Als der Reporter Juan Moreno von einer seiner Auslandsreisen zurückkommt, sieht er nervös die Drogenspürhunde am Zoll – er ist sich sicher, nach Kokain geradezu zu stinken. Er hat bei kolumbianischen Rebellen im Dschungel auf Kokainplatten geschlafen, anders ging es nicht – aber wie erklärt man das einem deutschen Zollbeamten?
Juan Morenos Geschichten von unterwegs sind eine großartige Lektüre, überraschend, dramatisch, packend. Moreno fährt viertausend Kilometer quer durch Europa mit einem Kleinbus voller Arbeitsmigranten, spricht mit einem Killer Pablo Escobars über Auftragsmord und mit Mike Tyson über Schmerz und Ruhm. Mit kubanischen Fischern fährt er aufs Meer, und er überlebt die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt, den Darién Gap. Als er eine Auszeit braucht, geht er ein Jahr lang auf Weltreise. Aber das Abenteuer wartet auf den, der es versteht, auch anderswo: ob zu Hause, bei den frommen Pilgern auf dem Jakobsweg oder in der Heimat Spanien. Dies alles erzählt Moreno in dem typischen Sound, der ihm seit Jahren eine große Leserschaft sichert: mit Witz und Tiefgang, stilistisch elegant und scharf beobachtet.
The son of Spanish guest workers who came to Germany when he was a child, he studied economics and eventually graduated from the German Journalism School.
In 2018, he received international attention for disclosing the journalistic misconduct of his colleague at Der Spiegel, Claas Relotius.
Stark angefangen, dann nachgelassen. Was als eine Sammlung von kurzen Reisegeschichten mit Einblicken in versteckte Orte und Kulturen startet, wird zur zusammenhangslosen Aneinanderreihung von Tagebucheinträgen wo alles, was dem Autor begegnet, sarkastisch kommentiert werden muss.
Wunderbare spannende Geschichten aus aller Welt- brutal in der Erkenntnis und doch witzig ironisch erzählt- eben das Leben so vielfältig es nur sein kann - berichtet mit der typischen Journalistenbrille, aber auch mit viel Herz und Gefühl- Bravo für den Spagat 👏
Zu sagen, dass dieses Buch großartig ist, wäre eine Untertreibung.
Noch nie habe ich Reiseberichte mit so viel Genuss verschlungen. Interessante und spannende Geschichten sehr gut geschrieben. Der Autor beherrscht sein Handwerk.
Der Schreibstil von Moreno ist:
Kräftig: "...Zwei Dinge seien hier am Wochenende passiert, wie mir ein Mann im Bus erzählte. Etwas Wichtiges und etwas Unwichtiges."
Humorvoll: "... Dann erzählt er von den Fischen, die er aus dem Wasser zieht, sie werden immer größer, je länger er redet..."
Insightful: " ...Man lernt in Wahrheit nicht wirklich viel auf einer Weltreise. Meist nur einfache Dinge..."
Bis heute habe ich mir nie die Mühe gemacht, eine Rezension zu schreiben. Das tue ich jetzt, weil der Autor und das Buch es verdienen.
Juan Moreno - Glück ist kein Ort (Geschichten von unterwegs)
Juan Moreno ist spanischer Journalist und Schriftsteller, der in Deutschland aufgewachsen ist und dort auch arbeitet, u.a. als freier Mitarbeiter für den Spiegel. Den Namen hat man eventuell wahrgenommen, als 2018 der Spiegel eingestehen musste, das einer ihrer Journalisten, Claas Relotius, viele seiner preisgekrönten Beiträge, gefälscht/manipuliert hatte. Juan Morena war der Journalist, der dies aufdeckte und ihm anfangs keiner glauben wollte. Darüber hat er auch ein Buch geschrieben "Tausend Zeilen Lüge".
Dieses Buch hat mich inhaltlich angesprochen, da ich in letzter Zeit schon so einige "Reiseabenteuer" gelesen habe und diese Geschichten meistens Spaß machen.
Das Buch besteht aus vielen kleinen Geschichten, die Juan Morena meist im Zusammenhang mit seiner Arbeit als Journalist erlebt hat. Die meisten Geschichten existieren auch in irgendwelchen Zeitungen, allerdings sind sie hier meist etwas ausführlicher, als in den Artikeln. Nur zwei Geschichten sind erstmalige Veröffentlichungen.
Dabei sind die unterschiedlichsten Geschichten, spannende, lustige, hier und da auch etwas erschütterndes. Mir hat es gefallen, aber nicht so mitgerissen wie einige andere Reiseabenteuer die ich gelesen habe. Zum einen macht er einen sehr privilegierten Eindruck, das er diese Orte und Abenteuer erleben darf, zum anderen schildert er vieles sehr distanziert, emotionslos, sowohl schreckliche Dinge als auch schöne Dinge. Das liegt vermutlich an seinem Job als guter Journalist. Trotzdem sind es interessante Erlebnisse, die er schildert und teilweise hätte ich mir gewünscht, dass er hier und da noch ausführlicher geschrieben hätte.
Jede einzelne Geschichte hat mich gefesselt und mir einiges an interessanten Dingen über die Länder und Kulturen gelehrt, die man gewiss in keinem Reiseführer nachlesen kann. Der Schreibstil ist zum Teil sehr fesselnd und visuell, wodurch die Geschichten noch mehr Leben erhalten.
Eine Sammlung von Juan Morenos Reiseberichten aus aller Welt. Weil es so am einfachsten ist, liste ich mal auf, weshalb man das Buch gelesen haben muss:
- Berichte über die wohl am wenigsten touristischen und klassischen Reiseziele, die man sich nur erdenken kann - Schilderungen über den Alltag von Drogenbanden, Guerilla-Kämpfern ohne mystifizierendem Gehabe - Schilderungen über den Alltag von Fischern aus kleinen aussterbenden Volksgruppen, die noch eine völlig andere Weltsicht haben - unterhaltsame, aber auch literarisch wertvolle Formulierungen - eine endlich! realistische und ehrliche Auseinandersetzung mit unserer privilegierten Weltsicht und Lebensweise, was wohl jeden zum Nachdenken bringen wird
Mehr muss ich nicht hinzufügen, ich bin begeistert!