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August Emmerich #5

Der letzte Tod

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Ein psychopathischer Mörder, ein getriebener Kommissar und der Beginn von Interpol – der fünfte und riskanteste Fall für August Emmerich!

Wien im September 1922: Die Inflation nimmt immer weiter Fahrt auf, die Lebenshaltungskosten steigen ins Unermessliche, und der Staatsbankrott steht kurz bevor. Unterdessen haben Kriminalinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter es mit einem grausigen Fund zu tun: Auf dem Gelände des Wiener Hafens wurde in einem Tresor eine mumifizierte Leiche entdeckt. Und dabei bleibt es nicht, denn der Mörder tötet nach einem abscheulichen Muster, und er hat sein nächstes Opfer schon im Visier. Doch damit nicht genug: Ein alter Feind aus Emmerichs Vergangenheit taucht wieder auf – und er trachtet dem Ermittler nach dem Leben …

385 pages, Kindle Edition

First published September 27, 2021

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About the author

Alex Beer

12 books68 followers
pen name of Daniela Larcher

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Community Reviews

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Displaying 1 - 26 of 26 reviews
Profile Image for ➸ Gwen de Sade.
1,227 reviews111 followers
December 3, 2021
Wieder ein großartiger Alex Beer, sehr atmosphärisch, man fühlt sich erneut direkt ins Wien des frühen 20. Jahrhunderts versetzt. Ich empfehle bei dieser Reihe ganz klar die Hörversion gelesen von Cornelius Obonya, eh wie immer an dieser Stelle, ich habe selten/noch nie einen Vorleser erlebt, der eine Geschichte so lebendig macht. Große Liebe <3
Profile Image for Shanoe.
1,956 reviews16 followers
April 29, 2023
Es war wie immer ein Genuss, Cornelius Obonya dabei zuzuhören, wie er den neuesten Fall von August Emmerich vorträgt. Denn ja, es ist ein Vortragen, so schön, wie er jeder einzelnen Figur eine eigene Stimme gibt, Akzente perfekt nachahmt und die Emotionen einfängt, nicht bloßes Vorlesen. Besonders gut gefallen hat mir an diesem Band, dass die Psychoanalyse als Thema aufgegriffen wird, Sándor Adler als neuer Charakter macht sich gut und sorgt für einiges an Spannung - aber ich hoffe auch stark, dass es nicht das letzte Mal war, dass wir Emmerichs Budapester Kollegen gesehen haben. Wie immer gelingt es der Autorin hervorragend, das historische Setting so aufzubauen, dass man das Gefühl hat, als wäre man wirklich dabei gewesen, auch historische Persönlichkeiten kommen wieder vor. Der Fall an und für sich ist auch spannend, das Zusammenspiel zwischen Winter und Emmerich wie immer sehr unterhaltsam und auch die weiteren Handlungsstränge aus den Vorbänden werden gut weitergesponnen. Warum gibts dann diesmal nur vier Sterne? Das liegt einerseits daran, dass für mich diesmal keine richtigen Überraschungen dabei waren, viele Wendungen konnte man schon voraus ahnen - aber das ist gar nicht so sehr ausschlaggebend wie das Ende. Dieser Cliffhanger, der ist schon extra fies - ich hoffe, Band 6 erlöst mich bald.
Profile Image for Julie J..
634 reviews36 followers
December 3, 2021
ENGLISH VERSION BELOW
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Der neue Band rund um August Emmerich und seinen Assistenten Ferdinand Winter speilt diesmal in einer halbwegs erträglichen Jahreszeit. Dafür schlägt die Inflation mit aller Härte zu. Emmerich und Winter werden in ihren Ermittlungen diesmal von einer weiteren Person begleitet bzw. unterstützt, Psychoanalytiker Dr. Sándor Adler. Dessen Beruf(ung) findet Emmerich natürlich völlig unnötig und ist zu Beginn auch schlichtweg genervt von dem Herrn, welcher sich im Laufe des Buches jedoch als intelligente Hilfe herausstellt.
Der Kriminalfall war diesmal wieder sehr spannend und die Lösung lange nicht abzusehen. Sehr cool war dabei, dass es diesmal über die Grenzen des kleinen Österreichs hinausging und die Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten notwendig war. Dank der Schreibweise, den kleinen historischen Fakten am Rande und der Fähigkeit von Alex Beer die Zeit auferstehen zu lassen, war die Atmosphäre des Buches wieder großartig, man fühlt sich in die Zeit versetzt. Zudem hat man das Gefühl, das letzte Buch gerade erst gelesen zu haben, das kann Alex Beer richtig gut.
Auch die persönliche Story rund um Emmerich kommt nicht zu kurz, spitzt sich zu und lässt uns mit dem Wunsch zurück, der nächste Teil möge doch schon morgen erscheinen.

