"So weit das Auge reicht". An einem Nordseestrand – auf Schiermonnikoog vielleicht – muss die Redewendung entstanden sein, so weiß, weit und leer liegt er da, ein magisches, manchmal unheimliches Niemandsland, wo Land und Meer ineinander übergehen. Hier beginnt Bettina Baltschev ihre Reise zu den Stränden Europas. Von acht Stränden in acht Ländern aus unternimmt sie Exkursionen in die Gegenwart und die Geschichte eines Sehnsuchtsortes, der manchen letzte Zuflucht ist. Sie macht Ausflüge zu Literatinnen und Künstlern, die sich vom seltsamen Zauber des Strandes haben inspirieren lassen, und erzählt von wahren und fiktiven, glücklichen und tragischen Schicksalen am Strand. Am Rande unserer Welt.
While I was reading this book, I thought that it was pleasant and easy going stuff, good to read while travelling. Eight chapters, each around thirty pages long and dealing with a different European beach; Scheveningen (Netherlands), Brighton (UK), Ostend (Belgium), Utah Beach (France), Hiddensee Germany), Ischia (Italy), Benidorm (Spain), and Lesbos (Greece). I thought at turns that it was three stars, then that it was four stars, never three and a half, but washing between three and four.
Down at the three star level for me was the chapter on Brighton, which bothered me because this was the one beach in the book that I have been to.
Bringing the book up to four stars was the title, on the edge of blissfulness, which made me think of each beach as representing different ideas of blissfulness; asylum, holidays, liberation. The close of this book reminded me of the ending of Wellen, waiting for the change of the tide, or of the wind that lifts salt and sand into your hair.
[Book:a line in the world], has both a more continious flowing line from Denmark to the Netherlands (but skipping Germany) and has the author's sense of personal connection and roots, running through the surf. This book does not have either element so there was not a quick and personal connection with the writer, it took a while, indeed until the epilogue for the disconnected chapters to come together for me, possibly because I was reading disjointedly and slowly.
Currently only available in German and Dutch each chapter is built up from (a?) visit, written research, and meeting a local, sometimes an expert. I was left with questions but is that something bad?
Als Kind der DDR lernte die 1973 geborene Bettina Baltschev Strände zuerst in der Literatur kennen und später die gewerkschaftlich organisierten Ferienplätze als knappes Gut, das längst nicht allen Einwohnern zugänglich war. (Auf 16 Millionen Einwohner kamen 1,5 Millionen Ferienplätze, recherchierte Baltschev.) Um Plätze für Familienferien auf Usedom oder Kinderferienlager auf Rügen musste man sich im Betrieb bewerben; denn das Gastgewerbe an der Ostsee war längst enteignet worden. Selbst ein Strand in Sichtweite wie der in Travemünde war für DDR-Bürger unerreichbar. Zur Zeit des kalten Krieges waren Strände für das Regime Gelegenheiten zur „Republikflucht“ und Reiseziele „unzuverlässiger Elemente“.
In der Literatur begegnet Baltschev Stränden als Orten für Privilegierte, die sich Reise und Unterkunft leisten konnten, aber auch als Fluchtpunkt für Exilautoren oder die Familie von Anne Frank. Die Strände Belgiens und der Niederlande sind bis heute untrennbar mit dem D-Day am 6.6.1944 verbunden, der Landeoperation der Alliierten im Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland. Exilautoren von Irmgard Keun, über Roth, Kesten, Toller, die Familie Mann konnten sich an belgischen und niederländischen Stränden für eine kurze Atempause unbeobachtet fühlen, ehe sie weiterzogen. Tourismus in die gesunde Luft der Urlaubsorte am Meer zog eine neue Grenze zwischen Gesellschaftsschichten. Wer sich für etwas Besseres hielt, strebte schon bald in angesagtere Orte und zog weiter an die Küsten Frankreichs und Spaniens.
Die Autorin wird umgetrieben von der Frage, wie Menschen „die öden Landschaften an den Rändern Europas eroberten“ und darin mehr als die Grenze zwischen den Gefahren des Meeres und der relativen Sicherheit eines trockenen Strandes für ihre Boote entdeckten. Wörter für das Ufer als den Grenzbereich zwischen Salz und Sand sind aus dem 13. Jahrhundert überliefert. Den Freizeitwert der „Beach“, ursprünglich das „Nasse“ vor dem Strand, nutzten und pflegten die Briten weit vor anderen Nationen, gründeten dort ihre legendären Seebäder samt Pier und etablierten Sprachreisen.
