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Bis einer stirbt: Drogenszene Internet – Die Geschichte von Leyla & Josh

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Nach ersten Drogenerfahrungen rutscht Josh mit 17 in die Drogenszene im Internet ab. Er vernetzt sich mit anderen Konsumenten, bestellt immer krassere Substanzen, erhöht die Dosis. Online lernt er auch die heroinabhängige Leyla kennen. Sie tauschen sich über ihr Leben mit dem Rausch aus.
Isabell Beer erzählt die Geschichte zweier Jugendlicher, die beim Experimentieren mit Drogen die Kontrolle verlieren. Ihr Buch zeigt, wo unsere Drogenpolitik versagt und benennt alternative Lösungsansätze, wie Jugendliche geschützt werden können.

304 pages, Hardcover

Published September 27, 2021

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Isabell Beer

4 books

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Community Reviews

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2 stars
3 (2%)
1 star
3 (2%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Cheap.And.Cheerful.
415 reviews21 followers
October 24, 2021
Jede:r von uns kennt die Geschichte von Christiane F. und dem Bahnhof Zoo. Die meisten von uns haben ein bestimmtes Bild eines 'Junkies' im Kopf, geprägt durch das Bild, das in unserer Gesellschaft und den Medien gezeichnet wird, vielleicht auch durch die Vorurteile, die wir uns bilden, wenn wir Menschen auf der Straße dieses Merkmal zuweisen.
Doch das ist nur ein winziger Teil der Realität, wenn überhaupt. Und über diesen Teil schreibt die Investigativjournalistin Isabell Beer nicht, sie schreibt über die Drogenszene, die sich insbesondere bei jungen Menschen längst über Social Media manifestiert hat.

Exemplarisch erzählt sie die Geschichten von Leyla und Josh, zwei jungen Menschen, die beide die Kontrolle über ihren Drogenkonsum verlieren und doch sehr anders damit umgehen. Während Leyla nach außen weiterhin ein 'erfolgreiches' Leben mit Studium und festem Freund führt, beschränken Joshs Kontakte sich fast ausschließlich auf die Drogencommunities im Internet. Er bildet sich selbst zum Experten in legalen und illegalen Drogen aus und häuft ein beeindruckendes Wissen an, dass ihn dazu anregt, alle Substanzen auszuprobieren. Wie er daran kommt? Ganz einfach, über den Online Versand.
Die Autorin Isabell Beer hat sich diese Geschichten nicht ausgedacht, sie hat unzählige Interviews mit Leyla, anderen Betroffenen und ihren Angehörigen sowie Expert:innen gesprochen. Mit Josh konnte sie nicht mehr sprechen, er hat seine Sucht nicht überlebt.
Nachdem über Josh bereits ein investigativer Bericht in der ZEIT erschien, hat Isabell Beer nun dieses Buch rausgebracht, gleich in zwei verschiedenen Auflagen. Ihre Agenda ist es, aufzuklären: über die Stigmatisierung, mit der Drogensüchtige leben müssen, über die Sucht selbst, über die Gefahr der Drogenpolitik und ganz besonders: über Safer Use. Denn man kann Menschen nicht davon abhalten, Drogen zu nehmen. Nicht durch Verbote, nicht durch Sanktionen. Man kann sie aber aufklären und ihnen die richtigen Informationen geben, um sie von den gefährlichen Lockungen der Drogeninfluencer:innen zu schützen. Aus diesem Grund finden sich in beiden Ausgaben hinten Safer Use-Regeln, sowie ein Interview mit einer Betreuerin eines Konsumraumes. In der Hardcover-Ausgabe gibt es zusätzlich noch ein Interview mit einer kanadischen Mutter, die ihr Kind an Drogen verloren hat und Vorschläge für eine konstruktivere Drogenpolitik hat.

Mich hat "Bis einer stirbt" total in seinen Bann gezogen, ich konnte es kaum aus der Hand legen und habe viel gelernt. Besonders faszinierend fand ich, wie die Autorin Leylas Geschichte skizziert - Leyla ist gleichzeitig eine sehr reflektierte, aber auch unzuverlässige Erzählerin, sodass immer ein paar Fragezeichen offen bleiben. Auch über Josh können nicht alle Fragen final geklärt werden, jedoch wird deutlich, dass das auch nicht nötig ist - es gibt selten den einen Grund, die eine singuläre Ursache, die für die Sucht verantwortlich ist. So komplex der Mensch, so ist es auch der Umgang mit Drogen.
Profile Image for Michelle.
565 reviews9 followers
February 26, 2022
3,5*
Ich fand dieses Buch wirklich sehr interessant gemacht, ich wollte immer wissen wie es mit den beiden weitergeht, auch wenn es kein angenehmes/leichtes Buch war.
Es ist erschreckend wie einfach es eigentlich ist an Drogen ran zu kommen und wie schnell man in eine Sucht verfällt.

