Was ist sexistisch an unserem Sex?Katja Lewina hat Bock, und sie schreibt darüber. Wäre sie ein Mann, wäre das kein Ding. So aber ist »Schlampe«, »Nutte«, »Fotze«, »Hoe« … Seit #metoo werden die Rufe nach der potenten Frau laut und lauter. Aber hat eine, die ihr sexuelles Potenzial jenseits von »stets glatt rasiert und gefügig« lebt, in unserer Gesellschaft tatsächlich einen Platz? Lewina führt die Debatte über weibliches Begehren fort und erforscht entlang ihrer eigenen erotischen Biografie, wie viel Sexismus in unserem Sex steckt. Kindliche Masturbation, Gynäkolog*innenbesuche, Porno-Vorlieben oder Kein Thema ist ihr zu intim. Und nichts davon so individuell, wie wir gern glauben. Aber die Krusten unserer Sozialisation lassen sich abkratzen! Und so ist ›Sie hat Bock‹ mehr Empowerment als Anprangern, mehr Anleitung zur Potenz als Opferdenke. Denn nach der Wahrnehmung von Ungerechtigkeiten und Tabus ist es an der Zeit, den Weg zur Selbstermächtigung einzuschlagen.
„Sie hat Bock“ von Katja Lewina ist ein unfassbar wichtiges, erschreckendes und augenöffnendes Buch, das meiner Meinung nach jede*r gelesen haben sollte. Ich habe super viel über patriarchalische Strukturen gelernt und habe nun eine ganz andere Sicht auf den weiblichen Körper. Katja Lewina redet offen und ehrlich über (ihre) Sexualität, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und genau DAS brauchen wir. Frauen werden immer noch objektifiziert und sexualisiert: die Autorin erklärt uns warum und wie wir uns dagegen wehren. Danke für dieses Buch! 🙏🏼
Wie Sexismus, das Patriarchat und unsere kruden gesellschaftlichen Normen unsere Sexschauplätze durchwachsen und verderben, analysiert Katja Lewina gespickt mit persönlichen Anekdoten und echt coolen Hintergrundinfos in einem sehr zugänglichen, ehrlichen und auch witzigen Stil. Sie sagt’s, wie‘s ist. Wer sich mit der Thematik bereits etwas auseinandergesetzt hat, wird hier nicht von Grund auf erschüttert. Durch Lewinas Herangehensweise jedoch ist das Buch trotzdem ein Genuss! Und lesen sollte es eh jede*r, denn das sind genau die Gespräche, die wir dringend brauchen.
Katja Lewina hat Bock auf Sex - und darauf, über diesen Bock zu schreiben. Offen, ehrlich und ohne Tabus spricht sie über ihre Sexualität und sexuellen Vorlieben, über offene Beziehungen, über Sexual Consent, die Pornoindustrie, Gynäkolog*innenbesuche, Fake-Orgasmen, erste Male, aber auch sexualisierte Gewalt, Abtreibung und sexuelle Handlungen an Kindern, um nur einige der essayistisch verarbeiteten Themen zu nennen. Gerade ihre Art, dabei kein Blatt vor den Mund zu nehmen, hat dieses Buch zu einem besonderen Genuss gemacht, denn diese Offenheit und auch Vielfältigkeit fehlt in der Sprache über das sexuelle Begehren weiblich gelesener Personen viel zu oft. Sie übt Kritik, wo Kritik angebracht ist, wirbt für Beziehungsideen abseits der Norm und für eine sexuell befreitere kindliche Erziehung. Ich habe es als sehr angenehm und erlösend empfunden, Katja Lewinas so entspannte und schnoddrige Kolumnen über ihr Sexualleben zu lesen - war aber auch oft einfach mal wieder extrem wütend über die Umstände, in die das Patriarchat uns drängt.
Enttäuscht hat mich aber, dass die Autorin in ihren Kolumnen komplett im binären Geschlechtersystem verharrt. Sie schreibt über Männer und Frauen - andere Geschlechter und Identitäten blendet sie komplett aus. Außerdem geärgert habe ich mich über ihre Reproduktion rassistischer Stereotype, die nicht vorhandenen Triggerwarnungen und das Fehlen von Quellen und Belegen für viele ihrer Behauptungen und Zahlen, die sie in den Raum wirft.
