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Gojnormativität: Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen

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Antisemitismus und jüdische Perspektiven stellen häufig eine Leerstelle in intersektionalen Debatten und Debatten über Intersektionalität dar. Das vorliegende Buch macht jüdische Positionen und Erfahrungen mit dem Konzept der Gojnormativität artikulier- und sichtbar. Es lotet das Verhältnis von Jüdischsein und Weißsein aus, geht der spezifischen Unsichtbarkeit von Juden_Jüdinnen nach und schaut sich Debatten über Antisemitismus und Gedenkpolitiken mit einem spezifischen Fokus an. »Gojnormativität« fordert ein anderes Sprechen über Antisemitismus ein sowie das konsequente und bedingungslose Einbeziehen von Juden_Jüdinnen in intersektionale Diskurse und Politiken. Gleichzeitig ist das Buch ein engagiertes Plädoyer für solidarische und intersektionale Bündnisse und Allianzen.

200 pages, Paperback

First published October 28, 2021

11 people are currently reading
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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Johanna.
64 reviews28 followers
December 28, 2021
Gojnormativität — eines der wichtigsten Sachbücher des Jahres (nicht nur für intersektionale Feminist*innen)

Antisemitismus als eigene Form struktureller Diskriminierung wird viel zu oft aus linken und intersektionalen Diskursen ausgespart.
Antisemitismus wird entweder unter Rassismus gefasst was die Komplexität dieser Diskriminierungsform verkennt, oder in aktivistischen Kreisen, oft unter dem Vorwand der Israelkritik, gar reproduziert.
Das führt dazu das jüdische Menschen sich auch in vermeintlich diskriminierungskritischen Räumen nicht sicher fühlen und ihre Perspektiven keine Beachtung finden.

Judith Coffey und Vivien Laumann haben diese Thematik in ihrem kürzlich erschienenen Sachbuch „Gojnormativität: Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen“ detailliert und leicht verständlich aufgedröselt.
Sie fordern, das Antisemitismus als eigene Kategorie in intersektionale Analysen mit einbezogen wird - neben Rassismus, Klassismus, Sexismus, Ableismus, Queerfeindlichkeit u.v.m.
Parallel zum Konzept der Heteronormativität entwickeln sie den Begriff der Gojnormativität, Goj steht dabei für nicht-jüdisch.
Außerdem geht es um jüdische (Un-)Sichtbarkeit und Erinnerungsdiskurse.

Hochaktuell, aufschlussreich und von enormer Wichtigkeit ist dieses Buch für all jene, die sich bisher vielleicht nicht ausreichend mit der Thematik Antisemitismus auseinandergesetzt haben und für solche, die wissen wollen, wie wir jüdische Stimmen aktiv in intersektionale Diskurse einbinden können.

Ein absolutes Must-Read!

(Unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar)
Profile Image for Jimmy Scheich.
50 reviews1 follower
July 26, 2025
wirklich gut. sehr verständlich und trotzdem haarscharf beschrieben was phase ist: das fehlen der auseinandersetzung mit antisemitismus auch in intersektionalen und queerfeministischen kreisen und debatten. war ein eye opener.
besonders klarstellend fand ich die kapitel
"sichtbarkeiten und unsichtbarkeiten von juden_jüdinnen" sowie "in der gojischen komfortzone: abwehr von antisemitismuskritik".
ein must read für alle, die einen konsequenten intersektionalismus anstreben und für alle gojim, die sich mit eigener antisemititischer prägung auseinandersetzen wollen.
Profile Image for Pauline.
23 reviews2 followers
October 3, 2023
Eins der besten Sachbücher, die ich seit langem gelesen habe. Das Thema war fast neu für mich und das Buch bietet eine gute Einführung, bleibt aber nicht oberflächlich, sondert behandelt viele Themenaspekte sehr ausführlich.
Ich würde mir wünschen, dass es so ein Buch auch für die breite Gesellschaft gibt und nicht nur spezifisch auf linke Kontexte ausgerichtet, auch wenn das für mich sehr augenöffnend war.
Profile Image for Clara Westendorff.
3 reviews
May 17, 2022
Bestes Buch was ich im letzten Jahr gelesen habe! Ich hatte beim lesen so viele aha Momente, dass mich das Buch euphorisch gemacht hat. „Gojnormativität“ ist ein wichtiger Beitrag zum Diskurs über Antisemitismus und wie wir die Ebene in unsere intersektionale Matrix aufnehmen können.
Profile Image for Anna.
176 reviews
June 22, 2023
i dem buech hani gfunde, wasi bim czollek nöd gfunde han. scharfi analyse, aber nöd eifach nur dütschlanddiskurs. grossi erchäntnis wo über antisemitismus us gönd. und ändlich mal e dezidiert jüdischi und glichzitig solidarische perspektive, schlau und trotzdem persönlich. eifach geil, würkli.
Profile Image for Lea.
1,115 reviews299 followers
March 15, 2024
Das Buch wirft interessante Gedanken und Thesen auf, die den Antisemitismus und den Umgang damit vor allem aus deutscher und insbesondere der deutschen Linken betreffen. Die Grundthese, dass Antisemitismus ein "Sonder"-Ismus ist, der sich nicht so einfach unter dem Begriff "Rassimus" oder ähnlichem versammeln lässt, stimme ich zu. Ob der beste Umgang damit wirklich ist, einen Begriff der "Gojnormativität" einzuführen, analog zur Heteronormativität, wage ich zu bezweifeln. Es gibt hier wenig Argumente dafür anstatt eher These. Von "Hier ist ein Problem (Umgang und Einordnung des Antisemitismus)" wird gesprungen zu "Hier ist ein Ansatz einer Lösung, für die wir aber nicht wirklich argumentieren". Das ist schade.

Das Buch richtet sich klar an Queerfeministisch-orientierte Linke, was die Zielgruppe (und den Zweck des Buches) arg einschränkt. Unnötig, würde ich sagen. Zumal an einem kurzen Punkt die Reibung zwischen Linken der "Kritischen Theorie" und identitätspolitischen Linken angerissen wird, und sehr seltsam die Identitätspolitik in den Schutz gestellt wird. Beim Satz “Die Zurückweisung von “Identitätspolitik” bedeutet, dass es auch keinen Raum für die Perspektiven von denjenigen gibt, die von Antisemitismus betroffen sind.” musste ich dann doch sehr den Kopf schütteln, zumal dieser keinenfalls irgendwie weiter unterfüttert wird. Was soll uns das denn sagen, dass man nicht sinnvoll gegen den Antisemitismus sein kann, wenn man Identitätspolitik ablehnt? Das stieß mir sehr sauer auf. Von Anhängern der kritischen Theorie (oder einfach allen anderen, die ID Politik ablehnen) wird erwartet, dass sie versöhnlich agieren, aber von ID-Anhängern nicht?

Auch innerhalb der Argumentationsstruktur des Buches fehlte mir komplett die Offenheit, dass ID-Politik eventuell nicht die beste Art ist, den Sonderstatus des Antisemitismus zu erklären. Wenn critical whiteness theory nicht in der Lage ist, Juden in einem anderen Status als "weiße Unterdrücker" zu sehen, könnte das nicht einfach ein Hinweis darauf sein, dass die Theorie nicht ganz ausgereift ist (um es höflich zu formulieren)?

Nichtsdestotrotz ein Buch, das mir Denkanstöße gegeben hat.
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