Jump to ratings and reviews
Rate this book

Das giftige Glück

Rate this book
Binnen weniger Tage wird der Bärlauch rund um Wien von giftigen Sporen befallen, deren Konsum zugleich euphorisches Glück und den sicheren Tod verspricht. Droge, Waffe, Flucht aus dem Leben: Viennese Weed kann fast alles sein.

Für die unheilbar kranke Olga bedeutet das Kraut die Chance auf einen Ausweg, auf ein selbstbestimmtes Sterben. Ihrer Freundin und Pflegerin Kiki drohen die Pilzsporen alles, was ihr wichtig ist, zu entreißen. Als Kiki für Olga das verhängnisvolle Kraut pflücken soll, trifft sie auf eine wütende junge Frau: die dreizehnjährige Jasse. Und die macht kurz darauf einen folgenschweren Fehler …

Plötzlich ist der Tod überall. Und was im Angesicht des Endes sichtbar wird, ist nicht weniger als das Menschlichste in uns selbst.

272 pages, Hardcover

First published January 7, 2022

34 people want to read

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
7 (20%)
4 stars
9 (26%)
3 stars
14 (41%)
2 stars
4 (11%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews369 followers
February 19, 2022
Wahnsinn! Was für eine Vorstellungskraft und was für eine abgefahrene Fiktion! Wer schräge Geschichten so wie ich liebt, ist mit diesem „Stoff“ bestens bedient.

Zudem hat die Autorin das perfekte Timing für den Roman erwischt, denn nächste Woche dürfte es den ersten Bärlauch in den Auen Österreichs und Deutschlands geben. Ein neuartiger Pilz hat den wilden Bärlauch befallen, der in den Parks und Grünflächen von Wien überall wächst. Dieser tötet rund um die Stadt viele Menschen. Die Opfer nippeln abrupt ab, aber sie sterben wenigstens extrem glücklich mit einem Lächeln auf den Lippen. Wer ein Gericht mit dem kontaminierten Bärlauch, nun Viennese Weed genannt, isst, kann mit einer hundertprozentig tödlichen toxischen Wirkung rechnen. Die Biologen haben eine extrem starke psychodelische Wirkung des Pilzes beim Verzehr festgestellt, die innerhalb von wenigen Minuten zuerst zu unglaublichen Glücksgefühlen und tiefen Lebenserkenntnissen und gleich anschließend zu einem völligen Atemstillstand führt.

Da einige Menschen ja in den heutigen Zeiten schwer davon abzuhalten sind, den Darwin Award zu gewinnen, stürmen Massen die Grünflächen und die Wälder rund um Wien, um die tödliche Pflanze zu sammeln. Staatliche Notmaßnahmen gegen den Massenselbstmord, wie die Absperrung der Wälder und das Verbrennen der befallenen Pflanzen helfen wenig, denn die Leute wollen überhaupt nicht vernünftig sein, die Rettungsdienste und Leichentransporte sind hoffnungslos überfordert, die unzähligen Toten einzusammeln. Zudem ist gar nicht klar, ob es sich immer um Selbsttötungen oder um Irrtümer handelt, denn die Hemmschwelle zu einem Mord dürfte auch plötzlich stark gesunken sein, wenn sich der Täter sicher sein kann, dass das Opfer schnell und glücklich stirbt.

Hier wird nun im Plot ein wundervoller Bogen zur Kritik an den Coronamaßnahmen und den damit einhergehenden Verschwörungserzählungen geschlagen. Die Handlung spielt in naher Zukunft, nachdem wir das Coronavirus in den Griff bekommen haben. Das Volk wehrt sich nun erneut gegen diese unmögliche staatliche Bevormundung: Man wird sich doch noch sein Essen günstig selbst beschaffen können, solche Aktionen nutzen der Tiefkühlindustrie, mit der der korrupte Staat unter einer Decke steckt, die Regierung will die Leute von den Wäldern fernhalten, um sie fett und unfit zu machen … , solche und andere Verschwörungserzählungen kursieren in der Stadt. Natürlich gibt es auch genügend wundervolle Seitenhiebe auf rechte Parteien gleichzusetzen mit der österreichischen FPÖ und der deutschen AFD, die sich selbstverständlich wieder an die Spitze der Protestbewegung gesetzt haben und das neue Problem sofort wieder gemäß ihrer Agenda mit Grünen Bashing, Klimawandel und Flüchtlingskrise in total bekloppte Zusammenhänge bringen.

