Abgeschieden von der Außenwelt lebt die junge Maia mit ihrer Familie in einem großen Haus im Wald, das niemand je verlässt. Das Familienleben folgt seiner ganz eigenen Logik – alle haben ihre Aufgaben und folgen einem strengen Regelwerk, das von der Geschichte ihrer Vorfahren und dem Wissen über Astronomie geleitet wird. Die Sterne geben den Familienmitgliedern Namen und bestimmen in ihrer Konstellation auch das Zusammenleben. Doch Maia genügen die Geschichten irgendwann nicht mehr. Ist die Welt da draußen wirklich so gefährlich, wie es ihr seit ihrer Geburt gesagt wurde? Als die Älteren sich immer sonderbarer verhalten, hinterfragt sie zunehmend die Grenzen des Hauses und der Geschichten ...
"Die Welt vor den Fenstern" von Tatjana von der Beek hat mich beeindruckt.
Bereits auf den ersten Seiten war ich an die Geschichte gefesselt, hatte direkt das Gefühl Teil der Familie in ihrem Haus zu sein. Man erlebt direkt aus der Perspektive der Protagonistin Maia ihre Geschichte. Als Leser:in weiß man tatsächlich nur das, was auch Maia weiß und das fand ich erstaunlich gut geschrieben. Die Stimmung im Buch ist bedrückend und mystisch zugleich und wird durch einen fabelhaften Schreibstil abgerundet.
Für mich war "die Welt vor den Fenster" definitiv ein Highlight und ich freue mich darauf, mehr von Tatjana von der Beek zu lesen.
Mutter, Großmutter, Onkel Nao, Tante Wega und Alrischa. Für die kleine Maia sind diese Personen, mit denen sie in einem großen Haus mitten im Wald lebt, die ganze Welt. Niemand verlässt jemals das Haus und auch Besuch bekommt die Familie nicht. Geleitet von den Sternen folgt ihr Alltag strengen Regeln und klaren Strukturen, wobei jedes Familienmitglied eigenverantwortlich Aufgaben zu verrichten hat. Fehler werden mit einem Stück Kohle bestraft, welches im Mund behalten werden muss, während die anderen essen. Die Außenwelt kennt Maia nur durch Geschichten, doch so langsam keimt in ihr ein Gedanke auf, der die Grenzen des Hauses zu sprengen droht.
Ich kann es nicht anders sagen, als dass ich wirklich restlos begeistert von Tatjana von der Beeks Debütroman „Die Welt vor den Fenstern“ bin. Schon nach wenigen Seiten steckte ich komplett mit Maia in diesem Haus mitten im Nichts und klebte förmlich an den Seiten, um das Geheimnis dieser sonderbaren Familie zu ergründen. Maias Geschichte erlebt man hier direkt aus ihrer Perspektive und wie auch bei Emma Donoghues „Raum“ fand ich das wirklich genial. Klar, durch diese eingeschränkte Sichtweise des kleinen Mädchens bleiben stets einige Fragen offen und auch das Ende hat mich mit vielen Fragezeichen zurückgelassen, aber genau das macht „Die Welt vor den Fenstern“ aus. Wir wissen auch nicht mehr als Maia und mit jeder Seite steigt die Spannung über das, was in dem Haus nun vor sich geht. Maias Geschichte wird so fein und klug erzählt und für mich waren die Figuren und diese geheime Welt unheimlich greifbar und real dargestellt. Das ganze Buch ist durchzogen von einer bedrückenden, mysteriösen Stimmung und wird getragen von Maias persönlicher Entwicklung und der Skepsis, die in ihr heranwächst. Mich hat dieses Buch überraschend umgehauen und ohne Spoiler kann ich wirklich gar nicht vollumfänglich sagen wie großartig ich „Die Welt vor den Fenstern“ fand. Ich kann es wirklich nur empfehlen, vor allen Dingen, wenn ihr Interesse an solchen Geschichten wie „Raum“ habt. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Bücher von Tatjana von der Beek!
Sehr feinfühlig und atmosphärisch erzählt mit einer interessanten, intelligenten Protagonistin.
Das Erähltemp des Buches fühlte sich leider nicht ganz richtig an, so ist es am Anfang sehr langsam, nimmt sich Zeit und gibt der Atmosphäre viel Raum, um dann am Ende auf den letzten Seiten, wo es für eigentlich gerade erst richtig interessant wurde, nur so dahinzurasen und mit einem offenen Ende abzuschließen.