Für mich persönlich kam ich mit der Erzählweise von Isabell Beer nicht zurecht, jedoch kann ich nicht genau sagen woran das gelegen hat.
Es wurde versucht den Leser während der Geschichte aufzuklären, was ich persönlich sehr gut fand.
Profile Image for KayanoKaede.
11 reviews
March 27, 2023
Ich habe das Buch ehrlich gesagt nicht ganz gelesen, eher so zu 75%. Aber ich denke, dass dies für meine Bewertung ausreicht.
Zuerst das Positive. Mir hat es gut gefallen, dass die Autorin zu den Drogen recherchiert hat und die Infos einfach verpackt hat. Sie hat chemische Prozesse und Zusammensetzungen einfach runtergebrochen und auf den Punkt gebracht. Ein Kompliment dazu. Ich habe schon mehrere Bücher zum Thema "Teenager und Drogen" gelesen und dort hat mir das gefehlt/ wurde dies so nicht umgesetzt.
Zudem hat sie immer wieder erwähnt, dass sie sie bei gewissen Aussagen nicht deren Wahrheitsgehalt überprüfen kann. Das fand ich sehr gut, ist mir das doch auch noch nie begegnet. Als ich mir den Hintergrund der Autorin genauer besah, war mir jedoch klar, dass sie diese Eigenschaft aus ihrem üblichen Tätigkeitsfeld, dem Journalismus, mitbringt.

Nun leider zu den Punkten, die mir nicht so positiv ins Auge gesprungen sind und schliesslich zu dieser Bewertung geführt haben:

1. Man merkt, dass die Autorin aus dem Bereich Journalismus kommt. Ihr Buch liest sich eben nicht wie ein Buch, sondern eigentlich wie ein ganz langer Zeitungsartikel. Was nicht unbedingt schlecht sein muss. Nur ist es bei ihr so, dass sie sich oft wiederholt, vor allem von der Mitte an. Daher habe ich dann auch auf 25% (nicht die restlichen 25%, aber 25%) des Buches verzichtet. Nicht falsch verstehen, ich finde es immer toll, wenn Menschen darauf Lust haben, etwas ausserhalb ihres Fachgebietes zu machen. Man muss halt einfach wirklich aufpassen, dass man nicht die Eigenarten dieses Fachgebietes in das Neue übernimmt! Aber was nicht ist, kann man ja noch lernen.

2. Scheint sie sich im Gebiet "Internetrecherche" spezialisiert zu haben. Tönt erst einmal aufregend und passt in unsere Zeit. Sie hat auch auf P**rno Portalen recherchiert, die dazu entstandenen Artikel würde ich gerne lesen. Nun ist es jedoch so, dass im Buch nur geschildert wird, wie die Personen über Drogen im Internet chatten, sich gegenseitig Empfehlungen geben und sich legales Zeugs aus ausländischen Läden bestellen, welches sie sich dann in ihren Kinderzimmern zusammenmischen. Vermutlich macht dies auch den grössten Teil der Drogenszene im Internet aus. Und doch hat mir genau dieses Thema am Schluss sehr gefehlt. Oder der Titel ist verfehlt (haha). Irgendwie stand das Internet dann gar nicht mehr im Mittelpunkt, sondern die Sucht und der Verfall beider Protagonisten. Da hätte man noch mehr herausholen können, noch mehr über das DarkWeb berichten können, das Thema allgemein in den Fokus stellen können und vor allem das ganze Drumherum etwas mehr ausblenden.

