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Franz: Schwul unterm Hakenkreuz

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Franz Doms ist eines der vergessenen Opfer der NS-Justiz. Wie tausende andere schwule Männer wurde er verfolgt, diskriminiert, inhaftiert und schließlich zum Tode verurteilt. 1944 starb er im Alter von 21 Jahren im Hinrichtungsraum des Landesgerichts Wien. Bis zu seinem Tod blieb er loyal und denunzierte nie andere, um sich selbst zu retten. Jürgen Pettinger hat sich intensiv mit Franz Doms Leidensweg auseinandergesetzt, erzählt bildhaft, was über sein Leben bekannt ist, zitiert aus überlieferten Ermittlungs- und Gerichtsakten und bildet Dialoge anhand von Gesprächsprotokollen nach. Doch Pettingers Zugang ist mehr als eine bloße Rekonstruktion der Fakten. Er taucht tief in die Welt Franz Doms’ ein und zeichnet dessen letzte Lebensjahre auf intime und packende Weise nach, wodurch sein tragisches Schicksal, das exemplarisch für die systematische Verfolgung Homosexueller während des NS-Regimes steht, nah und spürbar wird. „Er ist ein völlig haltloser, seinen widernatürlichen Trieben gegenüber machtloser Verbrecher, bei dem von Freiheitsstrafen kein erzieherischer oder abschreckender Erfolg mehr zu erwarten ist.” Anklageschrift gegen Franz Doms

192 pages, Hardcover

Published September 27, 2021

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184 people want to read

About the author

Jürgen Pettinger

4 books1 follower

Ratings & Reviews

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Community Reviews

5 stars
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Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for jay.
1,112 reviews5,930 followers
December 30, 2025
well, that was upsetting.


format of fictionalised story telling with real information and sources sparsely sprinkled in wasn’t for me but still an important work nonetheless.
Profile Image for Oneofthefoxes.
746 reviews25 followers
July 25, 2022
Ehrlicherweise hat es mir nicht besonders gut gefallen. Das liegt vor allem an der Art der Herangehensweise. Bei mir hat es den Eindruck hinterlassen, als ob der Autor sich nicht entscheiden konnte, ob er nun ein Sachbuch oder einen Roman schreiben möchte. Denn dem Vorwort kann man zwar entnehmen, das Pettinger eigentlich nur wenig Quellen zu Franz vorlagen und er andere Schicksale mit einbezogen hat um eine Geschichte überhaupt erzählen zu können... Gleichzeitig wird aber dann der Roman so sachlich erzählt, teilweise mit Fußnoten für Quellenbelege und Zitate aus den Verhörprotokollen, das es für mich einfach weder als Roman, noch als Sachbuch funktioniert hat.
Ich finde wichtig, das auch die Verfolgung derer die unter dem Regime als Homosexuell zugeordnet und deshalb verfolgt wurden (bei Franz ist tatsächlich gar nicht sicher, ob er sich auch selbst als homosexuell gesehen hat) , aufgearbeitet wird. Mir persönlich hat hier eben einfach nicht gefallen, wie der Autor das dann umgesetzt hat.
Profile Image for Luka.
462 reviews10 followers
October 23, 2021
Vielen Dank an NetGalley für die Bereitstellung des Buches für eine ehrliche Rezension

Franz ist die Geschichte Franz Doms, eines vergessenen Opfers des Nationalsozialismus. Jürgen Pettinger ließ in dieser fiktionalisierten Lebensgeschichte Details aus den Leben und Ermittlungsverfahren gegen andere homosexuelle Männer einfließen, da Quellen dieser natürlich schwer zu finden sind. Es entstand ein umfassendes Porträt eines komplexen jungen Mannes, welches, selbst in der Darstellung seines Todes, sein Leben in den Vordergrund stellt.

Strukturell ist das Buch sehr gelungen. Der Autor unterbricht die Handlung immer mal wieder, um Auszüge aus Ermittlungsakten einzufügen, wodurch Leser*innen nie den Realitätsbezug verlieren.
Franz' Leben wird auf sehr einfühlsame Weise rekonstruiert, die Beziehungen zu seiner Familie, seinen Freunden und seinen Sex-Partnern, sowie sein Verständnis seiner eigenen Sexualität eindrücklich beschrieben, sodass man eine tiefgreifende Einsicht in seine persönlichen Lebensumstände erhält.

