Als schwarzes Schaf der Familie bezeichnet Jonny Fischer den Jungen, der er einst gewesen ist. Auf den Namen Jonathan getauft, wuchs er in einem streng christlichen Elternhaus auf. Für bedingungslose Liebe war kein Platz. Als Jonathan zehn war, gründete sein Vater eine radikale Glaubensgemeinschaft und teilte die Welt noch mehr als zuvor in Gut und Böse ein. Obwohl Jonny Fischer als Teenager dem Sektenjungen Jonathan den Rücken kehrte, seinen Namen änderte und am Lehrerseminar in Zug ein neues Leben begann, konnte er sich der Prägung, die er in seiner Kindheit erfahren hatte, nie ganz entziehen. Erst recht nicht, als er sich einzugestehen begann, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Sosehr er sich auch bemühte, er fand nicht, wonach er suchte. Jonny Fischer verausgabte sich bis zur Erschöpfung. Verletzungen, Schlaflosigkeit, Alkohol in rauen Mengen und 2012 der Zusammenbruch, der in einer Klinik endete. Der Weg aus der Krise führte ihn in die dunkelsten Winkel seiner Vergangenheit und zur Erkenntnis, dass er Anerkennung und Liebe zuallererst bei sich selbst suchen musste. In diesem Buch schildert er die Versöhnung mit seiner Geschichte, die Versöhnung mit Jonathan.
Grossartiges Buch! Kompliment an die Autorin: die Geschichte als erzählter Rückblick und abwechselnd in Interviewform die Gegenwart zu reflektieren finde ich sehr gelungen. Lieber Jonny: vielen Dank für deinen Mut und deine Ehrlichkeit. Ich bin sicher, viele Menschen können aus deiner Geschichte lernen und Mut schöpfen.
Ein Buch dass mich im Herzen tief berührt hat und auch mit Gänsehaut überzogen hat. Die Offenheit wie er über seine Reise, seinen inneren Kampf bis zur Selbstakzeptanz und die Geschichte mit seiner Familie. Seine Worte sind ehrlich, offen, direkt und manchmal auch schmerzhaft. aber vorallem eines... Authentisch! Dieses Buch hat mich viel über Verständnis und Versöhnung gelehrt. Eine tolle Geschichte über Identität, Liebe,Versöhnung und Vergebung.
In «Ich bin auch Jonathan» versöhnt sich Jonny Fischer vom Comedy-Team Divertimento mit seiner Geschichte. Geschrieben wurde die Biografie von Angela Lembo-Achtnich und 2021 vom Verlag «Wörterseh» herausgegeben. In 234 Seiten und zehn Kapiteln wird ein Blick hinter die Kulissen von Jonny Fischer geworfen – hin zu Jonathan. Welcher uns auf seiner emotionalen Achterbahnfahrt mitnimmt. Aber die Details lest ihr am besten selbst.
Die Biografie liess sich leicht lesen, denn die Unterkapitel geben dem Buch eine tolle sowie verständliche Struktur. Die Sätze sind meist kurz und nachvollziehbar – der Lesefluss ist angenehm. Das Buch ist zwar gespickt mit Zeitsprüngen, doch diese sind jeweils explizit deklariert. Die Anachronie der Biografie erhöht die Spannung, als Leser kann man so für sich selbst das Puzzle zusammensetzen. Zwischendurch gibt es immer wieder Ausschnitte aus Interviews mit Jonny – diese schaffen Nähe und steigern die Spannung enorm. Die Einblicke in dieses traumatische und einsame Leben fesseln einen förmlich an das Buch, man kann nicht anders als weiter lesen!
Jonathan wächst einem im Verlauf des Buches immer mehr ans Herz. Vielen aus meinem Bekanntenkreis, welche zuvor Jonnys Bühnenpartner Manu Burkart bevorzugten, gewannen durch das Buch eine neue Sympathie zu Johnny. Die Offenherzigkeit, Menschlichkeit und sein Kampfgeist hat die Leute zurecht berührt.
Mich hat die Biografie gar zu Tränen gerührt. Ich war wohl eine der wenigen, die bei Divertimento von Beginn an eher einen Fokus auf Johnny hatte. Ich hatte daher auch keine besonderen Erwartungshaltungen, hätte ich welche gehabt, wären sie massiv übertroffen worden. Denn ich habe viele Gemeinsamkeiten zwischen mir und Johnny entdeckt; den Drang zum Perfektionismus oder eher das Streben nach Liebe, die Ausübung des Lehrerberufes und zu guter Letzt die Liebe zur Bühne. Ich habe mich selbst in Jonathan und Johnny widergespiegelt gesehen und alles mit dem Herzen mitgefühlt.
Es ist ein Must für jeden Divertimento-Fan. Neben den Divertimentofans würde ich allen, die sich mit der Phrase «Leben ist leiden» (S. 102) identifizieren, unbedingt einen Blick ins Buch empfehlen. Alle können aus diesem Buch wichtige Schlüsse hinsichtlich der Selbstliebe und des Lebens ziehen. Setzt euch vorher aber unbedingt mit den Triggerwarnungen auseinander!
Ich habe selten eine Biografie gelesen, die mich so gefesselt hat.
Die Mischung aus chronologischer Erzählung der Autorin, Jonnys persönlichen Erinnerungen und Interviews finde ich sehr gelungen. Es ist dadurch sehr abwechslungsreich zu lesen. Die kurzen Interviews passen immer exakt zum vorherigen Text und vertiefen das Gelesene noch.
Was mich vor allem berührte war die Tatsache, das Jonny auch nach X Jahren und Therapien immer noch ab und an mit seinem fehlenden Selbstwertgefühl zu kämpfen hat. Wie sich fehlende Aufmerksamkeit und Liebe in der Kindheit durch das ganze Leben ziehen.