Die Schreibweise ist etwas eigentümlich. Alle Wörter wurden konsequent klein geschrieben, was mein Gehirn jedoch schnell zu kompensieren lernte. - Störend empfand ich die permanenten Zeitsprünge zwischen 2004 und 2005. Josef Haslingers Bericht gab mir Antworten auf einige Fragen, die noch in mir schlummerten. So war es für mich aufschlussreich zu erfahren, wie Überlebende die ersten Tage danach vor Ort verbrachten, wie sie sich improvisiert einrichteten ohne Unterkunft, medizinische Versorgung, Kleidung, Nahrung, Geld und Pässe etc.
Was ich tatsächlich oberflächlich las, war seine Rückkehr nach Phi Phi ein Jahr später. Hier flossen Schilderungen hinein, die für mich weniger relevant waren. Ich hätte stattdessen ausführlicher über die schwierige Verarbeitung der Traumata der einzelnen Familienmitglieder lesen wollen, wie sie hoffentlich wieder zurück in den Alltag gefunden haben.
Ein sehr persönliches Buch über den Tsunami in Thailand 2004, den die Familie Haslinger gerade so recht und schlecht überlebt hat. Diente wahrscheinlich vor allem als Therapie, um mit dem Erlebten fertig zu werden.
Spannend geschrieben - das Chaos, die Hilfsbereitschaft aber auch schlechte Charaktereigenschaften werden atmosphärisch extrem dicht erzählt. Sprachlich ausgezeichnet! Das Buch berührt sehr vor allem auch wenn man zu der Gegend einen Bezug hat bzw. im Katastrophengebiet persönlich vor Ort war.
4,5 Sterne - Ein Reisebericht der etwas anderen Art.
Josef Haslinger macht mit seiner Familie einen Weihnachtsurlaub auf der Insel Kho Phi Phi, die zur Inselgruppe Phi Phi Islands gehört. Doch dann kam der 26. Dezember 2004. Das Datum steht für einen der verheerendsten Tsunamis der Menschheitsgeschichte, der Hunderttausende das Leben und Millionen das Dach über dem Kopf gekostet hat. Auf Koh Phi Phi verwandelten die beiden großen Wellen den Strand und das Hotelareal zu einem Ort voller Müll und Leichen. Mehr als 2000 Menschen sind auf der kleinen Insel in davongerissenen Bungalows ertrunken, von Trümmern erschlagen oder zerquetscht, ins Meer gespült worden. Josef Haslinger und seine Familie haben überlebt.
In seinem Buch schreibt er: „der bericht in einem satz: wir sind zu viert auf der thailändischen insel koh phi phi in einem resort abgestiegen, von dem zwei tage später nur noch ein verwaltungsgebäude, der swimmingpool und das auf acht betonsäulen ruhende dach des speisepavillons übrig waren. die einhundertzehn bungalows, von denen wir zwei gemietet hatten, waren verschwunden.“
Der österreichische Schriftsteller verarbeitet in seinem Buch die traumatischen Erlebnisse und lässt dabei auch seine Frau und die beiden Kinder zu Wort kommen. Denn alle vier hatten sich mit knapper Not vor dem Ertrinken gerettet, jeder hatte die anderen schon für verloren gehalten. Gemeinsam berichten sie von der Flutwelle und den Tagen danach. All das beschreibt Haslinger erstaunlich nüchtern, fast distanziert.
Hand aufs Herz: „Phi Phi Island“ ist keine leichte Lektüre. Es ist kein Buch, das man „genießt“. Aber ich bin trotzdem dankbar für den ehrlichen Einblick den Haslinger mir in diese verheerende Naturkatastrophe ermöglicht hat. Denn man kann aus diesem Buch viel lernen: Darüber, was mit Menschen im Ernstfall geschieht, und darüber, wie nah Paradies und Ausnahmezustand doch sein können.
Dieses Buch zu bewerten ist mir recht schwer gefallen. Meine vier Sterne beziehen sich deshalb nicht auf den Inhalt, sondern auf die Struktur des Buches: Haslinger reist ein Jahr nach dem Unglück zurück nach Kho Phi Phi, um mit dem Erlebnis abzuschließen. Im Buch vermischt er das Früher und Heute an vielen Stellen. Die Geschichte wird außerdem nicht chronologisch erzählt. Beides hat mich immer wieder herausgefordert und den Lesefluss an manchen Stellen gestört.
