Zeitreisende kann man nicht töten und trotzdem hat es jemand versucht. Diese Situation zwingt Nathan Peeregaard dazu, sein Wissen über das Zeitreisen zu hinterfragen und einer Fremden zu vertrauen, deren Schicksal enger mit seinem verwoben ist, als ihm lieb sein wird. Die Jagd nach Antworten führt ihn durch die Zeit und drei Kontinente – die Angst vor dem Feind sitzt ihm dabei im Nacken, denn dieser folgt jedem seiner Schritte. Doch am Ende wird nichts, was Nathan tut, einen Unterschied machen, denn alles passiert, wie es passieren muss. Das sind die Regeln, oder nicht?
Meine Vorfreude war bis zur ersten Seite enorm … Und sie wurde nicht geschmälert. 🤪
Der Schreibstil von R. West konnte mich von Seite 1 an fesseln und in den Bann ziehen. Allgemein würd ich das Buch eher für ältere Leser einschätzen (also es ist kein Jugendbuch). Ein mysteriöser, fesselnder und teilweise komplexerer und vor allem atmosphärischer Schreibstil, der mich direkt hatte.
In „Glacial Blue“ erleben wir die Geschichte immer mal wieder aus der Sicht von verschiedenen Charakteren - den Zeitreisenden. Eine meiner liebsten Figuren war Bastiaan. Er ist aus Amsterdam und war mir immer sehr sympathisch und ist mir dadurch direkt ans Herz gewachsen. Aber auch Nathan hat sich mit zunehmenden Seiten zu einem Liebling entwickelt, wenn auch anders als Bastiaan. Aber alle sind unfassbar gut ausgearbeitet und lebendig in Erinnerung geblieben.
Wie erwähnt handelt es sich hierbei um eine Zeitreise Geschichte. Unsere Zeitreisende können - welch Überraschung - in der Zeit reisen. Kommen aus unterschiedlichen Jahren und treffen sich doch alle immer mal wieder zu bestimmten Zeiten. Hier spielt ein besonderer Globus übrigens eine Rolle. Aber dazu möchte ich nicht mehr verraten. 🤫
Aber wir erleben hier nicht zwingend verschiedene Jahrhunderte und historische Ereignisse, sondern begeben uns auf eine Art Ermittlung wegen Mordes. Zeitreisende kann man nicht töten. Nicht wirklich - aber das ist alles bisschen zu komplex um es hier zu erzählen. Nathan aber will sich auf die Suche nach dem Attentäter machen, der die Zeitreisenden töten wollte. Auch wenn ich hier öfters beschreibe, wie „komplex“ etwas war ist das keinesfalls ein Abzug. Ganz im Gegenteil. Glacial Blue ist ein unfassbar gelungener Roman, der mich sehr begeistern konnte und wo ich nicht im kleinsten wenig enttäuscht war. Tolle Geschichte, die man einfach selbst lesen muss um sie zu begreifen. Ebendies gilt auch für die Charaktere und das Zeitreisen in dieser Welt an sich. Ein wenig habe ich nun das Gefühl, Zeitreisende wie die Autorin sie beschreibt existieren wirklich.
Ein spannender Zeitreiseroman, der sich für mich wie ein Krimi quer durch die Zeit angefühlt hat. In dem Buch gibt es eine Hand voll Figuren, deren Perspektiven wir auch mitbekommen, aber meistens begleiten wir Nathan. Nathan ist ein Getriebener – sein Vater verschwand als Zeitreisender vor vielen Jahren, was man weder rückgängig machen kann, noch kann es verhindert werden. Und nicht zu wissen wieso es geschah und was genau eigentlich geschehen ist… Ist hart zu verdauen. Drum versucht Nathan nicht zu viel zu grübeln. Wie viele andere Zeitreisende nähert er sich der Verbitterung und kämpft doch dagegen an. Schließlich reißt ein Anschlag die verbliebenen wichtigen Menschen von Nathan fort. Wieso versucht jemand Zeitreisende zu töten, die man nicht töten kann - oder doch?? Das Buch hat eine ganze Weile gebraucht, um mich in seinen Bann zu ziehen. Ich hatte den Eindruck, dass ich den Plot interessant finde, aber keine emotionale Bindung zu den Figuren entsteht. Das hat sich im letzten Drittel geändert. Ich fühle sehr mit Nathan mit und mit Salea und ich fühle mich diesen Schicksalen verbunden. Der Verzweiflung rund um plötzlichen Verlust und den wilden Drang etwas daran ändern zu müssen, obwohl man manches nicht ändern kann – und manches (als Zeitreisender) eben doch.
Wie unterschiedlich die gleiche Figur zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Lebens ist, ist meiner Meinung nach eine sehr interessante Idee. So trifft Nathan die gleichen Zeitreisenden zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Lebens und diese wissen dementsprechend unterschiedliche Dinge. Bestimmte Szenen sind für sie noch gar nicht passiert und werden es zum Teil auch nie. Das richtig einzuschätzen zu lernen hat der Autor sehr gut aufgebaut für uns Leser*innen. Zum Teil haben wir es mit Salea begriffen, die neu in diese Zeitreisesache verwickelt wurde.
Ich finde das Buch empfehlenswert für Menschen, die spannende Unterhaltung mögen, die man auch so weglesen kann. Die Geschichte bringt aber auch Tiefgang mit, wenn man für bestimmte Themen empfänglich ist. Insgesamt spannend und gute Ideen.
Ich habe keine Ahnung, was ich da gerade gelesen habe. Mein Kopf raucht vom Mitdenken, aber auf eine gute Art - glaube ich zumindest, vielleicht ist es auch ein Hirnschlag.
Eigentlich wären es 2,5 Sterne für mich. Die Idee ist sehr gut und interessant. Man merkt, dass da System dahintersteckt. Leider ist es eher etwas verwirrend und hat mich nicht dranbehalten. Etwas langweilig. Der ruhige Schreibstil passt nicht so ganz zur Geschichte
Glacial Blue, ein wunderschön geschriebenes Buch über Zeitreisen. Ich mochte den Schreibstil wahnsinnig gerne und kam trotz der komplexen Thematik sehr entspannt durch das Buch. Zeitreisen sind immer ein komplexes Thema, da sehr viel zu beachten ist und man aufpassen muss, dass alles nachvollziehbar ist und nicht zu kompliziert wird. Das ist meiner Meinung nach hier gut gelungen. Ich konnte das Prinzip des Zeitreisens gut nachvollziehen, fand auch die Erklärungen schlüssig und mochte die Umsetzung sehr. Leider litt die Handlung darunter, die tatsächlich sehr flach war. Das Hauptaugenmerk lag auf den Komplikationen und Auswirkungen, die die Zeitreise mit sich bringt, doch leider geschah dies zum Nachteil der Figuren. Die Protagonistin Salea mochte ich sehr gerne, von ihr las ich am meisten und konnte viele Gedanken nachvollziehen, da sie wie ich in diese Zeitreisenthematik reingeschmissen wurde. Zu den anderen Figuren kann ich leider kaum etwas sagen, da sie nur angeschnitten wurden und selbst Nathan für mich nur schwer zugänglich war. Gegen Ende des Buches wurde es dann noch einmal spannend, das mochte ich sehr, doch auch das wirkliche Ende überzeugte mich nicht vollkommen, da es sich nicht anfühlte, als wäre alles geklärt. Für mich war es demnach ein sehr schön geschriebenes Buch mit einer interessanten Thematik, nur leider mit zu wenig Handlung, was aber vermutlich der Komplexität des Zeitreisens geschuldet ist.