Anna und Anno bedeuten für einander das ergänzende Gegenstück, nach dem wir alle suchen. Sie leben ein modernes Großstadtleben, geprägt von Partys, Freundschaften und auch dem emotionalen Ballast, den beide aus ihrer Jugend mitbringen. Als ihre Wege auseinandergehen müssen, finden sie dennoch eine Möglichkeit, um gemeinsam das Leben zu führen, welches sie sich gegenseitig versprochen haben – und treten eine Reise an die Grenzen des Verstandes an.
Ja... Mh. Wow. Was war das denn? Ich bin ein wenig traurig darüber, wie wenig mir dieses Buch gefallen hat. Die Grundhandlung klang vielversprechend; ich mag Liebesgeschichten, in denen es primär um das mit- und ineinanderwachsen geht. Und ich mag Geschichten, die die Schönheit des Alltags und des Mensch-Seins einfangen. Beides schimmert in „Nachtleben“ durch und Tambrea hat eine interessante Art, die Welt zu sehen, einige seiner Metaphern und Vergleiche sind sehr treffend. Nur leider ist das Buch an sich unfassbar unausgegoren. Der Schreibstil fiel mir nach den ersten fünf Seiten schon sehr negativ auf. Diese Kritik am Stil wird in vielen Rezensionen halb auf scheinbar mangelndes Interesse für anspruchsvollere Literatur geschoben, was gelinde gesagt zum Haare Raufen ist. Tambrea schreibt – zumindest in „Nachtleben“ – nicht gut. Geradezu unverständlich. Und das darf man auch ohne Abschluss in Literaturwissenschaft sagen. Das Buch liest sich in Teilen wie die Veröffentlichung eines 16-Jährigen auf der Self-Publishing-Plattform wattpad, nur ohne die jugendliche Aufrichtigkeit, die es beinahe wieder charmant macht. Das ist kein „Spiel mit Sprache“, das ist unnötig kompliziert und vage. „Show, don't tell!“ in allen Ehren, aber es ist anstrengend, sich selbst die kleinsten Nebenhandlungen selbst zusammenbasteln zu müssen, wenn ein pointierter, klarer Satz es besser getan hätte. Dafür werden Metaphern teilweise nicht konsequent zu Ende gedacht, oder es gibt unnötige Wiederholungen. Wo war der Lektor? Auch der Plot an sich ist wirr und irgendwie nur so halb fertig. Es werden Szenen aus Annas und Annos Jugend beschrieben, die dem Leser Einblick in ihr Leben und ihr Innerstes geben sollen, aber das Buch schafft es nicht, uns wirklich nah an sie heranzuholen. Plötzlich heißt es doch „Tell, don't show“; nie wird klar, warum Anna und Anno einander so viel bedeuten. Hilft er ihr in seiner Sanftheit, mit ihrer Wut umzugehen? Oder andersherum? Fangen sie einander auf? Warum werden solche Episoden wie Annas Ausraster oder Annos sexuelles Erwachen überhaupt erwähnt, wenn sie scheinbar für das spätere Leben der beiden oder ihre Beziehung keinerlei Auswirkungen haben? „Nachtleben“ ist kein dickes Buch – 176 Seiten – und bietet dem Erzählten keinen Platz, sich voll zu entfalten. Es ist schade; Tambrea hat gute Ideen und an sich sind Anna und Anno wahnsinnig spannend (so ist die Darstellung von Annas Trauer durchaus gelungen!), aber sie bleiben dimensionslos und schemenhaft. Und die spirituellen Szenen im zweiten Teil lesen sich wie ein halbgarer Murakami. Leider kan mir mehr als einmal das Wort „Pseudo-tiefsinnig“ in den Sinn. Ein weiteres Wort, mit dem ich „Nachtleben“ beschreiben würde – und das, was mich am meisten negativ überrascht und enttäuscht hat – ist „gemein“. Das englische „Mean-spirited“ trifft es noch ein bisschen besser. Ich fürchte fast, es war unbeabsichtigt, aber die Erzählung strotzt nur so vor Stereotypen und Klischees. Da sind Nancy und Mandy („BFFs“), die sich auf der Clubtoilette über einen Mann streiten, der mit ihnen beiden etwas hatte; da ist der überzogen Ich-bezogene, oberflächliche Schauspieler Angelo; der übergewichtige