3. Ich finde es schön, dass sie sich gegenüber der beiden Protagonisten, die ja auch im echten Leben existiert haben> sehr respektvoll verhält. Dasselbe tut sie auch gegenüber anderen Personen, welche als Drogenkonsumentinnen erwähnt werden. Ich finde es aber nicht gut, dass sie hierbei ein bisschen übertreibt. Zum Beispiel ist mir folgendes Exempel sehr stark in negativer Erinnerung geblieben: Eine Marie nimmt Badesalz, eine Droge, die wohl uns allen als die "Monster-Droge" bekannt ist. Ich weiss nicht, wieso die Droge solche schrecklichen Dinge auslöst, wie jemand anderem das Gesicht abfressen, lassen wir das jetzt. Auf jeden Fall kritisiert die Autorin, dass sich eben diese Marie nicht wohl fühlt, wenn in Zeitungsartikeln solche Menschen, die unter Einfluss dieser Droge solch schlimme Dinge tun, "Wilde" genannt werden. Dadurch möchte sie erst recht keinen dieser Artikel lesen, verweigert die Weiterbildung und somit wird die Aufklärung gehemmt. Eine grössere Aufklärung, das ist sowieso das Ziel der Autorin.> Nun gut, das kann man ja auf den ersten Blick noch nachvollziehen, wenn diese Marie sich hierbei unwohl fühlt. Trotzdem klingt es durch, als wären nun die Medien und Menschen, die Drogen ablehnen, daran Schuld, dass es zu wenig Akzeptanz und Aufklärung gibt. ich finde es völlig okay, wenn Zeitungen weiterhin so titeln und finde, dass man Drogenabhängige in dieser Hinsicht auch nicht mit Samthandschuhen anfassen sollte! Das klingt immer wieder durch und das gefällt mir nicht. Ich bin da ganz anderer Meinung. Ich finde eben auch, dass jeder selbst Schuld ist, wenn er in diese Szene abrutscht. Ja, manchmal ist es natürlich einfacher, wenn man unter Druck von einer Freundesgruppe steht. Aber das weiss jetzt also wirklich jedes Kind, dass man an Drogen sterben kann. (Okay, ich muss zugeben, auch mich schockiert es mehr, wenn ich das als lebendigen (Erfahrungs)bericht in einem Buch lese. Wie wäre es denn mit mehr solchen Büchern? (Maya und Domenico-Reihe, Höhenflug abwärts, Wir Kinder vom Bahnhof Zoo!) Man vermeidet das, auch wenn es einem sch**sse geht, auf jeden Fall, wenn man ein bisschen aufgeklärt ist und das sind viele.
Dazu zählt auch das Beispiel, Die Szene mit der Ärztin fand ich auch ein bisschen unnötig und es klang für mich so, als wäre da so ein bisschen was hinzugedichtet oder sagen wir mal so geschrieben worden, dass die Ärztin einen fiesen Anstrich bekam. Kann ich natürlich nicht überprüfen. Verstehe ich, wenn man respektvoll behandelt werden möchte. Aber ich verstehe auch die Ärztin. Da hat man vielleicht einen richtigen Notfall im Krankenhaus. liegen, der jetzt warten muss, weil ein Junkie übertrieben hat. Btw, es war gar nicht so respektlos, es waren eher Vibes, welche die Protagonistin gespürt hat, aber das ist ja aushaltbar. Und ein Arzt gibt sich bei JEDER OP Mühe! Der will doch auch nicht, dass jemand stirbt. Also gleich anzunehmen, dass man jetzt sowieso wie der letzte Dreck behandelt wird, finde ich übertrieben.
Zu diesem Abschnitt gehört auch die Lobhudelei, mit welcher sie die Protagonistin überschüttet. Sie sei sehr, sehr, sehr klug, sie ernähre sich super etc. Gewiss, sie ist ein Mensch, wie wir alle und hat viele positive Seiten. Das will ich auch gar nicht in Abrede stellen. Aber ich finde es auch nach wie vor schlimm, dass sie es selber zugelassen hat, immer mehr in die Drogenszene abzurutschen. Das versteht man doch, vor allem wenn man ja so gescheit ist. Das Buch ist ein bisschen diskriminierend gegenüber Leuten, die nicht drogenabhängig sind, weil die Autorin alle in denselben Pool schmeisst und zwar in denjenigen der Verurteilenden. Nun gut, es gibt bestimmt Leute, die Drogenabhängige verurteilen, es gibt solche, die verurteilen das Abrutschen in die Sucht, ich gehöre ehrlich gesagt in den meisten Fällen auch dazu (zum zweiten). Jedoch ist verurteilen nicht gleich respektloses Auftreten gegenüber der Person. Für mich ist diese Person auch immer noch ein Mensch.

4. Wie anfangs schon erwähnt, hätte man das Buch gut kürzen können + mehr Spannungsmomente einbauen können. Es muss 300-Seiten Bericht sein.

5. Wieso das Legalisieren zu mehr Aufklärung, Akzeptanz und weniger Drogentoten verhelfen würde, ist nicht ganz klar geworden.

Ansonsten fand ich das Verhalten der Eltern interessant. Ich hätte da strenger reagiert, bzw. ich hoffe es, ich war ja noch nie in dieser Situation. Ich verurteile sie aber überhaupt nicht, sie haben so reagiert, wie sie es als für sich selber richtig empfunden haben.