Dieses Buch hat aus gutem Grund keine Bewertung von mir bekommen. Wie sollte man auch die Geschichte eines Tsunami Überlebenden bewerten? Ich finde jedenfalls auf diese Frage keine Antwort. Josef Haslinger beschreibt seine Erlebnisse sehr nüchtern und direkt. Warum er alles in Kleinbuchstaben verfasst hat, wird am Ende auch erläutert und lässt das Buch noch authentischer sein. Ich kann verstehen, dass es ihm geholfen hat, das Erlebte zu verarbeiten, indem er dieses Buch geschrieben hat. Ich finde es schön, dass auch seinen beiden Kindern und seiner Frau eine Stimme gegeben wurde. Diese Naturkatastrophe muss so ein einschneidendes Erlebnis für alle Beteiligten gewesen sein. Ich will mir das gar nicht ausmalen .. Koh Phi Phi ist immer noch ein wahnsinnig beliebtes Reiseziel bei den Touristen hier im Süden Thailands. Ich habe auch überlegt hinzufahren, aber habe dann doch die ruhigere Insel Koh Yao Noi weiter nördlich bevorzugt. Eine Weile dachte ich, es wäre besser gewesen, das Buch nach meinem Aufenthalt in Thailand zu lesen. Andererseits habe ich so einiges über die Bevölkerung erfahren. Ich bekomme jedenfalls Gänsehaut, wenn ich dran denke, dass so eine Katastrophe jederzeit wieder passieren kann .. und im schlimmsten Falle nachts 🥴😳 Ich will nur hoffen, dass die Einheimischen mittlerweile ein Warnsystem eingerichtet haben ..
Only little did I know about the earthquake and tsunami in the indian ocean. But upon reading Haslinger's semi-autobiography about the time he was at Phi Phi Island or Koh Phi Phi in Phuket, southern Thailand, and witnessed the tsunami, I got to know more about the incident and the sufffer people must endure. The book was organized in different chapters, each chapter telling us either a story from Haslinger's perspective, or from his wife and his children's perspective. Moreover, his own documentation of the Phi Phi island after 1 years of the incident was also included.
Da sich der Tsunami vor ein paar Tagen zum zehnten Mal jährte, dachte ich, es ist der perfekte Zeitpunkt, das Buch zu lesen. Und ich fand es sehr interessant und ebenso ging es sehr nahe. Es ist ein durch und durch persönlicher Bericht der Familie Haslinger, das mitunter therapeutisch wirkt (was es sicherlich auch war. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, eine solche Katastrophe mitzuerleben, aber irgendjemandem, und sei es einem Leser, davon zu erzählen, scheint mir eine hilfreiche Methode zu sein). Manche Stellen waren sehr heftig und ich musste das Buch immer mal wieder zuklappen, obwohl ich sonst eigentlich nicht so zart besaitet bin. Aber hier zeigt sich der Unterschied zwischen fiktionalen und autobiographischen Büchern - fiktive Leichen sind ein tragisches Mittel oder einfach nur dazu da, Spannung zu erzeugen, reale Leichen bedeuten echte Verzweiflung, echtes Leid und echte Tränen einer ganz und gar echten Person.
Sehr bewegend, sehr verstörend und sehr real. Und trotzdem muss ich sagen, dass ich nach der Hälfte des Buches auch schon genug hatte, auch wenn ich mich schlecht dabei fühle.
Haslinger gives his autobiographical account of experiencing the tsunami that struck Thailand in December of 2004. Going back to Phi Phi Island several years later to revisit his memories and construct his narrative, it remains clear that Haslinger--who had been on Christmas vacation with his family when the disaster struck--was and is a tourist to the region. His account packs a sensationalist punch, but does relatively little to put the disaster in historical/political/economic context, nor does it invite the reader to much continued curiosity and engagement with the region. Haslinger simply isn't "embedded" enough to give this story the depth it could have. Interesting, but limited from an educational and social justice standpoint.
Habe das Buch für 1 Euro vom Wühltisch, dafür war es recht gut - ein spannender und sehr persönlicher "Augenzeugenbericht" über den Tsunami, den man schnell wegliest. Ich kann es zwar nicht aussstehen, wenn jemand alles klein schreibt, aber der Autor hat das damit entschuldigt, dass er sich beim Tsunami an der Hand verletzt hat und daher nicht mehr gut die Groschreibtaste drücken konnte ...
Interesting first-hand account of the tsunami that devastated the Phi Phi Islands in Thailand in 2004. Great for anyone interested in the topic or just looking for a good read. Sometimes the alternations between time frames was a little confusing.
A captivating memoir on tsunami. The author write this book in order to fight the demons of trauma he faced after experienced the 2004 tsunami while on family vacation in Phi Phi Island, Thailand.
The story is so vivid and depressing. Certain paragraphs made me cry, others gave me goosebumps.