So wurde aus einem eigentlich sehr guten Buch ein Buch, das einiges an Potential aufgrund seiner fehlenden Intersektionalität verschenkt hat. Nichts desto trotz mag ich es empfehlen. Es ist so wichtig, dass wir uns unserer Sexualität selbst ermächtigen - und gerade mein jüngeres Ich hätte eine solche Sammlung von Kolumnen und Essays sehr gebrauchen können. Da ich aber Fan von intersektionalem Feminismus bin, würde ich euch thematisch eher Liv Strömquists Comic "Der Ursprung der Welt" oder Margarete Stokowskis Buch "Untenrum frei" ans Herz legen.
Was für ein Glück: Ich hatte richtig Bock auf dieses Buch - und Katja Lewina erfreulicherweise auch.
In ihrer unnachahmlichen direkten, kompromisslosen aber stets unterhaltsamen Art stellt die Autorin allgemeine Überblicke und ganz persönliche Ansichten zum Thema "Frauen und Sex" vor - eine überarbeitete und aktualisierte Sammlung von Kolumnen quasi.
Die Bandbreite deckt so ziemlich alles ab: Angefangen bei einer Vorstellung ihrer Person und einer allgemeinen Nomenklatur (wo die "Das ist pfui"-Erziehung dauerprägend wird: "Scham"lippen, anyone?) geht es um Pornos, Orgasmen, Sexarbeiter*innen, verschiedenste sexuelle Spielarten, Sexismus, Masturbation undundund. Weil: Das alles sind Themen, die auch (viele) Frauen interessieren, und so werden sie einmal aus weiblicher Sicht durchleuchtet und dargestellt - Männer, die jüngst in der Kurzshow "Männerwelten" vielleicht erstmals eine weibliche Perspektive eingenommen haben und mehr erfahren möchten, werden hier auf jeder Seite fündig.
Trotz der teils sehr ernsten Thematik bleibt das Buch durchgängig unterhaltsam und gut lesbar. Dies liegt vor allem an der Autorin, deren ganz eigener, sehr direkter Stil keine Fragen offen lässt. Doch das Ganze wird nie anstrengend, denn zum einen ist Katja Lewina selbst sehr offen, auch mit sich, ihren eigenen Erfahrungen und Ansichten - da diese in einigen Fällen nicht der "Norm" entsprechen, hat sie auch schon einiges an Mist einstecken müssen (uiuiui, offene Ehe, uiuiui!). Ihre Nahbarkeit machte sie für mich jedenfalls sehr authentisch, das hat mir gut gefallen. Zum anderen predigt sie nicht:
Deshalb geht es hier weder um Richtig und Falsch und Handlungsanweisungen, und Vollständigkeit reklamiere ich erst recht nicht für mich. [...] Was ich offeriere, sind Handlungsoptionen, die es sich lohnt zu kennen. That's it."
Zwar habe ich hier inhaltlich nicht viel Neues erfahren, und bin in einigen wenigen Punkten nicht ganz bei der Autorin gewesen. Áber das machte überhaupt nichts. Aufgrund der tollen und nahbaren Schreibe der Autorin, die nie belehrend herüberkam, ist dies ein wirklich empfehlenswertes Buch, und sei es "nur", um die eigenen Standpunkte mal wieder zu checken - dann bitte so unterhaltsam wie hier!
Katja Lewina hat in erster Linie großen Bock auf ihr erstes Sachbuch und das merkt man definitiv! Es geht nicht nur um Sexualität und weibliche Lust, sondern um so viel mehr. Von Pornos, Selbstbefriedigung und dem Besuch bei einem Frauenarzt/ einer Frauenärztin über Beleidigungen die das weibliche Geschlecht benennen und Dating, hier wird jedes Thema abgefrühstückt. Aufgrund des sehr offenen und ehrlichen Schreibstils und den vielen Geschichten aus Lewinas eigenem Leben bietet das Buch einen perfekten Einblick in Themen des Feminismus und die Rolle der Frau im Patriarchat. Auch wenn ich oft grinsen oder lachen musste, ist es dennoch wortwörtlich absolute Schei*e, in was für Situationen weiblich gelesene Menschen regelmäßig geraten und was die Gesellschaft einem abverlangt. Genau dafür hat Katja Lewina die richtigen Worte gefunden. Da ich im Buch die Triggerwarnungen etwas vermisst habe, möchte ich sie nun hier aussprechen für Themen wie V3rgewaltigung und s3xuelle Übergriffe. Das Buch ist definitiv perfekt als Einstieg in die Thematik und alle (und vor allem männlich gelesene Menschen) sollten es sich mal zu Gemüte führen. Von mir gibt’s eine Empfehlung
Vllt kommt nochmal ne ausführlichere Review mit Textbelegen, aber annika hat es schon richtig formuliert: wie „untenrum frei“ von margarete stokowski, nur schlechter. Dabei hat es sehr stark angefangen, mit einem Kapitel, in dem sie ihre eigenen sexuellen Erfahrungen geteilt hat, über die oft einf nicht gesprochen wird - nämlich, dass auch ganz junge Kinder experimentieren und dann vielleicht Sachen machen oder mit denen dann Sachen gemacht werden, die sie nicht zuordnen können oder gar nicht wollen. Daher auch zum Schluss noch ein nettes Kapitel. Aber, und ich zitiere wieder Annika, wer sich länger als 15 min mit Feminismus und Sexualität beschäftigt hat, der findet hier nix neues. Würde es nicht mal als Einstieg empfehlen, tbh. Da kann man auch einf den Barbie-Film gucken und darauf aufbauen, i guess.
