Immer mehr junge Menschen wollen sich für politische, soziale und ökologische Ziele einsetzen. Raul Krauthausen und Benjamin Schwarz ermutigen durch Gespräche mit erfolgreichen Aktivist*innen und inspirieren zu eigenem Engagement. Lange galt Aktivismus eher als Synonym für krawalligen Protest denn als ernsthafte politische Arbeit. Indem Krauthausen und Schwarz den Begriff des konstruktiven Aktivismus in die Debatte einführen, schaffen sie ein neues Verständnis: Konstruktiver Aktivismus ist ein leidenschaftliches politisches Instrument, das nichts mit schwarzen Blöcken aller Couleur zu tun hat, sondern radikal und konsequent für die konkrete Veränderung aktueller Umstände kämpft. Aber wie schafft man es, wirklich etwas zu bewegen? Welche Aktionen, welches Engagement kann tatsächlich Veränderungen herbeiführen? Dafür gibt es viele gute Beispiele und darum bilden die Gespräche mit konstruktiven Aktivist*innen ein Zentrum des Buches: Luisa Neubauer (Fridays for Future), Carola Rackete (Seenotretterin), Gerhard Schick (Bürgerbewegung Finanzwende) u.v.a. berichten von ihrer Arbeit, ihren Erfahrungen, auch ihren Ängsten und Niederlagen, vor allem aber darüber, warum Aktivismus eine Bereicherung ist – für die Gesellschaft und für das eigene Leben.
Raúl Aguayo-Krauthausen, 1980 in Peru geboren, ist in Berlin aufgewachsen. Er hat «Osteogenesis imperfecta», sogenannte Glasknochen, und sitzt im Rollstuhl. Der 33-Jährige studierte Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und Design Thinking, war Programmmanager beim RBB-Radiosender Fritz, entwickelte eine Kampagne für den «Alternativen Nobel Preis» und gründete 2004 den gemeinnützigen Verein SOZIALHELDEN e.V.. 2010 ging sein Projekt wheelmap.org online, eine interaktive Landkarte für rollstuhlgerechte Orte.
Sehr wichtiges Buch, um die Hintergründe verschiedener Formen von Aktivismus zu verstehen und was es bedeutet, in der heutigen Zeit aktivistisch zu agieren.
Aktivismus kann so unterschiedliche Gesichter haben. Er kann kreativ, wild, laut, leise, lustig, mutig und anstrengend sein. Dieses Buch lässt viele sehr unterschiedliche Aktivist'innen zu Wort kommen, die auch darüber reden, was gut funktioniert und was nicht, wo die Probleme liegen und wie man Lösungen findet. Ich fand es sehr interessant, es ist vor allem eine gute Ergänzung zu "Alles wird gut" von Sebastian 23.
Schade. Der Titel und die Autoren haben mir suggeriert, dass ICH, als Frau mit Behinderung, etwas bewegen könnte. Leider ist in diesem Buch nichts zu finden, was mir in dieser Richtung weiterhilft. Gut vernetzte abled-body persons, womöglich noch mit Ersparnissen oder Sponsoren im Rücken, können was bewegen. Klar. Danke, wusste ich schon.
Ich bin politisch interessiert und mich treibt auch die Frage um, was kann man als Privatperson machen, um politisch bzw. gesellschaftlich Einfluss zu nehmen. Deshalb hat mich der Titel dieses Buches angesprochen. Die Hörbuchvariante war hier sehr geschickt für mich, weil ich das Buch so ganz bequem nebenher anhören konnte. Mit der Sprecherin bin ich sehr gut zurecht gekommen.
Inhaltlich geht es vor allem um die verschiedenen Aktivitäten der Klimaschutzbewegungen und generell Themen die dem politisch linken Spektrum entsprechen. Shai Hoffmann und Luisa Neubauer werden als prominente Aktivisten häufig erwähnt bzw. zitiert.
Politisch tendiere ich selber Richtung liberal-konservativen Werten, aber nichts desto trotz kann ich das Buch/Hörbuch durchaus weiterempfehlen. Mich hat nur gestört, dass sich einiges wiederholt hat und sich das Hörbuch deshalb etwas in die Länge gezogen hat.