beste Freund, dessen Essgewohnheiten unnötig detailliert beschrieben werden (und der natürlich irgendwann abnimmt!); und das übermäßig stark geschminkte „Influencer-Sternchen Stella Bijoux“. In einem Buch, das sich selbst so ernst zu nehmen scheint, sind die Nebencharaktere beinahe lachhaft platt gezeichnet. Tambrea scheint sich zwischenzeitlich an einem „Himmel über Berlin 2.0“ zu versuchen, mit dem Einstreuen der Lebensgeschichten Fremder, aber der Unwille, konsequent allen Charakteren Liebe und Verständnis entgegenzubringen und beides in Tiefe zu verwandeln, erstickt diese Idee im Keim. „Nachtleben“, und damit vielleicht auch sein Autor, sind urteilend, unsympathisch und unlustig. Ganz zu schweigen von den unfassbar seichten Überlegungen zu Deutschlands Problem mit Nationalsozialismus. Überraschung!: Die meisten Menschen, die diese Tendenzen hegen, sind nicht Holocaust-leugnende Geschichtslehrer oder hängengebliebene alte Männer, sondern wirken auf den ersten Blick ganz unauffällig. Die Art zu Denken, ist tief in der Gesellschaft verankert, und darin liegt die Gefahr. Ich halten den überzeichneten Nazi in jeglicher Form für billig bis gefährlich, und „Nachtleben“ macht es sich wirklich zu leicht. Die beiden erwähnten Figuren dienen lediglich als Comic Relief oder Auslöser für Annas Aggressionsprobleme. Wie innovativ! Wie aussagekräftig! Im zweiten Teil gibt es ebenfalls eine Szene, in der eine Figur sich über den Glauben an Gott in jeglicher Form auslässt und die überlegene Wissenschaft preist. An sich interessante und relevante Gedanken, nur haben sie nicht wirklich viel mit der Szene oder der Handlung generell zu tun. Es entsteht der Eindruck, die Figur sei lediglich ein Megaphon für die Ideen des Autors. Zwischendurch wird auch ein Satz über Umweltschutz eingeworfen – toll, da haben wir alle diskursrelevanten Themen einmal abgehakt! Grundsätzlich ist das ja löblich, nur es hätte dem Buch gut getan, sich auf wenige Dinge zu beschränken und sie dafür gründlich zu durchleuchten. „Nachtleben“ will zu viel und tut zu wenig. Vielleicht ist es der Fluch des Debütwerks, alle Ideen in einen Roman stecken zu wollen und sich selbst nicht zügeln zu können, von daher sei es dem Autor verziehen, trotzdem ist das Endergebnis meiner Meinung nach eine ziemlich traurige Veranstaltung. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, Tambreas Star-Status hat die Lektoren milde gemacht, und gerade sie wären für „Nachtleben“ wirklich wichtig gewesen. Der Roman ist vielleicht ein ungeschliffener Diamant, aber normalerweise wird ein Buch in diesem Stadium – zurecht – noch nicht veröffentlicht. Möglich ist, dass der Autor seine Ideen und seinen Stil bis zur nächsten Veröffentlichung verfeinert, und ich wäre beinahe gespannt darauf, wäre mir „Nachtleben“ nicht auch auf beinahe menschlicher Ebene unsympathisch. Da doch lieber nochmal „Eternal Sunshine Of The Spotless Mind“, „Norwegian Wood“ oder „Der Himmel über Berlin“.
Ich kann keine Leseempfehlung aussprechen. Die eigentlich schöne und vor allem dramaturgisch gut aufgebaute Liebesgeschichte wird von einem übermäßig verkünstelten Schreibstil erdrückt. Bei aller Liebe zur deutschen Sprache sollte ein Text doch immer auch verständlich und der Leser nicht dazu genötigt sein, einen Satz drei oder sogar vier Mal wieder von vorn beginnen zu müssen. Vor allem in Anbetracht des stolzen Preises haben mich diese 170 Seiten eher frustriert. Dennoch bin ich froh, von zwei Leserinnen dazu ermuntert worden zu sein, das Buch nicht nach 40 Seiten abzubrechen - so kann ich jetzt immerhin die zugrundeliegende Liebesgeschichte lobend erwähnen!
