Seit Jahren umkreist ein unbekannter Koloss die Erde, bis schließlich ein Team zusammengestellt wird, das die Technologie dieses vermeintlichen Raumschiffs bergen soll. Doch niemand reißt sich um diese Aufgabe, so findet sich eine Crew, die nicht wirklich etwas Besseres zu tun hat. Zu ihr gehören die drogensüchtige Journalistin Dysti und der ausgemusterte Cyborg Xell.
Als der Trupp dem Geheimnis des Kolosses auf die Spur kommt, können sich Dysti und Xell nur durch eine Flucht in die Zukunft retten. In eine Zukunft, die einem Paradies gleicht. Aber die Idylle trügt.
Jacqueline Montemurri wurde am 18. August 1969 in Lichtenstein/Sachsen geboren. 1982 übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Dorsten/NRW, wo sie an der Gesamtschule Wulfen 1989 ihr Abitur machte. Sie studierte in Aachen Luft- und Raumfahrttechnik und schloss das Studium 1995 als Diplom-Ingenieurin ab. Einige Jahre war sie bei einem Bildungsträger in der Verwaltung und als Dozentin für Projektmanagement tätig. Aktuell ist sie als Assistentin der Geschäftsleitung des Flüchtlingshilfevereins Velbert beschäftigt. Ihr 2012 veröffentlichter Debütroman »Die Maggan-Kopie« war für den Deutschen Science Fiction Preis 2013 nominiert. Ihr 2013 veröffentlichter Erzählband »Fremde Welt« errang beim Deutschen Phantastik Preis 2014 eine Doppelnominierung in den Kategorien »Beste Anthologie« und »Beste Kurzgeschichte«. Kurzgeschichten von ihr sind in verschiedenen Magazinen und Anthologien enthalten. Ein Lappland-Thriller ist auf dem Weg und weitere Romane in Arbeit. Ihre technische Ausbildung und ihre Liebe zum hohen Norden schlagen sich in ihren Geschichten nieder. Sie lebt mit ihrer Familie in Neviges.
O.K. Der Roman hat mir gefallen, er war spannend und hatte gut ausgearbeitete Charaktere, aber ich war jetzt nicht vollständig geflasht, weil er keine Idee hatte, die nicht schon anderswo und möglicherweise besser erzählt wurde. Ich wurde gut unterhalten, hatte aber nicht das Gefühl, dass mich der Roman über längere Zeit im Gedächtnis begleiten wird. Die Reise mit den diversen Charakteren durch eine post-apokalyptische Welt fand ich gut choreographiert und spannend geschildert, manchmal wurden mir die Charaktere regelrecht symphatisch, insbesondere Dysti und Xell haben es mir angetan, die SF-Gimmiks wie die Zeitmaschine, die Cyborgs und Androiden fand ich etwas nebensächlich geschildert. Und wie zum Teufel kam der Ozeanriese in die Wüste ? Droht da etwa noch eine Fortsetzung, bei der diese Sache thematisiert wird ? Ich hoffe nicht, denn alleinstehend ist dieses Buch aller Ehren wert, weitere Fortsetzungen werden diesen Eindruck nur verwässern...
[Because this is a German review copy, the review will be in German]
Herzlichen Dank an Netgalley für dieses e-Rezensionsexemplar!
tl;dr: Macht Spaß als Sci-Fi Action, aber so wirklich irgendwo hin führt es nicht.
"Der Koloss aus dem Orbit" folgt Dysti, einer drogensüchtigen Journalistin der Zukunft, die jahrelang über den riesigen über der Erde schwebenden Koloss berichtet hat - bis das Ding uninteressant wurde, und ihr nichts als eine nutzlose Platine im Hirn gelassen hat. Doch plötzlich erhält sie ein Angebot, dem sie wortwörtlich nicht widerstehen kann: Eine Reise zu dem Koloss, um herauszufinden, was wirklich dahinter ist. Die Antwort verfällt aber ganz anders als gedacht, und transportiert sie und den muskulösen Cyborg-Soldaten Xell in die Zukunft. Dort ist die Gesellschaft zerfallen, aber es gibt eine Reihe verschiedener "Kolosse", wo sich verschiedene Gemeinschaften gebildet haben - mit immer neuen Problemen.
Dysti und Xells actionreiche Reise durch die verschiedenen "Kolosse" hat ein paar interessante Ansätze - in den Charakteren, der Geschichte, und der Welt - aber so richtig will es dann doch wieder nicht. Die Charaktere landen in verschiedenen Gesellschaften und stellen schnell fest, dass mit jeder davon was nicht stimmt, so richtig darauf eingegangen wird dann jedoch auch wieder nicht. Und das fand ich besonders am Ende enttäuschend, denn das kam aus dem Nichts, und sagt nix über die Themen aus, die besprochen werden. Schon okay, dann ist es eben nicht "die Art" von Sci-Fi. Nur...mit dem Rest verhält es sich etwa gleich.