Wie schon bei den letzten Bänden habe ich das Buch gelesen und anschließend noch das Hörbuch gehört. Der letzte Stern gebührt rein Cornelius Obonya, wie kann man nur so genial lesen? Ärgerlich finde ich dafür nach wie vor, dass es gekürzte Hörbücher sind. So dick sind die August-Emmerich-Bände jetzt auch nicht, dass man sie nicht komplett vertonen könnte, die Kürzung ist unnötig und ärgerlich.

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The new book about August Emmerich and his assistant Ferdinand Winter takes place in a halfway bearable season. On the other hand inflation strikes with all its harshness. Emmerich and Winter are accompanied and supported in their investigations by another person, psychoanalyst Dr. Sándor Adler. Of course, Emmerich finds his profession completely unnecessary and at the beginning is simply annoyed by the gentleman, who, however, turns out to be an intelligent help in the course of the book.
The criminal case was this time again very exciting and the solution was not foreseeable for a long time. It was very cool that this time it went beyond the borders of small Austria and cooperation with neighboring countries was necessary. Thanks to the writing, the small historical facts on the side and the ability of Alex Beer to resurrect the time, the atmosphere of the book was again great, you feel transported to the time. In addition, you have the feeling that you have just read the last book, Alex Beer can do that really well.
Also, the personal story around Emmerich does not come up short, comes to a head and leaves us with the wish that the next part may appear tomorrow.

As with the previous volumes, I read the book and then listened to the audio book. The last star goes to Cornelius Obonya, how can one read so brilliantly? I still find it annoying that these are abridged audiobooks. The August Emmerich volumes are not so thick that they could not be dubbed completely, the shortening is unnecessary and annoying.

Profile Image for Ascari Vau.
418 reviews
November 28, 2021
Mittlerweile ist es fast wie ein jährlicher Fixpunkt, eine neue Beer zu lesen. Umso netter, wenn es außerdem ein neuer Teil aus der Emmerich-Reihe ist. Es gibt Tage, da kommt es mir fast wie gestern vor, wo ich mir den ersten Teil geschnappt und gelesen habe … Und Beers Bücher sind für mich in diesem Zusammenhang auch die einzigen, wo ich die gekürzte Fassung beim Hörbuch hinnehme, weil der unvergleichliche Cornelius Obonya sie liest – das nur so am Rande :) .

Ich glaube, wenn man bis hierher der Reihe die Treue gehalten hat, dann weiß man, was man bekommt. Emmerich ist kauzig wie eh und je, mit seinem treuen Assistenten Winter an seiner Seite. In gewisser Weise ist das Szenario alt und bekannt.

Genauso das Setting: Das Leben in Wien ist alles andere als ein Zuckerschlecken, die Kluft zwischen Reich und Arm geht immer weiter auseinander und das politische Klima ist extrem instabil. Das bekommen auch Emmerich und Winter zu spüren, obwohl sie als Polizeibeamte mittlerweile ein aus dem Heer ausgemustertes Dienstauto benutzen dürfen.

