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Tao

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Dass Tobi eigentlich Tao heißt, wissen die wenigsten. Nur Miriam nennt ihn, wenn sie zu zweit sind, bei seinem chinesischen Namen. Als sie ihn verlässt, reist Tao mit dem Auto quer durch Europa, um der Trauer über die Trennung zu entkommen. Doch die Erinnerung an die gemeinsamen Jahre verfolgt ihn, und auch der Tod des Vaters lässt ihn nicht los: Vor Jahren verschwand der in Hongkong – auf der Suche nach dem Geburtsort des eigenen Vaters, Taos Großvater. Dieser war als Kind von Menschenhändlern nach Indonesien verschleppt worden, wo er sich eine Existenz aufbauen konnte. Bald aber nahm die Diskriminierung der chinesischen Minderheit immer mehr zu, so dass Taos Vater vor der drohenden Gewalt nach Deutschland floh. Nun ist es Tao, der sich auf die Spuren seiner Vorfahren begibt und zu schreiben beginnt, um die eigene Geschichte zu ordnen und die seiner Familie.

Yannic Han Biao Federer erzählt von Verlust und Entfremdung, von einer Spurensuche entlang postkolonialer Verwerfungen und biographischer Brüche, in der deutschen Provinz wie im zerrissenen Hongkong von heute. Sein Roman Tao stellt die Frage, wie gemeinsame Erinnerung erzählt werden kann, wem sie gehört – und was sie verspricht.

200 pages, Hardcover

Published March 7, 2022

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About the author

Yannic Han Biao Federer

7 books11 followers

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1 star
4 (3%)
Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,047 followers
March 6, 2022
Federer, born in 1986, grew up in the South of Baden as the son of an Indonesian mother and a German father. He has already garnered quite some recognition, including the 3Sat Award at the Bachmann Competition in 2019 (the year that Birnbacher, author of Ich an meiner Seite, won the main award). His second novel "Tao" is crafted in a fragmentary style. The main character Tobi is legally named Tao, and when his girlfriend Mirian leaves him, he makes a roadtrip through Europe to escape his sadness, which, surprise!, doesn't work. Haunted by the loss of Miriam and the mysterious death of his father who disappeared in Hongkong while searching for his own father / Tobi's grandfather, Tao ventures to find out more about his family history and his own heritage...

This main storyline is interspersed with
- Tobi repeatedly visting a dermatologist trying to cut out cancerous spots (oh, the symbolism),
- episodes featuring Tobi's friend Micha who, apparently a white guy, is trying to write a super-woke story about a character that is reminiscent of Tobi (appropriation? activism? exploitation?),
- Tobi writing a book about an alter ego called Alex while Tobi himself seems to be an alter ego of Yannic Han Biao Federer,
- flashbacks to Tobi's relationship with Miriam and other vignettes.

So the question here is: Who writes what story to what end? Frustratingly, the most interesting parts - family history and colonial history - happen on a subliminal level, which does reflect how Tobi/Tao lives in the now and all those hidden aspects lurk under the surface, but as a reader, I want to know more about the things that remain untold or intentionally vague. We get detailed descriptions of rather mundane episodes that showcase how well this author can evoke atmospheres, but he refrains from doing that when it comes to the actually interesting parts. The intention here is stringent and convincing, but the effect is that the reader feels a growing detachment from the story (and you could argue that detachment and alienation are the point here, but it's just not fun to read).

And then there is the constant parallel between Tobi's and Miriam's dead fathers, and it just doesn't work: Miriam's father joined a sect, and I did not care a bit, I was here for Tobi/Tao. I can't say too much about the destiny of the father and the grandfather without spoiling, but it has to do with the cruel destiny of the Chinese minority in Indonesia and the selling of children from China to Indonesia. Also, Hongkong features prominently - so we get a lot of interesting historical and sociopolitical connections that would have intetested me immensely, if they were just focused on more.