Hab noch nie etwas gelesen, was handwerklich so schlecht gemacht und trotzdem poetisch schön war, was einen dermaßen chaotischen und undurchsichtigen Plot hatte und dennoch irgendwie mitten ins Herz gegangen ist. Kurz: Dieser Roman hat einfach so, so sehr einen verdammt guten Lektor verdient.
Anno und Anna - das ist die ganz große Liebe. Anno wusste das schon immer, bei Anna dauerte es ein bisschen. Die beiden finden jedoch zusammen und wollen das auch für immer bleiben. Doch dann geschieht etwas furchtbares und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Anno stirbt und Anna muss einen Weg finden ohne ihn weiter zu leben.
Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die Geschichte wirkt total überkonstruiert, möglichst viel muss in möglichst wenig Seiten reinpassen. Ich hatte mühe mit der Handlung mitzuhalten, musste mich extrem konzentrieren um nichts zu verpassen. Ich hatte oft das Gefühl das der Autor von einem Gedanken zum nächsten hetzt ohne dies klar erkennbar zu machen. Erschwerrt wird dem Leser dies noch durch die sehr wirre und chaotische, fast schon altertümliche Schreibweise am Anfang. Der Satzbau ist kompliziert, die Sprache komplex. Es hat lange gedauert bis ich verstanden habe das es eine moderne Geschichte ist, das Setting war mir einfach nicht klar. Am Anfang dachte ich noch das es ein sehr poetischer Schreibstil ist, aber irgendwann hat es mich nur noch genervt.
Im zweiten Teil ändert sich der Schreibstil, wird wieder verständlicher, normaler. Jedoch bekommt die Geschichte eine Wendung mit der ich nicht gerechnet habe und die mir diese Geschichte leider kaputt gemacht hat. Fast schon Esoterisch wird das Buch, mit Gedanken zum Leben nach dem Tod. Das Ende war für mich dann extrem absurd und unpassend. Einfach sehr weit fern von der Realität, was aber überhaupt nicht zur Geschichte oder zum Genre passt.
Die Charaktere blieben mir fremd und unnahbar. Man konnte keine Bindung aufbauen weil Anna und Anno einfach sehr unsichtbar bleiben. Es waren für mich einfach keine Emotionen spürbar, eventuell noch die Trauer von Anna, aber das wars dann auch schon. Der zweite Teil der Geschichte war auch sehr schwierig nachvollziehbar weil ich als Leser auch nicht diese große Liebe zwischen den beiden Protagonisten gemerkt habe.
Vielleicht ist das Buch super literarisch und jemand der super klug ist oder sich intensiv mit dem Buch beschäftigt und es analysiert kann daraus viel für sich gewinnen, für mich bleibt einfach eine große Verwirrtheit zurück. Ich schätze Sabin Tambrea als Schauspieler sehr, er ist einfach genial in seinem Beruf, aber mit seinem Buch kann ich mich definitiv nicht anfreunden. Viele Ebenen der Geschichte hatten viel Potential, ich glaube es hätte sogar richtig dramatisch werden können, hätte man die Handlung anders ausgearbeitet. Aber so bleibt mir Schlussendlich nur ein negativer Eindruck zurück.
Überkonstruiert bis zum geht nicht mehr, beinahe bis zur Unlesbarkeit. Was sicher literarisch-verschnörkelt sein soll, ist leider hauptsächlich verkorkster Satzbau und an vielen Stellen schlicht kein Deutsch mehr. Und die Geschichte ist wirr und schrecklich belanglos. Und immer wenn man denkt, es könne nicht mehr schlimmer kommen, wird es noch absurder. Schuster - bleib bei deinen Leisten! Der Autor ist als Interpret der Worte anderer großartig, aber das Bücherschreiben sollte er wohl doch besser lassen, wenn es das hier ist, was dabei herauskommt.
