Als ihr Freund Judith eröffnet, kein zweites Kind zu wollen, ist das ein Schock. Müssen sie nicht zu viert sein, um eine »richtige« Familie abzugeben? Die Entscheidung ihres Freundes stürzt Judith in eine Lebenskrise. Doch Rettung Eine Freundin erzählt ihr von einem Campingplatz in Brandenburg; ein ehemaliger Kiestagebau, der in der DDR als Feriendomizil von Bauarbeitern genutzt wurde und heute eine Idylle mit viel Grün drum herum und See in der Nähe ist. Was könnte besser sein, um ihren Sohn doch noch vor einer traumatischen Kindheit zu bewahren? Sie müssen spießig werden! Also kauft Judith kurzerhand einen Wohnwagen, und die Campinganlage bekommt drei neue Bewohner …Mit Sinn für Komik, voller Gefühl und auch Schmerz erzählt Judith Poznan von einem Sommer zwischen Beziehungsproblemen und Farbeimern. Sie reflektiert das Fragile und zugleich Fordernde, das Familie ausmacht. Ihre Sorgen und Ängste als junge Mutter sind dabei ebenso Thema wie ihr Wunsch, Schriftstellerin zu sein, und die Frage, was eigentlich ihre Herkunft aus dem Ostberlin der Vor- und Nachwendezeit mit ihrer oftmals zerrissenen Gegenwart zu tun hat.
3,5 Sterne. Die Welt, die Judith Poznan beschreibt, ist fern meiner Realität und stellt gleichzeitig zu wenig mit mir an. Zu unaufgeregt, zu aktionslos - nicht ganz nachvollziehbar, warum dieser autobiografische Roman auf den Markt musste. Dennoch gab es sehr witzige Stellen - Sympathie gibt den Ausschlag zu dem einen Stern mehr.
Ich kenne Judith Poznan von Instagram. Und ihr Account ist mir ungelogen einer der liebsten derer von Menschen, die ich (noch) nicht persönlich kenne. Seit Jahren verfolge ich dort ihr gutes Gespür für Storys und Anekdoten und ihr Talent fürs geschriebene Wort. Und habe natürlich auch auf ihrem langen, harten Weg zum eigenen Buch mitgefiebert. Es war also klar, dass ich das lesen musste. Aber: Es hat mich dann doch überrascht, WIE gut mir dieses Buch dann gefallen hat! Ich habe es geliebt. Ich habe viel gelacht und viel genickt und viel geseufzt, und ich habe extra langsam gelesen, weil ich gar nicht wollte, dass es zu Ende geht. Judith hat ihren ganz eigenen Tonfall und doch ist es einer, in dem sich, so glaube ich, viele Leser:innen, möglicherweise vor allem Thirtysomethings, wiederfinden werden. Egal, ob man nun einen Kinderwunsch hat oder nicht, ob man von einem Campingwagen träumt oder nicht. Aber beim Hadern und Schwelgen und Träumen und Scheitern und irgendwie das Beste aus alldem machen, fühlen wir doch alle ähnlich. Und deshalb ist dieses Buch toll und mitreißend. Lest es.
Ich wusste schon, als ich die erste Seite las, dass ich es lieben würde. Es reiht sich ein in die Sorte Bücher, in denen ich wohnen möchte, die mich beruhigen, die mich mitnehmen in eine Welt, die fernab von perfekt ist, aber so unaufgeregt humorvoll beschrieben, dass sie vielleicht gerade aufgrund der Unvollkommenheit dieser Welt so einen Sog auf mich haben. Ich werde Judith Poznans Buch im Ordner "was in a good place while reading" ablegen. In einer Zeit, in der ich mit sehr vielen kleinen und grossen Krisen hadere, in der ich sonst definitiv nicht "in a good place" bin, vermag es Poznan, mich abzuholen und mir eine kleine Flucht vom Alltag zu schenken, und dafür bin ich ihr unendlich dankbar.
Diese Zeilen habe ich geschrieben, als ich etwa in der Mitte war. Gegen Schluss hat sich dann noch eine Tiefe entwickelt, die ich nicht erwartet hatte. Es geht um den Tod, die Vorbereitung darauf und den Umgang damit, und als hätte das Buch mir nicht sonst schon wahnsinnig gut gefallen, hat es mich an diesen Stellen noch einmal auf eine ganz andere Weise intensiv berührt.
