What do you think?
Rate this book


So ist es auch in Bamberg. Hier lebt die Apothekertochter Johanna, deren Leben zunächst in glücklichen Bahnen zu laufen scheint. Der Hilfsschreiber Hans hat um ihre Hand angehalten, und auch, wenn er sich mit der Heirat Zeit lassen will, bis er Johanna ein besseres Leben bieten kann, scheint ihre Zukunft dadurch doch gesichert. Aber dann kommt der junge Cornelius in die Stadt zurück. Und der Fürstbischof von Bamberg macht sich einen Spaß daraus, durch den Verrat von einfachen Bürgern und Ratsmitgliedern an die Inquisition seine Macht weiter zu festigen. Auch Johanna und Cornelius werden hineingezogen in den teuflischen Strudel aus Aberglaube und Herrschaftswahn. Immer enger zieht sich die Schlinge, bis es plötzlich kein Entrinnen mehr zu geben scheint. Oder kommt letztlich doch noch Rettung von der römischen Kurie, sprich: vom Papst? Und: Gibt es Hoffnung auf einen Neuanfang, vielleicht sogar zu zweit?
Wie jeder historische Roman, so leidet auch Die Seelen im Feuer ein wenig an der Frage nach geschichtlicher Glaubwürdigkeit. Das liegt vor allem daran, dass es schwer ist, sich immer und bei jedem Satz in die Vorstellungs- und Bewusstseinswelt der Vergangenheit hineinzudenken. Ob einem Protagonisten aus dem deutschsprachigen Umfeld Anfang des 17. Jahrhunderts tatsächlich die ��allgegenwärtige Dominanz der Kirche aufgefallen wäre, da diese Dominanz ja immerhin als Selbstverständlichkeit hingenommen wurde, darf zumindest bezweifelt werden. Trotzdem: Sabine Weigand schreibt immer noch die authentischsten historischen Romane. Und darunter gehört Die Seelen im Feuer zu einem der besten. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de
528 pages, Hardcover
First published October 13, 2008