Weiterlesen hier: https://leseratz.blog/rezension-alex-...
Profile Image for Tinstamp.
1,107 reviews
December 4, 2021
Der fünfte Band um August Emmerich und seinem Kollegen Ferdinand Winter spielt diesmal im Jahre 1922. Doch für die Wiener Bevölkerung werden die Jahre nach Kriegsende nicht besser. Der Unterschied zwischen Arm und Reich wird immer größer und die Inflation steigt ins Unermessliche.
Während auf der Straße immer mehr Menschen betteln und verhungern, löffelt eine kleine Gruppe bei ihren ausufernden Partyexzessen Kaviar. August Emmerich ist vorallem fassungslos, dass seine geliebten Zigaretten bereits pro Stück 120 Kronen kosten, worauf er immer wieder hinweist. Selbst die "Hühnerarmee" kann ihn nicht wirklich trösten. Der Benimmkurs, den er im letzten Band über sich hat ergehen lassen müssen, hat nicht wirklich gefruchtet und Emmerich eckt weiterhin bei jedem an. Einzig sein Assistent Winter nimmt ihn so wie er ist. Zu Emmerichs Unmut bekommt er auch noch einen Psychoanalytiker zugeteilt. August hält von dieser "neuen Masche" allerdings überhaupt nichts und fürchtet, dass alle Verbrecher wegen einer traumatischen Kindheit in Zukunft freigesprochen werden.

In diesem fünften Fall haben es der Kriminalkommissar und sein Assistent mit einem kaltblütigen Serienmörder zu tun. In einem versperrten Tresor wird nach Jahren durch Zufall eine männliche, mumifizierte Leiche freigelegt. Es bleibt aber nicht bei einem Toten, sondern es hat den Anschein, als würde jemand Gefallen daran finden Menschen auf kleinen Raum verdursten und ersticken zu lassen. Doch August Emmerich hat diesmal nicht nur mit einem grausamen Serienmörder zu kämpfen, sondern ebenso mit seinen drei traumatisierten Kindern, denen er mehr Zeit widmen sollte. Außerdem setzt ihm sein neidischer Kollege Brühl den bereits erwähnten Psychoanalytiker Sándor Adler vor die Nase und dann wäre noch der Besuch bei seinem leiblichen Vater ausständig. Dem noch nicht genug, trachtet ihm ein ganz besonderer Zeitgenosse nach seinem Leben. ....

Der Fall ist sehr facettenreich. Erstmals begibt sich Emmerich auch ins benachbarte Budapest. Der zuständige Kommissar unterstützt ihn bei seinen Ermittlungen, wie auch der oberste Polizeipräsident, der ihn dazu ermutigt in weiteren Nachbarstaaten nach ähnlichen Fällen zu suchen.

Die Figuren entwickeln sich weiter und als Leser hat man immer wieder Spaß daran unsere Hauptprotagnisten dabei zu begleiten. Vorallem Ferdinand Winter wird immer selbstständiger. Der Psychoanalytiker Sándor Adler ist eine einteressante neue Figur, der wir hoffentlich auch im nächsten Band wieder begegnen. Auch einige historische Persönlichkeiten, wie der Spekulant Camillo Castiglioni und Polizeipräsident Johann Schober sind in die Handlung eingebaut. Schober ist uns ja bereits in anderen Bänden begegnet, doch diesmal hat er maßgeblichen Anteil daran, dass es in Zukunft eine internationale Zusammenarbeit zwischen der Polizei geben wird. Es ist der Beginn von Interpol und Johann Schober ist der Gründer.

Alex Beer schreibt wie gewohnt wunderbar atmosphärisch. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich wird sehr plastisch dargestellt und man begibt sich wieder ins Wien der Nachkriegszeit. An einer Stelle im Buch hatte ich sogar einen Wiedererkennungseffekt zur Gegenwart, was mir etwas Bauchweh verursacht hat. Ich bin immer wieder verblüfft wie Alex Beer recherchiert und Dinge auf den Punkt bringt, die uns das Wien der damaligen Zeit und die politische Situation so präsent macht. Eine kleine Ungereimtheit ist mir allerdings aufgefallen und der Dialekt hat mir manchmals zu wenig Raum eingenommen. Der Cliffhanger am Ende des Krimis lässt auf einen weiteren Band hoffen.

Fazit:
Ein gelungener fünfter Teil, der diesmal so einige Themen beinhaltet. Spannend von der ersten Seite an, sowie hervorragend recherchiert und mit ganz viel Atmosphäre. Ich liebe diese Reihe und freue mich schon auf den sechsten Band.
Profile Image for K_frost.
167 reviews
September 30, 2021
Wieder weniger vorhersehbar, Handlung und Hintergrundstory des Verbrechers sind super. Nicht wie beim Letzten, wo klar war, dass Emmerich auf dem Holzweg ist. Dadurch, dass der Mörder psychisch krank ist und mit einem anderen Namen mordet, hätte es jeder sein können.

