Für die SRF Tagesschau-Moderatorin Angélique Beldner war es lange undenkbar, sich öffentlich zu Rassismus zu äußern, nicht weil sie ihn nicht erfahren hätte, sondern weil sie nicht wollte, dass die Farbe ihrer Haut eine Rolle in ihrem Leben spielte: So hat sie lange geschwiegen, rassistische Äußerungen entschuldigt, weggesteckt und so versucht, sich dem Schmerz zu entziehen. Doch dann kam der Sommer 2020, und ihr wurde klar: Es reicht!In Der Sommer, in dem ich Schwarz wurde begibt sich Angélique Beldner gemeinsam mit dem Schriftsteller Martin R. Dean auf die Suche nach einer Sprache, in der über und gegen Rassismus gesprochen werden kann. Vor dem Hintergrund ihrer Biographien stellen sie entscheidende Fragen: Wo steht die Schweiz beim Thema Rassismus? Welche Perspektiven, welche Haltungen gibt es? Für wen steht was auf dem Spiel? Angélique Beldner und Martin R. Dean entschieden sich gegen das Wegschauen und das Schweigen und für das Sprechen - miteinander, in der dialogischen Form dieses Buches, und zum Lesepublikum, das dazu eingeladen ist, zuzuhören, hinzusehen und die eigenen Positionen zu hinterfragen.
Im Mai 2020 wurde der Afroamerikaner Georg Floyd von einem weissen Polizisten ermordet. Seine Worte "I can't breathe" gingen um die Welt. Was dieser grausame Totschlag weltweit auslöste ist durch die Medien bekannt. Was es aber im "Kleinen" bedeutet, schildert Angélique Beldner im Dialog mit Martin R. Dean. Ihre Auseinandersetzung mit dem erfahrenen Rassismus (in der Schweiz! ) regt sehr zum Denken an. Wo mir manchmal selbst die richtigen Worte im Alltag fehlen, unterstützt dieses Buch. Sehr empfehlenswert!
"Der Rassismus wird erst dann weniger, wenn weisse Menschen beginnen, ihn als ihr Problem zu sehen, das sie lösen müssen, und nicht als Problem Schwarzer Menschen, für das sie Empathie empfinden."
Ein sehr schönes, berührendes, aufklärendes gespräch zwischen der moderatorin angélique beldner und dem schriftsteller martin dean. Möge es die debatte weiterführen!
Ein Gespräch zwischen zwei Schweizer:innen mit einem unterschiedlichen Weg zur Verhandlung ihrer Identität. Mit Zitaten, die die Bandbreite der Schweizer Bevölkerung und ihrer Reaktionen auf Rassismus in der Schweiz abbilden.
Für weisse Menschen ein Einstieg in die Perspektive von Mitbürger:innen of Color. Und ein Beispiel, warum Kinder früh Worte brauchen.
Wer jetzt weitermachen möchte, sollte Tupoka Ogettes „Exit Racism“ lesen, ein sehr wohlwollendes Arbeitsbuch zu Rassismus für weisse Menschen.
Ein tolles Buch! Trotz der Schwere, welche die Rassismusthematik mit sich bringt, und hier durch so persönliche Erzählungen noch verstärkt wird, liest es sich leicht. Es werden viele Diskussionen aufgegriffen, welche zu Beginn der "Black Lives Matter"-Bewegung in der Schweiz zuhauf geführt wurden. Diese Themen werden mit Sicherheit heute noch debattiert. Falls man sich mal in einer solchen Diskussion wiederfinden sollte: Dieses Buch liefert verständlich erklärte und schlagfertige Argumente. Die gleichnamige Reportage von SRF von 2020 kann ich ebenfalls sehr empfehlen. Sie ist aber nichts für schwache Nerven.
spannnend, has im summer glese & weiss nümm 100% alles & es isch chli anderscht gsii als erwarted, aber laad sich schnell lese und isch en wichtigi thematik!