Ein sehr verrücktes Buch … teilweise verwirrend (& etwas verstörend) ja Oki die zu Grunde liegende Liebesgeschichte ist sehr schön … aber ansonsten … was ist real ??was ist Party (Drogen) Rausch ?? Was ist Traum ?? Was ist Vergangenheit ?? Was Gegenwart ?? Aber ja … der kurzweilige lockere Schreibstil hat mir gefallen & lässt sich gut lesen , ein paar Passagen & Zitate fand ich besonders & ja vllt sollte ich dieses debut einfach als Generalprobe verbuchen & s nä werk vom author könnte mir ja vllt schon viel mehr zusagen…
‚Sie könne sich gut vorstellen, das Gästebett nun wegzuräumen, es habe in der letzten Zeit schon sowieso an Härte & Bestimmung sehr verloren.‘ (S.70)
‚Durch die Luke des Dachbodens steigen sie in den Himmel, die Stadt war leise von dort oben. Oft schwebten sie in diesen Höhen, auch wenn sie darunter fest in ihrer Wohnung schliefen, so flogen die Gedanken an sich selbst im Traum weit über ihre Stadt hinweg, ohne jegliche Beschwernis. Sie fanden ineinander das, was alle immer suchen, umarmten es mit offenen Händen still bei sich, beschützt, behütet.‘ (S 161)
Die Idee war absolut grandios, die Ausführung nur leider sehr schlecht. Die Szenen mit Paul waren so irritierend, da fehlen mir immer noch die Worte für.
A good debut novel from one of my favorite German actors. It follows the important question of how far love can go and whether or not love stops after death.
Was eine Geschichte! Vielleicht etwas „seicht“ auf den ersten Blick. „Nur eine Liebesgeschichte“. Doch es ist so viel mehr. Die Frage des Lebens und des Todes. Nicht zu vergessen die einzigartige Schreibweise von Sabin Sambrea. Meiner Meinung nach eine wundersame und wunderbare Geschichte!
ich fande nachtleben einfach nur anstrengend. die unnötig ausgekünstelte und komplizierte sprache des autors ist kräftezehrend und schafft es nicht, wirklich etwas an den leser zu übermitteln. obwohl es 170 seiten von der beziehung eines paares handelt, schafft es das buch bis zum ende nicht, einem die charaktere wirklich nahezubringen. des weiteren ist das buch voll von stereotypen und klischees und themen, die mehr tiefe bedürfen, werden nur kurz angerissen. ganz nach “jedes gesellschaftlich relevante thema einmal kurz abhaken”.
Voller Vorfreude habe ich das Buch vorbestellt, und auch mit sehr viel Neugier angefangen zu lesen. Die Freude ist mir im Buch leider etwas vergangen, auch wenn ich Sabin Tambrea nach wie vor sehr schätze. Bis jetzt kann ich nicht genau sagen ob das Buch für mich letzten Endes eher zwei oder drei Sterne verdient.
Die Struktur des Buches, mit den Zeitsprüngen und Perspektivwechseln, hat mir von Beginn an sehr gut gefallen und doch hat mich der Autor zugegeben sehr schnell verloren. Zum Schluss habe ich das Buch leider mehr aus Trotz zu Ende gelesen, als der Geschichte Willen. Das es dazu gekommen ist möchte ich im Folgenden ein wenig versuchen zu erörtern.
Sabin Tambrea beherrscht ohne Zweifel sein Handwerk und hat einen ganz eigenen Stil. Als Resultat davon waren die Sätze aber teils so abstrakt konstruiert, dass ich persönlich im Lesefluss stark unterbrochen wurde, was mich schließlich von der eigentlichen Handlung abgelenkt hat. Die vom Autor so liebevoll beschriebenen Bilder, haben dadurch für mich teils einen faden Beigeschmack bekommen. Es wirkte wie zu viel des Guten und ich hätte mir einfach mehr Simplizität gewünscht.
Die Geschichte selbst ist an sich unglaublich intelligent sowie komplex und zeugt von Tambreas Talent. Leider konnte ich aber einfach keine Verbindung zu Anno und Anna aufbauen. Beide Charaktere waren mir unsympathisch und es fehlte mir eindeutig Tiefe. So wirklich mitgefiebert oder mitgelitten habe ich leider nicht. Die Vergangenheit beider wird zwar als traumatisch beschrieben und kurz umrissen, aber dann doch schnell wieder fallengelassen. Die Kapitel zur Kindheit beider haben dann letzten Endes absolut gar nicht zur Entwicklung und zum Verhalten der Charaktere beigetragen, was ich rückblickend betrachtet sehr schade finde, da das Potenzial durch aus vorhanden war.
