Ich habe jetzt lange über diese Rezension nachgedacht und bin doch noch nicht so recht zu einem Entschluss gekommen. Kathrin Hartmanns „Grüner wird’s nicht“ aus dem Jahr 2020 hat mich einfach nicht überzeugt. Lesen kann man es trotzdem mal. Kathrin Hartmann verbindet auf eine knackige und kurzweilige Art und Weise Erfahrungen und Reisen, die sie gemacht, mit Wissen, das sie gesammelt hat. Es ist ein prägnanter Einblick in eine Kritik an dem falschen Umgang mit der Klimakrise. Kathrin Hartmann geht dabei (endlich!) auch einmal so weit, und kritisiert dabei nicht nur die großen Sündenböcke der Nation und der Welt, sondern verteilt auch Seitenhiebe gegen SUV-fahrende Angehörige (leider an dieser Stelle häufig pauschalisierend) verschiedener Parteien, die sich den Klimaschutz auf die Fahne schreiben. Sie kritisiert auch den allseits geforderten Verzicht des*der Einzelnen, der häufig blind vor sozialer Ungerechtigkeit ist.
Nun komme ich zur Seite, die mich an diesem Buch nicht überzeugt hat. Die Argumente. Einerseits ist das Buch so strukturiert und aufgebaut, dass es einem leicht gemacht wird, in dieses Thema einzutauchen, sich allgemein ein Bild zu machen. Jedoch wird man auf der anderen Seite nicht gerade in Watte gepackt. Don’t get me wrong: Eigentlich finde ich das gut. Es gibt in vielen Diskussionen zu viele Beschönigungen. Aber letztlich denke ich, dass das Buch diejenigen abschrecken könnte, die sich einen ersten Zugang verschaffen wollen, und auf der anderen Seite von denen gefeiert wird, die nicht mehr überzeugt werden müssen. Und gerade für letztere ist es dazu nicht tiefgehend genug. Wenn man sich ein bisschen mehr mit dem Thema auseinandersetzt, erfährt man hier nichts, was man nicht schon weiß (Zugegeben, es ist ja auch bereits 2 Jahre alt und die Welt dreht sich weiter). Mir fehlt die Perspektive in diesem Buch. Hier wird einem nicht einmal Ausweglosigkeit suggeriert, was in dem Genre doch auch vorkommen kann. Man erhält diese Informationen gefühlt mit der Nachricht „Mach damit, was du willst.“ Oder „Du wirst schon wissen, wozu das gut ist.“ Die Fragen, die aufgeworfen werden, sind gut, leider ist das Buch so schnelllebig und will so viel auf einmal sagen, dass die Probleme, die darin erkannt werden, untergehen.