Obwohl Finn in der vierten Klasse ist, kann er immer noch nicht richtig lesen. Damit das niemandem auffällt – schon gar nicht seinen Eltern –, lernt er alle Texte auswendig, die im Unterricht vorgelesen werden könnten. Doch dann taucht Yuki in Finns Leben auf. Yuki behauptet, ein Elbenritter auf der Suche nach dem Schlüssel für das Tor zu seinem Volk zu sein. Bei einem Museumsbesuch ihrer Klasse findet Yuki diesen Schlüssel. Er schnappt sich das Ding, zerrt Finn mit und gemeinsam springen sie aus dem Fenster des Museums. Über den Dächern der Stadt erleben sie nun ein größeres Abenteuer, als Finn sich je erträumt hat …
Als ich das erste Mal von „Mein Bruder der Elbenritter“ hörte, konnten der originelle Titel und das tolle Cover meine Neugierde sofort wecken. Da mich der Klappentext ebenfalls direkt ansprach, stand für mich sehr schnell fest, dass ich Finn und seinen Elbenritter-Bruder unbedingt kennenlernen möchte. Von dem Autorenduo Sebastian Grusnick und Thomas Möller hatte ich bisher noch nichts gelesen. Ihr neues gemeinsames Werk sollte also mein erstes Buch von ihnen werden.
Der 10-jährige Finn lebt zusammen mit seinem Eltern in der Mittelalterstadt Winterbach und eigentlich findet er sein Leben ziemlich in Ordnung. Es könnte sogar perfekt sein, wäre da nicht seine blöde Leseschwäche. Obwohl er in die vierte Klasse geht, kann Finn immer noch nicht richtig lesen. Bisher ist dies aber noch niemanden aufgefallen, da er seine Legasthenie mit cleveren Tricks gekonnt vor allen verheimlicht. Dies soll sich jedoch ändern, als seine Eltern beschließen, ein Pflegekind bei sich aufzunehmen. Finn ist wenig begeistert darüber, dass er plötzlich einen gleichaltrigen Bruder hat. Und dann auch noch so einen merkwürdigen. Yuki ist der festen Überzeugung, dass er ein Halbelb ist, genauer gesagt ein Elbenritter auf geheimer Mission. Er muss einen verschollenen Schlüssel wiederfinden, mit welchem sich das Tor zu seinem Volk öffnen lässt. Dafür benötigt er allerdings Finns Hilfe. Da Finn diesen komischen Yuki unbedingt wieder loswerden möchte, beschließt er ihm bei seiner Suche zu helfen. Ehe er sich versieht, steckt er mitten in einem unglaublichen Abenteuer...
Dies war also mein erstes Werk des Autorenteams Sebastian Grusnick und Thomas Möller und es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein. Mit ihren zwei vorherigen gemeinsamen Kinderbüchern war ich eh schon die ganze Zeit sehr am liebäugeln und nun, nachdem ich „Mein Bruder der Elbenritter“ gelesen habe, ist meine Neugierde nur noch größer geworden. Die anderen Werke der beiden möchte ich nun auf jeden Fall auch noch kennenlernen.
Mich haben Sebastian Grusnick und Thomas Möller mit ihrem dritten Kinderroman auf ganzer Linie überzeugen können. „Mein Bruder der Elbenritter“ beschert uns eine zauberhafte Abenteuergeschichte mit einer Prise Magie, die spannend und tiefgründig zugleich ist und mit ganz viel Tempo, Humor und Fantasie erzählt wird. Solltet ihr, wie ich, eine große Vorliebe für Kinderbücher hegen, die euch nicht nur durchweg mitfiebern lassen und bestens unterhalten, sondern auch berühren und nachdenklich stimmen, kann ich euch nur nahelegen „Mein Bruder der Elbenritter“ bei euch einziehen zu lassen und die Bekanntschaft von Finn und Yuki zu machen.
