In einem Vergnügungspark zu arbeiten war für Jessica immer ein Traum, doch nach über zehn Jahren zwischen Achterbahnen und Fast-Food-Restaurants ist sie es leid, im Rabenkostüm zu tanzen und den Gästen mit aufgesetztem Lächeln eine heile Welt vorzugaukeln. Wie die anderen Angestellten hasst sie ihre Arbeit, den Park und den Besitzer – so sehr, dass sie beschließen, den schönsten Ort der Welt in Schutt und Asche zu legen.
Während die Planung für den Tag der Zerstörung läuft, wird Jessica nicht nur unerwartet mit der Rückkehr einer Ex-Freundin und eines Jugendfreundes konfrontiert, sondern auch mit ihrer ganz persönlichen Verbindung zum Park. Denn wer für eine bessere Zukunft sorgen will, muss sich früher oder später der eigenen Vergangenheit stellen.
Kurzzusammenfassung: Böse Vergnügungspark beuten Arbeiter aus, bis diese sich radikal zur Wehr setzen
Bitte die Content Notes ernst nehmen
Für mich ein frisches Genre, den Katastrophenfilme sind nicht meins, so das ich auf die Idee eines Katastrophenromans schon mal gar nicht gekommen wäre. Noch interessanter ist das Setting - ein Disney-World-artiger Vergnügungspark in einer nicht näher verorteten USA (denke ich, wirklich), basierend auf einer fiktiven Märchenbuchreihe.
So fiktiv der Hintergrund, so nahe der Realität ist der Rest. Hier merkt man, dass der Autor sich mit der Funktionsweise von Vergnügungsparks und vor allem ihren Gefahren beschäftigt hat. Außerdem wird der Roman durchgehend mit geschichtlichen Fakten über Unfälle in echten Parks unterfüttert, von einem leider recht nervigen Charakter, dessen Hobby das auswendige runterbeten eben dieser Fakten ist. Auch wenn ich solche Menschen kenne, ist er mir hier doch zeitweise etwas auf den Keks gegangen.
Die ganze Katastrophe (Kein Spoiler, wir fangen in der Katastrophe an und blicken dann zurück, um den Weg hierhin zu erleben) ist aber eigentlich nur Rahmenhandlung für die sehr persönliche Leidensgeschichte der Protagonistin, aus deren Perspektive erzählt wird.
Der Autor spannt hier ein tragisches Netz von Ereignissen, die an der Persönlichkeit der Protagonistin nagen und sie an den Rand der Verzweiflung treiben.
Leider führt das dazu, dass sie für große Teile der Handlung extrem passiv ist, ergo es passieren ihr lauter schlimme Dinge, ohne das sie groß etwas dagegen tut. Hinzu kommt der gewählte Erzählstil, der ihr sogar in Dialogen oft keine direkte Sprache gibt, so dass ich persönlich Probleme hatte, Sympathie oder nähe für sie aufzubauen.
Außerdem muss man am Anfang die Prämisse akzeptieren, dass der Parkbesitzer Knebelverträge für seine Mitarbeiter hat, die es ihnen unmöglich machen, zu kündigen. Möglicherweise gibt es so etwas, aber trotzdem habe ich mich recht oft gefragt, warum diese Mühe für komplett ersetzbare Mindestlohnarbeiter in den USA? Wenn man aber damit an Bord ist, ist der Rest der eskalierenden Ereignisse zwar erschreckend, aber leider oft glaubwürdig. Gruppenzwang, Ausweglosigkeit und Radikalisierung lassen sich schön beobachten und schaffen unangenehme Parallelen in die Realität.
Fazit - wie am Anfang angedeutet, kein leichter Tobak, aber ein interessanter Abstieg in die Abgründe, zu denen einen persönliche Traumata führen können.
Mach den Vergnügungspark kaputt - aber bitte in düster.
"Crow Kingdom" ist der Debütroman von Tino Falke, der überraschend anders ist, als ich zunächst erwartet habe.
Der Vergnügungspark Corona Kingdom lockt die Massen, doch für die Angestellten ist der Arbeitsalltag Stress pur, kündigen nahezu aussichtslos. Also fassen Jessica und die anderen einen folgenschweren Plan: Den Park zu zerstören.
