Seit sie denken kann, lebt Mia mit ihrem Vater Kasimir im Wald. Im Verborgenen versorgen sie sich selbst und verüben Guerillaanschläge auf landwirtschaftliche Betriebe. In ihrer Welt gelten weder Recht noch Moral. Alles, was ist, basiert auf Naturgewalt, im Kleinen wie im Großen. Doch je älter Mia wird, desto mehr hinterfragt sie die Erziehung ihres Vaters. Sie führt einen unsichtbaren Kampf mit sich selbst und Kasimir. Als Sören auftaucht, der sich im Wald verirrt hat, wird alles anders. Mia nimmt ihn mit in ihr Versteck. Beide kommen sich näher, aber Sören, dessen Weltbild vor allem durch krude Internetforen geformt wurde, saugt Kasimirs Theorien auf wie ein Schwamm. Die Aktionen werden brutaler.
Mia wird im Klappentext als Hauptprotagonistin beschrieben, jedoch erschien mir Sören der eigentliche Hauptcharakter zu sein. Er ist recht neutral beschrieben, seine Motivation nur vage gehalten und sein Handeln steht im Vordergrund - ähnlich wie bei Kasimir, Mias Vater. Über Mias innere Gefühlswelt wird dagegen mehr Preisgeben und es lässt sich nachvollziehen wie ihre Zweifel sich aufbauen. Teils werden Zweifel gestreut, ob Kasimir tatsächlich ihr Vater ist. die Beziehung der beiden lässt den Leser mit einem unguten Gefühl zurück. insgesamt entwickelt sich die Geschichte langsam, die Handlungen werden jedoch immer radikaler. Gespickt ist das das ganze mit Einschüben über Sörens Lebens. Die zeitliche Einordnung einzelner Erzählstränge war nicht immer klar. So hätten die kurzen Einspieler Motivation für die Haupthandlung sein können aber auch Konsequenz daraus.
Liest sich gut, hat mich aber weniger umgehauen als ich mir erhofft hatte. Für einen Debütroman jedoch bereits sehr überzeugend in den Themen, die angesprochen werden.
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