Ich denke, Beer hat noch einiges vor sich, was das Handwerk Bücher zu schreiben anbelangt, aber sie soll sich von solchen Aussagen nicht entmutigen lassen. Der Grundstock ist da, ihre Interessensgebiete spannend und zwischen verschiedenen Schreibformen, vor allem für das Debut, zu wechseln, ist nicht einfach.
Bis zum nächsten Mal.
Profile Image for Franzi.
66 reviews
May 31, 2022
Bei dem Klappentext hatte ich sofort 'Wir Kinder vom Bahnhof Zoo' im Kopf, doch dieses Buch ist ganz anders.
Es ist kein Roman, es ist eher wie ein Zeitungsartikel. Vor allem am Anfang ist das sehr informativ und hat mich gar nicht so gestört, aber ab der Hälfte wird es etwas langatmig (und durch die riesige Sammlung an Drogennamen und chemischer Bezeichnungen auch etwas verwirrend).
Das gesamte Buch handelt von den Geschichten von Layla und Josh, angefangen in ihren Kindertagen, über den beginnenden Drogenmissbrauch bis zur Abhängigkeit. Dabei werden immer wieder Interviewausschnitte von Layla, Eltern und Freunden sowie Kommentare aus Internetforen eingebunden.

Die Autorin schrieb im Vorwort des Buches, dass es nicht dafür da sein soll um Drogenmissbrauch irgendwie zu romantisieren, sondern der Aufklärung und Abschreckung dienen soll.
Meiner Meinung nach wäre dies als Roman (wie das Beispiel 'wir Kinder vom Bahnhof Zoo') ebenso geglückt, wenn nicht sogar noch besser. Denn damit hätte man die Gefühle besser rüberbringen und sich emotional von der Geschichte nicht so gut distanzieren können.

Trotzdem wird ein sehr wichtiges Thema behandelt und vor allem die Kritik am aktuellen System zur Bekämpfung und Vermeidung von Drogenmissbrauch, gibt einem sehr zu denken.
Profile Image for Stella.
46 reviews
August 23, 2024
3,5 ⭐️

Ich finde das Buch war sehr aufklärend und hat in keinster Weise zu Drogen animiert, sondern eher abgeschreckt. Und man hat gelernt, wie sich die Drogenszene durch das Internet entwickelt und wie es dadurch so leicht wird an Drogen zu kommen.
Profile Image for Tamina.
37 reviews
November 1, 2025
Ich fands super informativ und gleichzeitig noch entspannt zu lesen (nicht zu viel Fachinfos, sodass der kopf platzt). Hat mir echt super gut gefallen und man hat einen guten Einblick in die Drogenszene im Internet bekommen. Das "Interview" am Ende war auch echt mega wichtig!
Profile Image for Cindy Götz.
40 reviews
August 26, 2022
Die gnadenlose Wahrheit enthüllt eine Diskussion, die wir längst führen sollten: Wie gehen wir politisch mit Drogen um und wie behandeln wir Konsument:innen?
7 reviews
May 16, 2023
Es ist wirklich ein Buch voller Informationen. Zunächst etwas erschreckend, aber man überdenkt seinen eigenen Konsum.
Profile Image for silver.
306 reviews
March 27, 2022
Bisher wurde mir immer gesagt, ich sollte nie Drogen nehmen, dass das Konsumieren mein Leben nur ruinieren würde, dass ich sofort von der Droge abhängig sein würde. Deshalb fragte ich mich immer, wieso Leute damit überhaupt anfangen, wenn es wirklich so schlimm ist. Wieso man nicht einfach damit aufhört, sobald man merkt, dass man abhängig wird. Mit diesem Buch wurde mir gezeigt, wie komplex das Ganze in Realität ist. Man kann nicht auf einmal plötzlich damit aufhören.
Ich finde das Buch sehr wichtig, es war auf keinen Fall magisch oder anziehend, was sich Leyla auch erhofft hat. Das fand ich gut, die Autorin hat viel über das Thema recherchiert, das merkt man. Für Leser/innen, die nichts über diesen Thema wissen, ist das Buch kein Problem. Alles wird detailiert beschrieben und erklärt, was ich wirklich schätze, vor allem bei den verschiedenen Drogensorten. Dabei war es aber für mich persönlich ein wenig zu sachlich. Manchmal wurden random Facts reingeschrieben, die irgendwie nicht wirklich zur vorherigen Textstelle gepasst haben.
Dennoch finde ich das Geschichte über Leyla und Josh richtig interessant. Dadurch hat sich meine Perspektive auf das Ganze geändert.
Displaying 1 - 11 of 11 reviews

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