Die wahnwitzigsten Aktionen im Plot stellten aber die religiös motivierten Verschwörungsschwurbeleien und die angeworfene Propagandamaschinerie in Form von TV-Diskussionen dar, die vor allem durch eine kleine Spitze auf den österreichischen Sender ServusTV gar köstlichst in die Geschichte eingebaut wurden. Da faseln dann alternative Experten etwas vom neu definierten Verhältnis zum Tod.

" Die Menschheit ist die gefährlichste Krankheit des Planeten. In diesem Kontext wird Viennese Weed quasi als letztes freundliches Angebot der geknechteten Natur betrachtet, die sich der Menschheit auf die eine oder andere Art entledigen muss, wenn sich nicht rasch etwas ändert."

"Die Abschaffung des Todes – tatsächlich ein sehr zeitgemäßer Gedanke! Der Narzissmus, den sie anführen, Herr Kollege, ist ja ein Phänomen, dessen Aufstieg erst mit dem Ende des Mittelalters begonnen hat. Zuvor war der Einzelne Repräsentant seiner gottgegebenen Rolle in der Gesellschaft. Der Tod war nicht Kränkung, sondern Transit ins Himmelreich."


Den Irrsinn perfekt machen in der Handlung dann auch noch kostenpflichtige Viennese Weed-Selbstmordparties mit Reiseleitung bis in den Tod, ein lukratives Geschäft. So viel schräge Vorstellungskraft und perfekte Umsetzung dieser in einer Fiktion ist ganz meine Baustelle.

Bei all diesem wundervollen Setting kommen aber auch die eingebetteten Figuren nicht zu kurz, die sich perfekt in das Ambiente einschmiegen: Der gestrauchelte EX-Knacki Kiki, der nun ein ehrliches Leben führen möchte und als Pflegerin und Freundin der an Multiple Sklerose erkrankten Olga den Bärlauch für den Pflegefall als Last-Exit-Strategie sammelt, die todunglückliche Teenager-Göre Jasse, die sich möglicherweise selbst umbringen möchte, der deutsche Pilzblogger und Biologiedoktorand mit dem Namen Marko Pilz, genannt Myko, Chefinspektor Holzer, der in dieser Krise sehr viel zu tun hat, wie Bärlauchmorde aufzuklären, Selbstmorde von Morden zu trennen, Selbstmordparties aufzulösen und die Betrüger zu verhaften und viele andere liebevoll gestaltete Nebenfiguren bevölkern dieses abgedrehte Universum und fügen sich mit glaubwürdigen Taten und Motiven in den Plot ein.

Sprachlich war ich sehr entzückt von den schrägen Dialogen und der Fabulierkunst der Autorin, zudem habe ich so en passant sehr viel über Pilze gelernt.

Das Ende der Geschichte ist wundervoll und wieder die perfekte Analogie zu Corona – gleich einer leichteren Mutation wie Omicron wird die Transformation von Viennese Weed die Welt nicht mehr verlassen, es ist nie vorbei und wird bleiben. Die Duplizität unserer Erlebnisse während der Krise mit den Ereignissen in der Geschichte und der Transport der Corona Probleme auf ein völlig neues Thema hat mir fast am besten an dem Roman gefallen. Die Autorin schreibt im Nachwort, dass der Plot schon vor Corona fast fertig war und diese Aspekte erst im Nachhinein eingefügt wurden. Das war eine ausgezeichnete Idee und hat dem Werk sehr genützt.

