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Böse

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Das beschauliche Dorf Hussfeld gilt als eines der sichersten in ganz Deutschland. Hier gibt es niemanden, der sich nicht an die Regeln hält. Als Katharina mit ihrer Teenagertochter Fenja nach Hussfeld zieht, ist sie davon überzeugt, für sich und ihr Kind die beste Entscheidung getroffen zu haben. Doch dann verschwindet Fenja spurlos, und ein unvorstellbarer Alptraum beginnt. Ein Alptraum, der in die tiefsten Abgründe menschlichen Wahns führt. Denn nichts ist so unberechenbar wie der Mensch. Und nichts ist so böse.

400 pages, Paperback

Published September 21, 2021

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Jonas Wagner

18 books

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3 (6%)
1 star
1 (2%)
Displaying 1 - 18 of 18 reviews
Profile Image for Kalli Feldmann.
56 reviews
June 17, 2023
Ziet sich am Anfang etwas dann nimmt es Fahrt auf und zwar Schlag auf Schlag... Man enwickelt ein massives Mitgefühl gegen über der Einen und eine massive Wut gegen viele Andere 😉
Profile Image for Jenny.
66 reviews
February 1, 2022
Katharina will mit ihrer Tochter Fenya einen Neuanfang. Und das im angeblich langweiligsten und friedvollsten Dorf der Welt . Hussfeld. Doch die Einwohner sind alle sehr merkwürdig und wer ist dieser unbekannte Mann, von dem sie ständig beobachtet werden ? Das Böse lauert in diesem vermeintlich anständigen Dort. Und plötzlich verschwindet Fenya. Keiner möchte Katharina bei der Suche nach ihrer Tochter helfen.
„Wir sind ein anständiges Dorf“

Das Buch „Böse“ ist dunkel, düster und erschreckend. Allein das Cover fühlt sich schon „unangenehm“ an. Passt perfekt zur Geschichte, die genau dieses Wort gut widerspiegelt.
Der Anfang zieht sich etwas in die Länge, wobei dieses wahrscheinlich notwendig ist, um die ganzen Charaktere kennenzulernen. Diese sind zu Beginn einige.
Im Laufe des Romans wird es immer spannender und das Ende kann nochmal mit einem richtigen Höhepunkt aufwarten. Es war richtiggehend fesselnd und schockierend zugleich.

Katharina und ihre Tochter Fenya sind für die Einwohner sofort ein Dorn im Auge, da sie „unanständig“, „unordentlich“ und zu viel Spaß haben. Sie ordnen sich der Dorfmoral nicht unter. Dementsprechend ist es akzeptabel, Katharina bei der Suche nach Fenya nicht zu helfen.
Diese Grausamkeit der Menschen hat der Autor bildhaft und in jeglicher Weise hervorheben können. Ich war fassungslos, wie ein Dorf so weit kommen konnte und solch eine Moral leben kann.

Jonas Wagner setzt uns mit seiner scharfsinnigen Beobachtungsgabe menschlicher Verhaltensweisen, einen brillanten Thriller vor die Nase, der tief in die Gedankenwelt der Menschen und in deren Beweggründe greift.
Profile Image for Steffi.
3,278 reviews182 followers
September 27, 2021
"Böse" klang für mich nach einem spannenden Thriller und ich war gespannt was mich in dem beschaulichen Ort erwarten wird. Leider muss ich jedoch sagen, dass mich das Buch nicht so ganz überzeugen konnte.

Der Einstieg in die Geschichte war ein wenig zäh, denn lange Zeit passiert nicht wirklich viel und man begleitet Fenja und ihre Mutter bei der Ankunft in dem kleinen Ort Hussfeld. Man merkt zwar sehr schnell, dass in dem Ort irgendetwas merkwürdiges vor sich geht und der Autor hat es hier auch geschafft, eine sehr düstere und beklemmende Atmosphäre zu schaffen.

Insgesamt kam mir aber viel zu wenig Spannung auf, in dem zu viele Kleinigkeiten ganz genau beschrieben wurden. Selbst als Fenja dann verschwunden ist, zog sich die Handlung und ich habe nur wenig mitfiebern können. Das Finale ist dann sehr actionreich, aber es blieben für mich noch zu viele Fragen offen.

"Böse" ist für mich nur bedingt ein Thriller, da vieles mehr an ein Drama erinnert und mich der Handlungaufbau leider nicht überzeugen konnte.
409 reviews3 followers
September 27, 2021
Ein böser Thriller, der für meinen Geschmack gerne etwas böser sein könnte!