Abschließend ist es nur fair zu sagen, dass das Buch durchaus wahrscheinlich das Zeug hat zu begeistern, aber meinen Geschmack nicht wirklich treffen konnte. Mich hat das Buch leider verloren, aber ich kann verstehen warum es andere Leser begeistert.
Ziemlich weirde Lektüre. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich Hand und Fuß hat. War irgendwie cool, aber auch schräg.
„Das Gehirn besitzt aus einem Grund nur dieses Potenzial: damit es sich den Urknall denkend selbst erschaffen kann, sowie es einen Grund dazu bekommt. Und dieser Grund kann nur die Liebe sein, niemals kommt der Hass so weit, da für diesen Vorgang des Verstandes Kraft benötigt wird und nicht dessen Vollverweigerung.“
Ich war total gespannt auf das Buch, aber leider bin ich ziemlich enttäuscht.
Der Schreibstil war für mich etwas sperrig, aber nicht überraschend. Ich fand die Story sehr fragmenthaft, eher theatral und chaotisch. Die Grundidee finde ich nicht schlecht, aber die Umsetzung ist für mich nicht so gut gelungen leider.
der schreibstil hat mir am anfang nicht so zugesagt, weil es eine mischung aus unbeholfen & pretentious ist, aber irgendwie auch trotzdem schön? ein ganz besonderes buch und eine liebesgeschichte, an die ich bestimmt noch oft denken werde
Ich habe es als Hörbuch gehört und bin immer wieder wegdriftet und habe dadurch nicht alles im Detail mitbekommen. Es war mir zu verwirrend, mit mehr Aufmerksamkeit wäre vielleicht ein anderer Eindruck entstanden.
Sabin Tambrea ist Schauspieler und Autor. Über seinen Roman "Nachtleben" bin ich bei den Buchvorschauen des Atlantik-Verlags gestolpert und mich hat der Klapptentext direkt angesprochen.
"Nachtleben" handelt von einer moderne und faszinierende Liebesgeschichte zwischen Anna und Anno. Die beiden bilden das perfekte Gegenstück zueinander, akzeptieren ihren Ballast aus der Vergangenheit und führen ein modernes Leben in der Großstadt. Es ist eine Post-Coming-of-Age-Geschichte eines Liebespaars zwischen Freundschaften, Alltag und Partys.
Sabin Tambrea schafft es eine atmosphärische Stimmung zu erzeugen, indem er die Partynacht äußerst real beschreibt. Als Leser:in hat man den Bass in den Ohren, spürt die Enge der Lokalität und mischt sich unter das tanzende Volk. Auch die typischen gekachelten Klos der Party kann man sich bildlich vorstellen. Die Liebesgeschichte zwischen Anna und Anno wird nicht chronoligisch erzählt, sondern der Autor spring zwischen verschiedenen Zeitachsen hin und her. Daher erfährt man viel über Annas und Annos teils schwierige Kindheit und Jugend und bemerkt, dass sie sich im Leben immer wieder begegnen. Die Realität und der Traum vermischen sich dabei auf eine spannende Art und Weise. Die Aufmachung des Buches ist kreativ gestaltet, so mag ich vor allem die Schriftart und das wiederholte auftauchen der Katze namens Judas. Die Kapitel sind in zwei Teile gegliedert. Zudem ist das Buch mit 173 Seiten relativ knapp. Der Schreibstil Tambreas ist sehr gewöhnungsbedürftig. Er folgt oftmals nicht der klassichen Reihenfolge des Satzbaus, sondern schreibt in teilweise sehr langen und verschachtelten Sätzen, was den Lesefluss starkt gehemmt hat. An einigen Stellen war mir dieser Schreibstil bedeutend zu viel, da ich das Gefühl hatte, dass der konstruierte Satzbau mehr im Vordergrund als die eigentliche Aussage steht.
📖 Sabin Tambreas "Nachtleben" ist ein moderner Post-Coming-auf-Age-Liebesgeschichte zwischen Anna und Anno, die über den Tod hinaus weiterlebt. Der Schreibstil Tambreas ist mit Sicherheit nicht für jede Person gut und flüssig lesbar. Ein anregendes Buch bei dem der Leser:in mitdenken, fühlen und verstehen muss.