Ich tue mich ehrlich gesagt schwer damit, den Roman passend und fair zu bewerten. Ich glaube, das liegt an verschiedenen Dingen. Zum einen ist er deutlich düsterer als ich dachte, gerade auf der psychologischen Ebene. Die Prämisse klang für mich nach einem spaßigen "Mitarbeiter lehnen sich gegen schlimmen Boss auf und zerstören Vergnügungspark". Was gerade die Protagonistin aber alles abbekommt und mitmachen muss, ist wirklich harter Tobak. Vielleicht habe ich mich vorher nicht genau genug mit dem Roman beschäftigt, jedenfalls hat mich das so etwa ab 1/3 des Buches kalt erwischt - und da weiß man das Schlimmste ja noch gar nicht.
Zum anderen habe ich den Roman in einer mental nicht ganz einfachen Zeit gelesen. Das ist rein subjektiv jetzt und auch keine Kritik am Roman, aber ich musste ihn zwischendurch weglegen und erstmal etwas Positiveres lesen.
Drittens habe ich Probleme mit der Erzählweise der Erzählerin, da trotz der Ich-Perspektive viele Dinge erst am Schluss den Lesenden offenbart werden, die die Protagonistin aber die ganze Zeit weiß. Unzuverlässige Erzählfiguren sind ein Ding, ich weiß, aber da man auch viel über die Innenwelt der Protagonistin erfährt, fühlte sich dieses Zurückhalten von Informationen etwas künstlich an. Die Art, wie ihre wörtliche Rede geschildert wird, hat mich zudem irritiert.
Absolut positiv hervorzuheben sind dagegen die Wendungen, da man mehrfach überrascht und kalt erwischt wird und wirklich vieles nicht so ist, wie es scheint. Die vielen kleinen Rückblenden sind zudem extrem geschickt eingewoben und man bekommt ein stimmiges Bild für die Figuren und die kleine Welt des Vergnügungsparks.
Zudem hat der Roman ein passendes Erzähltempo. Er ist kurz, flott erzählt, wirkt dabei aber nicht im Geringsten gehetzt. Jedes Wort sitzt, es ist keins zu viel, und trotzdem entsteht ein stimmiger Weltenbau, wie oben bereits erwähnt wurde. Das ist für mich eine hohe Erzählkunst, die Tino Falke auf jeden Fall hat.
Unterm Strich ist Crow Kingdom trotz der oben erwähnten Kritikpunkte (die wirklich extrem subjektiv sind) ein toller Roman, der auf sehr kompakte, flotte Weise eine spannende Geschichte erzählt. Man muss sich, glaube ich, nur darüber im Klaren sein, dass er etwas Düsterer ist, als es zuerst scheint. Einen kleinen Minuspunkt gibt es zudem für die Katzen und was mir ihnen passiert. Nicht nett.
Insgesamt 7/10 Punkten.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Habt ihr als Kind manchmal voller Hingabe eine Sandburg gebaut, nur um dann genüsslich zuzusehen, wie das Meer sie fortspült?
So ähnlich macht das Tino Falke mit seinem Vergnügungspark „Corona Kingdom“ (aufgrund der Pandemie wurde der Buchtitel zu „Crow Kingdom“ abgeändert). Dass der Park nicht bis zum Ende des Romans unbeschadet davonkommt, erfährt man bereits auf den ersten Seiten. Spannend bleibt, warum und wie!
Ich war wirklich beeindruckt, wie unglaublich detailreich der Park zum Leben erweckt wurde. Auch wenn das in Rezensionen längst zur Floskel verkommen ist, aber: Ich fühlte mich, als wäre ich selbst dort und würde Lunaphobia fahren und eine Edible Empire Pizza essen. Aber der schöne Schein hat seinen Preis: Parkmitarbeitende, die in stinkenden Tierkostümen schwitzen und rücksichtslos ausgebeutet werden, ein angrenzendes Dorf, das im Schatten des Parks langsam eingeht. Da liegt es nahe, dass manche die Attraktionen und den fiesen Parkbesitzer Bellmore brennen sehen wollen.
„Crow Kingdom“ lebt aber auf keinen Fall von der reinen Lust an der Zerstörung, sondern ist – was mich als Krimifan natürlich sehr erfreut – ein minutiös geplantes Spektakel, das am Ende all die scheinbar dekorativen Details einem bedeutsameren Zweck zuführt. Und auch die Charaktere haben ein bisschen mehr zu verbergen, als sie uns anfangs erzählen wollen. (Hier definitiv die Content Notes beachten. Mit brennenden Katzen, die zum Glück eher am Rande vorkommen, tat ich mich schon ziemlich schwer.)
