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An der Grasnarbe

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Jetzt hütet Noa also Schafe. Um ihren Angstattacken in der Großstadt zu entfliehen und aus Sehnsucht nach dem einfachen Leben ist sie als freiwillige Helferin auf einen Hof nach Südfrankreich gekommen. Hier leben Ella, Gregor und ihre elfjährige Tochter Jade von ihrer Herde und dem, was sie auf den Äckern anbauen. Doch das wird immer beschwerlicher, die Sommer werden heißer. Auch Noa bemerkt die Risse im Boden und wie wenig Wasser der Fluss führt. Das Landleben zeigt sich nicht weniger aufreibend als Noas früheres Leben. Und in der Abgeschiedenheit der Berge holen sie auch die Ängste und inneren Widersprüche ein, mit denen sie bereits zuhause zu kämpfen hatte.

In An der Grasnarbe treffen innere und äußere Landschaften aufeinander, die nicht nur durch die Klimakrise ins Wanken geraten. Mirjam Wittig erzählt davon mit großem Einfühlungsvermögen und starker atmosphärischer Kraft – als ob man die Berge und Täler vor sich sieht, die Schafsglocken hört, Trockenheit und Hitze auf der Haut spürt. Ein aufregendes Debüt!

189 pages, Hardcover

Published April 11, 2022

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32 (37%)
2 stars
9 (10%)
1 star
3 (3%)
Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Co_winterstein.
146 reviews12 followers
May 7, 2022
An der Grasnarbe

Mirjam Wittigs Debütroman „An der Grasnarbe“ handelt von Noa, die in Deutschland als Restauratorin arbeitet und sich eine Auszeit in Frankreich nimmt, um mit ihren wiederkehrenden Panikattacken klarzukommen.
Noa zieht auf einen Bauernhof zu Ella und Gregor und deren Tochter Jade. Detailliert wird beschrieben, wie sie Schafe hüten und Zäune ziehen, Gemüse aller Arten pflanzen, Äcker bewirtschaften und versuchen den Elementen zutrotzen.
Ein hartes, karges Landleben, das Noa gefällt, doch die Panikattacken begleiten sie weiterhin.
Wittigs Sprache finde ich großartig, sie ist immer kongruent mit der Handlung. In den Schilderungen der Panikattacken sind die Sätze viel kürzer, abgehackter manchmal fehlen Worte, all das spiegelt das panische Luft holen, die Hektik und Angst währenddessen.
Nicht ganz klar war mir die Einführung der Nebenfiguren Tammo, Valeria und Anja, die für kurze Zeit auf dem Hof auftauchen, um mitzuarbeiten. Sie tragen alle drei nicht zur Handlung bei. Ihr Auftauchen verändert nichts und hat auch keine Folgen.
Dass Jade einen recht dominanten Charakter hat (ihre Fragen immer wie Aufforderungen klingen) wirkt auf mich eher unsympathisch. Ein kluger Schachzug, so rutscht die Geschichte nicht ins Kitschige ab.
Auch der Klimawandel wird thematisiert.
Auf die Dürre und die Beschreibungen wie der Boden karg und rissig da liegt und bald nicht mehr zu bepflanzen ist, folgt die Flut. Sinnflutartiger Regenfall, der die Schafherde gefährdet.
Die beste Stelle im Buch finde ich die Feier, au der Karim über den Alltagsrassismus spricht, der ihm tagtäglich entgegenschlägt und der ja auch in Noa immer wieder auftaucht, in ihrer Angst vor einem bestimmten Phänotyp Mann.
Das Ende - ohne hier zu spoilern - hat mir sehr gutgefallen.
Als Fazit kann ich sagen, habe ich das Buch gern gelesen, auch wenn mir die Hauptfigur Noa recht fremd geblieben ist. Ihr Beweggründe aufs Land zu gehen, blieben mir allerdings verschlossen.
Wahrscheinlich ist die Großstadt zu sehr in meinem Charakter angelegt😇, so dass mich die Annahme irritiert, Noa könnte ihre Panikattacken auf dem Land loswerden. Eigentlich nimmt man ja innere Seelenzustände mit, wo immer man hingeht.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for funkens.buecherwelt.
77 reviews
May 5, 2022
Der Schreibstil der Autorin ist sehr außergewöhnlich. Er wirkte wie aus einer anderen Zeitepoche, wodurch des Öfteren der flüssige und verständliche Lesefluss unterbrochen wurde.
Daher empfehle ich jeden Interessenten des Buches zuerst in die Leseprobe zu schauen und den besonderen Schreibstil auf sich wirken zu lassen.

Das Buch kann trotz der oftmals problematischen Sätze schnell gelesen werden. Die Details der beschriebenen Orte, aber auch die Gefühle der Protagonisten gestalten den Roman sehr lebendig.
Allerdings (Achtung ab hier werden SPOILER zum Ende auftreten) fehlen mir viele Aspekte aus dem Klappentext. Grundlegend fasst der Klappentext zwar zusammen, was im Buch geschieht, doch die Klimakrise geht für mich sehr unter. So wird es zwar ab und an erwähnt, durch z.B. böse Blicke von Jade oder es wird veranschaulicht, indem erzählt wird, wie die Hitze den Feldern zu schaffen macht und es später zu einem Starkregenereignis kommt, aber richtig eindeutig wird es für mich als Leser nicht.
Genauso schade fand ich es, dass Noa zum Ende hin noch immer ihre Ängste hat und, aus meiner Sicht, auch nicht auf dem Weg der Besserung ist. Sie flieht lediglich weiter davor.