"Nachtleben" ist kein Buch für Zwischendurch. Es ist melancholisch, tiefgründig und sprachgewaltig - und dafür braucht man Zeit. Die Intensität der Liebesgeschichte zwischen Anna und Anno zieht den Lesenden in seinen Bann, scheinen die beiden doch füreinander bestimmt. Doch dann reißt das Leben sie auseinander und man selbst hat genug Raum, um seine Gedanken zu entfalten und zwischen den Zeilen zu lesen. Aus meiner Sicht ein tolles Debüt, welches definitiv eines meiner Lese-Highlights markiert.
Es war exakt genauso wie ich es erwartet... Nicht ganz einfach, aber wunderschön. Etwas seltsam manchmal, da ich diese Art Liebesroman überhaupt nicht gewohnt bin. Der Schreibstil war einfach großartig. Aber ich hab etwas gebraucht um viele Sachen zu checken und manchmal war es auch ein wenig zu viel für mich. Dennoch mal wieder etwas ganz anderes und ich bin froh, dass ich es gelesen habe. Definitiv eine Bereicherung!!!
Sabin Tambreas Schreibstil ist sehr gewunden. Es ist keine Geschichte, die ich einfach zwischendurch lesen konnte. Nein, auf den Schreibstil und die Geschichte selbst muss man sich wirklich einlassen. Aus diesem Grund werde ich das Buch bestimmt noch ein zweites Mal lesen, um all die Tiefen und all das, was zwischen den Zeilen steht, vollends aufzufassen..
"Nachtleben" ist ein Buch, auf welches ich mich sehr gefreut habe. Den Autoren, Sabin Tambrea, schätze ich bereits als Schauspieler sehr. Sein Buch hat mich von Anfang an angesprochen: Der Titel, das Cover mit der Katze und die Inhaltsangabe sowieso. Das Lesen war letztendlich weniger Lesen im engeren Sinne, sondern eher eine Reise; ein Erlebnis, auf das man sich einlassen muss.
Das Cover von "Nachtleben" passt zweifelsohne zum Titel - und zum Inhalt. Denn eine Katze begleitet uns die gesamte Handlung hindurch. Mir gefällt die minimalistische Gestaltung jedenfalls sehr gut.
Zunächst ist es eine kleine Hürde, sich in den Schreibfluss einzufinden. Dieser ist geprägt von einer etwas unorthodoxen Wortstellung und einem sehr hypotaktischen Satzbau. Mich persönlich hat das nicht gestört, ich schreibe selbst oft sehr verschachtelte Sätze und hatte auch keine Probleme, mal einen Satz mehrmals lesen zu müssen, um dessen Bedeutung ganz aufzunehmen. Wobei ich verstehen kann, falls dies einige Leser*innen stört. Das Buch liest sich nicht mal so eben schnell weg. Und besonders den Schreibstil kann man sowieso nur sehr subjektiv bewerten, finde ich.
Die Handlung wirkt auf den ersten Blick ebenfalls querfeldwiese, aber in diesem Chaos steckt System. Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis zeigt bereits, dass die Handlung durchaus sehr geordnet abläuft. Auch hier gilt wieder: Wenn man sich ein bisschen darauf einlässt, läuft das Lesen ganz von allein. Besonders die erste Hälfte des Buches hat mir gefallen, da sie sich hauptsächlich um die Kindheit und Jugend von Anna und Anno dreht. Kleine Stationen im Leben der beiden werden abgeklappert und das dezente, aber schwerwiegende Gefühl von Nostalgie hat mich begeistert. Obendrein liegt auf einigen Szenen eine unweigerliche Komik.
Gegen Mitte des Buches kippt die Handlung und verfängt sich immer mehr im eigentlichen "Nachtleben". Ich fühlte mich an zahlreiche Filme und Bücher erinnert, als Anno auf eine Art andere Bewusstseinsebene wechselt und über das Leben und den Tod philosophiert, aber er Anna immer noch nicht loslassen kann. Und sie ihn auch nicht. Irgendwie kreisen die beiden durch die Nacht und dabei immer noch umeinander, wobei sie nicht mehr zusammen auf der Welt wandeln. Ganz ordentlich werden am Ende aber die meisten Fäden wieder zusammengesammelt und es schließen sich die meisten Lücken, wo vorher nur große Fragezeichen klafften.