Mein größter Kritikpunkt ist ihr Ton. Sie schreibt irgendwie son bisschen besserwisserisch. Ich steh voll auf Texte, die geprägt sind von Sarkasmus und Wut gegenüber dem Patriarchat. Aber leider klingt die Autorin in meinen Augen etwas zu überheblich, zu wenig streitschlichtend und keine intersektionale Perspektive.
Sie hat Bock von Katja Lewina stand schon länger auf meiner Wunschliste. Von der Autorin habe ich in der Vergangenheit immer wieder Kolumnen gelesen und da war ich natürlich auch gespannt auf ihr Buch.
Katja Lewina schreibt unglaublich ehrlich und offen. Also wenn ihr eher nicht so gut über Sex sprechen und lesen könnt, dann werdet ihr bei dieser Lektüre sicher häufiger beschämt erröten. Mich hat Sie hat Bock aber einfach nur begeistert. Die Autorin spricht mit einer Deutlichkeit über Themen, die in unserer Gesellschaft leider häufig unter den Teppich gekehrt werden. Ob es nun um Porno-Vorlieben, oder Orgasmen geht. Kein Thema lässt sie aus. Dabei beweist sie aber auch so viel Humor, dass ich in jedem Kapitel mehrfach geschmunzelt habe.
Ich habe bei Sie hat Bock viel gelacht und aber auch gelernt. Das möchte ich an euch weitergeben. Katja Lewina spricht die Dinge an, über die niemand spricht, die aber gesagt werden sollten. Dieses Buch ist einfach nur eine uneingeschränkte Leseempfehlung meinerseits und zwar unabhängig von Geschlecht und Alter.
„Es liegt in unserer Hand, unsere Spielregeln zu schreiben, im Leben und beim Sex“ . Wie viel Sexismus steckt in unserem Sex? Wir halten uns für aufgeklärt, für selbstbestimmt, für untenrum frei. Dennoch gibt es da einige Gerüchte, Mythen oder Klischees, die sich über Jahre gehalten, sich festkrallend in unser Unterbewusstsein geschlichen haben und so auch über die (weibliche) Sexualität bestimmen. Katja Lawina spricht in „Sie hat Bock“ über ihre eigenen Erfahrungen und schreibt entlang ihrer sexuellen Biografie gepaart mit einer fundierten Faktenlage und einem lockeren Schreibstil über eine Handvoll an Themen, die stets auch die weibliche Sexualität betreffen. Dabei ist es durchweg tabulos, intim, schambefreit und authentisch. Es ist ein Buch voller Texte ihrer Kolumne „Untenrum“, überarbeitet, erweitert und mit viel zusätzlichem Material ergänzt, denn Katja Lewina haut mit der Faust auf den Tisch um völlig frei über Verhütung, Pornografie, Doppelmoral, sexualisierte Gewalt, Rasur(zwang), Schönheitsideale, Beziehungsmodelle, dem Umgang der eigenen Sexualität in den verschiedenen Lebenslagen und Lust sprechen zu können und alltäglich zu machen. Warum auch nicht? Dabei ist es Lewina wichtig, dass allen klar ist, dass sie keine Handlungsmaximen aufstellt, sondern im Gegenteil, Handlungsoptionen offeriert und Denkanstöße gibt, ohne richtig und auch ohne falsch. Dadurch, aber auch durch den lockeren Plauderton vergisst man, dass man hier ein Buch liest und nicht nächtelang mit einer guten Freundin am Küchentisch über die Lust an der Lust und allem drum und dran philosophiert. „Ich persönlich kenne keine einzige Frau, die von der Verletzung ihrer sexuellen Grenzen verschont geblieben wäre.“ Und das ist so verdammt unfair. Mit den Mythen, Klischees und Gerüchten, dem gefährlichen Halbwissen (oder besser gesagt Nichtwissen) welches sich so hartnäckig hält, wird hier von Lewina komplett aufgeräumt, alles angedickt mit historischer Aufarbeitung, Wissenschaft, Fakten und einer Prise Witz. „Sie hat Bock“ ist außen wie innen einen Blick wert und mit viel Liebe fürs Detail gemacht. Man muss nicht alles selbst erlebt haben, man muss auch nicht allem zustimmen, aber gelesen haben sollte man es auf jeden Fall. Ganz dringend und gerne bald, weil absolut notwendig. Bock? 5/5🌟 | Rezensionsexemplar |
Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch, denn ich habe nur Gutes von diesem Buch gehört. Also wirklich ausnahmslos. Das muss ein Buch erstmal schaffen. Ich habe dann nach dem Lesen lange überlegt, ob ich dieses Buch hier rezensieren soll oder doch lieber nicht. Immerhin passt das nicht so wirklich zu diesem Blog. Klar, ich rezensiere hier alle möglichen Bücher zu allen möglichen Themen. Aber Texte über Sex? Das ist bis jetzt doch eher selten vorgekommen und daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern.