Das beschauliche Dorf Hussfeld gilt als eines der sichersten in ganz Deutschland. Hier gibt es niemanden, der sich nicht an die Regeln hält. Als Katharina mit ihrer Teenagertochter Fenja nach Hussfeld zieht, ist sie davon überzeugt, für sich und ihr Kind die beste Entscheidung getroffen zu haben. Doch dann verschwindet Fenja spurlos, und ein unvorstellbarer Alptraum beginnt. Ein Alptraum, der in die tiefsten Abgründe menschlichen Wahns führt. Denn nichts ist so unberechenbar wie der Mensch. Und nichts ist so böse.

"Böse" von Jonas Wagner ist ein 400 Seiten langer Thriller, der am 21. September 2021 im Harper Collins-Verlag erschienen ist. Mich haben das Cover und der Klappentext schnell angesprochen, weshalb ich auf den versprochenen bösen Inhalt sehr gespannt war. Böse ist die Geschichte auf jeden Fall, aber insgesamt war sie für mich nicht böse genug. Ich persönlich fand den Anfang sehr zäh und teilweise etwas langweilig. Ich habe den Thriller als E-Book gelesen und ab ungefähr 30 Prozent kam dann langsam Spannung auf. Der mittlere Teil hat mir recht gut gefallen, denn die Suche nach Fenja hat mich oft sehr mitgenommen. Katharina ist auf sich alleine gestellt, da ihr niemand bei der Suche helfen will. Die Angst einer Mutter, die ahnt, dass mit ihrem Kind was Schreckliches passiert sein muss, kam sehr authentisch und glaubhaft rüber. Ich empfand sie als einen sehr starken Charakter, der trotz schrecklichen Situationen nicht aufgegeben hat. Nicht nur ihre Tochter wurde ihr genommen, auch weitere Probleme kamen dank der Hussfelder Gemeinschaft nach und nach dazu. Dieses ganze Dorf strahlt von Anfang an zwar eine friedliche Idylle aus, die Bewohner haben es mit ihrer Anständigkeit jedoch übertrieben. Ihr feindseliges Verhalten gegenüber Katharina und Fenja war direkt vorhanden. Doch das komische und zurückhaltende Verhalten nach Fenjas' Verschwinden hat mich auf diese hochanständige Dorfgemeinschaft immer wütender gemacht.

Dank einer eifrigen Reporterin gelangt Katharina an Informationen aus der Vergangenheit von Hussfeld. Sie erfährt so, dass ihre Tochter nicht die erste ist, die spurlos in der ach so friedlichen Gemeinschaft verschwunden ist. Ein Junge, der unter extremer Aufsicht seines Vaters steht und isoliert in Hussfeld lebt, entdeckt abscheuliche Taten, die im Verborgenen liegen. Obwohl er diese geheimen Bilder aus einer unbekannten Folterkammer zuerst nicht richtig zuordnen kann und verschweigt, zeigt ihm sein Gewissen doch noch den richtigen Weg. Schnell wird klar, dass diese nette Idylle mit lauter anständigen Menschen tiefe Geheimnisse besitzt. Auf den ersten Blick ist alles harmonisch, doch unter der Oberfläche lauert das Böse. Das Ende fand ich spannend und rasant, doch leider auch sehr vorhersehbar. Dies hat mich etwas enttäuscht, da ich hier ein etwas spektakuläreres Finale erwartet habe. Es war nicht schlecht, doch der Überraschungseffekt blieb somit aus.

Es wird aus mehreren Perspektiven geschrieben. Besonders die der Opfer werden durch eine dickere Schrift, meistens am Ende eines Kapitels, hervorgebracht. So konnte ich deren Leid und Qualen sehr gut verstehen, was für intensive Gänsehautmomente gesorgt hat. Das fiktive Hussfeld in Sachsen wird sehr idyllisch und detailliert beschrieben, sodass bei mir während des Lesens klare Bilder entstanden sind. Die schöne Gegend und die netten, aber zurückhaltenden Bewohner wurden auch gut beschrieben. Besonders der Bürgermeister und der Pastor, die in dieser Handlung eine große Rolle spielen. Der restliche Schreibstil hat mir ebenfalls gut gefallen, denn er ist sehr flüssig und authentisch. Das Buch ist in Abschnitte eingeteilt, die das Böse erahnen lassen. Insgesamt hätte mir die Handlung besser gefallen, wenn die Suche nicht so in die Länge gezogen worden wäre, wo oft nichts großartiges passiert ist. Die Menschen in der anständigen Welt haben mir zu viel Raum eingenommen.
Profile Image for Lili.
172 reviews5 followers
November 28, 2021
Dorfidylle, die Unbehagen auslöst