Vom Inhalt her eigentlich nur ein durchschnittliches Buch, aber ich bewundere es immer, wenn man eine ungewöhnlichen Handlungsort mit skurrilen Figuren schafft und dies glaubwürdig umzusetzen weiß. Und das ist Tatjana von der Beek mit dem familiären Mikrokosmos, den sie in "Die Welt vor den Fenstern" erschafft, definitiv gelungen.
Ich habe es sehr gern gelesen. Der Schreibstil war ruhig und fantasievoll, die Geschichte einzigartig und spannend. Ich hätte gern noch mehr über Maia gelesen 😊
In einem Haus, in einem Wald, umgeben von Bäumen, davor eine Wiese, nur die Familie, kein Weg nach draußen. Dieses Leben lebt Maja, doch nicht auf böse Weise, sondern eingebettet in Strukturen innerhalb der Gemeinschaft, der Familie, in der sie lebt. Niemand darf das Haus jemals verlassen, denn das würde böse enden. Jede Person im Haus hat bestimmte Aufgaben, es gibt strenge Regeln. Es wird immer gemeinsam gegessen, was zuvor immer mit einer Geschichte beginnt. Eine immens wichtige Rolle spielt die Lehre der Sterne, die Astronomie, nach denen sich die Welt dort dreht; auch sind alle Personen nach Sternen benannt. Im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, dass Maja anders tickt, sich nicht mehr nur den Regeln unterwerfen will. Sie möchte hinaus, die Welt kennenlernen. Doch allein die Frage danach, wird bestraft. Bei einem Verstoß muss das Familienmitglied während des Essens mit einem Kohlestück im Mund sitzen und erhält kein Mahl. Es führt kein Weg hinaus und auch keiner hinein.
Erst dachte ich „In Herrgottsnamen, wo bin ich denn da gelandet? In einer mikroskopischen Version einer durchgeknallten Familie?“ … Doch diese Geschichte ist so anders … so gaaaaaanz anders, so unheimlich, und gefühlt doch irgendwie normal, so schaurig und doch so klar …ich kann es nicht so richtig in Worte packen, aber ich versuch‘s. Eine richtige Beziehung konnte ich zu keiner der Personen aufbauen, auch nicht zu Maja – auch hier kann ich nicht sagen: wäre das erforderlich, um in die Geschichte zu tauchen und sie zu verstehen? Dennoch, dieses Buch hat was, so eine derartige Sogwirkung, die mich vollkommen in den Bann zog. Maja ist sehr wissbegierig und klug, scheut sich auch nicht davor, eins auf die Nase zu bekommen (im übertragenen Sinn), und sie denkt. Denkt, dass man ihr hier eine Pinocchio-Geschichte aufgetischt hat und betreibt innerhalb des Hauses Recherche. Doch das ist auch die Crux. Fehler dürfen nicht geschehen. Dinge dürfen nicht NICHT geglaubt werden. Und gedacht werden darf auch nicht. Die Einhaltung von Regeln gilt unter allen Umständen. Eine unerklärbare Tradition bahnt sich über Generationen ihren Weg, mit sonderbaren Geschehnissen. Macht wird ausgeübt, getarnte Lügen weitergereicht. Gefühlt geschieht nicht viel, aber in diesem Haus, diesem Mikrokosmos, geschieht eigentlich sehr viel. Aus der Ich-Perspektive von Maja kommt die Geschichte sehr atmosphärisch daher und zaubert diesen Hauch von Gänsehaut beim Lesen. Und zum Ende zaubert sie noch einen WTF-Moment … lasst Euch drauf ein – ihr werdet es nicht bereuen! Von meiner Seite eine Leseempfehlung für dieses schöne Debüt
Mh, schwer zu bewerten. Es hat lange gedauert, bis das Buch mich so richtig gepackt hat, so ab 150 Seiten erst. Der Schreibstil ist schön und Tatjana von der Beek schafft eine atmosphärische Stimmung in diesem mysteriösem Haus, aber die simple Beschreibung der täglichen Routine ist mir dann doch etwas zu wenig gewesen. Als die Handlung dann in Fahrt gekommen ist, hat mir das Buch gut gefallen, aber auch das Ende war mir etwas zu sparsam. Das Buch lebt sehr von den Charakteren, und Maia ist ein toller Hauptcharakter, klug, stark, aufmerksam und liebevoll, und man kann auch sehen warum sie zu der Person heranwächst, aber die Motivation der anderen Charaktere fehlt mir etwas, vor allem für ein Buch, dessen Handlung lange so beschränkt ist auf zwischenmenschliche Interaktionen. In jedem Fall ist viel Potential in Tatjana von der Beeks Debütroman zu erkennen, auch wenn ich mir etwas mehr gewünscht hätte.