Die privaten Aspekte hätten etwas mehr Aufmerksamkeit vertragen, durch das Erscheinen vom lieben Xaver war aber wohl nicht noch mehr Platz dafür. Hoffentlich das nächste Mal

Was mich gestört hat, ist, dass ab der ersten Charakter-Beschreibung des Toten klar war, dass der schwul ist. Das war unnötig oberflächlich und klischeehaft und hätte, auch, um den damit in Zusammenhang stehenden Verdachtsstrang nicht gleich im Keim abzutöten, besser gemacht werden müssen. Abgesehen davon ist es auch unstimmig insofern, als es in den 20ern nunmal eine entsprechende Szene gab (Isherwood!), die aber überhaupt nicht vorkommt. Dass Emmerich, der sonst zu allem eine Meinung hat, diesen Fakt unkommentiert lässt, ist ebenso nicht überzeugend. Das hätt sie sich also entweder sparen oder besser recherchiert/tiefergehend machen können.
Profile Image for Gabis Laberladen.
1,246 reviews
November 8, 2021
Darum geht's:

Seine Neugier büßt der Obdachlose mit dem Schreck seines Lebens. Als er den Tresor in der ungenutzten Lagerhalle öffnet, starrt ihm eine mumifizierte Leiche entgegen. Neben Emmerich und seinem üblichen Assistenten Winter soll diesmal auch auf Weisung des Chefs der Psychoanalytiker Adler mit ermitteln, was Emmerich ziemlich irritiert. Genauso wie die Tatsache, dass die Inflation inzwischen galoppiert und nicht nur seine geliebten Zigaretten ein Vermögen kosten.

Meine Meinung dazu gibt’s hier
Profile Image for Janine.
399 reviews
April 27, 2025
Wer es gerne cosy hat, ist bei dieser Krimireihe falsch. Ich glaube, kaum ein Krimi wirkt von der Atmosphäre her so unbequem, aber auch so authentisch auf mich wie die Bücher um den Ermittler August Emmerich im kriegsgebeutelten Österreich.

„Der letzte Tod“ ist der fünfte von sechs Bänden. Die Bände hängen insofern zusammen, als dass es Nebenhandlungen gibt, die sich über die verschiedenen Bücher erstrecken. Damit verändern sich auch die Charaktere und Rahmenbedingungen ein bisschen mit dem Effekt, dass nicht nur der Mordfall im Vordergrund steht.

Emmerich ist im ersten Weltkrieg verletzt worden und leidet bis heute an den körperlichen Folgen. Diese Verletzung spielt eine wichtige Rolle und sorgt für die häufig launische Art des Protagonisten. Darüber hinaus hadert er sehr mit der gesellschaftlichen Entwicklung: Während fast überall Menschen an Hunger und Kälte sterben, gibt es eine kleine Gruppe, die rücksichtslos im Überfluss lebt. Dazu kommen sich radikalisierende Gruppen, die insbesondere Menschen jüdischen Glaubens für die wirtschaftliche Situation verantwortlich machen.

Ein Kontrast ist der Untergebene Winter. Winter gehört zum ehemaligen Adel Österreichs, verarmt und lediglich mit seiner in der Vergangenheit steckenden Großmutter „gesegnet“. Den Rest der Familie starb an der Spanischen Grippe. Er versucht, den teilweise aggressiven Charakter Emmerichs auszugleichen, ist eher der versöhnliche Typ und tut bei der ganzen Negativität im Umfeld einfach gut.

In diesem Fall wird eine Leiche in einem Tresor entdeckt und führt die beiden Polizisten auf viele Fährten, von denen nicht nur eine tragisch endet. Der Fall an sich war interessant, gut konstruiert und ich habe wieder etwas gelernt. Vor allem wurde eine Bezeichnung, die ich vorher eher positiv wahrgenommen habe, noch einmal in einem anderen Licht betrachtet.