Insgesamt eine außergewöhnliche Idee gekonnt umgesetzt!
Puh, das finde ich ganz schwierig mit Sternen zu bewerten. Die ersten 100 Seiten waren wirklich schwierig für mich, weil ich mich sehr verloren gefühlt habe. Die Zeitsprünge machten mir zu schaffen, der Wechsel zwischen Präsens und Präteritum auch, und es fiel mir schwer zu unterscheiden, was Protagonistin Jessica denn nun wirklich denkt und fühlt. Es waren mir insgesamt zu viele lose Fäden, die ich nicht geordnet bekommen habe. Irgendwann in der zweiten Hälfte des Buches hat es dann "klick" gemacht und ich habe auch endlich verstanden, wie Jessica zu Sonja und Penny steht, wie Donnie und die anderen Mitarbeitenden ins große Ganze passen und wieso Jessica überhaupt ständig versucht, irgendeine Art Buße zu tun. Das Ende fand ich dann auch wirklich gut. Was mir besonders gefiel, war die Multikulturalität bei den Mitarbeitenden. Das war total unaufgeregt und natürlich! Womöglich lese ich das Buch zu einem späteren Zeitpunkt nochmal und verstehe dann mehr, weil ich nun bereits das Ende kenne. So ist es für mich ein geteiltes Lesevergnügen gewesen.
„Wissen Sie, was ich nicht sehe?”, sagte Bellmore, nachdem er mir alles aufgezählt hatte, was ihm ins Auge stach. „Das Poblem.”
Kurz zusammengefasst Crow Kingdom ist eine kurzweilige und interessante Auseinandersetzung mit Kindheitsträumen und Erwachsenenalpträumen. Was, wenn die schöne Fassade der eigenen Kindheit abblättert und man das, was darunter ist, am Ende nicht mehr ertragen kann? Das in der aktuellen Zeit angesiedelte Drama beschäftigt sich mit Trauma, Trauer und dem Wunsch, Altes hinter sich zu lassen.
Contentwarnungen Das Buch thematisiert ausführlich Suizid und Methoden, diesen durchzuführen, inklusive der grafischen Beschreibung von Suizidversuchen durch die Hauptperson. Es werden außerdem immer wieder tragische Unfälle mit Tod und Verstümmelung von Menschen, auch Kindern, thematisiert.
Die Handlung Jessica, die Protagonistin, war immer ein Fan der Geschichten um den kleinen Rabe, die ein Kinderbuchautor aus ihrer Stadt verfasst hat. Die Vision seiner Geschichten, das Corona Kingdom, wird vor den Toren ihrer Heimatstadt von dem ehrgeizigen Investor Jasper Bellmore als ein Vergnügungspark aufgebaut, und Jessica ist sofort Feuer und Flamme. Sie kann sich nichts Besseres vorstellen, als irgendwann in diesem Park zu arbeiten. Doch einige Jahre später, als Erwachsene, hat sie die Freude an dem Park gründlich verloren. Zusammen mit den anderen Angestellten plant sie, das Corona Kingdom in einen Haufen Schutt und Asche zu verwandeln.
Die positiven Seiten Crow Kingdom ist flüssig geschrieben und hat eine mitreißende Handlung. Dabei ist man sehr nahe an der Protagonistin Jessica, das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Sehr lange drückt sie sich vage über ihre Traumata aus, was aber für ihren Charakter viel Sinn ergibt - sie versucht sehr verzweifelt, ihre Probleme zu verdrängen und nicht an sich heranzulassen. Die Stärke des Buchs liegt gerade darin, dass wir über kleine Häppchen Stück für Stück erfahren, was passiert ist und wie alles zusammenhängt. Ihre Gefühle sind sehr nachvollziehbar, selbst wenn sie in der Handlung oft eine passive Rolle einnimmt. Ihre Beziehung zu ihren jeweiligen Freundinnen ist überzeugend geschrieben und fühlte sich greifbar an, ohne schmalzig zu werden. Das Finale ist sehr fulminant und gut beschrieben. Generell fühlt man sich durch die Beschreibungen immer abgeholt und weiß, wie man sich das Corona Kingdom vorstellen soll. Dabei sind sie atmosphärisch dicht und mit der Handlung verwoben.