Die meiste Zeit über hat mir das Lesen Spaß bereitet. Aber bei so einem Schreibstil stolpert man früher oder später und selbst, als ich mich eigentlich daran gewöhnt haben sollte, musste ich manchmal innehalten. Nicht unbedingt wegen verschachtelten Sätzen, sondern bei einigen spezifischen Ausdrücken, die ich mehrmals gelesen hatte. Ich versuche, die nächste Kritik ohne Spoiler auszudrücken: Die ∞ - Kapitel waren mir teilweise ein bisschen zu lang und wüst. Und es gibt neben den zusammengesammelten Fäden immer noch genug Sachen, die ich am Ende nicht so ganz verstanden habe. Letztendlich sind mir, trotz all der Rückblicke in ihre Vergangenheit, auch die beiden Protaginsten etwas fremd geblieben und wirkten etwas fern.
Dennoch eine sehr interessante Lektüre, der ich insgesamt 3,5 von 5 Sternen gebe. Und ich empfehle sie besonders dann, wenn ihr euch für ein relativ kurzes Buch viel Zeit nehmen möchtet, um damit ein bisschen auf Reisen durch die Zeit und durch die Sphären zu gehen!
Was war das denn?! Ich hätte dieses Buch wirklich so so gerne gemocht, weil ich von Sabin Tambrea als Schauspieler wahnsinnig viel halte. Aber wie ich es auch drehe und wende - ich kann nichts damit anfangen. Da ist zum einen der Plot, der doch vielversprechend klang: zwei junge Leute verlieben sich und merken dass sie keine Zukunft haben, finden aber dennoch eine Lösung, wie sie miteinander verbunden bleiben können. Ich dachte, es geht in Richtung Trennung verarbeiten, sich als Freunde entdecken, sowas in die Richtung, Geschichten aus dem Leben eben. Tatsächlich stirbt Anno (ja, die Hauptpersonen heißen Anno und Anna und falls das irgendwas aussagen soll, dann hab ich es nicht verstanden), was ich erst Kapitel später gemerkt habe, weil es mit keiner Silbe erwähnt wurde und das Buch so fragmentarisch geschrieben ist, dass leider kaum eine Handlung oder ein roter Faden erkennbar ist. Dazu der Schreibstil, der einfach staksig und ungelenk wirkt, ein bisschen wie ein Schulaufsatz. Am besten hat mir die Geschichte mit den Senioren im Altenheim gefallen, die aber wohl leider bloß eine Nebenhandlung ohne Kontext war. Was mich am Ende aber wirklich geärgert hat, war das repititive Element. Mal abgesehen davon, dass die Idee, sich als Ausweg bzw. Coping-Strategie im Traum zu begegnen, nicht neu ist und dazu leider wirklich schlecht beschrieben wurde, bedient sich Tambrea derselben bereits beschriebenen Situationen wiederholt, um sie genauso nochmal zu erzählen. Was einen gewissen spannungstechnischen Reiz haben kann, verkommt bei insgesamt nur 173 Seiten aber zu Kreativlosigkeit, wenn über fünf Seiten hinweg eine Handlung beschrieben wird, die in den exakt gleichen Wörtern bereits weiter vorne im Buch abgedruckt ist. Dazu noch die ganze Breitseite Religionsbashing (womit ich grundsätzlich kein Problem hätte, wenn sie nicht so platt und undifferenziert geäußert worden wäre), die das Geschreibsel komplett machen. Ein:e kompetente:r Lektor:in hätte hier sicher einiges gut machen können! Mein einziges Highlight, daher zwei Sterne statt einer: die Szene der trauernden Anna ist empathisch und sehr realitätsnah geschrieben. Das war‘s dann aber leider auch schon. Man möchte Tambrea fast zurufen: „Schuster, bleib‘ bei deinen Leisten“ - vielleicht ist er einfach der bessere Schauspieler als Autor.
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Man konnte das Buch damals mit Widmung vorbestellen und als es ankam, war ein gepresstes Blatt der entsprechenden Seite beigelegt – das fand ich sehr süß und jetzt verstehe ich auch endlich die Referenz.
Das Buch selbst war okay, der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig, da einfach durchweg zu angeschwollen ohne wirklichen stilistischen Grund (z.T. hat er dem Humor geholfen – der Kontrast der sehr konstruierten, dick aufgetragenen Sprache zu eher albernen Szenen). Fand ich mit dem Hörbuch angenehmer, hat aber echt nicht viel für mich getan, weil es wirklich einfach viel zu gewollt war und die Immersion so nie zustande kam.