Hab um Weihnachten rum Instagram gelöscht und verliebe mich gerade wieder ins Lesen. Mein erstes Buch 2024, ich habe jetzt Heimweh nach meinen Kindheitserinnerungen ans Camping. … (gelöscht lol) Und jetzt haben wir einfach einen Garten?? Kann’s gar nicht abwarten, im Sommer Maiskolben zu grillen und Schummel zu spielen. @Josie love u sis
Hach. Ein Hauch Sommer im beginnenden Herbst, ein Sonnenstrahl in der sich verdüsternden Wetteraussicht. Das ist kitschig, aber so fühlt sich dieses Buch an. Prima Aussicht hat mich angefasst, nachdenklich gemacht, zum lauten Auflachen gebracht, Weisheiten von sich gegeben (und Albernheiten), kam leichtfüßig und zutiefst melancholisch daher. Es liest sich wie die Erinnerungen, die eine Freundin mit uns teilt, liebenswürdig und authentisch tollpatschig. Wahnsinnig ehrlich, atmosphärisch, tieftraurig und zum Brüllen komisch. Dieses Stück Literatur kann mit den Großen mithalten und ist dabei etwas ganz Eigenes. Judith Poznan hat mich (trotz großer, hoher, liebevoller Erwartungen) beeindruckt und schreibt vom Leben, wie es ist. Unprätentiös, unverschleiert, emotional, echt. Mir fallen noch so viele mehr tolle Adjektive ein. Es ist... einzigartig. Ich empfehle dringend, es zu lesen!!
Ich hab's nach ca. der Hälfte aufgegeben. Erst dachte ich die paar Seiten "schaffe" ich aber ich war einfach irgendwie permanent genervt. Vom Schreibstil, vom Thema, von den ganzen zeitlichen Sprüngen und den wirren Konversationen...
Ein wundervolles, berührendes, irgendwie tröstendes und vor allem lustiges Buch - ich habe so oft laut losgelacht. Alleine schon weil Judith Poznan Titanic und My Girl so sehr fühlt, bin ich Fan! Dieses Buch ist so schön unaufgeregt und gehört nun zu meinen Wohlfühlbüchern.
Ein gutes Buch für Zwischendurch. Mir gefällt vor allem mit wie viel Leichtigkeit ein schöner Sommer auf dem Campingplatz mit ernsten Themen verknüpft ist.
2,5 Sterne - Ich weiß nicht so ganz, was dieser Roman den Leser:innen sagen will. Irgendwie geht es um die Ost-Vergangenheit der eigenen Familie, etwas was mich eigentlich immer abholt…. Irgendwie geht es um Camping und Familie und Beziehung… aber insgesamt wirkt es wie ein Schwall Gedanken zu Papier gebracht. Es gab durchaus die ein oder andere witzige herzige Stelle, daher auch 2.5 Sterne, aber meistens war ich gelangweilt und irritiert weil ich die autofiktionale Erzählerin irgendwie konsequent nölend fand und mit ihrem weiteren Kinderwunsch etwas manipulativ.
Judith beschließt spießig zu werden und kauft einen Wohnwagen. Eigentlich wollte sie ein zweites Kind, um richtig Familie zu werden, aber Bruno, der Freund mit den psychischen Problemen, möchte das gar nicht. Judith traut sich nicht so richtig das Warum? anzusprechen, nimmt aber gerne alle negativen Gefühle dazu mit. Die müssen kompensiert werden mit Dingen wie z.B. campen. Was dort auf dem Campingplatz alles passiert ist nicht nur komisch, sondern saukomisch und ich glaube, ich habe mindestens 10-15 mal gedacht "Oh Gott, das hätte ich sein können".
"Prima Aussicht" ist aber kein Buch übers Campen. Zumindest nicht nur. Judith Poznan setzt ein Statement für Mutterschaft und die damit einhergehenden Probleme der Identifikation und Bedürfnisse, die weder von der Gesellschaft, noch dem Partner gesehen werden. Auch hier wählt Poznan einen humorvollen Ton, aber ohne dass der Ernst der Situation untergeht. Wichtige Themen gehen nicht verloren, sondern stechen deutlich hervor und ich glaube, dass viele Frauen sich von Poznan verstanden und gesehen fühlen.
Nebenbei spricht Poznan über ihre eigene Erziehung und Werte, die ihr durch ihre Kindheit im Ostberlin vor und nach der Wende mitgegeben wurden. Die teilweise in Kontrast stehen zu dem, was man heute von ihr als Mutter erwartet und sie durchaus in Konflikte stoßen, mit denen sie vor der Elternschaft nicht gerechnet hat.
