Drogenkurier Maik steckt in Schwierigkeiten: Sein Kumpel hat sich mit der letzten Lieferung abgesetzt und die Auftraggeber sind ihm auf den Fersen. Maik versteckt sich im leerstehenden alten Polizeipräsidium in Frankfurt und setzt alles daran, die Lieferung wiederzubekommen.
Der Ex-Banker Thomas pendelt nur noch zum Schein jeden Tag ins Bankenviertel, seinen Job hat er längst verloren und auch in der Familie kriselt es. Als er durch Zufall in den Besitz einer Tasche voller Drogen kommt, scheint das die Lösung seiner Probleme zu sein. Doch wie verkauft man als unbescholtener Bürger Kokain im Wert von einer Viertelmillion Euro?
Während Maik dem dealenden Ex-Banker und dessen ahnungsloser Familie Schritt für Schritt näherkommt, werden immer mehr Personen in die Drogenjagd verwickelt …
Ich habe selbst fast 5 Jahre in Frankfurt gelebt und fand es wunderbar, mich an die verschiedenen Schauplätze zu versetzen. Außerdem hat der Autor die Faszination "Lost Places" bzw. "Urban Exploring" aufgegriffen, was ich selbst auch sehr interessant finde.
"Das Präsidium" ist ein Krimi der anderen Art, da polizeiliche Ermittlungen komplett außen vor bleiben. Vermisst habe ich das allerdings nicht. Wer gegen ein Familiendrama nichts einzuwenden hat, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Jede Figur hat sein Geheimnis und mit Problemen zu kämpfen. Thomas ist definitiv der tragische Held der Geschichte, der naiverweise denkt, dass sich mit dem Fund der Drogen-Tasche all seine Probleme lösen. Dass eher das Gegenteil der Fall sein wird, ist vorhersehbar. Maik fand ich sehr tough und abgeklärt, dafür dass er definitiv am unteren Ende der Nahrungskette steht.
Das Buch liest sich flüssig, auch wenn der Schreibstil für meinen Geschmack manchmal etwas überladen ist. Insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und war froh, dass es stellenweise spannend aber nicht zu actionreich wurde. Ein solider Krimi mit großem Regional-Bezug.
Irgendwie, wenn alles sich in der Nähe abspielt, ist es viel-viel spannender. Habe das Buch erst gestern Abend aus der Bücherei angeholt und heute Abend schon fertig gelesen. --> bereit zur Lost Place Führung im Polizeipräsidium.
Das Buch an sich ist sehr schön aufgemacht. Ich finde das Cover sehr passend zu der Geschichte. Das Buch hat eher dicke Seiten, dies hat mir besonders gut gefallen, da es dadurch sehr wertig wirkt. und mir persönlich noch viel mehr Spaß macht zu lesen.
Der Schreibstil allgemein gefällt mir ebenfalls sehr gut. Das Buch kann dadurch sehr fließend gelesen werden. Wäre die Zeit da gewesen hätte ich das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen.
Man lernt die Charaktere im Laufe der Geschichte samt ihrer Eigenarten sehr gut kennen und ich habe im Laufe der Geschichte immer mehr mit ihnen mitgelitten. Auch waren mir (fast) alle Charaktere auf ihre eigene Art sympathisch.
Auch die Geschichte selber hat mir sehr gut gefallen. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass sie sich ein wenig ziehen könnte und nicht sonderlich spannend werden könnte. Diese Befürchtung hat sich jedoch nach den ersten paar Seiten in Luft aufgelöst und insbesondere zum Schluss wollte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen.
Die Geschichte war mein erster Frankfurt- Krimi und ich kann mir sehr gut vorstellen noch weitere zu lesen.
Alles in allem kann ich das Buch sehr weiter empfehlen, insbesondere für Krimi Fans, die ausgeschmückte Gewaltszenen nicht so mögen. Das Autor schafft es ohne besonders blutige Szenen eine wirklich spannende Geschichte zu erzählen.