Auch habe ich sehr viel Respekt für die umfangreichen Nachforschungen des Autors, die sich wohl als sehr schwierig gestaltet haben. Die homosexuellen Opfer wurden in der Aufarbeitung der Nazi Zeit leider sehr lange "vergessen" (d. h.: absichtlich ausgelassen), da jeder, der nicht cis-hetero war auch in der neuen Bundesrepublik sehr lange nicht gern gesehen war, sehr einfach/verharmlosend ausgedrückt, um hier niemandem auf den Schlips zu treten. Dadurch war die Recherche wahrscheinlich ziemlich kompliziert.

Also, kurzgefasst, ein unheimlich lesenswertes Buch. Franz Doms, ein junger Mann, der hier exemplarisch repräsentierend für eine ganze Gruppe vergessener Menschen steht, die in Zeiten der nationalsozialistischen Diktatur ermordet wurden.
Profile Image for KruemelGizmo.
503 reviews5 followers
November 20, 2021
Franz Doms ist eines der vergessenen Opfer der NS-Justiz. Er gehört zu den tausend schwulen Männern, die verfolgt, diskriminiert, inhaftiert, gefoltert und zum Tode verurteilt wurden. Mit nur 21 Jahren wurde Franz Dom 1944 im Hinrichtungsraum des Landgerichts Wien getötet. Bis zu seinem Tod denunzierte er nie andere um sich selbst zu retten.
Jürgen Pettinger, rekonstruiert anhand von Ermittlungs- und Gerichtsakten und Gesprächsprotokollen, Franz Doms leben und webt aus diesen Fakten Lebensgeschichte nach. Dabei steht Franz Dom exemplarisch für die vielen anderen homosexuellen Opfer während des NS-Regimes.

Franz: Schwul unterm Hakenkreuz stammt aus der Feder von Jürgen Pettinger.

Der Autor zeichnet anhand von Ermittlungs- und Gerichtsakten und Gesprächprotokollen, Franz Doms Leben und Ende nach. Als junger schwuler Mann in Wien während der NS-Zeit bekommt er Probleme, sein sorgloser Umgang mit allem, trotz der bekannten Gefahren, wird sich für ihn bitter rächen, denn bald hat in die NS-Justiz im Visier und es wird mit seiner Hinrichtung enden.
Jürgen Pettinger versteht es gut dem jungen Franz Dom Leben einzuhauchen, und schafft es damit aus der sachlichen Ebene heraus einen gefühlsmäßig zu packen, was das Buch für mich noch eindringlicher macht.
Franz Doms Naivität im Umgang mit seiner Homosexualität während des NS-Regimes ließ mich beim Lesen erschauern, denn auch wenn ich nicht schon durch den Klappentext gewusst hätte das Doms hingerichtet wurde, ist einem klar das dies kein gutes Ende nehmen kann.
Was mir aber besonders unter die Haut gegangen ist, ist die menschenverachtende Sprache die in der Justiz genutzt wurde, sie löst immer wieder Fassungslosigkeit und Ekel bei mir aus.
Bei allem was Franz Doms erlebte blieb er seinen Freunden gegenüber in allen Verhören standhaft und verriet sie bis zu seiner Hinrichtung nicht. Die Gefängniszeit bis zur Hinrichtung ist bedrückend und man kann die Verzweiflung nachvollziehen.
Ein bedrückendes Buch, das mit seiner Erzählung für die vielen homosexuellen Opfer der NS-Justiz steht.