Ich hatte einen fabelhaften Einstieg in die Geschichte. Von dem Schreibstil des Autorenduos war ich vom ersten Moment an ganz angetan; er ist locker, leicht und mitreißend und wie aus einem Guss. Für mich hat er sich prima lesen lassen und da mich die Handlung ebenfalls sofort packen und begeistern konnte und die Kapitel schön kurz sind, entstand für mich von Beginn an ein superangenehmer und fesselnder Lesesog. Das Ergebnis könnt ihr euch sicherlich denken, oder? Yep, genau, ich bin nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch innerhalb kurzer Zeit verschlungen. Für mich, als Erwachsene, war das Lesevergnügen leider wirklich ein sehr kurzes; für die Zielgruppe aber ist die Länge natürlich ideal geeignet. Vom Verlag wird „Mein Bruder der Elbenritter“ für Mädchen und Jungen ab 8 Jahren empfohlen und dem schließe ich mich an. Kindern ab diesem Alter, die schon etwas geübtere Leser*innen sind, sollte der Text meinem Empfinden nach keinerlei Schwierigkeiten bereiten und mit unserem 10-jährigen Hauptprotagonisten Finn werden sie sich garantiert großartig identifizieren können.
Finn, aus dessen Sicht wir alles in der Ich-Perspektive erfahren, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Er ist sympathisch, pfiffig und authentisch, man muss ihn einfach gernhaben und da seine Empfindungen und Gedanken mit viel Empathie und Echtheit beschrieben werden, gelingt es einem stets spielend leicht sich in ihn hineinzuversetzen. Auch mir, als Erwachsene, ist dies mühelos geglückt. Ich habe es nur gut nachvollziehen können, dass Finn zunächst nicht allzu erfreut darüber ist, plötzlich einen Bruder zu haben, der sein Leben so dermaßen durcheinander wirbelt. Vor allem in der Schule kann er gut auf diesen Yuki verzichten. Dank ihm fällt er plötzlich auf und das, wo seine geheime Superkraft doch das Unsichtbarmachen und Nichtauffallen ist. Und dann wäre beinahe auch noch herausgekommen, dass er gar nicht richtig lesen kann. Finn leidet an Legasthenie und bisher ist es ihm gelungen dies vor allen zu verbergen. Was natürlich nicht gut ist, aber ich habe es verstehen können, dass er es verheimlicht, aus Sorge, dass sich sonst alle über ihn lustig machen und als dumm betrachten. Dumm ist Finn aber ganz klar nicht, was allein schon seine vielen cleveren Tricks beweisen, mit denen er alle – Mitschüler*innen, Lehrer*innen und seine Eltern – so lange hat täuschen können. Dass das Buch das wichtige Thema Legasthenie behandelt, hat mir persönlich ausgesprochen gut gefallen. Es fügt sich in meinen Augen perfekt ins Geschehen ein und wird auf eine sehr leichte und kindgerechte Weise behandelt.
Neben Finns Leseschwäche beinhaltet die Geschichte noch so einige weitere wertvolle Themen wie Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und das Hinauswachsen über sich selbst. Finn wird im Verlauf des Buches eine tolle Entwicklung durchmachen. So wird er beispielsweise noch erkennen, dass sein neuer Bruder eigentlich doch ziemlich cool ist. Yuki ist aber auch echt klasse, ich habe diesen schrägen Vogel mit seiner wunderlichen Art zu sprechen und seinen erstaunlichen Fähigkeiten richtig liebgewonnen. Mit ihm haben die beiden Autoren eine ganz besondere Figur erschaffen. Mit den weiteren Charakteren haben Sebastian Grusnick und Thomas Möller ebenfalls gänzlich bei mir punkten können. Sie wurden allesamt mit viel Liebe ausgearbeitet und verzaubern und erheitern uns Leser*innen mit ihren liebenswerten und teils recht ausgefallenen Eigenschaften und Besonderheiten.
