Jump to ratings and reviews
Rate this book

Die Grenzen der Verwaltung

Rate this book
Nach mehrjähriger Tätigkeit in der niedersächsischen Ministerialverwaltung und einem Aufenthalt bei Talcott Parsons in Harvard wechselte der studierte Jurist Niklas Luhmann Anfang der 1960er Jahre an die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Dort entstand der Entwurf einer allgemeinen Theorie der Verwaltung, welche die Verwaltungswissenschaft auf ein neues Fundament stellen sollte. Er wird nun unter dem Titel Die Grenzen der Verwaltung erstmals publiziert.

In souveräner Argumentation bestimmt Luhmann darin zunächst, was er als die Aufgabe einer Verwaltungsorganisation sieht: das Erzeugen verbindlicher Entscheidungen, um sich dann der wesentlichen Herausforderung zuzuwenden, der sich ein solches soziales System gegenübersieht: dem Management seiner eigenen Grenzen. Mit wenigen systemtheoretischen Begriffen und angereichert durch die eigene praktische Erfahrung, zeigt er, wie Verwaltungen die unterschiedlichen Erwartungen ihrer Umwelten so ausbalancieren, dass ihre Grenzen stabil und ihre Strukturen funktionsfähig bleiben. Auch knapp 60 Jahre nach der Niederschrift erweist sich dies als ein höchst origineller Zugriff auf die Verwaltung – das Rückgrat der modernen Gesellschaft.

254 pages, Hardcover

Published November 1, 2021

Loading...
Loading...

About the author

Niklas Luhmann

220 books287 followers
Niklas Luhmann was a German sociologist, and a prominent thinker in systems theory, who is increasingly recognized as one of the most important social theorists of the 20th century.

Luhmann wrote prolifically, with more than 70 books and nearly 400 scholarly articles published on a variety of subjects, including law, economy, politics, art, religion, ecology, mass media, and love. While his theories have yet to make a major mark in American sociology, his theory is currently well known and popular in German sociology and has also been rather intensively received in Japan and Eastern Europe, including Russia. His relatively low profile elsewhere is partly due to the fact that translating his work is a difficult task, since his writing presents a challenge even to readers of German, including many sociologists. (p. xxvii Social System 1995)

Much of Luhmann's work directly deals with the operations of the legal system and his autopoietic theory of law is regarded as one of the more influential contributions to the sociology of law and socio-legal studies.

Luhmann is probably best known to North Americans for his debate with the critical theorist Jürgen Habermas over the potential of social systems theory. Like his one-time mentor Talcott Parsons, Luhmann is an advocate of "grand theory," although neither in the sense of philosophical foundationalism nor in the sense of "meta-narrative" as often invoked in the critical works of post-modernist writers. Rather, Luhmann's work tracks closer to complexity theory broadly speaking, in that it aims to address any aspect of social life within a universal theoretical framework - of which the diversity of subjects he wrote about is an indication. Luhmann's theory is sometimes dismissed as highly abstract and complex, particularly within the Anglophone world, whereas his work has had a more lasting influence on scholars from German-speaking countries, Scandinavia and Italy.

Luhmann himself described his theory as "labyrinth-like" or "non-linear" and claimed he was deliberately keeping his prose enigmatic to prevent it from being understood "too quickly", which would only produce simplistic misunderstandings.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
1 (11%)
4 stars
1 (11%)
3 stars
5 (55%)
2 stars
2 (22%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Gift.
795 reviews
January 24, 2022
Niklas Luhmann ist vor mehr als 20 Jahren gestorben und trotzdem werden in seinem Namen noch Bücher veröffentlicht. Dank einem umfangreichen Nachlass und v.a. dem dort erhaltenen Zettelkasten mit mehr als 90.000 Notizen kann die wissenschaftliche Welt auch heute neue Ideen aus seinem umfangreichen Werk gewinnen. (Warum überrascht mich übrigens nicht, dass trotz einem klaren Vorausvermächtnis seine Kinder jahrelang vor Gericht über sein Nachlass gestritten haben?) Heutzutage befinden sich seine Schriften bei der Universität Bielefeld, die sich bemüht (unter anderem) seine unveröffentlichten Schriften zu veröffentlichen. Dieses Buch ist ein Resultat davon.

Ich kann mich noch ganz gut erinnern, wie ich während meines Studiums das erste Mal mit Luhmann konfrontiert wurde. Man muss nur eine von den einführenden Vorlesungen der Soziologie besuchen. Es ist fast unmöglich an seinem Namen vorbei zu kommen. Habe ich damals verstanden, was Luhmann erzielen wollte? Nein, natürlich nicht. Seine Aussagen sind zwar oft klar, sie lassen sich jedoch kaum auf kurze Argumente reduzieren. Und da ich schon damals keine große Begeisterung für Soziologie entwickeln konnte, fand ich es unheimlich schwer mich mit seinen umfangreichen Theorien auseinander zu setzen. Es war für mich daher eine ziemlich interessante Erfahrung auf ihn mehrere Jahre später und in einem anderen Kontext anzutreten.

Die Grenzen der Verwaltung ist ein durchaus interessantes, dennoch unvollendetes Werk. Wenn ich es richtig verstanden habe, handelt es sich um ein Gedankenexperiment eine neue Verwaltungstheorie zu verfassen. Es ist allerdings leider nur beim Zettelkasten und einigen vollständigen Kapiteln geblieben. Dennoch ist es überraschend aktuell. Zumindest die ersten 60% des Buches hatte ich nicht das Gefühl einen 40 Jahre alten Text zu lesen. Ja, die Formulierungen sind „typisch Luhmann“ und ziehen sich oft in die Länge, die Argumente sind jedoch klar und überzeugend. Das einzige, was mich enttäuschte, war das letzte Kapitel, in dem der Versuch unternommen wurde die Argumente zusammen zu bringen. Genauso wenig war ich dann von den Erklärungen der Herausgeber überzeugt, die zwar viele interessante Hintergrundinformationen lieferten, zu der theoretischen Diskussion jedoch kaum was Neues beitragen konnten.

Als ich damals im Vorlesungssaal saß, hätte ich mir kaum vorstellen können je wieder und vor allem freiwillig ein komplettes Buch von Niklas Luhmann lesen zu wollen. Die Zeiten ändern sich, eine solide wissenschaftliche Basis jedoch bleibt. Niklas Luhmann zählt nicht umsonst zu den wichtigsten Soziologen Deutschlands.
38 reviews
November 16, 2024
Pointierte Beobachtungen zu den Vorgängen in einer Verwaltung, die nichts an Aktualität verloren haben und die Beschreibung des theoretischen Models und mit dem Model wirken vielversprechend. Leider handelt es sich nur um ein Fragment einer nicht vollendeten Arbeit und endet, bevor es wirklich in die Tiefe geht.
Displaying 1 - 2 of 2 reviews