Identity, family, migration: Federer writes aginst the loss of the past through silence, also in his own family. In an interview, the author said that the story of his own grandfather was a taboo in his family; in the Bachmann version of his text, a character with hiw own name features. But "Tao", he stresses, is not biography: It is a work of memory, as memory is always fiction and construction. Federer's novel shows that colonial history still plays a major part and not in other parts of the world, but right here. The story is so, so interesting, but the way it is told didn't aesthetically convince me.
Profile Image for Pascal.
309 reviews53 followers
October 19, 2022
Meine erste Gedanken während der ersten Kapitel: "Wer so viel Geld zum Reisen hat und gleichzeitig Zeit und Energie, einen Roman zu schreiben, dem kann es ja so schlecht nicht gehen." Vorurteile hin oder her – jeder Schmerz ist valider Schmerz, in der subjektiven Wahrnehmung. Doch braucht es mehr Mühe, mehr Aufbau, solch subjektiven Schmerz in einem Roman zu vermitteln. Am deutlichsten wird die Trauer des Protagonisten durch die wirklich vollends unbeschwerten Alman-Freund*innen im Roman-im-Roman. Diese existieren gefühlt auch nur, um diesen Kontrast zu zeigen.

Generell natürlich interessante Idee, einen autobiographischen Roman im Roman zu schreiben; doch mach Tao nicht viel mit dieser weiteren Abstraktionsebene. Die detaillierten Momentaufnahmen und die übergreifende Melancholie könnten faszinierender sein, wären nicht beide Erzählebenen darin ertränkt. Es fehlen die Dynamik und ein gewisser dramatischer Bogen.

Die ständigen Sprünge zwischen Szenen sorgen zwar dafür, dass sich der Roman wie eine natürliche, fortlaufende Erinnerung anfühlt – als würde man sich nachts schlaflos im Bett wälzen und in Gedanken verlieren – aber sie machen die Erzählung nicht abwechslungsreicher. Als der so Roman so tröpfelnd auslief, dass ich mich davon abhalten musste, durch die letzten Seiten zu skippen, merkte ich, wie knöcheltief ich allenfalls in die Geschichte versunken war.

Auch der Bezug zu China, Hong Kong und Indonesien bleibt eher auf dem Level seichten literarischen Tourismus. Wahrscheinlich gehört es sich auch hier nicht, so etwas zu vergleichen, aber ich habe in Tao wirklich wenig gefunden, was andere Romane, die asiatische Einwanderungsgeschichten thematisieren, nicht profunder dargelegt hätten.

Die einzig wirklich spannende Frage, die der Roman hinsichtlich Identität stellt, ist: Wenn es doch einen DNA-Test braucht, um überhaupt zu bestimmen, wo die eigenen Wurzeln liegen; wieso fühlt sich dann diese Verbundenheit zur Heimat dennoch so wichtig an?
30 reviews1 follower
Read
September 22, 2025
Durch die letzten Seiten gequält, aber bis zum Ende nicht gecheckt, worum’s eigentlich genau geht.

Die ganze Geschichte ist so zerstückelt, dass ich bis zum Ende null mit den Charakteren relaten konnte (Tobi oder Alex oder wer auch immer jetzt eigtl die Hauptfigur war)

Hat mich an die möchtegern-intellektuellen Bücher ausm Deutschunterricht erinnert, die niemand je wirklich verstanden hat
Profile Image for isaac.
191 reviews
July 15, 2024
2.5 sterne

challenge das deutsche autoren auch mal bücher schreiben, die zusätzlich zu gutem schreibstil & interessanten thematiken auch noch actually. fun to read sind. ich glaub' auch es wäre besser gewesen, ein bisschen historischen kontext zu geben, weil ich nichts über die thematiken wusste, und jetzt aber auch. immer noch nichts weiß. aber ich habe jetzt lust, mir was dazu durchzulesen.