Ebenso stören mich die vielen offenen Fragen und ungeklärten Beziehungen. Viele der Neben-Protagonisten wirken auf mich irrelevant, sie brachten die Geschichte nicht wirklich weiter voran.
Ganz im Allgemeinen fehlt mir auch das Verständnis, was dieser Roman nun vermitteln wollte, denn eine richtige Message an uns Leser konnte ich nicht rausfiltern.

Ich muss hier allerdings anmerken, dass ich mit 20 Jahren eventuell die falsche Zielgruppe darstelle oder vieles einfach nicht verstanden habe, doch für mich gibt es an dem Roman leider mehr zu bemängeln wie zu loben, daher auch nur 2⭐
Profile Image for Lesereien.
257 reviews22 followers
May 5, 2022
Noa, die Protagonistin des Romans, flieht aus der Stadt nach Südfrankreich auf einen Bauernhof. Sie leidet unter Panikattacken, hat Angst vor Terroranschlägen, wenn sie mit der U-Bahn fährt und fühlt sich schuldig, weil Männer mit Bärten ihre Angst triggern.

“Ich habe immer vor mir gesehen, wie ich unter einen Sitz krieche, um keine Kugeln abzukriegen, oder die U-Bahn, von außen, so eine U-Bahn-Wurst, die aufgeplatzt ist, und wie dann alle Drähte raushängen, aber auch das blanke Fleisch – von allen, die zu nah an dem Typen…”

Auf dem Hof der Aussteiger Georg, Ella und deren Tochter Jade eröffnet sich ihr eine neue Welt, die ihr zunächst fremd ist, an die sie sich jedoch langsam gewöhnt. Sie lernt mit den Schafen umzugehen, Gemüse zu pflanzen, den Marktstand aufzubauen und Zäune zu setzen. Auch die Umgebung, die Natur wird ihr mit der Zeit vertrauter.

Noa muss jedoch auch miterleben, wie der Klimawandel die Bewirtschaftung des Hofes immer anstrengender gestaltet. Dürre und Hitze lassen den Boden austrocknen, Unwetter und Regengüsse die Weiden überschwemmen.

Miriam Wittigs Roman zeichnet das Porträt einer Generation, deren Leben durch Ängste und Ungewissheiten bestimmt wird. Da ist zunächst die ständige Angst vor Gewalt, die Noa begleitet, aber später auch das Bewusstsein über die Auswirkungen des Klimawandels.

Mir hat es zuweilen an Fokus gefehlt. Einzelne Szenen vermögen zwar durch ihre starken Bilder besonders zu überzeugen, andere wirken hingegen eher verschwommen. Es fehlt ihnen an einer Richtung, sie ziehen sich in die Länge oder wirken ausschweifend. Vielleicht sind es zu viele Themen, derer sich Wittig auf nicht einmal zweihundert Seiten anzunehmen versucht, vielleicht hätte es besonders in der Mitte des Romans eines härteren Kerns bedurft. So vermag der Roman jedenfalls nicht ganz zu überzeugen.
Profile Image for Lisa_V.
739 reviews3 followers
May 11, 2022
Ausbruch ins Landleben – Ruhiger Roman mit vielfältigen Themen

Leicht fällt mir die Bewertung von „An der Grasnarbe“ der Autorin Mirjam Wittig nicht. Denn dieser Roman hat so seine Stärken, aber auch Schwächen. Gut gefallen hat mir das gelungen dargestellte Setting. Das Landleben wird hier in allen Facetten wiedergegeben, dabei wird nichts beschönigt, sondern die harte Arbeit und das entbehrungsreiche Leben deutlich hervorgehoben. Aber auch die schönen und idyllischen Seiten des Aussteigertraums werden gezeigt. So entstehen nach und nach, auch durch die ruhige und detaillierte Erzählweise, vielfältige Einblicke in das Leben auf einem landwirtschaftlichen Hof, wo Vieles durch Handarbeit geschieht.