Fazit: Grandios! Witzig bis wahnwitzig, gleichzeitig erschreckend und lehrreich mit einer Botschaft eingebettet in eine ausgezeichnete Geschichte! Von mir gibt es eine warmherzige Empfehlung, für mich persönlich ist dieser Roman sogar erneut zu den Buchstoffhöhepunkten 2022 zu zählen, aber man muss halt schon ein Faible für schräge Stories haben, um diesen Irrsinn genießen zu können. 5 Bärlauchfinger an jeder Hand!
Profile Image for Gunnar.
391 reviews14 followers
January 19, 2022
In den Wälder rund um Wien hat eine Pilzart Bärlauch befallen. Wie sich bald herausstellt, hat das Zeug eine extrem berauschende Wirkung. Das Problem: Schon die kleinste Menge „Viennese Weed“ ist nach dem kurzen Glücksrausch absolut tödlich. Dennoch setzt ein wahrer Run auf das Zeug ein, man weiß ja nie, wann man es braucht und der Wiener an sich hat ja eh ein ganz eigenes Verhältnis zum Tod. Ex-Häftling Kiki sammelt das Zeug für ihre kranke Freundin Olga und trifft auf den depressiven Teenie Jasse. Ein seltsamer Todesfall bindet die beiden zusammen, während um sie herum der Wahnsinn ausbricht.
Gudrun Lerchbaum führt mit diesem Roman in die Welt der Pilze und Sporen ein und schafft ein Szenario, das nicht ohne Zufall an aktuelle Pandemiezeiten erinnert. Es geht um den Umgang mit dem Tod, um ein selbstbestimmtes Leben, um ethische Fragen. Die Charaktere sind realitätsnah, das Thema interessant. Und doch hat mich der Roman leider nicht so richtig gepackt. Ich hatte das Gefühl, dass zu viele Dinge angepackt wurden, die Figuren ihre ganze Tiefe nicht ausspielen konnten. Die Kriminebenhandlung fand ich entbehrlich, die wissenschaftlichen Informationen zu ausführlich. Dennoch mit einigen interessanten Aspekten.
Profile Image for Havers.
902 reviews21 followers
February 6, 2022
Seit Januar 2022 ist in Österreich ein Gesetz für die Beihilfe zum Suizid in Kraft getreten, das schwer bzw. unheilbar Kranken den Zugang zu Medikamenten garantiert, mit denen sie ihrem Leiden ein Ende setzen können. Das muss aber immer legal und von Medizinern abgesegnet sein. Aber was wäre, wenn plötzlich eine für alle Sterbewilligen offene Möglichkeit bestünde, diesen Weg durch die Instanzen umgehen zu können? Passender hätte der neue Roman „Das giftige Glück“ von Gudrun Lerchbaum nicht erscheinen können, ein Roman, der sich nicht nur mit dieser Thematik auseinandersetzt.

Wien im Frühjahr, die Pandemie ist endlich abgehakt, überall grünt es und über den Wäldern und Parks der Metropole liegt der Duft von Bärlauch. Nach Monaten des Eingesperrtseins ein Neuanfang. Die Menschen strömen in die Natur, sammeln die lanzettförmigen Blätter, nicht wissend, dass die Pflanzen von einem Pilz befallen sind, der bei Genuss tödlich wirkt.

Zuerst sterben die Menschen versehentlich, aber nicht, wie so oft bei giftigen Substanzen, unter unbeschreiblichen Qualen. Nein, die letzten Minuten ihres Lebens sind sie entspannt und voller Freude, denn beschert einen schmerzfreien Tod, der mit offenen Armen empfangen wird. Diese Information macht schnell die Runde und eröffnet Möglichkeiten, nicht nur für kranke Menschen sondern auch für solche, die nichts Gutes mit Vienesse Weed, wie es mittlerweile genannt wird, im Sinn haben. Natürlich ruft das die staatlichen Organe auf den Plan. Der Zutritt zu den Wäldern und Parks wird verboten, das Sammeln unter Strafe gestellt und die städtischen Gärtner mobilisiert, damit sie die Pflanzen vernichten.