overall war das buch trotzdem unnötig kompliziert, there, i said it, die fiktive perspektive aus dem fiktiven roman des fiktiven protagonisten des autobiographischen romans war einfach so ?? auch: manchmal ist es okay, eine frage zu beantworten oder plotpunkte aufzulösen, ich glaub das wäre vielleicht als autobiographischer roman (actually) besser aufgehoben gewesen, weil den literarischen anspruch erfüllt hat es für mich nicht, aber! ich glaub wenn man mehr in der thematik drinnen ist, kann das viel mehrwert haben
Profile Image for Vivus_007.
31 reviews
March 29, 2023
Für mich erfüllte das Buch nicht das, was ich mir versprach. Ich wurde bis zum Ende nicht ganz warm mit Tao. Die Idee von einem Roman im Roman, indem er die Geschichte seines Vaters aufarbeitet und quasi selbst zum Vater wird, fand ich klug aber dann doch schon ab der Mitte vorhersehbar. Was jetzt nicht negativ sein muss, allerdings ging mir Tao doch ziemlich auf die Nerven. Ich las ihn als einen sehr Selbstmitleidigen jungen Mann, der eigentlich nirgendwo und bei niemanden für sich selbst einsteht. Anfangs wollte ich ihn noch beschützen, gegen Ende dachte ich mir so.. ach weist du was? Selbst schuld. Das fand ich schade. Letztendlich frage ich mich doch, bin ich vielleicht nicht intellektuell genug?
Ich denke, dass ich mit Tao nichts anfangen konnte.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Anna.
160 reviews
July 10, 2022
Ich habe “Tao” und seinen Autor auf Umwegen entdeckt und auf solchen Umwegen habe ich mich gefühlt auch beim Lesen bewegt. In der Mitte des Buches hat es mich richtig reingezogen, aber am Anfang und Ende auch immer wieder rausgeworfen. Hier passiert viel: eine Autofiktion wird als solche ausdekliniert, einmal als Erinnerung in Ich-Perspektive und dann fiktionalisiert in 3. Person geschrieben - mit vielen Ortswechsel, einigen Lieb- und Freundschaften und der Auseinandersetzung mit der historisch hier wenig bekannten chinesischen Minderheit in Indonesien. Diese wurde zuletzt am Rande des Documenta-Skandal (Sommer 2022) diskutiert, sodass “Tao” aktueller nicht sein könnte. Anspruchsvoll, identitätspolitisch und sicher keine Spaziergangslektüre, dafür eine frische und interessante Stimme.
Profile Image for Emilie.
159 reviews2 followers
Read
November 2, 2023
i want to throw up but in an appreciative way. the ending gagged me and although there was a slow start, I think this was so worth it. so many interesting parallels to think about but at some points, the book was admittedly attempting too much in too little time, ended up being very trippy.

anyway enjoy my translation of the opening because 10/10 opening

"When my father's father died, they told him his father was now sitting above him on the sharp edge of the moon, peering down at him, watching over him, and if he were ever alone and anguished, he only had to wait until twilight fell, until the glowing milky stone hung over the palm trees and the telephone poles; then, he could be sure that his father's hopeful eyes were laying on him."
Profile Image for Charlie Egon.
184 reviews7 followers
October 26, 2023
"Tao" handelt von Verlust, Verschwinden, Verlassen. Zwischen Deutschland, Indonesien und Hongkong tastet der Protagonist Leerstellen ab - selbst oder durch das autofiktionale Schreiben.

Viele kräftige Bilder wechseln sich in kurzen Absätzen ab; dadurch entsteht eine vielstimmige, nicht chronologische Collage. Methodisch hat mir das, wie auch die wesentlichen Motive, an sich gefallen. Bis zum Schluss bin ich aber nicht recht mit den Figuren und der Handlung warm geworden, man bleibt beim Lesen doch immer ein wenig außerhalb.
Displaying 1 - 13 of 13 reviews

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