In diesem Buch finden sich sehr persönliche Texte der Autorin. Sie schreibt hier eine Art sexuelle Biographie. Dass die Texte autobiographisch zu sein scheinen, macht sie für mich (je nach Thema) umso interessanter bzw. schockierender. Die Autorin hat nicht nur einmal sexuelle Gewalt erlebt, auch schon in ihrer Kindheit und erzählt hier sehr offen davon. Es hat mich überrascht, dass sie scheinbar trotzdem ein positives Verhältnis zu ihrer Sexualität entwickeln konnte.
Für mich sehr überraschend war vor allem, dass die Autorin in einer offenen Beziehung lebt. Das ist etwas, das ich mir persönlich überhaupt nicht vorstellen kann. Ich freue mich für jede:n, der:die in dieser Art der Beziehung aufblüht und das auch ausleben kann. Macht was ihr wollt, solange alle Beteiligten einverstanden und erwachsen sind, mische ich mich da nicht ein. Ich meine: Wenn man den Bericht der Autorin liest, merkt man klar, dass sie und ihr Mann so glücklich sind. Aber für mich wäre das einfach nichts.
Leider wirkten die Texte stellenweise auf mich etwas herablassend. Ich möchte der Autorin nichts unterstellen und das muss auch gar nicht herablassend gemeint sein, aber so kam das bei mir an. Zum Beispiel wenn sie über das Thema Körperbehaarung schreibt oder über die Erziehung ihrer Kinder oder eben über ihre offene Beziehung. Wie gesagt, jede:r soll leben, wie er:sie das will. Aber ich will mich nicht schlecht fühlen, nur weil ich anders lebe.
An vielen Stellen hätte ich mir mehr Sachlichkeit gewünscht. Oder zumindest zwischendurch mal ein paar sachliche Absätze. Ich wollte das Buch ja vor allem lesen, um mich weiterzubilden. So war da für mich auf dieser Ebene leider nicht besonders viel Neues dabei.
Mein Fazit? Konnte meine hohen Erwartungen leider nicht ganz erfüllen. Es ist trotzdem stellenweise ganz interessant, aber eben leider nicht mehr.
ich bin nicht sicher, was ich von dem buch halten soll. auf der einen seite super viele wichtige aspekte, auf der anderen seite war‘s mir manchmal zu unsachlich und zu sehr mit der persönlichen meinung gefärbt und zwar auf eine art, die schon mal herablassend wirken kann, wenn man nun nicht eben auch in einer offenen beziehung lebt.
(teilweise frühkindliche) sexuelle gewalt (so grausam und erschütternd - aber eben auch verdammt wichtig drüber zu sprechen), stereotypen (und wie die zu brechen sind), neue beziehungsmodelle, wie spricht man mit kindern über solche themen, pornos, prostitution, geschlechtsteile, … in diesem buch findet alles platz, was von so einem buch zu erwarten ist. es ist eine sammlung aus vielen kurzen essays und autobiografisch strukturiert. ich habe schon einige feministische/sex-positive bücher gelesen und auch wenn es immer ähnliche themen sind, habe ich das gefühl, dass unserer gesellschaft (und jedem, egal wie aufgeklärt er*sie ist) jedes einzelne buch zu solchen themen gut tut - um eben genau die probleme die in der welt sind zu beheben, und es irgendwie besser zu machen. darüber reden und nicht länger ein tabu zu machen.