Ich sehe voll, was er mit dem Buch machen wollte und ich fand die Idee bzw. das Konzept am Ende auch ganz cool. Die Charaktere bleiben leider sehr flach, es hat zwar ein surreales Element (bisschen á la Matt Haig) und nimmt sich z.T. auch nicht super ernst, aber die Umsetzung war eher mau. Für die teils schweren Dinge, die thematisiert werden, hat es mich emotional leider gar nicht abgeholt, weil die Szenen durch die Sprache einfach nicht wirken. Es hätte seeeehr von besserem Lektorat profitiert, indem die Sprache an einigen Stellen heruntergeschraubt wird, damit die wirklich relevanten Szenen mehr wirken.
'Besonders' ist wohl das erste Wort, das mir einfällt, wenn ich überlege, wie ich das Buch beschreiben müsste. Der Schreibstil ist zart, die Worte kraftvoll. Die Handlung wirr, und doch geradlinig. Die wenigen Figuren bleiben mal sehr flach, mal hat man das Gefühl, in ihre Seelen schauen zu können. Ich kann die Verwirrung verstehen, die beim Lesen dieser Geschichte aufkommen kann; nicht jedoch die teils harten Worte, die über dieses Werk ausgeteilt werden. Ich denke nicht, dass ich die Geschichte in ihrer Komplexität (trotz der recht geringen Seitenanzahl) vollständig erfasst habe. Aber, so scheint es, ist es auch gar nicht die Absicht des Autors, sie zu "verstehen". Vielmehr ist es die Bildgewaltigkeit der szenenhaften Beschreibungen, die mir eindrucksvoll im Gedächtnis bleibt, und die mich immer wieder während des Lesens innehalten ließ. "Nachtleben" ist ein Liebesroman. Auf mehr als eine Weise. Und da ich dieses Leseerlebnis als magisch und durchdringend empfunden habe, fällt es mir leicht, eine Leseempfehlung auszusprechen.
„Erschöpft sank sie aufs Bett und hatte keine Kraft mehr, sich zu regen. Jetzt war sie wieder angelangt in ihrem Hafen, der jeden Tag das Ziel all ihres Strebens war, da sie von nun an nur noch lebte, um zu schlafen.”
Zu allererst ist mir der Schreibstil aufgefallen, denn er wirkt fehl am Platz in der heutigen Zeit. Einige Sätze sind finster, andere sonderbar, die nächsten hoffnungsvoll und zuversichtlich. Der Autor bringt seine Liebe zur Sprache zum Ausdruck und spielt geschickt mit ihr. Es ist kein seichter Text, denn man muss sich unentwegt auf verschiedenen Ebenen mit dem Geschriebenen auseinandersetzen.
Die Geschehnisse lassen sich nur schwierig zusammenfassen, da sie raffiniert ineinander verwoben sind und sich gegenseitig ergänzen. Erst wenn man das Buch ein letztes Mal zuklappt, eröffnet sich einem die gesamte Komplexität und Genialität der Geschichte.
Sabin Tambrea hat mit „Nachtleben” eine durchdachte, atmosphärische und lebensnahe Erzählung zweier Liebender erschaffen und mich damit an die Grenzen meines Verstandes gebracht.
Ich dachte, ich hätte die Rezension dazu schon geschrieben, und nun fällt es mir schon wieder schwer, eine vernünftige Aussage dazu zu treffen. Was übrigens auch schon mal der erste Kritikpunkt ist. So nichtsagend das Buch auch ist, so kompliziert ist es auch geschrieben. Ich muss sagen, dass ich unheimlich enttäuscht bin. So sehr ich Sambrin Tambrea als Schauspieler der Berliner Bühne mag, so sehr missfällt mir dieses Buch. Es ist unendlich langweilig und kompliziert um der Kompliziertheit willen. Wenn ich etwas noch weniger leiden kann, als intellektuelle Überheblichkeit und Arroganz, dann ist es Unibluff und Pseudointellektualität.
Schließen sie nicht von dem Werk auf den Autor. Gehen Sie ins Theater und sehen Sie sich Sambrin Tambrea an...