Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erhob sich in Italien eine große Zahl von Menschen gegen die deutsche Besatzung und das faschistische Regime. Sie standen vor der Frage: Sollten sie sich den Truppen Mussolinis zur Verfügung stellen oder gegen Krieg und Unterdrückung aufstehen? Vor diese Alternative gestellt, schloss sich im Mai 1944 auch der damals 17-jährige Giacomo Notari aus einem Bergdorf des nördlichen Apennin unter dem Decknamen »Willi« der Resistenza an. Als Partisan in einer Garibaldi-Brigade leistete er seinen Beitrag zur Befreiung Italiens. Nach dem Krieg hieß es für ihn und viele andere, politische, kulturelle und ganz praktische Aufbauarbeit zu leisten und antifaschistische Werte auch mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zu wahren. Auch dies ist in seinen erstmals auf Deutsch veröffentlichten Memoiren dokumentiert.
Ich bin froh, dass sich Menschen die Mühe gemacht haben, den Bericht von Giacomo Notari über die Resistenza zu übersetzen. Zeitzeugenberichte zu lesen ist immer etwas sehr Berührendes.
Schade ist, dass der Bericht sehr ereignisorientiert ist und man wenig über Giacomos Gedanken und Gefühle erfährt. Dass er sich den Partisanen und später der kommunistischen Partei anschließt, sind Dinge, die im Buch einfach so passieren. Ich hätte mir sehr gewünscht, mehr über seine Politisierung und seine Gedankenwelt zu erfahren.
Nichtsdestotrotz hat er eine angenehme Art des Erzählen, und da mir besonders das erste Kapitel gefallen hat, in dem er von seiner Kindheit in der italienischen Region Reggio Emilia erzählt, denke ich, dass sich das Buch besonders gut liest, wenn man gerade in Italien ist.