also eigentlich ein buch voller denkanstösse (die mir oft gefallen haben, bei manchen war ich aber komplett anderer meinung und das war auch irgendwie okay: die autorin eckt an und provoziert, und das will sie ja auch - irgendwie speziell wenn man kopfschüttelnd vor dem buch sitzt, aber auch nicht schlecht), eben viele denkanstösse, aber trotzdem haben mir zu diesem thema margarete stokowskis bücher oder das beherrschte geschlecht besser gefallen.
zusammenfassend, das wichtigste aus dem buch: es ist okay, offen über alles zu sprechen und alles absolut normal, wenn man bock dazu hat.
ggf. für den Einstieg geeignet - generell relativ flach geschrieben, wenig sachlich/informativ, insbesondere wenn man bereits Stokowsi, Strömquist, o.ä. gelesen hat. Die Kapitel zu Abtreibung und das Reden über Sexualität mit ihren Kindern fand ich jedoch sehr lesenswert und schön. Hätte mir mehr davon gewünscht.
Ich fand viele Punkte schön recherchiert und aufbereitet. Allerdings muss ich insgesamt sagen, dass es für mich absolut kein feministisches Buch ist. Viele Aussagen finde ich absolut fragwürdig, zudem scheint die Autorin ein Problem mit dem Islam zu haben. Dennoch zum Teil toll aufbereitete Texte und informativ.
derbe und humorvoll geschrieben, klärt auf und sollte (vom inhalt her) zumindest jede:r mal gelesen haben. es fehlen triggerwarnungen (für DIVERSE triggerthemen) und im vergleich zu anderen sachbüchern dieser art (wie “untenrum frei”) leider oft etwas belehrend und von oben herab formuliert.
Das Buch hat mich leider enttäuscht und ich würde mir tatsächlich einen deutlichen Disclaimer wünschen: Dieses Buch richtet sich in erster Linie an Frauen in heterosexuellen Beziehungen. Als Leserin in einer heterosexuellen Partnerschaft konnte ich durchaus einige Gedanken für mich mitnehmen, und stellenweise war das Buch auch unterhaltsam geschrieben. Dennoch blieb bei mir insgesamt ein Gefühl der Unzufriedenheit zurück.
Ein zentrales Problem ist für mich die starke Subjektivität. Persönliche Erfahrungen nehmen sehr viel Raum ein, während eine wissenschaftliche Einbettung häufig fehlt. Fußnoten mit Bezug auf Quellen sucht man vergeblich. Gerade bei einem so komplexen und gesellschaftlich relevanten Thema wie Sexualität hätte ich mir deutlich mehr analytische Tiefe gewünscht. Stattdessen bleiben viele Aussagen auf einer sehr individuellen, teils verallgemeinernden Ebene.
Besonders irritierend ist die durchgehend heteronormative Perspektive. Die herangezogenen Theorien wie auch die Argumentationsweise bewegen sich fast ausschließlich innerhalb eines heterosexuellen Bezugsrahmens. Das ist umso erstaunlicher, als das Buch an manchen Stellen durchaus von sexuellen Erfahrungen jenseits heterosexueller Konstellationen spricht. Gerade hier hätte ich eine selbstkritische Reflexion und ein bewusstes Hinterfragen heteronormativer Prägungen erwartet, insbesondere von einer Autorin, die eigene Erfahrungen mit Frauen thematisiert. Stattdessen werden bestehende Denkmuster weitgehend reproduziert (hier hilft es auch nicht, dass gegendert wird).
Auch inhaltlich werden Frauen- und Männerbilder teilweise sehr pauschal dargestellt. Diese Verallgemeinerungen greifen nicht nur zu kurz, sondern lassen auch queere Perspektiven weitgehend außen vor. Ein Beispiel dafür ist das Kapitel zu Analsex: Hier fand ich es besonders irritierend, dass trans Personen oder andere nicht-heterosexuelle/queere Perspektiven praktisch keine Rolle spielen. Die Ausführungen wirkten stellenweise schräg und wenig differenziert, gerade bei einem Thema, das so eng mit Fragen von Identität, Begehren und Macht verknüpft ist (und andere Personen auch keine Wahl haben).
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass das Buch primär für Leser*innen in heterosexuellen Beziehungen konzipiert ist. Das ist per se nicht verwerflich, doch bei einem Thema wie Sexualität, das so vielfältig und intersektional gedacht werden sollte, empfinde ich diese Engführung als verpasste Chance. Statt bestehende Normen aufzubrechen, werden sie eher stabilisiert.
