Bestseller-Autor Harald Welzer stellt fest, dass unsere Kultur kein Konzept vom Aufhören hat. Deshalb baut sie Autobahnen und Flughäfen für Zukünfte, in denen es keine Autos und Flughäfen mehr geben wird. Und sie versucht, unsere Zukunftsprobleme durch Optimierung zu lösen, obwohl ein optimiertes Falsches immer noch falsch ist. Damit verbaut sie viele Möglichkeiten, das Leben durch Weglassen und Aufhören besser zu machen. Diese Kultur hat den Tod genauso zur Privatangelegenheit gemacht, wie sie die Begrenztheit der Erde verbissen ignoriert. Harald Welzer zeigt in einer faszinierenden Montage aus wissenschaftlichen Befunden, psychologischen Einsichten und persönlichen Geschichten, wie man aus den Absurditäten dieser gesellschaftlichen Entwicklung herausfindet. Man muss rechtzeitig einen Nachruf auf sich selbst schreiben, damit man weiß, wie man gelebt haben will.
Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. "Der Spiegel" stellte ihn im August 2007 in seiner Serie herausragender Wissenschaftler als "produktiven Quergeist" einem breiten Publikum vor. (Klappentextinformation aus "Klimakriege" 2008)
Das Buch ist voll mit Gemeinplätzen. Habe bis zum Schluss durchgehalten, in der Hoffnung, dass noch etwas Essenzielles kommt. Leider wurde meine Ausdauer nicht belohnt. Auf der letzten Seite steht: "Der Schluss muss vor dem Ende gedacht werden". Hätte ich mich doch nur daran gehalten! Zwei weitere "bahnbrechende" Merksätze auf der letzten Seite: "Ziele sind keine Handlungen", "Es gibt ein Leben vor dem Tod. Und nur da". Gefallen haben mir nur die eindrückliche Schilderung seines Herzinfarktes und die Geschichte des Insektizidunternehmers Hans-Dietrich Reckhaus.
Ein Nachruf fürs Leben: Denkanstösse für eine Kultur des Weglassens
Der Autor, Harald Welzer, legt mit diesem Buch einen provokanten und zugleich befreienden Gedanken vor: Unsere Kultur kennt kein Konzept des Aufhörens. Statt innezuhalten, bauen wir Autobahnen und Flughäfen für Zukünfte, in denen es keine Autos und Flugzeuge mehr geben wird. Wir optimieren das Falsche, anstatt grundlegend neu zu denken. Welzer zeigt, wie diese Haltung nicht nur Ressourcen verschwendet, sondern auch Chancen für ein besseres Leben verbaut.
Das Buch ist eine faszinierende Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, psychologischen Einsichten und persönlichen Geschichten. Besonders eindrucksvoll ist die Idee, einen eigenen Nachruf zu schreiben, um bewusst zu reflektieren, wie man gelebt haben möchte. Dieser Perspektivwechsel regt dazu an, Prioritäten neu zu setzen und sich von Überflüssigem zu verabschieden.
Welzers Sprache ist klar, manchmal zugespitzt, und fordert zum kritischen Denken heraus. Wer sich für gesellschaftlichen Wandel, Nachhaltigkeit und Sinnfragen interessiert, findet hier zahlreiche Denkanstösse. Es ist kein Ratgeber im klassischen Sinn, sondern ein Impulsgeber für Menschen, die bereit sind, Gewohnheiten und kulturelle Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.
Fazit: Ein kluges, inspirierendes Buch, das Mut macht, das Leben durch Weglassen und Aufhören sinnvoller zu gestalten. Lesenswert für alle, die nicht nur über die Zukunft reden, sondern sie aktiv und bewusst gestalten wollen.
Chaotisch und mit vielen Themensprüngen, die sich logisch nicht erschließen. Gerade im ersten Teil des Buches unnötig komplizierte Satzkonstruktionen, die das Buch eher wie eine wissenschaftliche Abhandlung erscheinen lassen wollen. Was leider wirklich sehr schade ist, denn Welzer hat wieder viele interessante und (zumindest mir) augenöffnende Thesen und Standpunkte im weiteren Verlauf des Buches untergebracht. Das Buch wird mich persönlich noch länger begleiten und ich werde sicherlich häufiger in meine Notizen zum Buch schauen. Wäre da nicht, dieser unnötig hochgestochene Ton im ersten Teil des Buches, wäre es eine echte Empfehlung.
Ich habe ein Problem damit, dass ich immer alles "durchziehen" wolle, sagt mein Freund. So breche ich zum Beispiel keine Bücher ab. Dieses Buch habe ich auch wieder fertig gelesen, war ja auch ein gutes. Es stecken viele Denkanstöße darin und ich möchte ein paar davon mitnehmen ohne daß sie all zu schnell verblassen. Naja, kurze Zusammenfassung: gutes Buch, lässt sich entspannt lesen und man kommt sich gleichzeitig intellektuell vor weil der Mann schlaue Sachen schreibt und man sie versteht und noch ein bisschen intellektueller wenn man viele der Menschen die er da so zitiert kennt und sich dann in manchen Sachen wiederfindet.
buch besteht aus drei teilen, teil eins top, these: gesellschaften (menschen, wir), haben nicht gelernt mit dingen aufzuhören oder falsche eingeschlagene wege wieder zu verlassen, bsp. e-autos als bessere alternative zu verberennern, die wichtige frage wäre aber, wie wollen wir uns fortbewegen? teil zwei okay, beispiele von menschen, die aufhören können, teil drei dann der nachruf auf sich selbst, etwas viel persönliche meinung, aber okay, sympthischer zu lesen als gedacht
Hast du neulich beim Aufräumen mal wieder gedacht, dass du das müffelnde Kuscheltier aus Kindheitstagen diesmal aber wirklich entsorgen solltest? Und dann ist es doch zurück in den Karton mit all den anderen Nostalgieobjekten gewandert? Wie wäre es mit einer Zeremonie, um dich gebührend von all diesen Dingen zu verabschieden?
Recht hat er. Nur bräuchte man dafür nicht 300 Seiten sondern maximal 100. Herr Welzer scheint mit seiner Geschwätzigkeit das Aufhören auch noch mächtig üben zu müssen.
Das Buch ist etwas Chaos. Der Autor fängt so viele Themen an ohne diese ein wenig genauer zu besprechen. Der Titel findet sich so kaum im Buch wieder. Trotzdem gibt es einige gute Punkte im Buch.