Für mich gehören die Emmerich Krimis definitiv zu der oberen Liga historischer Krimis und ich kann sie sehr empfehlen, sofern man mit der eher bedrückenden und negativen Atmosphäre kein Problem hat. Mir das Buch jedenfalls wieder sehr gut gefallen und ich werde auch den sechsten Teil lesen.
58 reviews
April 1, 2023
Wie auch die anderen Krimis von Alex Beer extrem spannend mit vielen Twists und spannenden Nebenhandlungen. Außerdem faszinierend wie historisch korrekt die Bücher geschrieben sind, dadurch taucht man richtig in die Welt ein. Ein wirklich spannendes Buch, das man gar nicht weglegen möchte!
Profile Image for NiWa.
534 reviews9 followers
November 11, 2022
"Wien im September 1922: Die Inflation nimmt immer weiter Fahrt auf, die Lebenshaltungskosten steigen ins Unermessliche, und der Staatsbankrott steht kurz bevor. Unterdessen haben Kriminalinspektor August Emmerich und sein Assistent Ferdinand Winter es mit einem grausigen Fund zu tun: Auf dem Gelände des Wiener Hafens wurde in einem Tresor eine mumifizierte Leiche entdeckt. Und dabei bleibt es nicht, denn der Mörder tötet nach einem abscheulichen Muster, und er hat sein nächstes Opfer schon im Visier. Doch damit nicht genug: Ein alter Feind aus Emmerichs Vergangenheit taucht wieder auf – und er trachtet dem Ermittler nach dem Leben …"
(Klappentext: Penguin Random House)

„Der letzte Tod“ ist mittlerweile der fünfte Band der Krimi-Reihe um August Emmerich, der in Wien nach dem Ersten Weltkrieg in der Abteilung für Leib und Leben Mördern und Verbrechern auf die Schliche kommt.

Diese Reihe begeistert mich tatsächlich mit jedem Band, weil Alex Beer die Atmosphäre um das historische Wien jener Zeit gekonnt vor Augen führt. Die Autorin beleuchtet den Anfang der 1920er-Jahre in vielen Facetten. Die Menschen sind nach wie vor vom Krieg gebeutelt. Sie hungern, frieren, die Kosten steigen täglich und sie mühen sich ab, in der Hoffnung, dass es irgendwann besser wird.

Die geschichtlichen Nebenhandlungen und Fakten sind souverän eingebaut und gekonnt mit dem Krimipart verwoben, sodass sich ein dichter historischer Roman ergibt.

Anhand der Figuren erhält man ein stimmungsvolles Gesellschaftsbild, während man sie in ihrem Alltag und bei den Ermittlungen begleitet. Neben Emmerich und Winter erhält man Einblicke in das Leben verschiedenster Gesellschaftsschichten, angefangen vom einfachen Arbeiter über leichte Mädchen bis hin zum wohlhabenden Bankier. Sie sind als Kinder ihrer Zeit dargestellt, was die Atmosphäre unterstreicht.

Außerdem wird diesmal das Verhältnis zwischen Österreich und dem ehemaligen Kronland Ungarn angesprochen. Der Erste Weltkrieg ist erst ein paar Jahre vorbei und für alle Beteiligten ist es sonderbar, dass das alte Gefüge nicht mehr existiert.

Weniger gefallen hat mir, dass Emmerichs private Baustellen arg im Vordergrund sind. Der Inspektor hat es nicht leicht im Leben. Er trägt Wunden aus der Kindheit, aus dem Krieg und von seiner letzten Beziehung. Meinem Geschmack nach wird es mittlerweile zu überladen und ich wäre hocherfreut, wenn zumindest mal ein Part abgeschlossen ist.

Charmant finde ich, dass Emmerich eindeutig nicht zu den geschmeidigeren Zeitgenossen zählt. Bei dem alten Grantler heißt es die Ohren einziehen, bis endlich seine Gutmütigkeit durch die harte Schale dringt.

Damit kommt die Wiener Grundhaltung zu tragen, die sich sprachlich im provokant-bissigem mehrdeutigen Schmäh zeigt, der mich manchmal auflachen lässt. Als Österreicherin bin ich aus Büchern eher deutsches Deutsch gewöhnt. Umso mehr gefällt es mir, wenn ich sprachlich einen Hauch Heimat in Romanen finde. Trotzdem denke ich, dass die Wendungen für Nicht-Österreicher:innen gleichermaßen verständlich sind.