Für heterosexuelle Frauen kann das Buch durchaus unterhaltsam und stellenweise erkenntnisreich sein. Wer sich jedoch eine wissenschaftlich fundierte, queersensible und differenzierte Auseinandersetzung mit Sexualität erhofft, wird vermutlich, so wie ich, enttäuscht zurückbleiben.
Auch Frauen empfinden Lust und sollen das öffentlich kundtun dürfen, findet Autorin Katja Lewina. Mit „Sie hat Bock“ legt sie ein schlagfertiges Manifest feministischen Gedankengutes vor. Eine Rezension von Johannes Streb
„Sie hat Bock“: Legitimation der weiblichen Lust als Hauptaspekt Kinder lachen auf, Jugendliche werden rot, Erwachsene schrecken zurück – die Offenheit gegenüber Sex ist hierzulande erschreckend gering. Vor allem Frauen dürften erschreckend wenig ihres sexuellen Bedürfnisses zeigen, so Lewina. Viele Sexualpartner*innen seien bei Männern ein eindeutiges Anzeichen von Attraktivität und Sex-Appeal; Frauen hingegen würden hier wegen hurenartigen Verhaltens diskreditiert werden. Auch Frauen dürfen Lust empfinden und sie zeigen, das ist einer der zentralen Aspekte des vorliegenden Werks „Sie hat Bock“.
Lewina tritt in „Sie hat Bock“ für Selbstmündigkeit und Emanzipation ein „Sie hat Bock“, das ist der kämpferische Titel eines mutigen Buchs, das versucht, tiefgreifende sexistische Überzeugungen aufzubrechen. Die Autorin tritt für weibliche Selbstmündigkeit ein, für Emanzipation von konservativen Konstrukten und für die Legitimation weiblicher Lust. Es ist menschlich, etwas zu wollen – und nicht nur gewollt zu werden.
Dabei kritisiert sie offen und nimmt kein Blatt vor den Mund. Trotz vieler Anzweiflungen und Negativberichte über die aktuelle Situation klingt ihre Argumentation nie gejammert: Lewina begründet ihre Argumente schlüssig und erklärt ihre Standpunkte anhand subjektiver Erlebnisse. Sie erhebt nicht den Anspruch, dass ihre Eindrücke verallgemeinert ebenso gelten.
Konstruktive Handlungsanweisungen statt ewiger Kritik Ich bewundere den Mut der Autorin, sich über jahrelang festgefahrene gesellschaftliche Konfessionen hinwegzusetzen. Sie stellt eine offene, tolerante und aufgeklärte Gesellschaft als anstrebenswerte Vision in Aussicht, in der Sex kein Tabuthema und Frauen allumfassend gleichgestellt sind – und gibt dafür zahlreiche konstruktive Handlungsvorschläge, die wir alle umsetzen könnten, um dafür einzugestehen.
Der Aufbau des Buchs ist schlüssig; in zahlreichen kurzen Kapiteln sie beleuchtet viele verschiedene Aspekte, in denen feministische Denkweisen förderlich wirken könnten. Ihr Schreibstil reißt schnell mit. Sie schreibt sehr locker, das Lesen fühlt sich angenehm an, sie verzichtet (oftmals) auf eine unnötig derbe Ausdrucksweise. Trotz einer knappen Buchlänge von gerade einmal 220 Seiten doppelten sich einige Erkenntnisse; diese erzähltechnischen Längen hätten nicht sein müssen.
Unzählige Denkanstöße inspirieren Für „Sie hat Bock“ möchte ich insgesamt eine unbedingte Leseempfehlung für jede*n aussprechen: Nicht nur für Frauen, die sich in ihrer Position bekräftigt fühlen, sondern auch für Männer und alle, die bereit sind, sich selbst zu ändern, um endlich eine Gleichberechtigung herzustellen. Katja Lewina gibt so viele Denkanstöße, dass mein gesamtes Buch voller Post-Its vollgeklebt ist. Außerdem führt sie einige Recherchequellen auf, die das weitere Einlesen in die Thematik ermöglichen.
Fazit „Sie hat Bock“ ist ein überzeugendes Manifest über das weibliche Geschlecht – es ist Zeit, aufzuwachen und etwas zu bewegen. Inspirierendes Lesehighlight!