Mein Fazit:
Trotz der intensiven Thematik, die einem unter die Haut gehen kann, schafft es der Autor Franz Doms Lebensgeschichte so zu beleben, das sich das Buch gut lesen lässt, und den Schrecken dieser Zeit dabei auch gut wiederspiegelt.
260 reviews2 followers
November 8, 2021
Franz Doms wurde als Homosexueller ein Opfer des Nationalsozialismus, denn er wurde 1944 mit 21 Jahren in Wien hingerichtet. Jürgen Pettinger hat seine Geschichte im gleichnamigen Buch aufgeschrieben, teils fiktiv, teils aber auf authentischen Protokollen und Aussagen fußend. Herausgekommen ist ein einfühlsames Buch, das betroffen und nachdenklich macht. Der Autor schafft damit ein Denkmal, nicht nur für den Protagonisten, sondern stellvertretend für alle „vergessenen Opfer des Nationalsozialismus“.
Das Buch ist für die Leserschaft keine leichte Kost. Der Tod des Protagonisten ist stets präsent, auch wenn sein Leben eigentlich das Thema ist. Die immer wieder eingeflochtenen und in einer anderen Schriftart gesetzten Auszüge aus Vernehmungen und Akten, lassen das Publikum eines nie vergessen: am Ende der Geschichte steht sein Tod. Bis dahin ist das Buch aber die kurze Biografie eines eher unangepassten jungen Mannes. Als einziger in der Familie ging er nach dem Volksschul-Abschluss zur Handelsschule, lernte Kurzschrift und Maschineschreiben. Aber glücklich wurde er damit nicht, irgendwie scheint er das schwarze Schaf in der Familie gewesen zu sein. Sein älterer Bruder interessiert sich nicht wirklich für ihn, aber seine Schwester Josefine kümmert und sorgt sich um ihn, denn der gutaussehende junge Mann pflegt einen Lebensstil, den er sich als ungelernter Bürodiener eigentlich nicht leisten kann. Schnell gibt es in der Nachbarschaft Gerüchte und Gerede, vor allem auch, weil er oft betrunken ist und sich dann lautstark mit seiner Schwester streitet. Aber ihm ist es lieber, dass er für einen Gauner gehalten wird, als für einen „Warmen“, denn tatsächlich waren die Zeiten für Homosexuelle oft gefährlicher als für Kleinkriminelle.
Sprachlich ist das Buch eher schlicht und manchmal mit ganz klar österreichischem Zungenschlag geschrieben. Und dennoch schafft der Autor es, mit seinen einfachen Worten eine packende, tragische, berührende und auch wütend und betroffen machende Geschichte zu erzählen. Über die Suche nach Liebe, Zuneigung und den Platz im Leben, über die Sorge einer Schwester um ihren Bruder, über Gefahren durch Denunzianten und falsche Freunde, Polizeibrutalität und das Leben als Außenseiter in einem Unrechtsstaat. Auch die eher unrühmliche Rolle der Kirche wird am Rande angesprochen.
Die Charaktere sind vom Autor gut und gründlich ausgearbeitet, da das Buch bis auf die Verhörprotokolle aus den verschiedenen Strafverfahren gegen Franz Doms fiktional ist. Aber das „so hätte es sein können“, macht aus dem Buch ein gleichermaßen bedrückendes wie berührendes Werk. Besonders Franz beschreibt der Autor meiner Meinung nach fast liebevoll-freundschaftlich, als hätte er ihn wirklich gekannt. Er schildert ihn als unangepassten, manchmal sehr naiven junger Mann mit Flausen und dem Traum der großen Liebe im Kopf, aber immer loyal und bis zum Schluss eher um andere besorgt, als um sich selbst.
Angesichts der aktuellen politischen Lage in Europa macht dieses Buch traurig und betroffen – und es macht mir persönlich Angst vor dem, was auf die Menschen hier, und nicht zuletzt auf mich selbst, zukommen mag. Daher empfehle ich dieses Buch nicht nur von ganzem Herzen, ich fordere jeden auf, es unbedingt zu lesen und daraus zu lernen. Fünf Sterne.
Profile Image for Innastholiel.
466 reviews56 followers
dnf
September 11, 2022
dnf on page 68

I kinda struggled with this book from page 1. My problem with it is that this isn't a novel, but it also isn't really a biography, because the available records are scarce and Franz Doms died 80 years ago, so no one can ask him about his experiences. And yet the author decided to write Doms's story as a kind of fictionalised non-fiction, literally putting words and thoughts into this dead man's mouth and mind. And I gotta tell you, I feel really uncomfortable with this, and I asked myself (well, the author, really) pretty much every paragraph, "okay, but how do you know this is true?" because source citations are also kinda scarce and I'm not really sure how many sources there even are. The book has 73 footnotes, but when a footnote refers to the same source, it's still listed as a separate entry, even if two subsequent footnotes refer to the same source. I'm sure this is common practice and not a deliberate attempt to obscure the number of sources, but it's confusing all the same.

I think this could've worked if it was just a straight up novel, and then Pettinger could've added an author's note saying that it was inspired by the life of Franz Doms (and the lives of other gay and bisexual men who lived in Europe when homosexual acts were criminalised). But as it stands now, I just don't want to read it.
14 reviews
April 5, 2024
Sometimes hard to read because the book relies on story and not as much on dialogue which makes it difficult to "grasp" the characters. The story is fictional, but based on facts and real people which made it difficult for me to believe everything the book said and did. Especially since at some point some dates seem messed up.
In the end, a good book that tells stories that had been obscured for too long. My stomache aches
Profile Image for Vorik.
316 reviews2 followers
February 22, 2023
Erschütternder und bewegender romanhafter Einblick in den Terror in der nationalsozialistischen Gesellschaft.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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