Ein aufgebauter Schein
Irina von Lehnberg ist Berlins beste Morgenmoderatorin. Hip, immer aktuell, reich und schön.
Als ein Brief einer alten Schulfreundin sie erreicht, dass eine gemeinsame Freundin im Sterben liegt, entscheidet sich Irina in ihre Heimat zu reisen und damit in ihre Vergangenheit. Sie muss sich den Problemen und Fehlern zu stellen, von denen sie dachte, das sie sie hinter sich gelassen hat und vor denen sie vor Jahren weggelaufen ist.
Mir hat der Blick in die Achtziger/Neunziger Gefallen. Auch ich war beim Fall der Mauer knapp zwanzig Jahre alt.
Nur das ich auf der "anderen" Seite gelebt habe. Ein Ost-Blick war interessant, wobei ich nicht beurteilen kann, wie realistischer dieser war.
Das Thema Freundschaft und Zusammenhalt, genauso wie Vorurteile spielen eine große Rolle, auch wenn sie immer nur so nebenbei erwähnt werden.
Die Handlungsmotive der einzelnen Charaktere, die Verwurzelung im Dorf, der Wunsch der Jugendlichen jemand anderes zu sein, war gut beschrieben und man hat den Auflösungen entgegen gefiebert.
Das im Buch immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewechselt wurde ohne klare Trennung, war nur am Anfang verwirrend.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und genau das wollte ich auch.
Fazit: Ein bisschen voraussehbare, aber gute Unterhaltung.