»Die beste Band der Welt? Vielleicht. Die beste Band Deutschlands? Wahrscheinlich. Die originellste und freiste Band Deutschlands? Ganz bestimmt!«
»Westerland«, »Schrei nach Liebe«, »Männer sind Schweine« oder »Junge«: Die Ärzte zählen zu den erfolgreichsten deutschen Bands, sind seit Jahrzehnten Kult. Oder anders gesagt: »Es gibt nur einen Gott: BelaFarinRod.« Doch wie konnte es der Band immer wieder gelingen, neue Fangenerationen für sich zu gewinnen? Stephan Rehm Rozanes hat Die Ärzte mehrfach zu Gesprächen getroffen. Er porträtiert die Band, widmet sich ihrem politischen Engagement und klärt die alles entscheidende Frage: Ist das noch Punkrock?
Der Reclam Verlag bringt schon länger eine Reihe heraus, bei der verschiedenen Autoren über alle möglichen Themen schreiben. Diese Bücher haben immer exakt 100 Seiten. Die Bandbreite dieser Themen ist dabei sehr faszinierend. Hier eine kleine Auswahl der bisher verfügbaren Bände: John F. Kennedy, Vampire, Archäologie, die Antike, Depression, Trash-TV, Nelson Mandela, Game of Thrones, Ikea, Lego, Menschenrechte, Rassismus, die Peanuts, Antisemitismus, Bud Spencer usw. Da ist wirklich für jeden etwas dabei und es kommen laufend neue Bände dazu.
Mich hat diese Reihe schon immer interessiert, aber erst das Buch über Die Ärzte hat mich endlich dazu gebracht, mir sie nun genauer mal anzuschauen. Die Ärzte sind für mich meine Jugend und pure Nostalgie. Die Alben auf Dauerschleife und zwei Konzerte sind schon ein paar Jahre her bei mir, allerdings sind sie nie komplett aus meinem Leben verschwunden und feiern phasenweise auch richtig starke Comebacks. Der Autor Stephan Rehm Rozanes ist ebenso großer Ärzte Fan und Musikjournalist. Er hat die Band schon öfter interviewt und schreibt nun auf 100 Seiten über die wichtigsten Punkte ihrer Karriere (komplette Biografien gibt es schon genug und dafür wären 100 Seiten niemals genug) und beschäftigt sich mit diversen Fragen, wie zum Beispiel der vermutlich am meisten gestellten Frage "Ist das noch Punkrock?".
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Manches darin war mir tatsächlich neu, alt eingesessene Ärzte Fans, die gefühlt jedes Interview verschlingen, werden aber wohl kaum vom Inhalt überrascht sein. Ich finde, der Autor hat sehr gut herausgearbeitet, was hinter der "Faszination Die Ärzte" steckt.
Das Konzept der 100-Seiten Reihe hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, weshalb das definitiv nicht mein letzter Band gewesen sein wird. Diese Bücher sind echt schön für zwischendurch und inhaltlich bekommt man kompakte Infos und/oder Sichtweisen geboten.
Rehm Rozanes schafft es in Die Ärzte: 100 Seiten, die Faszination darzustellen, die hinter Die Ärzte steckt und warum sie eine so einzigartige Band sind. Das Buch ist so vor allem für Menschen interessant, die nicht allzu tief im Band-Kosmos unterwegs sind. Für Fans dürften die meisten Aspekte nicht allzu überraschend sein, aber ich habe auch noch was gelernt über die Bandhistorie, da die Darstellung dieser mit sehr vielen interessanten Fun Facts gespickt ist.
Auch haben mir die Interpretationen rund um die Band gefallen, z.B. bezüglich ihrer Abneigung vor Auftritten im Fernsehen oder die Interpretation von Liedern von Hell. Diese erschienen mir an manchen Stellen etwas kurz, aber schließlich ist es das Konzept der 100 Seiten-Bücher, Themen kompakt zu behandeln. Über die Interviews mit Bela und Farin (leider nicht mit Rod) am Ende habe ich mich ebenfalls sehr gefreut.
Very fun! Somehow managed to capture 40 years of DÄ in 100 pages, quick read that gives a great overview! Definitely recommend. 4.5 stars, there are some points made by the author I don't fully agree with, but it's nothing big and just a matter of personal opinion.
Die "beste Band der Welt" auf hundert Seiten. Keine Biografie, vielmehr eine Erforschung des Mythos "BelaFarinRod". Anekdoten treffen auf Bandhistorie, Verehrung prallt auf (angebrachte) Kritik. Ein Schrei nach mehr ist nach dieser Lektüre angebracht.
Letzten Februar habe ich ja bereits eine Biografie über die Beste Band Der Welt rezensiert. Jetzt bin ich in der Onleihe über dieses Büchlein hier aus dem Reclam-Verlag gestolpert. Den Reclam-Verlag fand ich schon immer gut, darüber habe ich sogar mal ein Seminar besucht inklusive Exkursion nach Leipzig, das war echt interessant. Das Buch liest sich am Anfang etwas sperrig, mir scheint, der Autor musste sich erst ins Thema reinschreiben. Oder ich habe mich an seinen Stil gewöhnt, keine Ahnung. Nach einer Weile hat es sich also locker weggelesen. Natürlich wusste ich vieles schon, das bleibt nicht aus, wenn man schon so lange Fan ist. Aber ich habe tatsächlich ein paar neue Sachen erfahren. Und die beiden Interviews lohnen sich auch. Insgesamt finde ich dieses Werk also besser als das, was ich im Februar gelesen habe. Aber das Meerschwein liegt hier immer noch, das muss ich wirklich mal endlich lesen. Vielleicht baut mir eins der Kinder ja einen Kran zum Halten...