Obwohl der Klappentext die Gewichtung anders vermuten lässt, steht der Klimawandel hingegen nicht im Mittelpunkt der Handlung. Die Protagonistin Noa beobachtet vielmehr ihre Umgebung und die Natur sehr genau, dadurch nimmt sie die Folgen des Klimawandels deutlich wahr. Direkt angesprochen oder in die Gedanken der Charaktere einbezogen wird dieser allerdings nicht. So bleibt er eher subtil, aber dennoch stets im Hintergrund präsent. Darüber hinaus werden viele weitere Themen angeschnitten, dann aber nicht mehr weiterverfolgt. So bleiben am Ende jede Menge ungeklärter Fragen. Wer keine offenen Enden mag, wird hier eher enttäuscht werden. Auch für mich ist dies definitiv ein großer Kritikpunkt. Gerade da die Geschichte in meinen Augen großes Potenzial hatte, war ich mit der Umsetzung nicht ganz zufrieden. Zu oft war ich mir unsicher was die Autorin uns denn nun mit ihrem Werk sagen möchte. Auch wenn ich diese Frage für mich nicht voll umfänglich klären konnte, bleibt „An der Grasnarbe“ dennoch eine lehrreiche Lektüre. Auch sprachlich punktete der Roman bei mir. Während ich zu Beginn noch Probleme mit dem anspruchsvollen Schreibstil hatte, gefiel mir dieser im Verlauf der Handlung immer besser. Auch deshalb vergebe ich im Gesamten immer noch gute 4 Sterne.
Profile Image for _verweiledoch.
109 reviews29 followers
April 11, 2022
„An der Grasnarbe“ von Mirjam Wittig ist ein Buch über das Friedenfinden. Denn die Protagonistin Noa kommt nicht nur in die Provinz Frankreichs, um auf einem Bauernhof in den Bergen auszuhelfen, sondern auch um zu heilen. Um ihren Ängsten Raum zu geben und sie zu reflektieren. Besonders mit der jungen Jade, der Tochter in der Gastfamilie, freundet sich Noa mit der Zeit an und findet mit oder über sie zu vielen Erkenntnissen.
Tatsächlich wäre dieses Buch eines, von dem man behaupten könnte, dass „da ja gar nichts passiert“. Ja – und nein. Es passiert viel, nur eben in der Protagonistin und nicht um sie herum. Die Schafe, die gehütet werden müssen, die Nebelschwaden in den Bergen und der Wochenmarkt im Dorf bilden einen Routinerahmen, in dem Noa Frieden findet. Es gelingt ihr, herauszufinden, wie sie ihre Ängste, ihre Übersensitivität und ihre Emotionen, die sie im Alltag quälen, befrieden kann. Es geht um Heilung, und das ist eben kein externer Vorgang.
Die Länge des Romans war optimal, denn Wittig schreibt auf eine kluge und unterhaltsame Art über ernste und konkret weltbewegende Dinge. Immer wieder finden Themen wie psychische Krankheiten, Integrations- und Flüchtlingspolitik oder auch der Klimawandel im Vordergrund, ohne zu einer aufmüpfigen und ermüdenden Zeitdiagnose anzuschwellen. Ein meiner Meinung nach sehr gelungener Roman über Selbstfindung und -frieden, der mich sehr neugierig auf die Autorin und zukünftige Werke von ihr macht! Ich gebe – 4.5/5 Eselsohren, wobei das letzte halbe diesen zwei grandiosen Sätzen zu verdanken ist: „[Sie] streckte die Lippen vor, das war ein französisches Gesicht, es war wie bon sagen, bof. Schon auf dem Markt war mir dieser Ausdruck in mehreren Gesprächen aufgefallen, Ratlosigkeit und Gleichgültigkeit in einem oder das eine als Reaktion auf das andere“ (S. 79) c’est vrai ça ! Je le remarque tout autour de moi !
47 reviews
June 10, 2022
Wir folgen hier Noa, die aufgrund von Angst- und Panikattacken aus Paris aufs Land nach Südfrankreich flüchtet. Auf dem Hof von Ella und Gregor möchte sie zur Ruhe kommen. Noa hilft bei der Arbeit auf den Feldern und kümmert sich mit um die Schafe. Zudem lernt sie die 11jährige Tochter Jade immer besser kennen und verbringt viel Zeit mit ihr. Doch der Klimawandel macht das Landleben zunehmend schwieriger...
Die Atmosphäre und die Naturbeschreibungen in diesem Buch sind wahnsinnig schön. Ich konnte beim Lesen das Blöken der Schafe hören. An den Schreibstil musste ich mich etwas gewöhnen, da er in Noas Panikattacken sehr wirr und abgehackt ist, was sich aber nach der Eingewöhnung als passend herausstellt. Der Rest ist in einem sehr schönen und gut lesbaren Schreibstil geschrieben.
Ich mochte an sich die Handlung und das ruhige Voranschreiten der Geschichte sehr gerne. Allerdings bleibt es leider auch bei den Beschreibungen von Noas Alltag dort auf dem Land. Wir erfahren nichts über die Hintergründe für ihre Panikattacken oder tauchen tiefer in die Psychologie ein. Auch das Thema Klimawandel und dessen dramatische Folgen kommen über ein Small-Talk-Wissen leider nicht hinaus. Wir erfahren die Geschichte nur aus Noas Perspektive, was ich ebenfalls schade fand. Eine weitere Perspektive hätte vielleicht mehr Tiefgang ermöglicht. Insgesamt habe ich es gerne gelesen, fand es aber doch recht langweilig und zu oberflächlich. Ich hatte mehr erwartet. Daher leider nur ⭐⭐
Profile Image for Petya.
301 reviews23 followers
March 25, 2025
Das erste Kapitel war so packend, dann die Ankunft in den Bergen...aber darüber hinaus habe ich nicht verstanden, worum es konkret in diesem Buch gehen soll.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews

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