Kann man lesen, muss man aber nicht. Vorweg: Ich fand die Idee der Geschichte und den Schreibstil toll. Aber es hat sich einfach alles wiederholt, dadurch dann irgendwann nur noch gezogen und das Ende fand ich etwas unbefriedigend (das habe ich bei solchen Enden aber immer). Wäre der Mittelteil etwas kürzer und das Finale ausführlicher gewesen, hätte ich es besser gefunden.
Mochte den Schreibstil zwar, und fand die Prämisse sehr faszinierend, aber hatte irgendwie mehr erwartet. Sehr beklemmende Atmosphäre, die aber irgendwie nie einen Höhepunkt oder Erleichterung findet, und ein unstimmiges Erzähltempo.
Dieser Debütroman hat meine Erwartungen durch den Klappentext absolut erfüllt. Die Dichte des abgeschottenen Lebens in einer sektenartigen Welt wird durch die zumeist kindliche, aber reifer werdende Wahrnehmung ohne Übertreibungen vermittelt.
Dieses Buch hat einfach etwas mit mir gemacht. Ich kann gar nicht genau sagen was, aber ich konnte es nicht aus der Hand legen. Es war soooooo gut geschrieben und ich habe die Charaktere lebendig vor mir gesehen. Maia ist einfach eine wunderbare Erzählerin. Und das Haus hatte für mich etwas beruhigendes und beunruhigendes zu gleichen Teilen. Ich habe alles an diesem Buch geliebt!!
"DIE WELT VOR DEN FENSTERN" von Tatjana von der Beek
✨Ein Haus, eine Familie, ein System und kein Ausweg.✨
Wir begleiten Maia, die mit ihrer Familie in einem Haus irgendwo im Wald wohnt. Dieses Haus wird nie verlassen. Es herrscht eine eigene Hierarchie. Jedes Familienmitglied hat seine Aufgaben, ein "Draußen" gibt es nicht. Das Leben wird von der Astrologie geleitet. Maia folgt den Anweisungen schon ihr Leben lang. Doch langsam macht sich ein Gefühl in ihr breit und dieses kommt auch langsam in ihrem Kopf an. Sie erkennt, dass das, was in der Familie erzählt wird nicht stimmen kann. Sie will die Wahrheit wissen und die Grenzen überschreiten. ✨✨✨✨✨✨✨ "Die Welt vor den Fenstern" erzählt in feiner, kluger Sprache die Geschichte von einem mutigen Mädchen, von Macht, Geheimnissen, Grausamkeit und einer eigenen kleinen Welt. Da wir nur die Sicht von Maia kennen, bleiben uns die anderen 5 Familienmitglieder fremd, was aber zum Setting passt. Dieses Buch ist sehr atmosphärisch.
Für mich ist dieses Debüt sehr gelungen. Die Idee ist originell, es entsteht ein beklemmendes Gefühl beim Lesen, welches sich bis zum Schluss zieht.
Eine große Leseempfehlung für dieses Buch und auch ganz viel Liebe für die Gestaltung 😍.
I really enjoyed reading this book! It's a story about a very odd family living in a house in a forest, and they have weird rules, beliefs, and aren't allowed to leave the house. This book can almost make you claustrophobic, reading about those people and their repetitive lifestyles. It actually makes you feel crazy. This book starts very slow, and takes its time with describing family's lives and habits and I can imagine it can be a bit boring at first but I really loved investigating and thinking together with Maia, the main character.
It was just so weird that I just had to know how it ends, BUT I was a bit hungry at the end. As long as the writer took her time with all the description and story building, the ending was pretty quick, and I totally needed more. *spoilers* -> I also needed more explanation about Spika-Maia relation and those weird-ass photos from Grandma, why was particularly astronomy and astrology picked as main taught subjects and how were the stories made?, and if Naos buys products in the city, then most likely he could be easly spotted there??