Was genau wir alles mit den beiden Jungen erleben werden, werde ich euch hier nicht erzählen. Das müsst ihr schon selbst herausfinden. Stellt euch einfach mal darauf ein, dass ihr das Buch nicht mehr aus der Hand legen mögt, da es euch so sehr mitreißt und so viel Spaß bringt.
Neben der Story sorgen dann auch die schwarz-weiß Illustrationen von Nikolai Renger für ein unterhaltsames und bezauberndes Leseerlebnis. Von den Bildern hätte es für meinen Geschmack liebend gerne ein paar mehr geben dürfen, ich mag den unverkennbaren Zeichenstil von dem Nikolai Renger total gerne. Auch hier haben mir seine humorvollen Zeichnungen wieder unheimlich gut gefallen.
Das Buch endet recht abgeschlossen, sodass es durchaus für sich alleine stehen könnte. Potenzial für einen Folgeband wäre aber auf jeden Fall vorhanden. Also ich hoffe sehr, dass es sich hier um einen Reihenauftakt handelt und es noch ein Wiedersehen mit Finn, Yuki und Co. geben wird. Ich würde mich wahnsinnig gerne noch in viele weitere aufregende Abenteuer mit ihnen stürzen.
Fazit: Ein wunderbares Abenteuer voller Spannung, Witz und Fantasie! Sebastian Grusnick und Thomas Möller haben mit „Mein Bruder der Elbenritter“ ein rundum gelungenes Kinderbuch aufs Papier gebracht, welches ich jedem, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen kann. Die Geschichte ist so herrlich turbulent und einfallsreich, sie ist lustig, warmherzig und lehrreich und einfach nur magisch schön. Ich hatte tierisch viel Freude beim Lesen und hoffe sehr auf eine Fortsetzung. Von mir gibt es sehr gerne 5 von 5 Sternen!
Ein lustiges und abwechslungsreiches Abenteuer, welches Mut macht und voller Phantasie und Überraschungen steckt. Wunderschön illustriert.
Inhalt:
Finn ist zehn Jahre alt und mit ausgeklügelten Tricks gelingt es ihm immer wieder, seine Leseschwäche geheimzuhalten. Selbst seine Eltern ahnen hiervon nichts.
Ab dem Tag an dem Yuki als Pflegekind in die Familie kommt, wird Finns Leben jedoch gehörig durcheinandergewirbelt.
Der ebenfalls zehnjährige Yuki behauptet steif und fest, ein Halbelb zu sein, genauer gesagt ein Elbenritter mit geheimer Mission. Um diese erfüllen zu können, benötigt er allerdings Finns Hilfe.
Plötzlich stecken die beiden Jungen auf der Suche nach einem verschollenen Schlüssel und dem geheimen Tor zur Elbenwelt mitten in einem turbulenten Abenteuer hoch oben auf den Dächern von Winterbach.
Altersempfehlung:
ab 5 Jahre zum Vorlesen oder
etwa ab 8 Jahre (normale Schriftgröße, Blocksatz, kurze Kapitel)
Illustrationen:
Schwarz-weiß Illustrationen ergänzen das Abenteuer und geben den Charakteren ein Gesicht. Den ausdrucksstarken und modernen Zeichenstil von Nikolai Renger mögen wir sehr.
Besonders die Mimik ist wie erwartet ganz wunderbar gelungen.
Über ein paar zusätzliche Bilder hätten wir uns gefreut. Der Bildanteil ist im Hinblick auf das empfohlene Lesealter jedoch passend.
Mein Eindruck:
Das Autorenduo Sebastian Grusnick und Thomas Möller wirft seine Leser:innen gleich zu Beginn der Geschichte ins kalte Wasser: an einer sehr spannenden Stelle ist man sofort mittendrin im rasanten Abenteuer.