Es sind viele Themen, die dieser Roman behandelt. Es geht um selbstbestimmtes Leben und Sterben, um Freundschaft und Liebe, um Sterbehilfe, um Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, um Einschränkungen der persönlichen Freiheit, um unseriöse Medienberichte und Verschwörungstheorien, um die Kontrolle der Natur durch den Menschen. Viele moralphilosophische Fragen, deren Beantwortung allerdings nicht auf einem Tablett serviert wird, die man aber durchaus auch im Kontext der aktuellen Pandemie stellen darf, wobei die Autorin die gesellschaftspolitischen Gegebenheiten im Blick behält, uns nebenbei mit naturwissenschaftlichen Fakten versorgt und zum Nachdenken anregt.

Das mag sich jetzt trockener anhören, als es tatsächlich ist. Im Gegenteil, denn da gibt es auch noch diesen Handlungsstrang, der all diese Aspekte auf eine persönliche Ebene herunterbricht. Olga, die an Multipler Sklerose leidet und sterben möchte, ihre Freundin Kiki, die sie pflegt und ihr dabei helfen soll, und Jasse, die Jugendliche mit Problemen, die eher zufällig mit den beiden Frauen in Kontakt kommt. Nicht zu vergessen der ungewöhnliche Mordfall. Es sind diese ständigen Perspektivwechsel und die humorvollen, teils bissigen Dialoge, die Abwechslung bieten und die Handlung lebendig und spannend gestalten.

Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung!
Profile Image for Michael Bohli.
1,107 reviews54 followers
September 3, 2022
In Wien entdeckt, gekauft und gelesen. Ein Buch, das die Möglichkeit einer Seuche in die österreichische Hauptstadt bringt, allerdings mit suizidalen Sehnsüchten und Drogen verbindet.
"Das giftige Glück" von Gudrun Lerchbaum klingt als kurze Zusammenfassung spannend und packend, leider aber wollten weder die Figuren, ihre Handlungsweisen noch die Sprache des Buches überzeugen. Oft erinnerten mich Dialoge und Szenen stärker an eine Vorabendserie eines Privatsenders, als an durchdachte Literatur.
Profile Image for Nicole.
1,232 reviews35 followers
November 27, 2021
3,5 ⭐
(Vorableseexemplar. Dieser Titel erscheint am 11.1.2022. Vielen Dank an den Haymon Verlag)

In den Wäldern rund um Wien wird der Bärlauch mit einem neuartigen Pilz befallen. Wer den Bärlauch konsumiert erlebt extatisches Glück- und stirbt dann.
Erstaunlicherweise werden die Wälder gestürmt. Sie alle suchen einen Ausweg- auf die eine oder andere Weise, die einen für sich, die anderen für andere.
In einer modernen, saloppen Sprache wird uns diese einnehmende Erzählung präsentiert. Die Charaktere sind glaubwürdig, gerne bin ich ihnen gefolgt. Der Plot ist spannend und die Handlungsstränge finden schlüssig zueinander. Ich fühlte mich gut unterhalten.
Profile Image for JoanStef.
356 reviews
January 12, 2022
Mind-Food at its best