Was mich eingangs völlig verwirrte: Dieser Roman startet fettgedruckt; Fettschrift symbolisiert hier die Szenen, in denen die verschwundene Fenja im Mittelpunkt steht. Aber als ich das eBook aufrief und mich prompt mit dieser fetten Schrift konfrontiert sah, da habe ich tatsächlich erst nachgeschaut, ob in meinen Einstellungen etwas verstellt wäre, und als Nächstes in ein späteres Kapitel geklickt, um zu prüfen, ob die komplette Datei fett gestaltet sei. Im Nachhinein ist diese Fettschrift zwar ein geeignetes Mittel, um die Fenja-Szenen klar abzugrenzen, aber dass die Handlung direkt so beginnt, empfand ich doch als etwas unglücklich.
Insgesamt gibt es hier mehrere Personen, die abwechselnd fokussiert werden (Katharina, der Bürgermeister Armin Hutter sowie dessen Sohn Karl und eben Fenja), und die Handlung ist insofern minimal achronologisch als sich die erste „fette Fenja-Szene“ eigentlich erst im späteren Verlauf der Geschichte, die ansonsten mit dem Zuzug Fenjas und ihrer Mutter in das beschauliche Dörfchen Hussfeld beginnt, ereignet.
Ich fand es allerdings nicht sonderlich schwer, mich hier perspektivisch reinzufuchsen; hätte mich diese anfängliche Fettschrift nicht direkt völlig konfus gemacht, würde ich da sicherlich absolut gar kein Problem gehabt haben.

Das idyllische Hussfeld wirkt von Anfang an sehr trügerisch; die Leute scheinen dort generell eher konservativ zu sein, der Bürgermeister wirkt wie ein Puppenspieler, der alle Fäden in der Hand hält und einfach nur auf „Friede, Freude, Eierkuchen“ bedacht ist und darauf, dass in Hussfeld alles sehr harmonisch und „gesittet“ zugeht, so dass die geschiedene, alleinerziehende Katharina mitsamt ihrer selbstbewussten Tochter von Anfang an argwöhnisch betrachtet werden – allerdings ahnt man, dass es unter der Oberfläche in diesem Ort vermutlich brodeln muss, sofern sich die Bürger*innen nicht ganz in ihr, vom Bürgermeister vorgegebenes, Schicksal fügen: So begegnet Katharina später auch Leuten, die Hussfeld bewusst den Rücken gekehrt haben, weil ihnen dort alles zu sehr auf „perfekt“ getrimmt war. Hier gelang es dem Autor, die Atmosphäre des Ortes authentisch widerzuspiegeln: Man kann dieses Dorf von vornherein eigentlich nicht guten Gewissens mögen. Ich fand hier tatsächlich die Schilderung des Umfelds sehr gruselig; für mich verströmte Hussfeld da äußerst unangenehme Stepford-Vibes, und ich habe zwischendrin tatsächlich auch mal pausieren müssen, einfach weil ich die Vorstellung des Ortes nicht mehr aushielt.

Generell fand ich „Böse“ von der Erzählung her wirklich eindringlich; leider begann sich ab der Mitte zunächst sehr viel zu wiederholen (Katharina gab ihre erbitterte Suche nach Fenja nicht auf und stieß immer wieder auf die gleichen Widerstände) und hier wurde auch relativ offensichtlich, wer hinter Fenjas Verschwinden steckte, auch wenn es nicht klar kommuniziert wurde, doch die diffusen Äußerungen und Anspielungen waren ziemlich eindeutig. Da zog sich die Handlung bis zum furiosen Showdown, bei dem die Fassade des ganzen Ortes buchstäblich zu bröckeln beginnt (ein gelungenes Sinnbild), doch etwas in die Länge und ich war froh, als sich die Ereignisse in besagtem Finale zu überschlagen begannen und hier nun wirklich etwas passierte.