In conclusion, I'd consider suicide much earlier if I lived in this house
Maia wohnt mit ihrer Familie in einem Haus im Wald und hat dieses noch nie verlassen. Ihre Familie, das ist ihre Mutter, Großmutter, Cousine, Tante und ihr Onkel. Das Leben der sechs Personen richtet sich nach den Sternen, jede Person hat einen speziellen Stern, nach dem sie benannt ist, der maßgeblich den Charakter und die Launen der Personen bestimmt und beeinflusst. Die Lebensmittel, die benötigt werden, erscheinen auf wundersame Weise in Gläsern, die auf einem speziellen Platz auf dem Boden stehen. Jede*r hat einen eigenen Gegenstand - möchte man einen anderen, muss der erste zurückgegeben werden.
Doch Maia kommt ihr Leben zunehmend merkwürdig vor. Was ist dort draußen vor den Fenstern? Gibt es dort mehr? Was hat es mit den ganzen anderen Familienmitgliedern auf sich, die sie nur aus Geschichten und von Fotos kennt? Sie versucht, sich diese Fragen nach und nach zu beantworten und wirft damit nur neue Fragen auf. Und so begeben wir uns mit Maia auf die Suche nach der "Welt vor den Fenstern".
Sprachlich und leider auch inhaltlich hat mich das Buch nun nicht sehr mitgerissen und abgeholt. Die Idee, die die Autorin hier verfolgt hat, war eigentlich eine ziemlich coole. Die vielen Abschweifungen über die Familie und die Sterne mögen gut recherchiert worden sein, für mich aber eher langatmig und nicht sonderlich interessant. Es passiert im Buch nicht besonders viel, zwischenzeitlich nimmt es mal ziemlich an Fahrt auf, flacht dann aber leider vorhersehbar ab. Alles in allem bin ich etwas enttäuscht von dem Buch, hatte aber dank des Buddyreads mit @risse.in.der.realitaet im Rahmen von @maedelsdielesen wenigstens etwas Spaß durch den regen Austausch.
Wer eine Affinität für Astrologie und Astronomie hat, ist mit diesem Buch bestimmt gut unterhalten, für mich war es ganz nett zum nebenbei lesen. Daher von mir nur 3 von 5 🐛
Bardzo, bardzo dobra, wciągająca jak odkurzacz, a przy tym znakomicie opowiedziana historia dorastania, odkrywania świata, przekraczania jego granic i poddawania w wątpliwość prawd niepodważalnych. Sposób, w jaki autorka skomponowała ograniczone uniwersum swojej bohaterki, jest naprawdę mistrzowski. Dziewczynka porusza się po nim jak planeta, ustalonym ruchem, aż do dnia, kiedy coś w tej konstelacji przestanie jej się zgadzać. Jasne, można się sprzeczać, na ile prawdopodobna jest taka egzystencja, jaką wymyśliła tu sobie autorka, a jednak ten układ sprawdza się wyjątkowo dobrze, chyba dzięki zakończeniu, które nie mówi wszystkiego, a przede wszystkim nie odpowiada na najważniejsze pytanie: dlaczego. Niedomknięcie wątków przesuwa punkt ciężkości, i dobrze.
Ich weiß nicht,warum das Buch so hoch gelobt wurde. Ich schwanke zwischen 2-3 Sternen ,gebe aber 3 für die tolle Idee und den eigentlichen guten Sprachstil. Ab Mitte des Buches fand ich es auch deutlich spannender und das Finale natürlich auch. Aber davor wiederholt sich alles und ist deswegen sehr langatmig und auch langweilig (mir ist schon klar,dass das Leben in dem Haus so war ,aber trotzdem war ich kurz vor dem Abbruch).Dazu diese endlosen Erklärungen zu den Sternen etc.,für Astronomie -und Astrologie- Freunde vielleicht spannend.... Abschließend bleibt zu sagen,dass es natürlich auch Ungereimtheiten in der Geschichte gab(Wie wurde Wega z.B. schwanger, wenn doch nie jemand ins Haus kam und nur die Großmutter, Naos und später Maia(lt. dem Buch) von der geheimen Tür wissen).
This entire review has been hidden because of spoilers.
Erschreckend, faszinierend, verstörend, verrückt. Ich habe dieses Buch so verschlungen, hätte ich die Zeit gehabt, dann hätte ich es wahrscheinlich an einem Stück gelesen. absoluter Thriller-Potenzial. Aber auch so schön. Ich habe mir alles so gut vorstellen können. Auch wenn ich noch viele Fragen habe. Finde es gar nicht schlecht, dass es ein offenes Ende hat. Wow was eine Meisterleistung, Tatjana ich will mehr!!!!!