Katja Lewina schreibt herrlich rotzig, aber nicht minder klar und informativ über Sexpositivität. Und wie viel da eigentlich mitschwingt: Was die Verwendung bestimmter Begrifflichkeiten für unsere Reproduktionsorgane über die Gesellschaft aussagt. Wie feministische Pornographie gut funktionieren kann.Wie man seinen Kindern erklärt, dass Mama & Papa in einer offenen Beziehung leben. Warum weibliche* Begierde und Lust so schnell in Slutshaming mündet. Kurzum: was das alles mit dem Patriarchat zu tun hat und wieviel befreiter wir alle, ja, auch die cis Männer!, eigentlich leben und lieben könnten .
Vieles war mir nicht neu, aber dennoch habe ich die Lektüre als sehr empowernd wahrgenommen - und würde sie gerne noch viel viel mehr Menschen empfehlen, wobei ich mir gut vorstellen kann, dass der Schreibstil, die verwendete Sprache (obgleich ich sie vor allem im Kontext der Thematik Thematisierung verständlich bis adäquat finde), auf einige ein wenig abschreckend wirken mag.
2,5⭐️ Wie untenrum frei aber schlechter Alle die sich in ihrem Leben länger als 15 Minuten mit Feminismus und Sexualität beschäftigt haben, werden in diesem Buch kaum was neues erfahren. Zudem fehlen queere Perspektiven und es wird oft von "den" Männern und "den" Frauen gesprochen, ohne groß zu differenzieren. Kann mir allerdings gut vorstellen, dass es einen Einstieg ins Thema Feminismus und Sex für heterosexuelle Frauen darstellen kann, die sonst noch nix in die Richtung gelesen haben. Sonst kann man sich das sparen
Das Buch war irgendwie die perfekte Mischung aus informativ, humorvoll und lehrreich. Manchmal hats mich ein bisschen uncomfortable gemacht, aber so sollte es auch sein, weil brutale Ehrlichkeit gerade bei den behandelten Themen halt nicht comfortable ist („The truth will set you free - but first it will piss you off“). Ihre Art und Weise Dinge auszudrücken, ist manchmal echt sehr lustig aber ich finds beeindruckend wie nackig/vulnerabel sie sich mit ihrem Buch macht, in dem Glauben bzw. der Überzeugung die Welt zu einem offeneren und aufgeklärteren Ort zu machen. Und ich denke genau das schafft sie mit ihrem Buch auch, auf die humorvollste Art. Ich glaub, ich werd noch oft an dieses Buch und die Stärke die dahinter steckt denken, kann ich also empfehlen.
„Es hat ja auch niemand behauptet, dass man sich für Gleichberechtigung keine Mühe geben müsste.“
Sehr sehr gutes Buch. Unglaublich schlau mit vielen Denkanstößen und gleichzeitig witzig und entertaining geschrieben. Wirklich jeder sollte dieses Buch gelesen haben! Durch meine sehr offene Erziehung, waren mir viele Themen schon bewusst und das ist was total schönes, aber es gibt noch viel zu viele Menschen für die jegliche angesprochene Themen ein starkes Schamgefühl wecken. Es ist so wichtig, dass der weibliche Körper, seine Lust und Sexualität genauso normal wird, wie es Männern ist.
Dieses Buch hat von mir nur deshalb keine 5 Sterne bekommen, weil ich es sehr schade fand, dass ein Kapitel, welches sich mit einer gewissen Sexpraktik auseinandersetzt, doch zu wertend war. Da hätte ich mir, wie auch sonst von ihr, eine aufklärende und ermutigendere Meinung gewünscht. Leider war es in diesem Fall nicht so Sex-positiv wie sonst und hat nicht zum ausprobieren angeregt. Trotzdem ein Lieblingsbuch!
Manchmal ein bisschen viel, derb(?) und dadurch etwas befremdlich - aber auch nur, weil wir so und nicht anders sozialisiert sind. Tolles Buch! Danke Katja!
Ich mochte den Schreibstil und die Texte die immer wieder mit Anekdoten aus Katja Lewinas eigenen Leben gespickt sind. Für mich hat es nochmal einen anderen Blickwinkel auf weibliche Sexualität in Bezug auf Rollenbilder und auch Scham gegeben - obwohl ich mich immer für sehr offen und aufgeklärt gehalten habe.
Die Abschaffung (des mir unbekannten Gesetzes) des Kranzgelds 1998 macht deutlich, wie grotesk einige Gesetze in der heutigen Zeit noch sind bzw. wir spät diese erst gestrichen wurden. Oder am Beispiel von Paragraph 219, dass noch viel zutun ist, damit Frauen selbstbestimmt mit ihrem Körper umgehen können.
Soo gut. Zwar ist Manches nicht neu, dafür immer wieder bestärkend zu hören. Abgesehen davon ist das Buch einfach super unterhaltend, und die Autorin mir sehr sympathisch.
