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Unter dem Schnee

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Schloss Schwanenholz, Ende Dezember 1978: Fünfzig Jahre führte Luise von Schwan die Baumschule auf dem Gut an der Ostsee mit strenger Hand. Nun wird die Gräfin beerdigt. Doch als die Trauerfeier beginnt, fegt ein heftiger Schneesturm über das Land. Bevor das Familienanwesen von der Außenwelt abgeschnitten wird, trifft ein ungebetener Gast aus Frankreich ein. Wer ist die geheimnisvolle Frau, die behauptet, Luises Tochter zu sein? Und hat Luise tatsächlich während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter auf dem Gut ausgebeutet? Fünf Tage, in denen die Familie mit verborgenen Wahrheiten konfrontiert wird. Fünf Tage, die das Schweigen beenden, das sich jahrzehntelang über alles senkte wie Schnee.

400 pages, Paperback

Published October 4, 2021

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About the author

Katrin Burseg

21 books2 followers

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Community Reviews

5 stars
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1 star
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Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Katjasleselounge.
102 reviews2 followers
January 6, 2022
Eine so tolle, aufrührende Geschichte.
Obwohl es von so vielen Personen erzählt, war ich immer voll dabei und neugierig auf das Geschehen.
Es thematisiert einiges und macht versucht, noch mehr über den Schneewinter 1978/1979 und Zwangsarbeit lesen zu wollen.
Klasse Erzählstil und anschaulich dargestellte Szenen, die sehr berühren.

Absolute Leseempfehlung.
Profile Image for linalaunebuecher.
177 reviews20 followers
December 5, 2021
Wow.
Total atmosphärisch!

Wir erleben die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, in denen wir schnell merken, dass alle etwas zu verbergen haben. Dadurch erhalten wir auch immer mehr einen Eindruck davon, was Luise für eine Frau war und können Puzzlestück für Puzzlestück den Familiengeheimnissen auf die Schliche kommen.

Dabei wird uns ein hervorragendes Bild gezeichnet durch einen atmosphärischen und bildhaften Schreibstil.
Ich habe regelrecht gefroren, als ich von den Schneemassen und dem kalten Haus gelesen habe. 🥶
Auch wenn es am Ende durchaus spannend ist, ist es in Gänze eher eine ruhige Geschichte.
Profile Image for Wal.li.
2,548 reviews69 followers
May 31, 2023
Geheime Besucherin

Nachdem sie die Baumschule fünfzig Jahre lang wohl überlegt geführt hat, ist Luise von Schwan Ende des Jahres 1978 verstorben. Am 28. Dezember 1978 soll sie bestattet werden. Allerdings macht der heraufziehende Wintersturm dies unmöglich. Die Anteilnehmenden aus dem Dorf schaffen es gerade noch nach hause und die Familie macht sich auf den Weg zum Gut. So eng aufeinander saß die Familie schon lange nicht mehr. Klementine, Luises jüngere Schwester, deren Söhne Carl und Jo, Carls Frau, Caroline, Jos Tochter und Isa, die alte Vertraute und Haushälterin von Luise. Doch das enge Beisammensein kommen auch Themen zur Sprache, über die sonst geschwiegen wird.

Das Schicksal der von Schwans seit Gründung der Baumschule, aber hauptsächlich während und nach dem zweiten Weltkrieg, ist ein Hauptthema dieses Romans. Vor dem Hintergrund des großen Winterunwetters über den Jahreswechsel 1978/79 entfalten sich die familiären Beziehungen der Familie. Als am Abend plötzlich der Pastor mit einer jungen Frau auf dem Gut auftaucht, müssen sich die Familienmitglieder auch den letzten Geheimnissen stellen. Das Schweigen muss gebrochen werden. Die junge Generation hat ein Recht darauf, auch das von den Älteren zu erfahren, was diese gerne für sich behalten würden.