Badekultur ist seit der Antike überliefert. In der Gegenwart jedoch zieht die Sehnsucht nach dem Meer Massentourismus nach sich mit den bekannten Folgen von Umweltzerstörung und einem neuen Proletariat der Kellner und Zimmermädchen, das in wenigen Monaten den Lebensunterhalt für ein ganzes Jahr verdienen muss.
Die griechische Insel Lesbos mit Tausenden von gestrandeten Flüchtlingen schließlich erblickt die Autorin als streng bewachten Grenzpunkt zwischen dem armen vom Klimawandel getroffenen Süden und dem wohlhabenderen Norden. Der Strand ist aktuell wieder zum Trennstreifen geworden zwischen Armut und relativer Sicherheit.
Den Strand als Grenzbereich zwischen Land und Meer sucht Bettina Baltschev in Kunst und Literatur, besonders eindringlich jedoch wirken ihre Reisen am Schreibtisch in ihrer Symbolik politischer, sozialer und ökologischer Umbrüche der Gegenwart.
Die nackten Füße im Sand und das Meeresrauschen als Kulisse - wer gerät dabei nicht in Verzückung? Bettina Baltschev hat ein ganzes Buch über Strände geschrieben, deutsche und europäische, und das ist mehr als reine Schwärmerei. Wir lesen über Kriegsschauplätze, historische und literarische Persönlichkeiten oder die Entwicklung der Badekultur. So wurden zu Anfang des 19. Jahrhunderts Baderegeln für die Besucher veröffentlicht: „Die beste Zeit zum kalten Bade ist des Vormittags in einer früheren oder späteren Stunde, wie sie dem Badegaste am angenehmsten und bequemsten ist, nüchtern oder nach einem leichten Frühstücke, und nach erfolgter natürlicher Leibesöffnung.“ Der Text wird aufgelockert durch Fotografien und Zeichnungen oder aber durch Reime, die sich dem Meererleben widmen. Die Lektüre ist ein Genuss und fördert das Verlangen, bald wieder einem Strand einen Besuch abzustatten.
Wundert mich ehrlich gesagt ein bisschen, dass dieses Buch es auf den Shortlist des deutschen Sachbuchpreises geschafft hat. Vielleicht liest es sich auf Deutsch besser? Baltschevs Assoziationen und Gedankgengänge bewegen sich meiner Ansicht nach stets brav im Rahmen des Erwartbaren. Zwar schön, aber eher klassisch und unüberraschend
Ich war dieses Jahr bisher nur einmal am Strand. Mit einem kaputten Fuß, einem Buch und einem Joint. Eine Kombination die ich auch wirklich nur empfehlen kann - der kaputte Fuß ist dabei besonders wichtig.
Dank Bettina Baltschev hatte ich jetzt aber auch noch Strandfeeling in meiner Großstadtwohnung. Die Stadt ist groß, nicht die Wohnung. Ihre Liebeserklärung an den Ort, der so viele unterschiedliche Namen in Europa hat: Beach, Spiaggia, Playa, Strand, ist vielschichtig.
Acht europäische Strände besuchen wir gemeinsam. Dabei erhalten wir Einblicke in die Geschichte des Strandbesuchs, sowie in die Geschichte Europas und der restlichen Welt. Ihr Buch ist aber nicht einfach nur ein historisches Werk. Es ist auch ein Werk der Kunst und Literatur. So teilt sie Erfahrungen von KünstlerInnen und AutorInnen und mischt sie mit den eigenen. Gespickt mit Beschreibungen der Gemälde und Zitaten aus Gedichten und Romanen, konnte ich die salzige Luft fasst schon schmecken. Und den irgendwann juckenden Sand spüren.
Ich hab den Strand immer schon geliebt. Ich mag die Weite, ich mag das Meeresrauschen. Ich mag es dort zu lesen und einfach abzuschalten. Jetzt hab ich einen tieferen Blick auf diesen Sehnsuchtsort erhalten und liebe ihn noch mehr.