Die Charakterisierung, zum Beispiel, ist auch eher wackelig. Am Anfang wird an ein, zwei Stellen so stark drauf eingegangen, dass ich mich gefragt hab "Woher kommt das jetzt so plötzlich?", danach ist es wieder in den Hintergrund getreten. Es gab ein paar coole Ideen - Wie geht Dysti mit ihrer Drogensucht um? Sieht Xell sich mehr als Mensch oder Maschine? - aber das Buch geht (fast) nie über diese Grundideen heraus. Um fair zu sein: Es gibt schon coole Momente, in denen die Charakterisierung gut läuft. Aber dann sind diese Momente wieder um, und es plätschert wieder planlos durch die Gegend. Wer auf sexy muskulöse Cyborgs steht, wird sich an Xell sicher erfreuen, für mich war da eher weniger dabei.
"Coole Ansätze, aber geht nicht die ganze Strecke" bleibt schlussendlich das Thema des Buchs. Die zweite Hälfte dreht zwar nochmal auf, endet dafür in einem Blindgänger. Es war unterhaltsam, es war eine coole Reise, aber dann endet es, ohne zu erklären, wie die Charaktere tun, was sie tun, und schaffen, was sie schaffen. Der Stil ist in manchen Absätzen kreativ und cool, in anderen etwas chaotisch (aber nie so schlecht, dass es wahnsinnig gestört hätte). Die Welt hat Details, die mir sehr gefallen haben, aber nichts, was das Buch von anderen Werken wirklich abgegrenzt hat.
Fazit: Wer einfach nur bisschen Sci-Fi Action haben will, der ist hier gut bedient. Wer vom Mysterium des Kolosses angezogen wird, kann das Buch nach 50 Seiten zur Seite legen, denn danach wird der Koloss unwichtig. Spaß hat das Buch gemacht, aber irgendwie wars dann doch immer nur der erste Biss, und nie der Rest vom Kuchen.
Naja. Beim Hören dieses Buches dachte ich mir schon immer wieder, du musst ihm noch eine Chance geben, der Plot insgesamt ist nicht schlecht, es werden sogar ein paar philosophische Überlegungen angerissen. Und ich mag es, weil es bei mir eine eine Maddaddam-Stimmung auslöst. Aber: Zu oft gibt es da diese so plumpen Formulierungen. Anfangs hab ich mich noch gefragt, ob das wohl an der Sprecherin des Audiobuchs liegt (teilweise auch), aber es ist schon im Text selbst; leider viel zu oft. Weil das Buch noch so wenige Bewertungen hat, vergebe ich keine Sterne.
Das Buch verlief anders als erwartet, denn es gab bereits am Anfang einen ziemlich guten Plottwist. Die Story, die danach kam, war jedoch interessant auch wenn ich nicht sofort einen roten Faden erkennen konnte. Neben Zukunftsvisionen ist die Geschichte auch eine Selbstfindungsreise der Figuren, welche in einer unerwarteten Situation ihren Weg finden müssen. Ich mochte vor allem das moralische Dilemma, welches immer wieder aufgegriffen wird. Es gibt kein Gut oder Böse in dieser Geschichte, alles ist grau und jede Seite kämpft für ihr Überleben. Ich fand es richtig gut, wie facettenreich die verschiedenen Gesellschaften und Personen dargestellt wurden, sodass man keine Gruppierung wirklich als Feinde ansehen konnte. Alle haben ihren Weg zu existieren gefunden und alle haben ihre Fehler. Doch besonders spannend fand ich das bereits erwähnte Dilemma bezüglich der Menschlichkeit und des Rechtes zu Leben und respektiert zu werden. Besonders am Protagonisten Xell, welcher zur Hälfte Maschine ist, wurde dieser Konflikt -auch in ihm selbst- immer wieder deutlich. Das Ende fand ich sehr schön, denn es ist ein hoffnungsvolles und optimistisches Ende. Danke an Netgalley, den Verlag und die Autorin für das Rezensionsexemplar!
Unterhaltsames und kurzweiliges Buch. Interessant ist unter anderem die Frage was einen Menschen ausmacht und diesen von einem Cyborg oder einem Androiden unterscheidet oder eben auch nicht. Wo liegen die Grenzen?
Es ist schwer das Buch zu beschreiben, ohne zu spoilern, daher nur so viel von mir: es gibt viele Wendungen in diesem Buch und es ist nicht immer so, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.
Ich bin ehrlich gesagt nicht der größte Sci-Fi-Fan, aber das Buch hat mich gefesselt. Die Story um den Koloss, die mögliche Zukunft und vorallem auch die Charaktere wirkten stimmig und auch glaubhaft. Das Ende hat mir jedoch nicht ganz zugesagt. Dafür gab es stellenweise ein bisschen zu viel Drama für meinen Geschmack, aber empfehlenswert ist das Buch allemal!