Von Verlusten geprägt ist das Leben der von Schwans und nicht nur das, auch Schuld haben die Älteren auf sich geladen. Auch wenn einige irgendwann vielleicht erkannt haben, dass unter dem Regime des dritten Reiches nichts Positives entstehen konnte, so haben sie doch bis zu einem gewissen Grad mitgemacht. Und nicht jeder sieht etwas ein. Auch die folgende Generation mit ihrem sich einfügen oder sich auflehnen, ist von der Kriegszeit geprägt. Kann unter diesen Voraussetzungen eine Entwicklung zum Besseren einsetzen? Möglicherweise entsteht erst in der Enkelgeneration die Kraft zum Neuanfang. Mit bewegenden Worten berichtet die Autorin von einer Zeit, die die meisten wahrscheinlich nur in Teilen miterlebt haben, und für die etliche zu jung sind. Dieser zeitgeschichtliche Roman bietet neben einer spannenden und aufwühlenden Familiengeschichte, auch einen Anreiz über den Hintergrund der eigenen Familie nachzudenken und sich in Erinnerung zu rufen. Auch da gab es möglicherweise Schuld, Verlust und Flucht und doch auch einen Neustart, der aber nie die Erinnerung überdecken sollte. Ein überraschend klares Buch, das zu lesen sich lohnt.
Profile Image for Anyah Maria.
467 reviews8 followers
February 6, 2022
Wir befinden uns im Jahr 1978, Luise Emilia Katharina Gräfin von Schwan, Patriarchin des Guts sowie der Baumschule Schwanenholz, ist tot. Der Zeitpunkt ist zwar denkbar ungünstig, kurz vor Weihnachten, doch gibt es für einen Abschied überhaupt den richtigen Zeitpunkt? Luise ist friedlich beim Nachmittags-Tee entschlafen. Für sie sicher schön, nach einem erfüllten Leben, doch die Hinterbliebenen, sie leiden? Die 72jährige Isa, Köchin im Herrenhaus, trauert. Und ebenso Carl, der Neffe der Verstorbenen, ist zerwühlt. Was dann über die Trauergemeinde hereinbricht, ist unvorstellbar erschütternd, für alle Beteiligten.



Die Idee ist an sich schon genial, eine Familie wird wetterbedingt von der Außenwelt ausgegrenzt und muss sich zwangsweise den aufkommenden Problemen stellen und sich mit ihnen auseinandersetzen. Die Autorin hat dies fulminant gelöst! Ausdrucksstark und in wunderschöner, prächtig gestalteter Sprache erzählt die Autorin diese eindringliche Familiengeschichte. Die einzelnen Sätze sind teilweise mit Poesie versetzt und das Lesen bringt mir ungeheuren Spaß. Dieses Buch sprüht nur so vor Lieblingssätzen. Auch wenn die Stimmung zu Beginn wegen des Trauerfalls gedämpft ist, so bietet der Text auch immer wieder Momente des Schmunzelns. Herrlich unterschiedlich sind die mitspielenden Charaktere und sie sind hervorragend dargestellt. Die aufmüpfige Großnichte Carolin ebenso wie die nach außen starke Isa. Probleme scheut die Autorin nicht und sie setzt sich in brillanter Weise mit der Problematik der Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg auseinander. Vertrauen, Misstrauen, Hintergehung, Liebe und Freundschaft werden intensiv von Katrin Burseg bearbeitet und hingebungsvoll in ihrer Geschichte und auf ihre Figuren umgesetzt. Eine wahre emotionale Berg- und Talfahrt bedeutet die Lektüre dieses Romans - unbeschreiblich schön!

Noch ein Volltreffer im noch frühen Lesejahr 2022, dieser Roman reiht sich ein in die Liste meiner Herzensbücher! So klar vergebe ich fünf sehr wohlverdiente Sterne von fünf möglichen Sternen und spreche dem Buch meine uneingeschränkte Leseempfehlung aus. Wer Familiengeschichten liebt, die historisch angehaucht sind und sich durchaus auch gesellschaftskritischen Fragen stellen, ist hier genau richtig. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und wurde prächtig durch das Lesen unterhalten.
Profile Image for Gisela.
349 reviews14 followers
January 27, 2022
Meine Meinung:

Ende Dezember 1978
Eisige Stille. Nur das Knirschen von Schritten im Schnee. Alles ist weiß. Eine Familie kommt zu einer Beerdigung zusammen. Diese kann wegen einer Schneekatastrophe nicht stattfinden. Von Schloss Schwanenholz an der Ostsee ist hier die Rede. Gräfin Luise führte 50 Jahre lang die Baumschule auf dem Gut an der Ostsee. Nun muss sie beerdigt werden. Menschen leben für kurze Zeit in einem Herrenhaus zusammen, die eigentlich nicht miteinander können. Ein Herrenhaus, welches eigentlich ein Frauenhaus ist. Wurde es doch viele Jahre von einer Frau bewohnt.
Ich habe zu lesen begonnen und mich auf Anhieb wohl gefühlt. Was gibt es Schöneres, als in eine Decke eingekuschelt einen Roman zu lesen, der voll Schnee und Geheimnisse nur so strotzt. Was gibt es Schöneres, als in die Gedanken sämtlicher Menschen einzutauchen. Sie hinterher zu verstehen, oder auch nicht! Luise scheint mit einem großen Geheimnis diese Welt verlassen zu haben. Nur ihre treue Haushälterin weiß Bescheid. Ferner soll Luise auch nicht unbedingt eine faire Arbeitgeberin gewesen sein. Als ein Gast aus Frankreich eintrifft, scheint die geheimnisvolle Atmosphäre im Haus fast greifbar. Jeder stellt sich die Frage, woher die fremde Frau so viel von den Familienmitgliedern weiß.
Neben all den Familiengeheimnissen schneit und schneit es immer weiter. Der Strom fällt aus. Man fragt sich wie lange die Vorräte noch reichen. Die Gäste laufen mit Kerzen durch das Haus. Einige schlafen vorm offenen Kamin, um der Kälte zu entfliehen.
Ausgeschlossen von der Außenwelt, offenbaren sich der Leserschaft menschliche Abgründe. Jedoch auch Herzenswärme und das Erkennen eigener Fehler. Wieder einmal muss man schon genauer nachforschen, um die Wahrheit zu erfahren.

Fazit:

Die Geschichte spielt 1978. Wir erfahren auch ein paar Dinge, die sich im zweiten Weltkrieg abgespielt haben. Der Schreibstil ist magisch. Die Protagonisten sehr speziell. Ich empfehle Euch ein schönes heißes Bad zu nehmen, während ihr dieses Buch lest. Es ist kalt. Wirklich sehr, sehr kalt. Auch den Schwänen auf Schloss Schwanenholz ist es zu kalt ……
Herzlichen Dank Katrin Burseg. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.
Profile Image for Rina | Worldsbetweenpages.
218 reviews25 followers
March 7, 2022
Unter dem Schnee spielt Ende des Jahres 1978 auf Schloss Schwanenholz an der Ostsee. Luise, Gräfin von Schwan, die die Baumschule der Familie in den vergangenen fünfzig Jahren geführt hat, ist verstorben und die Familie findet sich für ihre Trauerfeier auf dem Gut ein. Sie werden jedoch von den Schneemassen des Jahrhundertwinters 1978/79 überrascht und sie werden auf dem Familiengut eingeschneit und komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Zusammen mit ihnen eine fremde Frau aus Frankreich, die behauptet die Tochter von Luise zu sein. Mit der Französin kommen Geheimnisse von Luise ans Licht und Erinnerungen der einzelnen Familienmitglieder an die Vergangenheit, die sie lieber vergessen hätten. Hat Luise im zweiten Weltkrieg wirklich Zwangsarbeiter ausgebeutet? Was ist auf der Flucht ihrer Schwester mit ihrem dritten Kind passiert, über das niemand mehr spricht und ist die fremde Frau wirklich Luise's Tochter?
Die Familie sitzt auf dem Gut fest und sie kommen nicht darum herum, sich selbst und ihre Angehörigen mit den Wahrheiten der Vergangenheit zu konfrontieren.