Grundsätzlich endete „Böse“ nun nicht unbedingt vollkommen offen, wenn es da doch auch einen kleinen Kniff gab, der doch etwas, wenn auch nicht für den Lesenden, ungeklärt ließ und es prinzipiell ermöglicht, dass es hier noch einen Anschlussband geben könnte. Das Ende ist also nicht komplett geschlossen und man kann seine eigene Vorstellung hier zunächst noch etwas weiterspielen lassen. Das war okay, obschon ich einen glasklaren Schluss vorgezogen haben würde.
„Böse“ hat mir letztlich zwar gefallen, wenn mich auch nicht vollends überzeugt; ich würde jedoch definitiv noch weitere Bücher des Autors lesen.
Profile Image for Damarisdy.
462 reviews2 followers
September 24, 2021
Ich habe mich sehr über das Buch "Böse" von Jonas Wagner gefreut, welches mir freundlicherweise vom HarperCollins Verlag über das interne Bloggerportal zur Verfügung gestellt wurde. Vielen Dank dafür an dieser Stelle, es versteht sich natürlich von selbst, dass meine Meinung zum Buch dadurch in keiner Weise beeinflusst wird.
Es handelt es sich hierbei – meines Wissens nach – um das Debüt des Autors, auf welches ich insbesondere durch den Klappentext aufmerksam wurde.

In der Geschichte hat der Leser es mit Mutter und Tochter, Katharina und Fenja, zu tun, die für einen Neuanfang ins beschauliche Hussfeld ziehen. Doch Hussfeld ist gar nicht so friedlich, wie alle meinen. Als Fenja plötzlich aus unerklärlichen Gründen verschwindet, schrillen bei Katharina die Alarmglocken, doch keiner will ihr wirklich helfen. Was tatsächlich dahinter steckt, ist einfach nur grausam...

Jonas Wagner schreibt seinen Thriller aus mehreren Perspektiven in der dritten Person sowohl im Präteritum, als auch im Präsenz, je nach Person. So blicke ich als Leserin nicht nur hinter die Fassade von Katharina und Fenja, sondern auch von vielen anderen Dorfbewohnern. Bis auf Mutter und Tochter wird mir hier aber keiner wirklich sympathisch, alle Charaktere haben etwas sehr merkwürdiges an sich, keinem ist wirklich zu trauen, manche wirken regelrecht hinterhältig oder auch böse. Das passt aber zur Grundstimmung des Buches und ich frage mich immer öfter, wo die beiden Hauptcharaktere hier herein geraten sind. Als dann Fenja verschwindet und ich teilweise auch aus ihrer Sichtweise lese, bin ich richtig auf das große Warum und Wie gespannt. Doch das wird leider nicht ganz geklärt. Zwar erfahre ich gen Ende, wer da involviert war und teilweise auch warum, doch das ganze Ausmaß erschließt sich mir nicht. Die expliziten Dinge werden zudem kaum beim Namen genannt und ich habe auch nicht das Gefühl am Ende verstanden zu haben, was der genau Grund für alles war. Das finde ich etwas schade, wirkte so alles etwas seichter für mich.
Nichts desto trotz übt die gesamte Geschichte eine enorme Sogwirkung auf mich aus und ich kann mich kaum vom Lesen abhalten, so unbändig ist mein Verhalten weiterzulesen und zu erfahren, was hier wirklich Sache ist. Das ist ein großes Plus.

Der Schreibstil des Autors ist sehr atmosphärisch und düster und lässt mir hier und da einen echten Schauer über den Rücken laufen. Die Geschichte ist weniger blutig als gedacht, sondern drückt eher auf die Psyche, muss ich feststellen. Auch das Ende hat es wirklich in sich, was mich noch ein Weilchen beschäftigen wird. Ich persönlich bin zwar mehr der Fan von Happy Ends, finde solche Abschlüsse aber irgendwie auch faszinierend und ausgeklügelt.

"Böse" zeigt wirklich auf, was Böses im Menschen lodern und ausbrechen kann, gerade bei solchen, wo man es nicht ahnt. Ich wurde hier super unterhalten und kann auch eine klare Lese- und Kaufempfehlung aussprechen, ich war lediglich nur ein wenig enttäuscht, dass es nicht so ganz ins Eingemachte ging, wie für mich abgebrühter Thrillerliebhaber erhofft. Somit bekommt das Buch 4 gute Sterne von mir ****
Profile Image for Petra Sch..
391 reviews2 followers
December 20, 2021
ein" idyllisches" Dorf, in dem nichts so ist ist, wie es scheint

Katharina zieht mit ihrer Teenagertochter in das beschauliche Örtchen Hussfeld, weil sie Abstand zu ihrem bisherigen Leben und ihrem Exmann braucht, und sie dort einen neuen Job gefunden hat und sich sicher ist, in Hussfeld ein sicheres und ruhiges Leben führen zu können.
Doch dann verschwindet Fenja eines Tages spurlos und niemand will Katharina glauben, dass Fenja nicht davongelaufen ist.
Ein Alptraum beginnt für Katharina und ein Wettlauf gegen die Zeit - kann sie Fenja finden?


