Literarische Diverse ist einfach the gift that keeps on giving. Die Texte (ob poetisch oder essayistisch), die Fotos und die Illustrationen ergeben gemeinsam ein so unterschiedliches wie harmonisch zum Ausgabenthema passendes Ganzes. Auch und manchmal gerade die Texte, die mich persönlich eigentlich nicht so ansprechen, sind bereichernd. Freue mich mit jeder Ausgabe schon auf die nächste!
Die Magazine von @literarische.diverse lese ich mit gleichbleibend großer Begeisterung seit Ausgabe 2, kürzlich hab ich dann Aufgabe vier zu Liebe beendet. Jedes Magazin widmet sich einem Thema, an das die einzelnen Autor*innen sehr unterschiedlich herangehen, was sehr bereichernd ist.
Literarische Diverse ist ein Magazin für marginalisierte Stimmen, so u.a. BIPoC, LGBTQIA+, jüdische Menschen. Das finde ich einen enorm wichtigen Ansatz, da diese Stimmen in der Literaturlandschaft immer noch viel zu unterrepräsentiert sind und dringend gehört werden müssen. Ergänzt werden die berührenden Texte mit wunderschönen Illustrationen, das Magazin ist also jedes Mal ein Gesamtkunstwerk, dem mensch mit einmal durchlesen bestimmt nicht gerecht werden kann.
Die vielfältigen Geschichten, die aus den Texten und Poesien sprühen, tragen einen in eine andere Welt - manche in eine, die man schon kennt. Es ist wunderschön wie vielseitig ein Thema behandelt werden kann - vor allem weg vom klassischen, das uns von in der Kindheit an begleitet und geformt hat.
"Wir wollen keine Romantik, wir wollen keine fadenscheinigen, tradierten, unhintergehbaren Konzepte von Liebe um jeden Preis. Wir wollen uns nicht selbst aufgeben und wir wollen auch nicht, dass der andere sich ergibt. Wir wollen an uns arbeiten, mit dem anderen arbeiten."
Esra Canpalat - Wie werde ich uns gerecht
Mit "Liebe" ist die vierte Ausgabe der Literarischen Diverse erschienen, folgend auf "Engagement", "Sprache" und "Widerstand". Wie in allen vorherigen Ausgaben besticht auch "Liebe" mit wunderschönen Illustrationen in ganz unterschiedlichen Stilrichtungen, immer passend zum Text, den sie begleiten. Die Texte selbst sind mindestens genauso unterschiedlich und beleuchten jedwede Form der Liebe: Selbstliebe, Liebe zur Familie, zu Freund:innen, romantische Liebe, solidarische Liebe, aber auch toxische Liebe und den Verlust von Liebe. Manche Texte sind laut, wütend und/oder empowernd, andere ganz zart und leise. Besonders berührt haben mich die Texte, die die Schattenseiten der Liebe in all ihren Grau- und Blautönen zeichnen, doch Schatten existiert nicht ohne Licht, es braucht auch die aufmunternden, die zuversichtlichen Texte. Es ist kein Geheimnis, dass ich ein großer Fan der Literarischen Diverse bin, es steckt nicht nur in den Texten viel Liebe, sondern in der gesamten Aufmachung, der Auswahl und Vorstellungen der Autor:innen, dem Vorwort, den Triggerwarnungen an den richtigen Stellen. Von daher kann ich euch auch diesmal nur ans Herz legen, euch was gutes zu tun und das Magazin zu lesen!