Die negativen Seiten Ich werde hier einige Punkte aufzählen, die mir aufgefallen sind, und von der ersten Betrachtung könnte es so scheinen, dass ich das Buch deshalb nicht gut finde. Das ist aber nicht der Fall, es sind eher kleine Details, die mich stören.
Was teilweise etwas beim Lesen irritiert hat, sind die gestapelten Flashbacks. Die normale Handlung ist im Präsens, aber wenn sich die Hauptperson an etwas erinnert, dann springt sie ins Präteritum. Von dort springt sie aber teilweise noch weiter zurück in die Vergangenheit und man hat einen Flashback im Flashback. Außerdem wird der Dialog der Protagonistin nicht in Anführungszeichen markiert, was ich beim Lesen etwas anstrengend fand. Wie gesagt, Nitpicks.
Als Letztes ist mir leider auch negativ aufgefallen, dass einige Nebencharaktere wirklich nur Plotvehikel waren und leider auch Stereotype. Die dünne Frau, die sich aus Kummer schlecht ernährt und davon dick_fett wird und auch nur als solche thematisiert wird, ist leider ein negatives Klischee dicker_fetter Menschen. Auch Nestor, der ältere Mann mit der Hauterkrankung, wird oft negativ beschrieben. Die Erzählung versucht zwar, Mitleid aufzubauen, aber das verhindert nicht, dass ein gewisser distanzierter Ekel mitschwingt. Bei beiden hätte man darauf verzichten können, da der Stress und die schlechten Arbeitsbedingungen hinreichend thematisiert werden.
Fazit Crow Kingdom ist absolut als spannende Lektüre für zwischendurch empfehlenswert, da es sich einerseits schnell und flüssig wegliest, und andererseits keine Seiten schindet. Die Handlung ist mit knapp 200 Seiten gut auserzählt, gibt einem aber noch weiter Stoff zum Nachdenken und Reflektieren. Wie steht man selbst zu den Figuren aus der eigenen Kindheit? Wie reflektiert man den immer im Buch präsenten Kapitalismus und seine Ausbeutung von Kindern und deren Lieblingsmedien? Inwieweit findet man sich in Jessicas Rolle wieder, wenn man Altes verdrängt und sich doch nicht davon lösen kann? Tino Falkes Buch bleibt einem auf jeden Fall in Erinnerung.
Menschen sind kompliziert und auch bei Vergnügungsparks ist nicht alles eitel Sonnenschein. Eine düstere Geschichte was passiert, wenn beides aufeinander trifft - und irgendwie geht am Ende doch die Sonne auf.
Unbedingt content notes auf der Seite des Autors beachten.
Ich hatte ja schon immer ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Vergnügungsparks, aber nach Tino Falkes eindrucksvollem Debütroman bin ich mir sicher, dass diese vorm von Vergnügen und ich keine Freunde mehr werden.
Warum auch immer, aber auch wenn der Buchrückentext nichts davon versprach, verleitete mich der Titel dazu, während des Lesens ständig auf Fantasy- oder Horror-Motive zu warten. Und manches mal war mir so, als ob die Grenze hätte überschritten werden können, doch Tino Falke blieb in der nicht minder fesselnde Realität.
Auch wenn ich mal davon ausgehe, dass die sklavenhalterischen Arbeitsbedingungen, die ein wohl wichtiger Motor für die Motivation der Charaktere waren, leicht überspitzt dargestellt wurden, kann ich mir auch sehr gut vorstellen, dass die Welt hinter den lauten Vergnügungen alles andere als lustig ist. Dass die hart arbeitende Crew aber so voller aufgestauter Frustration und Ausweglosigkeit sein kann, ist eine interessante Sicht der Dinge, durch die der Plot gar nicht so unwahrscheinlich erscheint.
Tino Falke widmet sich sehr intensiv der Gefühlswelt seiner Protagonist*innen und schafft durch die individuellen Charaktere eine Welt, in der man sich schnell zurecht findet, wenn sich nicht sogar vorstellen kann, Teil der malochenden Crew zu sein.
