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Future Work: Die Arbeit von übermorgen. 15 Kurzgeschichten aus der Zukunft

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Wie werden wir am Ende des 21. Jahrhunderts arbeiten? Haben uns die globalen Konzerne in der Hand oder schaffen wir neue Formen gemeinschaftlicher Tätigkeiten? Grundeinkommen, Fronarbeit, die Jagd auf Credits, Mikrojobs, Job-Tauschbörsen, Künstliche Intelligenz oder Klone? Im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts FutureWork nehmen uns Autor*innen daher in 15 Science-Fiction-Kurzgeschichten in Zukunftsszenarien mit, in denen wir erfahren dürfen, wie sich Arbeitswelten am Ende des 21. Jh. anfühlen.

Theresa Hannig: Hand, Herz und Hose
Heidrun Jänchen: Die Moralische Instanz
Jol Rosenberg: Wiederverwertung
Franziska Rarey: Der Tag, an dem de Fahrstuhl stecken blieb
Michael Edelbrock: Meer aus schwarzem Glas
Sonja Hermeneit: JobXchange - ein Leben, dreißig Jobs
Melanie Vogltanz: Glückssache
Annika Zinn: Flow
Alex Simona: Westcorp Crunchypops
Lena Richter: 3,78 Lifepoints
Karlheinz Steinmüller: Sind sie Sklaven? Aus dem Leben in Kybernetien
Malte Aurich: Nach all diesen Jahren
Tanja Binder: Bad Data
Christian und Judith Vogt: Das Eden Protokoll
Alessandra Reß: Dialog im Baltikum

186 pages, Paperback

Published September 1, 2021

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Lars Schmeink

12 books6 followers

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October 23, 2021
Dieses Buch ist im Rahmen des Forschungsprojektes FutureWork des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entstanden, es ist im Open Access Format publiziert und die PDF Version kann von “KIT Scientific Publishing” kostenlos heruntergeladen werden. Enthalten sind 15 Science-Fiction-Kurzgeschichten um Arbeitswelten des 21. Jahrhunderts.
Bedingt durch diesen speziellen Hintergrund gibt es erst einmal verschiedenen Vorworte, die ich interessant fand und aus dem Beitrag “Fiktionales Arbeiten an der Zukunft der Arbeit” von Julia Grillmayr möchte ich die letzten Sätze zitieren: “Es ist also nicht nur die Tradition der SF als ‘Literatur der Ideen’ und nicht allein der spekulative Weltenbau, sondern auch die lebhafte Gemeinschaft, die sich über das anspruchs- , aber nichtsdestotrotz freudvolle Lesen des Genres bildet.” (S.9)
Die Kurzgeschichten wurden noch einmal gruppiert, denn das Forschungsprojekt ergab verschiedene Szenarien wie “Automatisierung”, “Postwachstum”, “Abwärtsspirale” und “KI-Technokratie”, als “Projektionen der sich abzeichnenden wichtigsten Entscheidungen unserer Zeit” (S. 165). Außerdem gibt es noch zwei Geschichten, die sich nicht in diese Szenarien einordnen ließen.
Insgesamt enthält das Buch gute Geschichten, deren Thematik nicht immer neu und originell ist, die aber unterhalten und das Thema der Zukunft der Arbeit von vielen Seiten beleuchten.

Theresa Hannig: Hand, Herz und Hose
Das ist eine Geschichte aus einer Welt, in der den Menschen nicht mehr viele Arbeitsplätze bleiben, nur in wenigen Bereichen werden sie noch gebraucht. Tina hat einen illegalen Job: Sie "deteriert" Maschinen, d.h. sie sabotiert sie, macht sie unbrauchbar - und entdeckt überrascht, wer hinter ihren Aufträgen steckt.
Gut geschriebene Geschichte, die zu den besten der Sammlung gehört. Allerdings glaube ich nicht, dass die Jobs der Bereiche "Herz, Hand und Hose" sicher sind vor den Robotern und KIs.

Heidrun Jänchen: Die Moralische Instanz
Emma arbeitet in einer Klinik und fällt ethische Entscheidungen über die Weiterbehandlung von Patienten. Sie gerät in Konflikte mit den profitorientierten Entscheidungen einer KI. Eine Welt mit bedingungslosen Grundeinkommen, die streng profitorientiert funktioniert und für die Menschen kaum sinnvolle Arbeit hat.
Das war mir zu erwartbar.

Jol Rosenberg: Wiederverwertung
Auf einem Bergungsschiff, das verwertbare Rohstoffe vom Meeresboden nach oben bringt, werden Klone für die gefährliche Arbeit eingesetzt. Diese Klone sind rechtlose Arbeitssklaven, gezüchtet für spezielle Aufgaben. Es kommt zu einem Unfall, in dessen Folge sich Fragen nach den Status der Klone stellen.
Die spannende Geschichte mit einem originellen Unterwasser-Setting hat mir gut gefallen. Sie wirft Fragen nach unserem Verhältnis zu den gezüchteten Klonen auf, ohne am Ende eine einfache Lösung zu präsentieren.

Franziska Rarey: Der Tag, an dem de Fahrstuhl stecken blieb
In einer Welt, in der die Menschen nicht mehr viele Aufgaben haben, weil alles automatisiert abläuft, entspinnt sich in einem steckengeblieben Fahrstuhl eine Diskussion über diese Situation. Der Protagonist, der schon 6 Ausbildungen abgeschlossen aber noch nie gearbeitet hat, schöpft neuen Mut.
Zuviel theoretische Diskussion und eine etwas unglaubwürdige Welt für 2099.