Die Geschichte spielt fast ausschließlich im Hause der Familie. Nach und nach lernt man die Persönlichkeiten, die Sozialstruktur sowie die Prozesse im Haus näher kennen. Das Familienleben hat etwas von einem Hauch Sekte und Quarantäne.
Die ersten Kapitel des Romans haben sich meiner Meinung nach etwas gezogen (dadurch bin ich auch vom Zeitplan des Buchclubs angekommen). Gegen Ende nimmt die Story an Fahrt auf und bei jeder Entdeckung der Protagonistin Maias wurde ich neugieriger, was wohl passieren würde. Jedoch verlor sich die Geschichte aus meiner Sicht nach hin und wieder zu sehr in kleine Details, wie die Dekoration der einzelnen Torten oder die Gerüche der Kleidungsstücke.
Für mich ist das Buch kein must read, aber eine schöne sanfte Unterhaltung. Für Personen, die sich mit Astronomie beschäftigen, mag die Erzählung sicher noch etwas spannender sein.
Eine eigenartige Mischung aus sehr ruhig, beobachtend, beklemmend... es enthält sehr einprägsame Szenen und lässt nachdenken über Regeln, Beziehungen, Freiheit und Halt.
Maia und ihre Familie wohnen in einem Haus am Waldrand. Ihre Familie, das sind die Großmutter, Maias Mutter, Tante, Onkel und ihre Cousine. Das Haus ist eines, das niemand jemals verlässt. Es hat nicht einmal Türen zur Außenwelt. Für das, was man zum Überleben braucht, werden Glasglocken auf bestimmte Stellen des Bodens gestellt, in denen sich das Benötigte manifestiert. Alle in der Familie sind nach Sternen benannt, Charakter und Konstellationen in den Beziehungen scheinen sich nach diesen Namensvettern zu richten. Überhaupt spielt die Astronomie eine große Rolle im Alltag, gehört zum einzigen, womit man sich, neben den Aufgaben im Haushalt, beschäftigt. Maia hat das alles nie hinterfragt, für sie gab es nie etwas anderes. Doch dann macht sie eines Tages eine Entdeckung, die ihr ganzes Glaubenskonstrukt zusammenbrechen lässt. Und sie beschließt, dem Rätsel auf die Spur zu kommen.
Ganz kurzgefasst hat mich „Die Welt vor den Fenstern“ von Tatjana von der Beek von Anfang an gepackt. Ein beeindruckendes Debüt von einer jungen Autorin, die schon ihren ganz eigenen Ton gefunden hat. Von der Beek gehört eindeutig zu den Schriftstellerinnen, die es verstehen, einen direkt vor Ort dabei sein zu lassen, ihr Stil spricht alle erreichbaren Sinne an. Die feinfühlige Stimmung, die sie mit ihrer klaren, schönen Sprache schafft, die auf der einen Seite wohlige Harmonie, auf der anderen das über allem hängende Enigma durchschimmern lässt, ist - ja, ich habe dieses Wort gerade eben schon einmal verwendet, aber es ist nun mal so - beeindruckend.
Diese Unmittelbarkeit allein hätte schon gereicht, mich an das Buch zu fesseln, aber die Neugierde, was hinter dem Lebensstil dieser ungewöhnlichen Familie steht, hat sein Übriges getan. Trotzdem von der Beek sehr ruhige erzählt, sich viel Zeit für Details und kleine Beobachtungen lässt, zieht sie den Spannungsbogen gezielt und ohne Unsicherheiten. Wie einen roten Faden, den man fast traumwandlerisch folgt.
Und gerade weil alles so wunderbar stimmig, so rund und komplett war, habe ich mich nach Beendigung des Buches im Stich gelassen gefühlt. Es ist unmöglich, darüber zu schreiben, ohne zu viel zu verraten, aber was, Frau von der Beek, was haben Sie sich nur dabei gedacht? So wurde aus einer perfekten Lektüre eine nur fast perfekte Lektüre. Aber gut, das ist ja auch noch eine Menge wert. Sollten Sie noch einen Roman schreiben, haben Sie mich jedenfalls als Leserin an Bord.
Irgendwie war das Buch etwas ganz Besonderes für mich. Die Geschichte hat mich lange nicht losgelassen und ich denke immer noch manchmal an das isolierte Leben von Maia und ihrer Familie.