Das Setting, das er aufbaut, erinnerte mich nicht selten an Stephen King. Das mag zum Teil an den eingeflochtenen Kindheitserinnerungen, aber auch an der geschickten Platzierung von Tieren liegen. Und natürlich ist es clever, schon zu Beginn der Erzählung, das Ende anzudeuten, denn tatsächlich blieb mein Interesse, wie es zu all dem kommen konnte, bis zum Schluss bestehen.
Während Tino Falke immer weiter in die Vorgeschichten der Charaktere vordrang und die Einzelschicksale sich mehr und mehr ineinander verwoben, um dann mit einem wortwörtlich großen Knall zu einem Ganzen zu verschmelzen, wurde meine Aufmerksamkeit manches Mal auf die Probe gestellt.
Es war nicht so, dass die häufig wechselnden Einschübe aus Vergangenem mich allzu sehr verwirrten. Auch nicht die Zitate aus der fiktiven Buchvorlage zum Vergnügungsparkkonzept, die eine leichte Diskrepanz zwischen einem Kinderbuch- und Tino Falkes Schreibstil erzeugten und mich beizeiten durcheinander brachten.
Es war vielmehr die fehlende Unterstützung durch typographische Hilfen, die mich viele Absätze zweimal lesen ließen. Der Autor bzw. der Verlag machten es zumindest mir nicht immer allzu leicht, im Lesefluss und bei den Charakteren zu bleiben. Oft war ich mir nicht mehr sicher, wem die gesprochene Zeile zuzusprechen war, ob es in der Gegenwart spielte oder ob es sich lediglich um Gedanken handelte. Auch fällt auf, dass der Name der Hauptfigur ausgesprochen selten erscheint, was mich ab und an von Jessica entfernen ließ.
Ich freue mich natürlich, dass ich als Leser ernst genommen werde und man an mich einen gehobenen Anspruch in Sachen Aufmerksamkeit stellt, aber dass ich so konzentriert bleiben musste … darauf war ich nicht vorbereitet 😉
Vielleicht verfolgte der Autor aber auch in perfider Absicht genau mit dieser eingeforderten Aufmerksamkeit, dass man die ganze Handlung über in einer fesselnden Anspannung bleiben sollte? Vielleicht werde ich das noch erfahren 🙂
Crow Kingdom von Tino Falke ist auf alle Fälle ein sehr gelungener Debütroman und die Fülle an Ideen, cleverem Plot und sehr gut gezeichneten Charakteren lässt in mir die Erwartung zurück, dass es da bald eine weitere Veröffentlichung geben muss. Denn auch der/die Leser*in darf Ansprüche an den/die Autor*in anmelden 😉
Jessica arbeitet in einem Vergnügungspark, doch was ihr immer als Traumjob erschien, hat zusehends an Glanz eingebüßt und auch ihr sonstiges Leben hat Spuren bei ihr hinterlassen. Gemeinsam mit den anderen Angestellten fasst sie den Plan, den Vergnügungspark zu zerstören. Crow Kingdom ist kein Wohlfühlbuch. Crow Kingdom ist auch keine leichte Lektüre, aber es hat ein optimistisches Ende. Vorangestellt sind Content Notes, die es zu beachten gilt. Ausführlicher finden diese sich auch noch auf der Homepage des Autors. Die Erzählweise ist herausfordernd, läuft sie doch nicht chronologisch ab und springt immer wieder in der Zeit hin und her, doch nach und nach ergeben die Puzzleteile ein großes Ganzes, bei dem manches überraschend und unerwartet kommt. Stilistisch ist das Buch herausragend (wobei ich von Tino Falke auch nichts anderes erwartet hätte!), so ist das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben, was zur Folge hat, dass Protagonistin Jessica immer nur in indirekter Rede spricht. Etwas, an das man sich erst gewöhnen muss. Nichtsdestotrotz ist das Buch unbedingt lesenswert, aber es sei nochmal deutlich auf die oben angesprochenen CNs verwiesen. Ich nutze im übrigen fast immer die erste Klo-Kabine ;)
Mochte das Buch sehr. Das nicht ganz chronologische Reihenfolge der Erzählung und das mischen des Buches im Buch mit der richtigen Welt. Auch die Charaktere sind wirklich gut gemacht. Die ganze Erzählung ist sehr stimmig und spannend.
ich bin noch ein bisschen überfordert mit dem, was ich zu dem Buch sagen will, aber aufs Kürzeste runtergebrochen: Es gehört definitiv auf die Liste der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.