Die Geschichte ist aus der Sicht von sechs verschiedenen Personen geschrieben, die nicht unterschiedlicher sein könnten: die Schwester von Luise und deren beide Söhne sowie ihre Nichte, die Köchin des Anwesens und Aimée, die angebliche Tochter von Luise. Jeder von ihnen hat seine eigenen Probleme und Ansichten, wie mit dem Chaos, das Aimée's Ankuft ausgelöst hat, umzugehen ist. Hier treffen Meinungen unterschiedlicher Generationen aufeinander. Zwischendurch geben die Erinnerungen der einzelnen Personen immer wieder Einblicke wie sie die Zeit während und nach dem zweiten Weltkrieg erlebt haben.

Besonders am Anfang des Romans entscheidet man sich schnell, welche der Protagonisten man leiden kann und welche nicht. Je tiefer man jedoch einen Einblick in die Geschichte bekommt, desto mehr werden ihr Handeln und ihre Denkweise nachvollziehbar. Zum Teil ist es wirklich schmerzhaft zu lesen, wie die unterdrückten und ungelösten Schrecken der Vergangenheit die einzelnen Familienmitglieder verfolgen. Nicht alles lässt sich immer einfach in schwarz und weiß einteilen, das wird bei den Einblicken klar.
Mir hat gut gefallen, dass die Autorin das Thema Zwangsarbeit im zweiten Weltkrieg aufgegriffen hat, die meisten Familienromane, die in diesem Zeitraum spielen, beschäftigen sich nicht mit diesem Thema. Auch die Verbindung mit dem Jahrhundertwinter, den sie selbst erlebt hat, fand ich sehr gut gelungen!
Gefangen im Schnee ließ sich einfach und flüssig lesen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Einleitung etwas kürzer gewesen wäre. Das erste Drittel des Buches ist mir persönlich zu wenig passiert, dafür hätte ich lieber eine ausführlichere Beschreibung über die Suche nach der Wahrheit über Aimée gehabt. Die Entdeckung der richtigen Hinweise verlief für meinen Geschmack doch etwas einfach.
199 reviews
September 17, 2025
Historische Familiengeschichte mit Liebe zum Detail
Kurz nach Weihnachten 1978 soll Louise von Schwan beerdigt werden, welche die Baumschule der Familie seit fünf Jahrzehnten führte und durch mehrere Krisen brachte. Doch die Beerdigung fällt aufgrund eines Schneesturmes aus und auch in den kommenden Tagen ist nicht daran zu denken, dass Louise unter die Erde gebracht werden kann.

Neben dem Schneesturm, der die Bewohner im Haus einschließt, hat die Familie aber auch noch ganz andere Sorgen. Am Abend trifft ein unangekündigter Gast auf Schloss Schwanenholz ein und behauptet die Tochter der Verstorbenen zu sein. Während sich die einen Sorgen um ihr Erbe machen, kommen bei anderen die Erinnerungen zu schrecklichen Geschehnissen aus dem zweiten Weltkrieg hoch.

Ein sehr interessanter Roman, der einige historische Details enthält und auch auf die Schattenseiten des zweiten Weltkrieges blickt. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und so bildhaft, dass man meint man wäre selbst bei Schneesturm im Schloss eingesperrt. Ein Roman, der eine tragische Familiengeschichte zum Vorschein bringt. Zusammen mit einer warmen Tasse Kakao gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.
Profile Image for Hannah.
210 reviews1 follower
November 30, 2022
Durch einen Sturm liegt das Anwesen der von Schwans unterm Schnee begraben, genauso wie viele Geheimnisse der Familie.
Die Geschichte wird aus der Perspektive verschiedener Familienmitglieder erzählt.
Während der fünf Tage kommen nach und nach immer mehr Geheimnisse und längst Vergessenes zum Vorschein, die Figuren entwickeln sich weiter und wachsen über sich hinaus.
Eine schöne Familiengeschichte mit einigen Wendungen, über die Kunst des Vergessens und Verdrängens und auch über das Zusammenfinden. Empfehlenswert für die kalten Wintertage und auch für die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und der Geschichten aller Familien im Nachkriegsdeutschland.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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