Meine Meinung:
Die Geschichte entwickelt sich zu Beginn nur langsam, in den ersten 100 Seiten lernt man eher nur das kleine Dorf Hussfeld und dessen Einwohner sowie Katharina und ihre Tochter Fenja und deren Leben kennen.
Doch dann steigert sich die Spannung kontinuierlich; man ist entsetzt, wie sich alle in Hussfeld an das "Mantra" halten: dieser Ort ist friedlich, in diesem Ort geschieht nichts Böses; und daher ist die einzige Option, dass Fenja davongelaufen ist. Und sie wird als Flittchen dargestellt, Katharina als Lügnerin.. einfach nur schrecklich, so etwas mitzuerleben - besonders wenn man selbst auch Mutter einer Tochter ist.
In anderen Handlungssträngen lernt man einige Einwohner von Hussfeld kennen, allen voran den Bürgermeister Armin Hutter und dessen Sohn Karl, der von Anfang an auf Fenja steht, und merkt sehr schnell: hier ist nichts so, wie es scheint!
Und immer wieder Einschübe von Fenja in ihrem Gefängnis...

Es ist einfach frustrierend zu verfolgen, wie niemand helfen will - obwohl im Laufe der Zeit immer wieder Teenager verschwunden sind, für die es ähnliche Ausreden wie für Fenja gab. Es ist beängstigend, Fenja und ihren Kampf in ihrem Verlies zu beobachten; und noch schrecklicher, das Verhalten der Einwohner, das oft nicht nachvollziehbar ist; dieses Mauern, und dass niemand Katharina glaubt und niemand helfen will.
Auch wenn für mich recht schnell klar war, wer der eigentliche Bösewicht ist, war es im zweiten Drittel einfach unfassbar fesselnd zu lesen und der Showdown am Schluss war total dramatisch und atemberaubend.


Fazit:
Wenn das Böse unbedingt verhindert werden soll, tun sich menschliche Abgründe auf... Nach kleinen Startschwierigkeiten ein packender Thriller in einer täuschenden Dorfidylle.
135 reviews
October 2, 2021
„Böse“ ist der Debutroman von Jonas Wagner und spielt in dem beschaulichen Dorf Hussfeld. Hussfeld gilt als das sicherste Örtchen im ganzen Land. Während im Rest des Landes das normale Leben von statten geht, werden in Hussfeld die Bordsteine hochgeklappt. Nicht nur das, in Hussfeld kenn jeder jeden und interessiert sich auch für seine Nachbarn – manchmal mehr als gut ist. Als die alleinerziehende Mutter Katharina mit ihrer Teenager Tochter Fenja nach Hussfeld zieht, ist der Dorffrieden gestört. Für die regelkonformen und streng gläubigen Hussfelder ist eine alleinerziehende Mutter keine Bereicherung für das Dorf. Als bald darauf auch noch Fenja verschwindet weiß Katharina nicht mehr weiter und macht sich auf die Suche. Nach und nach findet sie heraus was in Hussfeld wirklich los ist.
Ich war sehr gespannt auf diesen Debutroman und konnte mir unter dem Klappentext nicht so viel vorstellen. Der Autor schreibt sehr einfach und kurzweilig, so dass man das Buch echt schnell durchlesen kann. Zudem fand ich klasse, dass kein Ermittler Fokus der Geschichte ist, sondern die Opfer bzw. Personen in Hussfeld. Die Erzählperspektiven springen im Buch mehrmals, so dass man einen guten Einblick in die Köpfe der Menschen bekommt. Genau das macht auch den charme des Buches aus, weil Themen wie Vorurteile und Stigmatisierung vorkommen. Ich finde das hat der Autor gut gelöst. Auch gefallen hat mir, dass die Szenen aus Fenjas Gefangenschaft von der Schriftart abgesetzt sind und auch nicht zu detailliert. Man kann unfassbar gut nachempfinden wie schlecht es Fenja geht, der Autor geht aber nicht ins Detail was mit Fenja passiert, sondern überlässt dies der Phantasie des Lesers. Einen Stern Abzug gibt es von mir für das Ende. Ich habe es als etwas „unrund“ empfunden, dass es kein richtiges Motiv für die Taten gab. Oder ich habe es einfach nicht verstanden. So oder so, hätte ich mir mehr Aufklärung über die Motive gewünscht, das ist für mich as A und O eines Thrillers.
In Summe kann ich das Buch weiterempfehlen und hatte einen spannenden und kurzweiligen Lesespaß.
Profile Image for Elke.
1,905 reviews42 followers
September 22, 2021
Um neu anzufangen, zieht Katharina mit ihrer Tochter Fenja in das kleine Örtchen Hussfeld. Doch von Anfang an bröckelt die friedliche Fassade: misstrauisch beobachten die Einwohner ('Eingeborene', denkt Katharina irgendwann einmal, 'Hassfeld' tauft Fenja den Ort um) die beiden Frauen, die doch bestimmt nur Unruhe in den friedlichen Ort bringen werden. Als Fenja spurlos verschwindet, stößt Katharina bei ihrer Suche auf Widerstand: alle sind sich einig, dass das Mädchen davon gelaufen sein muss. Schließlich ist Hussfeld ist der sicherste Ort der Welt, da passieren keine Verbrechen. Katharina ist jedoch fest überzeugt, dass ihrer Tochter etwas schlimmes zugestoßen ist, und lässt sich nicht davon abbringen, weiter nach Fenja zu suchen. Dabei stösst sie auf das dunkle, unsagbar böse Geheimnis, das unter der friedlichen Oberfläche von Hussfeld schlummert...

