Ein interessantes Buch, was einem spannende, vielseitige und oft unterhaltsame Einblicke in die eigene Kultur gibt. Beim Lesen habe ich oft feststellen müssen, dass mir einige unserer deutschen Eigenheiten und Gepflogenheiten gar nicht wirklich bewusst waren, aber wenn sie dann konkret angesprochen wurden, kam oft ein “ach ja, stimmt irgendwie” von mir.
Samer Tannous erzählt aus der Sicht eines Syrers und so sind für ihn viele Teile unserer Kultur fremd und erscheinen im ersten Moment etwas eigenartig, aber trotzdem versucht er stets, offen und neugierig and diese Punkte heran zu gehen. So passieren gerne sehr witzige Dinge und diese schildert er dann auch auf humorvolle Weise. Mehr als einmal habe ich laut gelacht beim Lesen.
Was auch schön an dem Buch ist: Tannous hebt auch gerne mal die guten Seiten unseres Systems sowie unserer Kultur hervor und so wird man als chronisch negativer Deutscher immer mal wieder im positiven Sinne wachgerüttelt. Denn viele Deutsche lieben es einfach, zu kritisieren und zu meckern und manchmal merken wir da einfach nicht, wie gut es uns eigentlich geht.
Eine Sache allerdings noch: Das Buch ist mehr oder weniger wie typische Kolumnen geschrieben, kurz und bündig, aber eben auch oft von den Kapiteln her unabhängig voneinander. So kommt es gerne mal zu Gedankensprüngen und auch einigen Wiederholungen, was den Lesefluss etwas stört. Ist also eher dazu gedacht, ein paar Kapitel am Tag zu lesen als das ganze Buch auf einmal.