Lewina spricht in diesem Buch über das Frausein, Lust und Sex.
Ich habe schon andere Werke in diesem Themenbereich gelesen, die Ideen in diesem Buch waren nur teilweise neu für mich. Trotz allem habe ich einiges dazugelernt und habe gerne zu dem Buch gegriffen um weiterzulesen. Die Kapitel sind nach Themen aufgebaut, was mir gut gefallen hat. So hat man nicht ein großes Gedanken-Wirrwarr, sondern alles ist etwas geordneter.
Wie auch immer - eine Sache ist mir bei diesem Buch immer wieder unangenehm aufgestoßen. Der Tonfall der Autorin. Denn sollte dieses Buch doch eine Ode an die Freiheit und Selbstbestimmung sein, so hatte ich oft zu Ende eines Kapitels oder Absatzes das Gefühl, dass ihr Fazit war: "Ich mache das so, ihr macht das anders, aber mein Weg ist besser - seid nicht so verklemmt." Vielleicht habe nur ich das so empfunden - aber deswegen habe ich gerade zu Beginn das Buch öfter wütend beiseite gelegt. Denn sollte es nicht das Ziel sein, verschiedene Spektren zu akzeptieren? Versteht mich nicht falsch - Habe ich mich daran gestört? Nein. Habe ich sie in irgendeiner Weise in meinem Kopf verurteilt? Fehlanzeige. Im Gegenteil: ich fand es toll, meinen Horizont zu erweitern und offen für Neues zu werden. Über etwas anderes als 08/15 zu lesen. Denn sexuelle Offenheit und Selbstbestimmtheit sollte normal sein. Habe ich mich trotzdem das ein oder andere Mal von ihr kritisiert gefühlt? - Leider ja.
Fazit: Ich kann dieses Buch jeder Person empfehlen, die sich für die Themen Feminismus, sowie weibliche Selbstbestimmung und Lust interessiert. Es ist durchaus ein tolles Werk, das den Horizont erweitert und einen offen für Neues macht! Wieso die Sterne Abzug? - Der Ton macht die Musik.
Ich glaube das Buch kann für viele (hetero) cis Frauen in ihrem Emanzipationsprozess ein wichtiger Schritt sein und Anhaltspunkte liefern sich eingehender mit Feminismus und Themen wie reproduktiver Gerechtigkeit zu beschäftigen. Es bleibt jedoch an der Oberfläche. Lewina schreibt dafür sehr unterhaltsam und ehrlich und glaube dass sich viele in ihren Erlebnissen wieder finden können. Wenn man tiefer in Queer theory/ gender Studies drin ist, lohnt es sich eher nicht.
I found the book really good. I never knew any of Katja's columns for the Süddeutsche Zeitung back then, though getting to know her writing style was great and made me want to read more. Again, this wasn't a book where I necessarily learned something about feminism or womanhood or the world and how it works, but it did such a great job of explaining those things, I hold as self-evident, to the rest of the world. It's a book I wish my sister could read, my old roommate, any woman who has felt shame and pressure by this patriarchal society, all the men who still don't fucking get it, my mom, and everyone else. I think it makes points for everyone to understand in a way that I can't always do. I only felt that in some places the overarching themes were deliberately left unaddressed. Like just one chapter connecting all these themes to the patriarchy and supremacy culture and capitalism would have just put the cherry on top and placed the whole debate at the center of everything. It is a system after all... interconnected.
love it, really everything. it learned me very much about how we internalize patriarchal structures and how it defines our view on sexuality. the author speaks very honest and open about herself (and of course her sexuality). this makes the book very easy to read. she’s great.
4.5 Sterne. Das beste feministische Buch, das ich bisher gelesen habe. Konnte mich in so vielen Geschichten und Momenten wiederfinden. Zeigt die manchmal traurige Realität des Lebens als Frau. Es spricht wichtige Themen an ohne langweilig zu werden, indem sie in Stories verpackt sind. Regt einen wirklich dazu an sich mit sich selbst noch mehr auseinanderzusetzen.
ganz ganz ganz große empfehlung für mich an euch ALLE, nicht nur die girlies super viele spannende takes, man findet sich in vielen kapiteln wieder und es sind generell super viele wichtige themen einfach, immer gut und schön und wichtig sich da zu educaten teils schon ziemlich sachlich aber find das trotzdem nicht lw, gerade durch die kurzen kapitel und die auch teils lustige schreibweise der autorin wirklich durchweg interesting liebte das