"Am Rande der Glückseligkeit" ist gleichzeitig spannend, interessant und beruhigend. Quasi wie meine einzige, diesjährige Stranderfahrung.
Das Buch wird tatsächlich noch besser, wenn man es in einer richtigen Buchhandlung kauft und nicht bei Amazon!
Zo ver het oog reikt. Over het strand van Europa. Door: Bettina Baltschev.
Ik hou van de zee: ernaar kijken, erin zwemmen, huppelen en pootjebaden. Ik word er rustig én uitgelaten, voel me weer kind maar soms ook oud en wijs. Op mijn rechterbeen heb ik een zee-tattoo. Ik hou van de zee, zei ik dat al? ;)
Zo ver het oog reikt is een musthave voor mensen die, net als ik, van de zee houden. De Europese kust. Baltschev neemt ons op sleeptouw van Scheveningen naar Brighton, over Oostende naar Lesbos. 8 badplaatsen doet ze aan, 3 daarvan bezocht ik zelf al eens, wat die hoofdstukken natuurlijk extra boeiend maakt.
Het is moeilijk om een etiket op dit boek te kleven: het geeft aardrijkskundige beschrijvingen van de bezochte plaatsen, maar het is ook een verslag van Bettina’s bezoeken aan deze plaatsen (soort van dagboek/memoir/logboek). Je leest ook over de geschiedenis van de kuststeden en van de kust an sich, als badplaats én als woonplaats.
Daarnaast leer je dat bijna overal in Europa ‘strand’ strand heet, of een naam die er op lijkt. En weet jij waarom badpakken, strandzeilen, de schorten van de visverkopers zo vaak strepen hebben? Ik nu wel. Of waarom er weinig blauwe keien liggen op het strand van Brighton?
Jane Ausen haalde veel inspiratie uit de kust, net als Ingeborg Bachmann, W.H. Auden, Ensor en Elena Ferrante (Lénu en Nino op Ischai) om er een paar te noemen. Sappho heeft haar eigen Vrijheidsbeeld op Lesbos en soldaat J.D. Salinger werd voorgoed getekend op Utah Beach. Het strand raakt ons allemaal, door de eeuwen heen zijn we verbonden.
Baltschev schreef een prachtige ode aan het strand, dat overal gelijk én toch anders is, dat elke minuut verandert maar ook eeuwig hetzelfde blijft. Boeiend op elke pagina!
Zo ver het oog reikt is een cultuurhistorische rondreis langs de stranden van Europa. De stranden zijn voor Baltschev een 'mozaïek van herinneringen, ervaringen en verwachtingen', én ze zijn een schouwplaats van de moderne beschaving.
Het levert een boek op van uitersten, waarbij Baltschev het volledige menselijke spectrum bestrijkt. Ze begint haar rondreis in Scheveningen, waar het strand aanvankelijk angst inboezemde, ingegeven door de godsdienst (het verhaal van Jonas) en de overstromingen. Geleidelijk aan ontdekt men de gezondheidsvoordelen van zeewater en ontstaan de eerste badplaatsen, eerst in Engeland, in de 18de eeuw. In Brighton komt de democratisering op gang, wanneer de lagere klassen dankzij het pas aangelegde spoorwegnet de industriegebieden ontvluchten in de zomer.
Het strand heeft ook een politieke dimensie. In de Tweede Wereldoorlog was Oostende bijvoorbeeld een toevluchtsoord voor schrijvers zoals Irmgard Keun en Stefan Zweig. Utah Beach in Normandië was de start van het strand als oorlogszone en het toneel van D-day en Operatie Overlord. Hiddensee, een Duits eiland in de Oostzee, was dan weer een symbool van de DDR en toegankelijk voor iedere arbeider.
De jongste evolutie is richting het massatoerisme, met Benidorm als paradijs voor pensionado's. Baltschev staat ten slotte ook stil bij de menselijke hel die Lesbos is, als hotspot van de vluchtelingenstroom richting Europa, en bij de vernietigende invloed van het Antropoceen, wat verontreiniging betreft.
Zo ver het oog reikt biedt heel wat interessante inzichten, maar niet elk hoofdstuk is even relevant. Ook de vertaling doet wat houterig aan, vandaar de drie sterren.