Die Ermittlungen um den Fall sind interessant und spannend erzählt. Dem Tod der Mumie aus der Eingangssequenz gilt es auf den Grund zu gehen und den Mörder aufzuspüren. Emmerich und Winter arbeiten sich als mittlerweile eingespieltes Team an diversen Hinweisen ab und merken bald, dass sie dabei falsch abgebogen sind.

Herrlich erfrischend ist, dass nicht nur von Vergangenem die Rede ist, sondern sich das Neue einen Weg bahnt. Zum Beispiel werden die Anfänge der Psychoanalyse eingebaut, worauf der grantelnde Emmerich äußerst skeptisch reagiert. Für einen historischen Roman empfand ich diesen Ansatz als fast zu modern, obwohl es mir ausgezeichnet gefallen hat. Ich kann nicht beurteilen, ob die Polizei damals wirklich so offen gegenüber dieser Methoden war.

Alex Beer lässt das Wien von 1922 auferstehen und zeigt den Leser:innen, wie das damalige Leben in der Hauptstadt gewesen ist. Vergangenheitsbewältigung, gegenwärtige Probleme und moderne Erkenntnisse umrahmt von einem soliden Fall werden als klassische Melange serviert, die definitiv den Erwartungen entspricht. Ich hoffe auf einen weiteren Band.

Die Reihe um August Emmerich:
1) Der zweite Reiter
2) Die rote Frau
3) Der dunkle Bote
4) Das schwarze Band
5) Der letzte Tod
7 reviews
March 10, 2025
Ich kann die Serie wirklich nur jedem empfehlen, der Krimis mag. Sowohl die (historisch akkurate) Darstellung Wiens als auch die Charaktere sind wirklich das Lesen wert. Unbedingt bei Band 1 starten, die Bücher bauen zumindest indirekt aufeinander auf.
Profile Image for Wal.li.
2,570 reviews71 followers
December 23, 2021
Der Adler

Er hat die bessere Aufklärungsquote. Nur deshalb ist Kriminalinspektor August Emmerich noch bei der Abteilung Leib und Leben. Im September 1922 ist die Inflation auch in Wien hoch. Hundertzwanzig Kronen kostet eine Zigarette. Und dabei müht er sich um seine Pflegekinder und um die Aufklärung der Mordfälle. Nur durch Zufall wurde das letzte Opfer gefunden. Zwei Obdachlose haben in ihrem Unterschlupf eine Leiche gefunden. Emmerich und sein Kollege Winter übernehmen den Fall. An ihre Seite gestellt wird, nicht gerade zu Emmerichs Freude, der Psychoanalytiker Sándor Adler. Eigentlich könnten sie die Hilfe gut gebrauchen, aber in Emmerich sperrt sich alles gegen den Eindringling.

In seinem fünften Fall hat Kriminalinspektor es nicht leicht. Er hadert mit seiner Situation, seiner Kriegsverletzung, seinen Stand im Kommissariat, eigentlich mit allem. Das führt nicht unerwartet zu Problemen, wenn er wieder mal zu aufbrausend reagiert, kann es zu Beschwerden kommen. Winter kann ihn da nicht immer bremsen. Und Adler nervt ihn auch mit seinen unwillkommenen Ratschlägen. Der neue Fall ist äußerst rätselhaft, denn der Tote verstarb schon vor einer ganzen Weile, wodurch es schwierig wird auch nur die Identität festzustellen. Privat sorgt sich August um seine Ziehkinder, deren verstorbene Mutter er schmerzlich vermisst. Besonders Paul, der Jüngste, scheint die Erlebnisse nicht verwinden zu können.