Offen spricht sie an wie schwierig es sein kann ein Kind mit wenig auf dem Konto groß zu ziehen. Schwierig, einschränkend, aber nicht aussichtslos, denn Geld ist es nicht, was eine liebevolle Elternschaft ausmacht. Ob es ihr gelingt ihren Sohn auch ohne Geschwisterkind ohne Trauma zu begleiten? Ich glaube schon und ich glaube, dass sie mit ihrer ehrlichen, direkten, aber auch humorvollen Art vielen Eltern Mut machen kann.
Mir hat sie einige Gedankenanstöße gegeben und mich häufig zum Lachen gebracht. Die Handlung an sich, und das ist auch mein kleiner Kritikpunkt, war mir teilweise etwas zu plätschernd und vieles wurde mehrfach gesagt, weshalb ich mich manchmal in einer Schleife der Langeweile fühlte. Nichts desto trotz ein lesenswerter Roman.
Nachdem Judiths Freund ihr eröffnet hat das er kein weiteres Kind möchte, gerät Judith in eine Kriese. Zum Glück erzählt eine Freundin ihr von einem tollen Campingsplatz in Brandenburg, der in der DDR als Feriendomizil von Bauarbeitern genutzt wurde. Judith ist Feuer und Flamme und beschließt ihrem Partner mal so richtig das "spießige Familienleben" zu zeigen.
Bei diesem Buch bin ich sehr hin-und hergerissen. Es gibt so tolle, lebensnahe Stellen in diesem Buch die mit so viel Humor und Lebendigkeit beschrieben worden sind. Als Judith zum Beispiel erzählt wie sie nach der Entbindung ihres ersten Kindes zur Toilette musste. Diese Situation kann wohl jede Mutter nachvollziehen und ich habe so mitgelitten und das Ende der Szene war wirklich köstlich und höchst amüsant! Auch das Leben auf dem Campingsplatz versetzt einen richtig in die Welt des Campings, indem erst einmal der neue Wohnwagen von allen Nachbars-campern begutachtet wird! Dies alles war mitten aus dem Leben beschrieben und hat mir gut gefallen.
Aber andererseits gab es auch einige Stellen im Buch die waren mir zu zäh und da ist es mir schwer gefallen das Buch in der Hand zu behalten. Auch waren mir nicht immer alle Gründe und Handlungen von Judith ganz klar. Sie möchte das zweite Kind Aufgrund einer Begegnung auf einem Spielplatz, hat aber meines Erachtens gar nicht über die Konsequenzen nachgedacht was das für alle Familienmitglieder bedeutet. Auch finde ich persönlich es nicht richtig jemanden überreden zu wollen für so eine lebensverändernde Entscheinung, der das eigentlich nicht möchte. Man merkt also das ich hier wirklich hin und hergerissen bin.
Fazit: Stellenweise ist das Buch mitten aus dem Leben mit viel Humor und Camping-Flair erzählt, stellenweise gibt es aber auch langatmige Passagen und ich konnte die Personen nicht immer so gut nachvollziehen. Camping-Liebhabern kann ich das Buch aber empfehlen
"Prima Aussicht" zeigt wie auch ein vordergründig eher wenig gelungenes Leben gut sein kann. Hab das Buch in jeder Hinsicht sehr gemocht: Die Hauptfiguren, die Story, die Art, wie Poznan schreibt. Sehr nah, sehr leicht irgendwie, mit vielen Zwischentönen. Zwischenstopp am Campingplatz, wenn es mit der Lebenssinnsuche und -planung nicht so ganz klappt, ist gleichermaßen tolles Thema wie genialer Lösungsansatz. Empfehlung!
Prima! Ich habe Judith, ihre Familie und deren Wohnwagen-Abenteuer mit Vergnügen begleitet, Freude an ihrer Gedankenwelt und ihren Kindheitserinnerungen gefunden. In den kleinen und großen Herausforderungen des Alltags, die sie an- und ausspricht, habe ich mich oder meine Freunde wiedererkannt. Würde ich mich am Bücherschreiben versuchen, würde mir ihre Geschichte Hoffnung geben. Die Worte ihrer Agentin "Wir geben nicht auf!" habe ich auch persönlich genommen. :)
Man wird Zeugin einer Selbsterfahrungsromanentstehung. Leider weder sprachlich noch inhaltlich sonderlich originell. Da hätten die Instagram- Posts vermutlich gereicht.