"Das giftige Glück" ist das neue Buch der östereichischen Schriftstellerin Gudrun Lerchbaum.
Es wird am 11.01.2022 vom Haymon Verlag veröffentlicht.
Die Autorin:
lebt in Wien. Belletristik, Kriminalroman & Dystopie sind Genres unter welchen sie schon erfolgreich Bücher veröffentlicht hat. Sie besticht mit ihren schriftstellerischen Vielfältigkeit.
Das Cover:
"springt" mir geradezu ins Auge. Es besticht durch die harmonische blau-grün-schwarzen Farbkomposition. Bärlauchblätter mit fein skizzierten Linien und Punkten.Giftgrüne Titelfarbe.
Eine absolut gefällige, bildhafte Darstellung der literarischen Hauptkomponente: die Symbiose von Bärlauch & einer auf ihm lebenden Pilzart.
Zum Inhalt:
Bärlauch ist eine Gewürzpflanze,welches vielen Menschen ausgezeichnet mundet.
Hier geht jedoch nicht um Rezepte. Es geht um das lilienartiges Gewächs, welches der Familie des Knoblauchs, Schnittlauchs & Zwiebeln, zugehörig ist.
Nach dem Genuss des Gewächses sind nun Menschen überraschend verstorben.
Es wurde beobachtet, dass der Verzehr schnell zu einem absoluten Glücksgefühl und dann zum sicheren, jähem Tod führt.
Nach Analysen wird klar, dass eine Pilzart, die in Symbiose auf dem Bärlauch lebt, diesen teils euphorischen jedoch unvermeintlich mortalen Genuss, verursacht.
Schnell werden wir mit der Frage konfrontiert:
Ist der Genuss dieser Symbiose-Partnern ein Weg, raus aus dem Leid unheilbarer Erkrankungen, eine Lösung für unerträgliche Lebensumstände?
Wer kann & darf diese für sich oder andere Menschen, gezielt einsetzen?
Und, ist es ethisch und legal in Ordnung ?

Mein persönlicher Leseeindruck:

Erzählweise, Grammatik und Stil:
Das wirklich spannende Thema wird von der Autorin schon auf den ersten Seiten zur inneren Diskussion gestellt. Anhand von den Herausforderungen einzelner Personen, arbeitet sie sich in Richtung, der absolut drängenden Frage: der Ethik.
Sie versteht es, meine Gedanken zum Nachdenken und Abwägen zu motiveren.
Es handelt sich hier zwar um eine Fiktion, welche sich jedoch in meiner Gedankenwelt als absolut mögliches Szenario, aufdrängt.

Zusammenfassung:
Die Präsentation dieses fiktiven, aber auch sehr aktuellen Thema, ist der Autorin, sehr gut gelungen.
Küchenkraut für jedermann zugänglich. Seine Vielseitigkeit als: Waffe, Droge oder Nahrung?
Welche Dinge müssen verboten werden um die Gesellschaft zu schützen?
Lethaler Genuss mit Verboten regulieren?
Ohne Umschweife präsentiert diese Erzählung, Fakten & Eckpunkte.
Eine fiktive Pflanzensymbiose als Werkzeug der Meinungsbildung und Unterhaltung.
Die schnörkelfreie flüssige Erzählweise, ermöglicht einen tollen Lesefluss.

Fazit: Ich vergebe eine sehr gute 4* Sterne Bewertung für "Das giftige Glück".
Es präsentiert das besondere Thema gekonnt & ermutigt die eigene Abwägung und Meinungsfindung ohne, auch "Fake News oder Verschwörungstheorien zu negieren. Insgesamt komplementiert die Story den individuellen Meinungsfindungsprozess & unterhält auf sehr gutem Niveau.

Verlag: Haymon
Seitenzahl: 276
Format: Ebook, Gebundene Ausgabe
ISBN: 3709981492
21 reviews
February 4, 2022
Das Cover des Buches gefällt mir sehr sehr gut! Ich finde es ist sehr passend und wirkt sehr edel! Besonders gut hat mir auch der in das Hardcover eingearbeitete Klappentext gefallen.

Der Schreibstil der Autorin hat mir auch sehr gut gefallen. Das Buch liest sich sehr flüssig und auch wenn es aus einigen verschiedenen Perspektiven geschrieben wurde hatte ich überhaupt keine Probleme in die Geschichte hineinzufinden und wusste immer sofort in welcher Perspektive ich mich gerade befinde.

Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut und ich hätte das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen. Die verschiedenen Perspektiven ergänzen sich gut und fließen im Laufe der Geschichte auch miteinander zusammen.

Die Charaktere waren mir allesamt auf ihre Art irgendwie sympathisch. Ich konnte mich zwar nicht direkt mit identifizieren, aber ich mag melancholische Charaktere sehr und zu fröhliche Charaktere hätten meiner Ansicht nach auch nicht gut in die Geschichte gepasst.

Für mich hätte das Buch tatsächlich noch etwas länger und ausführlicher sein können. Ich war fast ein wenig traurig, dass die Geschichte nun schon vorbei ist.

Was ich noch besonders anmerken will ist, dass die Autorin den Lesern viel Platz für eigene Gedanken lässt. Dies sowohl in Bezug auf die Geschichte als auch auf die Charaktere. Das fand ich wirklich super. Es mag zwar ein wenig mehr Aufmerksamkeit vom Leser verlangen aber ich mag Geschichten sehr, wo mir nicht alles im Detail erklärt wird.

Das Buch hält sich nicht strikt an Genregrenzen auch das mag ich persönlich sehr und hat für mich ebenfalls sehr gut zu der Geschichte gepasst.

Alles in allem kann ich das Buch wirklich jedem weiterempfehlen. Tatsächlich bin ich mir jetzt schon sicher, dass es eines meiner Jahreshighlights sein wird und ich möchte jedenfalls noch weitere Bücher der Autorin lesen.

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen.
Profile Image for Lisa_V.
736 reviews3 followers
February 6, 2022
Geglückte Genremischung – Erschreckend real und extrem fesselnd

"Das giftige Glück“ der Autorin Gudrun Lerchbaum konnte mich mit seinem außergewöhnlichen Gesamtkonzept überzeugen. Denn das Buch bewegt sich inhaltlich zwischen den Genres Krimi, Roman, Dystopie und Satire gekonnt hin und her, ohne zu aufgesetzt zu wirken. Inhaltlich geht es um das plötzliche Auftauchen eines parasitären Pilzes. Dieser verbreitet sich auf allen Bärlauchpflanzen rund um Wien und sorgt bei Verzehr für die pure Euphorie, aber eben auch für einen raschen Tod. Schnell entsteht ein düsteres aber realistisches Szenario, welches wenig Zeit zum Luft holen lässt. Denn von Beginn an war die Geschichte fesselnd, vielseitig und richtig schön spannend. Die Handlung wurde dabei vor allem durch die sehr unterschiedlichen und häufig wechselnden Perspektiven, abwechslungsreich gehalten.

Jede:r der Protagonist:innen bringt eine eigene Lebensgeschichte mit den dazugehörigen Sorgen und Nöten mit. Neben den sehr persönlichen Perspektiven von Jasse und Kiki, gibt es aber auch immer wieder Passagen aus einem Onlineblog oder aus TV Interviews. So entsteht ein erschreckend detailliertes Bild der Lage, welches gar nicht so unrealistisch erscheint. Neben der Frage nach einem selbstbestimmten Sterben bzw. einem guten Tod, gibt es außerdem etliche Bezüge zur Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Trotz der Fülle anspruchsvoller Themen, liest sich der Schreibstil äußerst angenehm und flüssig. Ganz Nebenbei regt dieses Buches zum nachdenken an, unterhält aber dennoch seine Leser:innen auf einzigartige Weise. Besonders das Ende war für mich stimmig und rund, indem es in eine ganz andere Richtung als ursprünglich vermutet ging. Am besten man liest dieses Buch ohne eine besondere Erwartungshaltung und lässt sich einfach von der ungewöhnlichen Geschichte überraschen. Es lohnt sich auf jeden Fall! Von mir gibt es für dieses eindrucksvolle Leseerlebnis, volle 5 Sterne und eine klare Empfehlung!
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.