Gekonnt schildert die Autorin das Leben sowohl der einfachen Leute als auch der oberen Schichten im Wien des Jahres 1922. Die Geldentwertung wird immer schlimmer, die einen müssen sehen, wo sie etwas Bezahlbares zu Essen auftreiben, während die anderen in eleganten Restaurants speisen. Dabei wird es auch für einen Polizisten wie Emmerich immer schwieriger, seine Familie zu versorgen. Und auch der Mordfall gibt schier unlösbare Rätsel auf. Doch mit Klugheit und auch mit der Hilfe seines treuen Assistenten Winter macht sich Emmerich an die Arbeit. Und auf dem Weg zur Lösung folgt man Emmerich und seinen Kollegen gebannt. Wie selten taucht man ein in diesen packenden Kriminalroman, der auch eine beeindruckende Milieuschilderung darstellt. Die Reihe um August Emmerich ist einfach herausragend, eine der wenigen, bei denen man eigentlich gleich den nächsten Band haben möchte, wenn man einen beendet hat.
4,5 Sterne
Profile Image for yesterday.
489 reviews3 followers
April 11, 2022
Gänsehaut entwickelt sich hier gerade zu Beginn sehr häufig. Nicht nur, weil der Hörer Kriminalinspektor August Emmerich und seinen Kollegen Ferdinand Winter an einen Tatort begleiten darf, sondern weil Cornelius Obonya die Geschichte so fesselnd und abwechslungsreich liest.

Gerade dann, wenn unvermittelt durch direkte Rede ein neuer Charakter seinen Auftritt hat, hört man das und findet im Hörbuch dadurch sofort heraus, dass hier nun jemand ganz anderes spricht als man das auf Papier erkennen könnte.

In “Der letzte Tod” sind wir wieder zurück in Wien, diesmal im Jahr 1922. Die Nachwehen des Krieges sind noch spürbar, für die einen körperlich, für andere seelisch und wieder für andere finanziell. Und für manche alles zusammen. Mitten in diese Misere hinein gibt es eine spezielle Leiche für Emmerich und Winter.

Starb der Mann wirklich in dem Tresor, in dem seine Leiche gefunden wird? Aber nicht nur der Fall ist wie gewohnt spannend, Wien und andere Orte, wie sie vor 100 Jahren waren, werden dank der Autorin vor dem inneren Auge lebendig.

Obonya und die Krimis von Alex Beer sind nun schon seit Beginn der Reihe vor einigen Jahren so miteinander verwoben, dass ich - würde ich die Bücher lesen - sicher alles mit Obonyas Stimme und seinen verschiedenen Stimmlagen und Akzenten in mir hören würde.

Er kann einfach jede Figur, vom adeligen Wiener bis zum ungarischen Polizist, mit wenigen Worten zum Leben erwecken. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass er Emmerich “ist” - würden die Bücher verfilmt, gibt es meiner Meinung nach nur eine logische Wahl für die Hauptrolle.

“Der letzte Tod” ist Teil 5 der Reihe um Kriminalinspektor August Emmerich.
161 reviews2 followers
June 11, 2022
Wien, 1922. Emmerich und Winter werden zu einem grausigen Leichenfund gerufen, ein Mann, erstickt in einem alten Tresor. Zu allem Übel wird dem Ermittlerduo auch noch ein Psychoanalytiker zugeteilt, was so gar nicht nach Emmerichs Wunsch ist. Und dann droht auch noch Gefahr aus unerwarteter Richtung.

"Der letzte Tod" ist wie gewohnt spannend und fesselnd. Da wäre einerseits der Fall, der v.a. die Entwicklung der Arbeit von Emmerich und Winter sehr gut präsentiert, und andererseits Emmerichs Privatleben, das durch die Konfrontation mit seinem leiblichen Vater, einem Adeligen, und auch der Rückkehr seines Erzfeindes Xaver Koch, einiges an Turbulenzen erfährt. Leider dominiert doch der Fall sehr. Er ist zwar gut erzählt und mitreißend... aber Koch und Emmerichs private Probleme sind in diesem Fall noch deutlich interessanter, werden aber in einem Spannungsbogen erzählt, der zu früh in dem Roman sein Ende findet. Nicht ohne natürlich weitere Cliffhanger für den hoffentlich bald auftauchenden Band 6 zu hinterlassen.

Alles in allem eine runde Sache, wenn auch nicht ganz an die Qualität der Teile 3 und 4 heranreichend.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Denise.
630 reviews9 followers
December 16, 2021
Im Donauhafen von Wien wird eine mumifizierte Leiche gefunden. August Emmerich und sein Assistent Winter werden auf den Fall angesetzt und bekommen Unterstützung durch den Psychoanalytiker Adler. Dieser ist für Emmerich das, was die Demonstranten gegen die Inflation für die Bevölkerung sind: nervig!