Dieses Buch hat mich von Anfang an gepackt und nicht mehr losgelassen. Katharinas Sorge um ihre Tochter war auf jeder Seite des Buches greifbar und steigerte die Spannung bis zur Schmerzgrenze. Während sich Katharina die schlimmsten Szenarien dessen ausmalt, was Fenja geschehen sein könnte, werden die Leser bereits Zeugen, dass Fenjas Schicksal noch viel grausamer ist als alles, was man sich vorstellen könnte. Hilflos muss man mit ansehen, wie Fenja leidet, während Katharina langsam verzweifelt. Ein ums andere Mal möchte man sie warnen, nicht den falschen Leuten zu trauen, aber natürlich kann man nur tatenlos zusehen, wie Katharina in die Irre geführt wird. Ein wahrer Albtraum tut sich hier auf, dessen Schrecken vor allem darauf aufbaut, dass er sich direkt vor der eigenen Haustür abspielen könnte, so normal und echt wirkt Hussfeld. Nichts für schwache Nerven!
Profile Image for Ingrid.
102 reviews
October 6, 2021
Trügerische Dorfidylle

Hussfeld – ein kleines Nest in Ostdeutschland. Katharina und ihre Tochter Fenja starten eben dort einen Neuanfang. Nach jahrelangen Problemen mit Fenjas Vater will Katharina neu durchstarten. Sie hat sich einen neuen Job gesucht, eine Wohnung gemietet und ist guter Dinge, dass es in dem kleinen Ort besser wird. Doch von Anfang an schwebt eine eigenartige Unruhe über allem. Fenja langweilt sich anfangs sehr, findet dann aber doch Anschluss. Bis sie eines Abends vom Fortgehen nicht mehr nach Hause kommt. Und plötzlich ist es vorbei mit der Ruhe im trügerisch idyllischen Nest.

Wir haben es hier mit einem wohl durchdachten Thriller zu tun. Von Anfang an wird Spannung aufgebaut. Natürlich weiß man, dass etwas passieren wird. Aber der Autor versteht es, eben diesen Spannungsbogen aufzubauen. Der kleine Ort wird sehr gut dargestellt, wie auch dessen Einwohner. Kein Klischee wird ausgelassen. Von der immer neugierigen Vermieterin, die alles über einen weiß und noch vieles mehr. Bis hin zum Feuerwehrfest, das auch nach den Regeln eines kleinen Ortes abläuft. Man bekommt Einblick, wie viel Einfluss gewisse Persönlichkeiten haben. Als neuer Mitbürger hat man in so einem kleinen Ort oft keine Chance. Man erfährt, wie viel vertuscht wird, wie sich der Ort nach außen präsentiert, was weit weg von den Tatsachen ist. Für mich ist es ein gelungener Thriller, allerdings für mich als action- und spannungsliebende Leserin manchmal doch etwas langatmig.
Profile Image for Barbara.
210 reviews6 followers
September 22, 2021
Wer kennt sie nicht, die idyllisch gelegenen kleinen Ortschaften, in denen alles bilderbuchmäßig ordentlich und gepflegt ist und bei denen man sich direkt denkt, hier wäre es sicher toll, zu leben. Sicher und ordentlich. Das denkt sich auch Katharina Bosch, als sie frisch geschieden mit ihrer 17-jährigen Tochter Fenja nach Hussfeld zieht, einem 2000-Seelen-Dorf im Erzgebirge. Das sicherste Dorf Deutschlands, in dem nie etwas passiert. Doch dann verschwindet Fenja spurlos und Katharina muss feststellen, dass sie vollkommen auf sich alleine gestellt ist. Denn die Dorfbewohner, die von Anfang an die beiden alleinstehenden Frauen misstrauisch beobachtet haben, wollen nicht helfen. Schnell wird klar: in Hussfeld ist es nicht so idyllisch, wie es auf den ersten Blick erscheint…