Der 10-jährige Finn, Sohn des Polizeichefs von Winterbach, wird des Diebstahls bezichtigt. Wie es soweit kommen konnte und in welches fantastische Abenteuer sein "Bruder" Yuki (ebenfalls 10 Jahre alt) in hineingezogen hat, schildert der Junge mit viel Humor und Spannung.
Die kurzen Kapitel fliegen nur so dahin und der Bitte "ein Kapitel noch" kommt man auch als Vorleser:in gerne nach, denn die Erzählungen von Yuki klingen so unglaublich und doch hofft man bis zum Schluss, dass ein Funke Wahrheit in seinen phantasievollen Geschichten steckt.
Neben der turbulenten Mission und Yukis rätselhafter Herkunft steht zudem Finns Leseschwäche im Fokus.
"Auf einmal war Lesen so eine Art Wettlauf geworden, bei dem ich die anderen überhaupt nicht mehr einholen konnte. Und irgendwann blieb ich dann einfach stehen."
(vgl. S. 12)
Der Junge ist keinesfalls dumm (auch wenn er selbst das leider zu Beginn der Geschichte glaubt).
Mit Köpfchen und simplen Tricks täuscht er nicht nur Lehrer:innen und Mitschüler:innen, sondern sogar seine eigenen Eltern.
"Mein Bruder der Elbenritter" ist ein außergewöhnliches Kinderbuch, welches nicht nur sehr gut unterhält, sondern allen Kindern, die "anders" sind, Mut macht.
Fazit:
Ein wundervolles Mut-mach-Buch mit einem sympathischen Protagonisten-Duo, das gegensätzlicher nicht sein kann.
Das rasante Abenteuer wird einfallsreich und mit viel Humor und Phantasie erzählt und ist spannend und lehrreich zugleich.
Zudem ist die Geschichte aufgrund der kurzen Kapitel auch schon für geübte Leseanfänger geeignet.
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Rezensiertes Buch: "Mein Bruder der Elbenritter hat nicht mehr alle Ziegel auf dem Dach" dem Jahr 2021
Finn ist bereits 10 Jahre, kann aber leider nicht wirklich lesen. Irgendwie funktioniert das einfach nicht. Aber da er ziemlich schlau ist, kann er diese Tatsache gut vertuschen – jedenfalls bis zu dem Tag, an dem seine Eltern ihm Yuki vorstellten, einen Waisenjungen und nunmehr sein neuer Bruder. Seitdem läuft alles aus dem Ruder, denn Yuki ist anders. Er behauptet ein Elbenritter zu sein, auf der Suche nach einem besonderen Schlüssel, mit dem ein besonderes Tor geöffnet werden muss. Elbenritter? Alles Humbuck, denkt Finn, oder etwa doch nicht?
Die Autoren Thomas Möller und Sebastian Grusnik haben mit tiefem Empfinden für Witz, Humor, und abwechslungsreichen Handlungsablauf eine sehr unterhaltsame, zum Teil ziemlich lustige Geschichte für das junge Lesepublikum geschrieben. Der kurze Kapitelaufbau nebst den absolut kurzen Kapitelüberschriften, die sehr neugierig machen, was wohl in dem Kapitel folgen mag sorgen dafür, dass auch jüngere Grundschüler ganz gut mit dem Buch zurecht kommen sollten. Und wenn nicht, dann gibt es ja auch noch Eltern, die vorlesen können (und dabei selber voll auf ihre Kosten kommen werden).
„Übrigens, sollten wir die Hexe treffen, musst du keine Angst haben. Hexen essen nur sehr selten Kinder … Trotzdem, ich würde nicht alles annehmen, was dir eine Hexe anbietet. Nur so als Tipp.“ (S.100)
Über diese Aussage Yukis Finn gegenüber musste mein Sohn im Nachgang herzlich lachen, als die beiden Buchhelden dann wirklich bei der Hexe vorbeischauten.
Uns bleibt nur zu sagen – tolles Buch, absolute Leseempfehlung und eines unserer Highlights in diesem Jahr.