„Der letzte Tod“ ist der 5. Fall für August Emmerich und hat mich komplett überzeugt. Alex Beer schafft es wieder mal, das Wien der 20er Jahre einzufangen und erlebbar zu machen.

Die Ermittlungen sind spannend. Emmerich und Winter sind in meinen Augen ein wunderbares Gespann. Während der altgediente Kommissar bärbeißig und zynisch daher kommt, ist sein Assistent liebenswürdig und höflich.

Dieser Band lässt zudem Spielraum für einen Nachfolger, auf den ich mich jetzt schon freue
Profile Image for AGirlAndHerBooks.
60 reviews
September 26, 2025
Ein weiterer solider Emmerich-Fall, dessen Auflösung mich mehr als üblich überraschen konnte. Das heute ja sehr beliebte psychologische (oder eher, psychoanalytische?) Element hat mir zugesagt und ich hoffe, dass Dr. Adler wie Irina (was mich im Übrigen gefreut hat) auch in den Kreis der wiederkehrenden Charaktere aufgenommen wird.

Über Cornelius Obonyas' wundervollen Vortrag kann ich mich nur wiederholen. Schade nur, dass die Hörbücher gekürzt sind. Aber durch die Stimme, die mich gelegentlich vergessen lässt, dass man es nur mit einem einzelnen Sprecher zu tun hat, kann man über dieses Manko hinwegsehen.
6 reviews
October 10, 2024
4,5 Sterne

Eine Leiche, die in einen Tresor steckt, wird durch Zufall gefunden. Den Ermittlungen wird der Psychoanalytiker Sandor Adler hinzugezogen, damit dieser Informationen über die Psyche des Bösen für Studien sammeln kann, was Emmerich anfänglich ziemlich gegen den Strich geht. Und es kommt die Frage auf, ob das wirklich das erste Opfer des Mörders ist.

Mir hat gut gefallen, dass hier durch Adler der Aspekt der Psychoanalyse integriert wurde. Auch den Fall fand ich spannend. Allerdings haben mich Band 3 und 4 der Reihe mehr in den Bann gezogen, daher 4,5 Sterne.
Profile Image for Sim Hel.
355 reviews2 followers
April 25, 2025
Die August-Emmerich-Reihe von Alex Beer ist einfach genial. Jedes Buch bietet etwas Neues; die Fälle sind spannend und die Personen einfach sympathisch.

Bei einigen Reihen hat man nach einer Weile das Gefühl, eine Pause zu brauchen, weil sich vieles wiederholt und die Figuren keine weitere Entwicklung mehr durchmachen. Bei August Emmerich und seiner Welt hatte ich dieses Gefühl noch nie. Ich lese die Bücher nach wie vor sehr gerne und würde mich freuen, wenn die Reihe noch eine Weile weitergeht.
Profile Image for Gudrun.
43 reviews1 follower
March 6, 2022
Ich muss gestehen, dass mich die Krimihandlung noch am wenigsten interessiert bei den Büchern von Alex Beer. Ich lese sie wegen der Beschreibungen der Zwischenkriegszeit und natürlich weil ich neugierig bin, was sich von den Wiener Schauplätzen in die heutige Zeit hinübergerettet hat. Auch den Einblick in die damalige Polizeiarbeit finde ich spannend...
Profile Image for Petra.
98 reviews9 followers
October 14, 2022
Nicht ganz so finster wie wie die Vorgänger, aber genauso grandios geschrieben.
Und Obonya liest das Ganze congenial, fängt die Charaktere ein, ohne sie zu Karikaturen zu machen.
Ich freue mich auf jeden neuen Band.
Profile Image for Lysergius.
3,165 reviews
June 10, 2024
Der letzte Tod is another excellent Krimi from Alex Beer. It captures the atmosphere of 1920s Vienna perfectly and sets Kriminalinspektor August Emmerich on the search for a psychopathic killer who crosses national borders to commit the murders. Gripping to the last line.
117 reviews1 follower
October 23, 2021
Alex Beers Krimis sind eine spannende Hörabwechslung. Das Eintauchen in das Wien der 1920er Jahre liebe ich sehr.
Displaying 1 - 26 of 26 reviews

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