Mit Böse hat Jonas Wagner einen wirklich spannenden, atmosphärisch dichten Thriller geschrieben, der von der ersten Seite an den Spannungsbogen stetig steigert. Man kann die Abneigung und das Misstrauen der Dorfbewohner gegen die Frau aus der Stadt förmlich spüren und erhält tiefe Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der verzweifelten Mutter. Und über allem schwebt das Motiv von Schuld und Buße.

Mein Fazit: ein spannender faszinierender Thriller, absolut lesenswert!
400 reviews
September 30, 2021
Die geschiedene Katharina und ihre 17-jährige Tochter ziehen in ein idyllisches Dörfchen im Erzgebirge, um einen Neuanfang zu machen. Davon ist die Tochter Fenja nicht sehr erbaut, denn dort ist absolut nichts los. Dafür wird man aber überall beobachtet und bespitzelt - sei es vonseiten der Vermieterin oder des Pfarrers, auch der ach so hilfsbereite Bürgermeister ist allgegenwärtig. Eines Nachts kommt Fenja nicht nach Hause, auch ihr Freund ist spurlos verschwunden. Für die Polizei ist sie eine Ausreißerin, das Dorf denkt ebenso - nur Katharina weiß, dass da etwas passiert sein muss. Wird sie ihre Tochter lebend wiederfinden?

Dieses sehr spannend geschriebene Buch beschreibt den schlimmsten Albtraum einer Mutter, der niemand glaubt. Am sichersten Ort der ganzen Gegend kann nicht geschehen sein, was nicht geschehen sein darf. Katharinas Lage wird sehr eindringlich beschrieben, die Stimmung immer düsterer und beklemmender. Die Spannung steigt ab Mitte des Buches ständig an, in fett gedruckten Abschnitten kann man die unendlichen Leiden der gefangenen Fenja mitverfolgen. Unfassbar, wie abgrundtief böse manche Menschen sein können. Beängstigende, menschliche Abgründe tun sich auf und das Ende kommt gepaart mit einer schrecklichen Natur-Katastrophe voller Dramatik.
Profile Image for niggeldi.
385 reviews1 follower
June 9, 2022
Horror-Neuanfang

Nach der Trennung von ihrem Mann wagt Katharina mit ihrer Tochter Fenja im beschaulichen Hussfeld einen Neuanfang. Neuer Job, neue Umgebung, neue Leute. Hussfeld soll einer der sichersten Orte Deutschlands sein, doch der Schein trügt. Als Fenja spurlos verschwindet und niemand ihr helfen will, bereut Katharina ihre Entscheidung bitterlich. Doch sie gibt nicht auf und tut alles, um ihre Tochter zu finden.

Das Buchcover finde ich ansprechend, die kahle Zelle passt zum Buch und der große gelbe Schriftzug zieht unweigerlich die Aufmerksamkeit auf sich.

Der Beginn der Geschichte fesselt sofort, es lässt sich flüssig lesen und die Seiten blättern wie von selbst weiter. Die Einwohner Hussfelds sind äußerst merkwürdig, dass man dem Bürgermeister gleich erzählen muss, was die Neue alles im Laden kauft und diese unsympathische Vermieterin, da würde ich nicht wohnen wollen. Katharina und ihre Tochter sind sympathisch beschrieben und man fiebert richtig mit. Je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto schauerlicher sind die Dinge, die aufgedeckt werden. Das Ende ist gut gelungen, auch wenn so mancher Protagonist leider dran glauben muss.

