Die Geschichte Palästinas und der Palästinenser ist von Krieg, Vertreibung, Verlust und Exil und von einem nunmehr fast hundertjährigen Befreiungskampf geprägt. Die bekannte Nahost-Expertin Muriel Asseburg erzählt die Geschichte des kleinen, zerstückelten Landes und eines Volkes ohne Staat von der Gründung Israels im Jahr 1948 bis heute und lässt dabei wichtige palästinensische Politiker, Künstler und Intellektuelle wie Jassir Arafat, Mahmud Darwisch, Edward Said oder Hanan Aschrawi lebendig werden. Ihre faktenreiche und zugleich einfühlsame Darstellung lässt uns Palästina und die Palästinenser mit anderen Augen sehen. Die Staatsgründung Israels im Mai 1948 und der folgende Krieg wurden von den Arabern im britischen Mandatsgebiet Palästina als Nakba, als Katastrophe, empfunden, bei der Hunderttausende ihre Häuser, ihr Eigentum und ihre Heimat verloren. Muriel Asseburg erläutert Vorgeschichte und Hintergründe dieses Schlüsseljahres, erzählt die Geschichte der palästinensischen Nationalbewegung und ihrer wichtigsten Protagonisten, beschreibt Kriege, Aufstände und Friedensinitiativen, berichtet über die Erfahrungen der palästinensischen Selbstverwaltung und porträtiert wichtige Persönlichkeiten aus Politik und Kultur. Ihre faktenreiche und zugleich einfühlsame Darstellung lässt uns Palästina und die Palästinenser mit anderen Augen sehen.
Weil ich keine Sachbücher bewerte, hier ein paar meiner Gedanken:
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich die Hälfte dieses Buchs verstanden oder den Inhalt behalten hätte. Dazu habe ich einfach zu wenig Hintergrundwissen. Außerdem ist es nicht meine Fachdisziplin. Dennoch fand ich das Buch sehr lesenswert. Es ist heutzutage etwas schwierig, "neutrale" Perspektiven über Palästina zu lesen, weil es automatisch um Israel geht und wir Deutschen Angst haben, sofort als Antisemit*innen bezeichnet zu werden. Aber dieses Buch ist das, was ich gesucht hatte - eine Einführung in die Geschichte, ohne das Ergreifen von Partei und gut strukturiert. Zumindest bin ich nicht abgeschreckt und werde in Zukunft irgendwann nochmal in dieses Buch reinschauen.
Muriel Asseburg gelingt es in "Palästina und die Palästinenser" gut, die Perspektive der Palästinenser empathisch wiederzugeben. Die eingestreuten Porträts bekannter Personen der palästinensischen Geschichte sind hilfreich, da diese den meisten Lesern vorher nicht bekannt gewesen sein dürften. Jedoch kann das nicht darüber hinweg täuschen, dass das Buch insgesamt recht unausgewogen ist. Die Entwicklung im Nahostkonflikt wird weitgehend den Israelis zugeschoben, während die politische Führung der Palästinenser, welche oftmals unfähig, korrupt & diktatorisch ist, nur selten kritisiert wird. Diese Einseitigkeit steht einer besseren Bewertung im Wege.
Wenn es mal zu einer Neuauflage dieses Buches kommen sollte würde ich unaufgefordert folgendes empfehlen:
a) das Buch wirkt leicht wiederholend, beispielsweise mit den Intifadas b) die Karten fand ich sehr interessant, ohne Farben allerdings schwierig bis unmöglich zu lesen c) ich fände es hilfreich, wenn zentrale Referenzen wie die Verfassung Israels oder das Nationalstaatsgesetz Israels gleich im Buch abgedruckt würden d) ich fände es richtig und wichtig, dass die Situation der Menschenrechte systematischer entlang der UN Charta dargestellt oder zusammengefasst würde. Im aktuellen Fliesstext ist viel von Menschenrechten die Rede, wie viele der insgesamt 30 Artikel nicht umgesetzt sind wird nicht vermittelt - was ich als unvollständig & falsch empfinde
Auch wenn ich immer noch weit davon entfernt bin den kompletten Überblick zu haben, hat das Buch mir definitiv dabei geholfen den Konflikt etwas besser zu verstehen.
Informativ, aber ein bisschen trocken. Neben dem Verhältnis Israeli - Palästin*innen schildert dieses Buch die Spaltung Hamas - PA/PLO als großes Hindernis zu einer friedlichen Lösung, hinsichtlich derer mehrere Optionen neben der Zweistaaten- vorgestellt werden.
In diesem 2021 veröffentlichten Buch wird Hamas allerdings als keine terroristische Organisation dargestellt, was angesichts der Angriffe des 7.10.2023 (und somit das Fazit des Buchs im Allgemeinen) modifiziert werden soll.
Sehr neutrale Betrachtung der Geschichte ab ca 1948. Ich fand es ist eine gute Zusammenfassung der Geschehnisse, allerdings sind zum Teil auch Zeitsprünge/ Wiederholungen drin, die mich als Leserin verwirrt haben bzw dazu geführt haben, dass ich Absätze hin und wieder zweimal lesen musste. Ist durchaus lesenswert und sehr informativ.
Good general summary of the events surrounding the Middle East conflict but far too superficial in many places, there should have been more details in these places!
„Palästina und die Palästinenser“ von Muriel Asseburg ist ein unglaublich spannendes Buch welches sich mit der Geschichte von der Nakba bis zur Gegenwart beschäftigt. Gerade im Anbetracht des jetzigen Konfliktes zwischen Israel und Palästina ein sehr lesenswertes Buch, welches Fakten aufzeigt und auch Porträts wichtiger Personen bietet. Hierunter fallen beispielsweise Mahmud Darwisch, Naila Ajesch oder auch Azmi Bischara. Asseburg selbst ist Nahostexpertin an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin und deshalb wirklich eine Expertin in der Thematik.
Natürlich wusste ich die ungefähren Ereignisse die den Nahostkonflikt ausmachen, jedoch nicht so detailliert und gut erfasst. Für jeden der sich für Geschichte und Politik interessiert ein sehr lesenswertes Buch!
Muriel Asseburg skizziert die palästinensische geschichte von der Entstehung Israels bis (fast) in die Gegenwart. Das Buch nimmt dabei eine klare palästinensische Perspektive auf den Nahostkonflikt ein. Das ist auch durchaus valide, man muss sich dessen aber bewusst sein. Zudem ist die Beschreibung teils verwirrend - es wird in der Zeit hin und her gesprungen und einiges immer wieder wiederholt, während andere Punkte kaum oder nur einseitig erläutert werden (Wie wurde aus einem Verkehrsunfall eine Intifada? Welche Terrorakte hat die Hamas begangen? Wodurch grenzen sich Hamas und PA an?). Dennoch verstehe ich durch das Buch den Konflikt wesentlich besser.
Sehr trocken und nüchtern aber, so weit ich feststellen kann, akkurat und extrem deprimierend. Die Situation wie im Buch geschrieben scheint hoffnungslos genug, ganz abgesehen von was in den letzten Monaten in Gaza passiert ist.