»Wer zwei Kontinente vereint, kann es auch mit zwei Ozeanen aufnehmen.«
Ist der Weg in die Realität versperrt? Kira und Aaron haben Augustin vertraut, doch sein Hilferuf führt sie ins Ungewisse. Nun sind nicht einmal die Toten vor dem Fremden sicher, der die Ozeane lenkt. Während Augustin versucht, gemeinsam mit der Forscherin Juniper die Kontrolle über Wyoming Wonders zu gewinnen, muss Kira verstehen, dass hinter ihrer Liebe zu Aaron eine beängstigende Wahrheit lauert.
Die lang ersehnte Fortsetzung von »Zwei Kontinente auf Reisen«.
Zum Leben braucht Jenny Karpe (*1996) kaum mehr als Worte und Musik. Nach ihren Abschlüssen in Medienproduktion und Populärer Musik ist sie Redakteurin geworden. Sie lebt mit 500 Schallplatten und (noch) keiner Katze in Ostwestfalen-Lippe.
Ich hatte schon viel Freude an Band 1 ("Zwei Kontinente auf Reisen") und zum Glück den zweiten Teil, "Zwei Ozeane auf Abwegen", direkt zur Hand.
Nach Band 1 wollte ich unbedingt noch mehr über die faszinierende Welt erfahren, in der Kira lebt, und die Ozeane beantworten einige der Fragen, die ich im Kopf schwirren hatte. Das Buch verrät mehr über die Inseln, mehr über die Forschenden von Wyoming Wonders, mehr über Kira. Dabei hält es wieder viele Überraschungen bereit, die sich schlüssig in die Welt fügen und trotzdem unerwartet kommen. Ähnlich wie in Band 1 gibt es mehrere grundverschiedene Umgebungen, in denen sich die Geschichte abspielt, und jede spannt für die Figuren ganz neue Herausforderungen auf. Ich fand es spannend, Kira mit diesen unterschiedlichen Welten umgehen zu sehen.
Das Buch hat mich wieder sehr gefesselt und ich habe es fast in einem Rutsch durchgelesen. Alles in allem ein toller zweiter Band, der für mich den ersten noch übertrifft.
Twist über Twist – auch im zweiten Teil ist nichts, wie es scheint ACHTUNG, die Rezension enthält milde Spoiler. „Zwei Kontinente auf Reisen“, das Debüt von Jenny Karpe, war ein Roman voller überraschender Wendungen. „Zwei Ozeane auf Abwegen“, der zweite Band, macht genau da weiter, wo der erste aufgehört hat – sprichwörtlich. Nach den Erlebnissen des ersten Bandes sind die Völker Ruan und Amerika in ihrem Experiment nicht mehr zerstritten. Aaron und Kira genießen das Leben als Paar, in der Sicherheit, dass sein Vater Augustin von außen über die virtuelle Welt wacht. Doch mit dem Administrator von Wyoming Wonders tritt plötzlich ein mächtiger Gegenspieler auf den Plan, der sehr eigene, diabolische Pläne mit den drei Seelen zu haben scheint. Wie schon gesagt, knüpft „Zwei Ozeane auf Abwegen“ nahtlos an „Zwei Kontinente auf Reisen an“. Geschichte, Figuren und auch der Erzählstil wirken wieder wie aus einem Guss, dazu kommen die heißgeliebten Story-Twists, sodass man sich als Leser*in bis zum Ende hin nie drauf verlassen kann, dass man jetzt wirklich verstanden hat, was passiert oder warum etwas passiert. Hier punktet der zweite Band in meinen Augen auch gegenüber dem ersten. Dort gab es natürlich den unfassbar großen Story-Twist, dass das Leben auf der Insel nur eine Simulation ist. Da dies aber bereits geklärt ist, wirkt der zweite Band trotz unzähliger Sprünge durch Körper und Simulationen und zahllose neue Geheimnisse, die gelüftet werden, griffiger und in sich geschlossener. Er profitiert auch davon, dass die Handlung innerhalb weniger Stunden (?) abläuft und nicht wie im ersten Band Jahre umfasst. Im zweiten Band wird zudem der Dystopie-Aspekt deutlicher, den ich im ersten noch etwas vermisst habe. Auszusetzen gibt es nur sehr wenig. Im Gegensatz zum ersten Band, wo ich es an einer Länge etwas unnötig gestreckt empfand, hatte ich beim zweiten Teil eher das Gefühl, dass es an einigen Stellen etwas gehetzt wirkte. Ich hätte mir nicht mehr Handlung gewünscht, denn es passiert wahrlich genug, aber an einigen Stellen hätte sie etwas ruhiger erzählt werden können, um den Leser*innen auch eine kurze Verschnaufpause zu gönnen. Das ist jedoch nur eine minimale Kritik und das Lesevergnügen wird dadurch in keiner Weise getrübt. Wer den ersten Teil mit seinen herrlich unvorhersehbaren Story-Twists mochte, wird den zweiten Band lieben. Wer ihn noch nicht gelesen hat, sollte sich jetzt unbedingt das Double-Feature geben (und das absolut bombastische Cover des zweiten Bandes genießen). Von mir gibt es dafür verdiente 9/10.
Gute Ansätze, aber leider stellenweise noch verwirrender als der erste Teil. Vor allem dass fast jeder Charakter drei verschiedene Namen hat, hat es mir schwer gemacht, den Überblick zu behalten. Aber das Ende mochte ich. Sehr dystopisch, aber trotzdem schön.