hörbuch eingelesen und im Buchhandel und auf Veranstaltungen präsentiert, er ist den Lebensspuren Bob Dylans in der ARTE-Produktion »Bob Dylans Amerika« gefolgt, er hat sein Vorbild mehrmals persönlich getroffen. In seinem Buch erzählt Wolfgang Niedecken lebendig von diesen Treffen und den Berührungspunkten zwischen seinem eigenen Werk und den Inspirationen, die er durch die Musik und die Texte des Literatur-Nobelpreisträgers Bob Dylan erhalten hat.
Wahnsinnig langweilig und unnötig lang. Problem ist wohl nicht, dass ich mit Bob Dylan bzw. seiner Musik überhaupt nichts anfangen kann, sondern dass dieses Buch literarisch einfach überhaupt nichts hergibt. Ich mag Wolfgang Niedecken, aber dieses Buch ist meines Erachtens leider echt ein Griff ins Klo. Es geht ihm weniger um Dylan - obwohl er immer wieder auf ihn zurückkommt und Vieles auf ihn bezieht - sondern der Text kommt mir beim Lesen vor wie eine schiere Aneinanderreihung von Namen - von Personen, von Orten, von Bands, von Songs. Für mich überhaupt nicht fassbar, man bekommt überhaupt keinen Bezug zum Geschilderten, obwohl das durchaus interessant sein könnte: ein Reisebericht zu einer USA-Reise des Autors, auf der er eine Art Dylan-Doku gedreht hat. Doch vor lauter name dropping geht die Substanz total unter, ich weiß die meiste Zeit gar nicht, was man mir hier sagen will.
Washington Als ich 2002 zum ersten und bisher letzten Mal in Washington zu tun hatte, gab's Stress mit dem Zöllner...
- Wolfgang Niedecken über Bob Dylan, 00:01
🎧 gehört als Hörbuch
Eher für Niedecken Fans, als für Dylan Fans... Hatte mir eine kompakte Biografie über das umfassende Schaffen Dylans erwartet, zum Einstieg für jemanden, der nach A Complete Unknown mehr erfahren will... Aber Niedecken spricht hauptsächlich über sich, wie er eine Doku über Dylan gedreht hat, welche Bücher er über/von ihm gelesen hat und wie sehr er Fanboy ist. Aber wenig bis gar nix über Dylan selbst, außer Erwähnungen von ein paar Songs und Aussagen von Menschen über Dylan, die er im Rahmen des Drehs getroffen hat. Das ist eher eine Biografie über Niedeckens Zeit als er die Doku drehte, anstatt die Biografie über Dylan, die ich mir erwartet hatte... Hätte ich die Doku geschaut, hätte ich wohl mehr über Dylan erfahren... I don't care about a behind the scenes...
Und: Warum wird hier einfach 2x Trumps Vereidigung erwähnt und wie wenig Leute da waren, die genau 0 in Verbindung mit Dylan steht? Das ist ein Beispiel wie random manche Stellen in dem Buch sind...
Es ist fast so, als hätte der Lektor nach Erstlesung von vornherein aufgegeben, da nach Streichung von allem, was nichts mit Dylan zu tun hat, nicht mal 10% Brauchbares übrig geblieben wären…
Meine Bewegründe dieses Buch zu hören? Wolfgang Niedecken ein Held aus meiner Kindheit, den ich aus den Augen verlor und Bob Dylan der derzeitige Held meines Sohnes. Mal schauen was das gibt. Und ich wollte nochmal fernab der Heimat mir den heimischen Singsang um die Ohren wehen lassen. Ich war erstaunt...Wolfgang Niedecken kommt mit ganz wenig Kölsch in der Stimme rüber, ein Wehmutstropfen. Die Kombination Wolfgang Niedecken/Bob Dylan war mal als Fernsehdokumentation zu sehen und anhand der Stationen des "making of"s hangelt sich Niedecken im Buch entlang. Mit sehr vielen Geschichtchen über sein eigenes Leben und wenig Geschichten über den Titelhelden. Mir war es eindeutig zu wenig Dylan und viel zu viel Verzällekes von Niedecken. Jeder der Niedecken kennt, kennt seine fanatischen Bewunderung Dylans gegenüber und das soll ja auch Thema der Reihe sein. Persönlichkeiten erzählen über ihren "Fanatismus" gegenüber Musiker oder Bands als Lebensbegleitung. Und doch irgendwie war mir zu wenig Dylan und zuviel Selbstverliebtheit Niedecken im Buch und eindeutig zu viel Hochdeutsch :-)
Oje, eigentlich wollte ich mehr über Dylan erfahren; und Niedecken mochte ich in meiner Pubertät. Eigentlich eine gute Voraussetzung für dieses kleine Buch.
Jedoch verließ mich irgendwann die Geduld. Es geht immer nur um Wolfgang. Wann erzählt er denn endlich von Bob und nicht immer nur von sich, seinen geilen Reisen nach Kreta, Marokko und Washington D.C., wo er unerlaubt einen Auftritt absolvierte, für den er eigentlich ein ArbeitsVisum für die USA gebraucht hätte. Waren diese eitlen Selbstbespiegelungen mit dem Verlag abgesprochen oder hat er einfach mal drauflosgeschrieben und die Lektorin hat sich anschließend nicht getraut, etwas mehr Dylan einzufordern?
Ich habe bereits etliche Bücher dieser Reihe gelesen, aber nie, nie, nie eine solche banale Aneinanderreihung von Schmonzetten erlebt. Nach Thomas Gottschalk haben wir hier leider ein weiteres Exemplar Alter Weißer Mann, der sich um Kopf und Kragen schreibt. Schade! Es wird eine Weile dauern, bis ich wieder einen Song von Bap hören kann, sorry, too much is too much..
Nach einem monotonem Start wird es zum Ende raus etwas besser, insgesamt aber eher eine Wie ich von Bob Dylan inspiriert wurde und ihm nacheiferte Niedecken Biografie. Schade, hätte auf mehr gehofft.