Michael Edelbrock: Meer aus schwarzem Glas
Auch in dieser Welt müssen die Menschen nicht mehr arbeiten und suchen sich Projekte, an denen sie arbeiten wollen. Niobe diskutiert die Probleme ihres Projektes und in dieser Diskussion erfährt man einiges über die von KIs regierte Welt.
Irgendwie zuwenig für eine Geschichte.

Sonja Hermeneit: JobXchange - ein Leben, dreißig Jobs
Hier wird eine Welt geschildert, in der die Menschen alle paar Jahre ihren Job wechseln, damit sie immer wieder Neues lernen können und ihre Erfahrungen in neue Umgebungen einbringen. Eine KI entscheidet also, dass die Protagonistin keine Bibliothekarin, sondern Ärztin sein soll.
Trotz aller Versuche der Autorin konnte mich das Konzept nicht ganz überzeugen und ich würde lieber von einer Ärztin operiert statt von einer Bibliothekarin. Dennoch ist dies eine originelle Idee, vermeintlicher Langeweile zu begegnen, wenn immer mehr Arbeitsschritte automatisiert sind.

Melanie Vogltanz: Glückssache
Eine böse Geschichte aus einer kaputten Welt, in der jeder jeden Tag ums Überleben kämpft und das Sozialsystem in eine Lotterie umgewandelt wurde. Aus der Sicht von Carna und Drew werden die Lebensbedingungen bis zum bitteren Ende dargestellt.
Gut geschrieben, jede der beiden Protagonisten hat ihre eigene Sprache. Die Geschichte ist ziemlich düster, aber ich mag das.

Annika Zinn: Flow
Eine sozialkritische Geschichte um eine Reporterin, die in der schwimmenden Fabrik eines Textilgiganten etwas herausgefunden hat.
Ich fand den Geschichte etwas vorhersehbar und die Kritik etwas dick aufgetragen.

Alex Simona: Westcorp Crunchypops
In dieser interessanten Geschichte wird die Welt kontrolliert von bösen Konzernen wie Westcorp und Eastcorp, die auch daran arbeiten, Gedanken lesen zu können. Die Protagonistin ist eine "KI-Flüsterin" und wird in einen Mordfall verwickelt.

Lena Richter: 3,78 Lifepoints
In einer Welt der LifePoints und Credits, also der ständigen Bewertung, versucht Amii zu überleben und trifft auf ein Mitglied der GuerillaGärten, die ganz anders leben und ihr oder ihm - sie/er/es ist da unsicher - versucht, eine Lebensalternative vorzuschlagen.
Ich fand die Geschichte sehr gut geschrieben, obwohl ich anfangs Probleme mit dem Einstieg hatte. Es ist recht viel Weltenbau in der kurzen Erzählung, allerdings habe ich schon zu viele Geschichten um social scores gelesen.

Karlheinz Steinmüller: Sind sie Sklaven? Aus dem Leben in Kybernetien
KIs regeln den gesamten Energiebedarf und sorgen für ein Gleichgewicht. Dann wird plötzlich ein wenig, ein Promille zu viel Entropie produziert und niemand weiß, wo der Überschuss entsteht.
Eine schwierig zu lesende Geschichte, die in einer unbestimmten Zukunft aus den Gesprächen auf einer Art Party besteht, an denen nicht nur Menschen teilnehmen, sondern auch künstliche Intelligenzen, die dienstbaren Geister.
Ich habe sicher nicht alles verstanden, aber: hier, ja hier hatte ich das Gefühl, etwas Neues zu lesen.

Malte Aurich: Nach all diesen Jahren
Ein Klassentreffen einer Handvoll Männer in nicht genau definierter Zukunft wirkt im Setting der Kneipe und dem Verhalten der Männer als spiele es (höchstens) heute. Dann erzählen die Männer von ihren Jobs und hier entfaltet sich ein Schwung Ideen zur zukünftigen Entwicklung und zum Aufstieg der KIs, aber irgendwie erst am Ende eine richtige Erzählung.

Tanja Binder: Bad Data
KIs, die mit falschen Daten trainiert werden, weil Menschen daran verdienen oder damit Geld sparen, können Probleme bereiten.
Spannend erzählt, aber nicht neu.

Christian und Judith Vogt: Das Eden Protokoll
Die Technikerin Estefani López hat die Möglichkeit, eine KI ins Internet zu entlassen, die die Welt ändern könnte. Sie überlegt und simuliert die Konsequenzen dieser Tat, dabei wird sehr viel diskutiert und philosophiert, angefangen von der Frage , ob wir in einer Simulation leben, bis hin zur Frage, ob es gut wäre, wenn die Menschen durch KIs gerettet werden oder ob dies eine Entmündigung darstellt. Dies ist zusammen mit einigen politischen Thesen ein schöner theoretischer Exkurs, aber es ist nicht sehr viel Erzählung darin.
Mir war diese Geschichte zu konstruiert und “erzieherisch”

Alessandra Reß: Dialog im Baltikum
Epa unterhält sich während einer Zugfahrt mit einer jungen Frau. Dabei erfahren wir einiges über die Erde der Zukunft und auch die Gesprächspartnerin entpuppt sich als Überraschung.
Eine schöne Idee.

P.S.:Das Buch enthält übrigens auch Inhaltswarnungen zu den einzelnen Geschichten. Das geht von "Mord", über "Konsumzwang" bis zu "Luftnot" und vielen weiteren Gefährdungen. In diesem Detailgrad finde ich das lächerlich.
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