Ich gebe "Böse" 5 Sterne und bin auf weitere Werke des Autors gespannt.
Profile Image for Alexandra Behr.
472 reviews4 followers
October 13, 2021
Inhalt:
Das beschauliche Dorf Hussfeld gilt als eines der sichersten in ganz Deutschland. Hier gibt es niemanden, der sich nicht an die Regeln hält. Als Katharina mit ihrer Teenagertochter Fenja nach Hussfeld zieht, ist sie davon überzeugt, für sich und ihr Kind die beste Entscheidung getroffen zu haben. Doch dann verschwindet Fenja spurlos, und ein unvorstellbarer Alptraum beginnt. Ein Alptraum, der in die tiefsten Abgründe menschlichen Wahns führt. Denn nichts ist so unberechenbar wie der Mensch. Und nichts ist so böse.

Meinung:
Das Cover gefällt mir sehr gut.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und spannend.
Den Autor kannte ich bis jetzt noch nicht.
Wie böse können Menschen sein ? Das sieht man in diesem Buch.
Es hat mir ausserordentlich gut gefallen.
Die Geschichte ist spannend erzählt und für mich schon aussergewöhnlich ausgedacht.
So etwas muss man sich erstmal einfallen lassen.
Die Charaktere sind wunderbar beschrieben.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

#Böse #NetGalleyDE
2,269 reviews13 followers
September 21, 2021
Zum Inhalt:
In Hussfeld kann mann sich sicher fühlen, den es gibt keinen, der sich nicht an die Regeln hält. Genau hierhin zieht Katharina mit ihrer Tochter Fenja und ist davon überzeugt genau das richtige getan zu haben. Dann verschwindet Fenja spurlos und gleichzeitig geht Katharinas Leben auch den Bach runter. Was stimmt in diesem Dorf nicht?
Meine Meinung:
Das Buch hat einen ganz schön hohen Spannungsbogen und der hält dich eigentlich such das gesamte Buch über. Ich fand allerdings das Ende irgendwie wie ein bisschen lieblos zu Ende gebracht, als müsse es auf einmal schnell gehen. Es wird mit vielen Klischees gespielt wie dem typischen Blockwart oder der gsr so schlimmen alleinerziehenden Mutter. Das passt aber gut zur Story. Auch der Wechsel zwischen Fenjas Erleben und der übrigen Geschichte hat mir gefallen. Er macht das Buch lebhafter. Der Schreibstil ist auch gut.
Fazit:
Viel Spannung
74 reviews
September 25, 2021
Lange keinen so spannenden Thriller mehr gelesen

Hussfeld, das sicherste Dort in ganz Deutschland. Hier passiert nun wirklich rein gar nichts. Die gerade mit ihrer Mutter hergezogene 17jährige Fenja kann mit der vermeidlichen Dorfidylle so gar nichts anfangen. Erst nach dem sie John kennengelernt hat, wird es besser. Bis dahin meint man als Leser fast, in einem Jugendroman gelandet zu sein. Doch dann verschwindet Fenja spurlos und der Horror beginnt.

Ich habe schon lange keinen so spannenden Thriller mehr gelesen. Ob sich allerdings Dorfbewohner so verhalten würden, wie es in dem Buch beschrieben wurde? Aber das ist eben die künstlerische Freiheit und für die Spannung des Romans auf jeden Fall von Vorteil gewesen. Am Ende hätte ich mir etwas mehr Aufklärung gewünscht – das war mir etwas zu offen.

Für mich insgesamt aber eine klare Leseempfehlung an alle Thriller-Liebhaber!
Profile Image for Anne.
120 reviews1 follower
March 3, 2024
Das Buch ist ein Thriller, der den Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Mit einem geschickten Spiel aus Spannung und unerwarteten Wendungen.

Der Autor spielt gekonnt mit den Erwartungen des Lesers und führt ihn immer wieder auf falsche Fährten. Dabei gelingt es ihm, die Spannung konstant hochzuhalten, bis zum überraschenden Showdown.

Insgesamt ein packender Thriller, der mit einer beklemmenden Atmosphäre, fesselnden Charakteren und unvorhersehbaren Wendungen überzeugt. Der Autor beweist sich mit diesem Buch als Meister seines Fachs und lässt den Leser bis zur letzten Seite mitfiebern.
Profile Image for Kolymaarasto.
33 reviews5 followers
May 14, 2022
3,5 Sterne, aufgerundet, da es bis so ziemlich bis zur letzten Seite spannend ist. Und das, obwohl die Auflösung die ganze Zeit über offensichtlich ist.
Displaying 1 - 18 of 18 reviews

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