„Feels like Loss“ lässt mich in einem Zwiespalt zurück. Es gab viele Dinge, die ich kritisieren muss, aber auch diese Lichtblicke, in denen ich das Buch absolut genossen habe. Fangen wir aber von vorne an.
Das Cover gefällt mir wie bei Band 1 auch sehr gut und ich freue mich schon, es neben Band 1 in meinem Bücherregal stehen zu haben.
Sarahs Schreibstil war auch wieder wundervoll. Obwohl man gleich in die Geschichte hineingeworfen wird, kommt man sofort wieder mit. Es beginnt gleich mit einigen Problemen, die ein ziemliches Drama mit sich bringen. Da dachte ich mir noch, dass Mila und Leo diese Probleme sicher in den Griff bekommen. Doch je mehr ich vorangekommen bin, desto mehr Drama hat sich aufgetürmt. Es war vieles überspitzt und unnötig, was mich schon enttäuscht hat, da ich das von Sarahs Büchern nicht gewohnt bin. Der Ursprung für dieses Drama lag aber (fast) immer bei einem Problem: der fehlenden Kommunikation. Leo weicht dem Streit und den Diskussionen permanent aus, was man ihm dank seiner Vergangenheit nicht einmal so sehr verübeln kann, da er nie gelernt hat offen über Probleme zu sprechen. Jedoch gibt es irgendwann auch einmal einen Punkt, wo er reden muss, wenn er nicht selber daran kaputt gehen will. Mila wiederum möchte die Dinge eigentlich ausdiskutieren, will Leo aber gleichzeitig nicht zwingen zu reden. Das ist ja auch gut so, aber auch hier gibt es irgendwann einen Punkt, wo sie ihn einmal zum Reden bringen muss, wenn nicht sie selber darunter leiden will. Denn wenn er nicht redet, dann frisst sie auch ihre Probleme in sich rein und so ist keinem der beiden geholfen. Also, wie ihr seht, war die Kommunikation zwischen den Beiden das ganze Buch über ein Problem. Klar gab es auch Momente, wo sie gut miteinander reden konnte, was mich natürlich sehr gefreut hat. Gleichzeitig wurden in dem Buch ganz viele emotionale Themen aufgeworfen, obwohl zwei oder drei davon schon genug Stoff für eine Geschichte gegeben hätten.
So, nun jedoch zu den schönen Seiten des Buches. Die letzten 150 Seiten haben meiner Meinung nach das Buch gerettet. Hier punktet Sarah mit sehr viel Emotionen, die mich ein paar Tränen verdrücken lassen haben, tollen Szenen und nicht mehr so viel Drama wie davor. Das hat meinem Herzen richtig gutgetan.
Mila und Leo habe ich als Charaktere schon von Band 1 ins Herz geschlossen gehabt. Leo ist ein extrem begabter junger Mann und geht total in der Kreation von Mode auf. Er wurde zwar durch viele Schicksalsschläge geprägt, aber hat fast immer ein Lächeln auf dem Gesicht und ist positiv eingestellt. Diesen Leo hat es auch in diesem Buch wieder gegeben. Jedoch mussten Lisa, mit der ich das Buch im Buddyread gelesen habe, und ich mit Erschrecken feststellen, dass es auch eine Seite an Leo gibt, die wir überhaupt nicht mit diesem verständlichen Leo in Einklang bringen konnten. Es war als wären das zwei Personen. Er war teilweise überhaupt nicht verständnisvoll und hat seine schlechte Laune, die er wegen anderen Personen hatte, an Mila ausgelassen. Das war leider sehr schade. Mila hingegen war wie immer sehr zielstrebig, fleißig und lebensfroh. Ich finde es auch ganz toll, wie sie zu Leo steht und immer für ihn da ist, egal was passiert. Aber auch sie ist lieber dem Konflikt ausgewichen – wie ich oben schon gesagt habe – als Leo mit den Problemen zu konfrontieren. Ich habe sie in manchen Situationen nicht verstanden.
Dafür haben mir Jasons und Alessas Rolle in dem Buch wieder sehr gut gefallen und ich habe auch eine neue Lieblingsfigur, von der ich aber nicht mehr verraten darf, da es sonst ein Spoiler wäre. Für alle, die das Buch schon gelesen haben, hier sein Nachname: Vassallo.
Fazit: Schlussendlich muss ich sagen, dass ich das Buch gerne gelesen habe und auch gut vorangekommen bin. Mir hat der grundsätzliche Aufbau der Geschichte gefallen und Mila und Leo finde ich immer noch toll. Gerade am Schluss kamen noch Emotionen auf, die mich ein paar Tränchen verdrücken ließen. Aber es gibt natürlich auch eine nicht übersehbare Kritik von meiner Seite, was es mir sehr schwer macht das Buch zu bewerten. Ich hoffe jetzt, dass Band 3 mir wieder besser gefällt.