Wenn eine Künstliche Intelligenz an der Schule jeden Schritt überwacht ...
Berlin, in naher Zukunft. Die 15-jährige Kim, Tochter einer alleinerziehenden niederländischen Diplomatin, besucht das umstrittene Elite-Internat Galileo. Kameras und implantierte Chips übermitteln die Hirntätigkeit und Körperdaten aller Schüler an eine KI namens Brain. Presse und Politiker, die der Schule aus humanitären und Datenschutzgründen kritisch gegenüberstanden, sind verstummt. Der Erfolg gibt der Betreiberfirma BrainVision Recht. Dank der eingreifenden und regulierenden Funktion von Brain hat Galileo ausnahmslos Musterschüler. Doch dann geschieht das Unfassbare: Ein Schüler verunglückt – und ein anderer Schüler trägt die Schuld daran. Kim beginnt, Brain und dessen Methoden zu hinterfragen und gerät bald in tödliche Gefahr ...
Manfred Theisen studierte Germanistik, Anglistik und Politik, forschte zwei Jahre für das Innenministerium in der Sowjetunion und leitete eine Tageszeitungsredaktion. Seine Bücher wurden ausgezeichnet, auf die Auswahllisten der Rundfunkanstalten gesetzt und in mehrere Sprachen übersetzt. Der Autor hat vier Kinder und lebt mit seiner Familie in Köln. Auf Anfrage hält er Lesungen und führt Workshops durch.
Dieses Buch erinnert mich so sehr an eine Schullektüre, dass ich mich tatsächlich ungefähr 15 Jahre zurückkatapultiert fühlte. (Himmel, ich werde alt.) Auch meine Motivation, das Buch schnell tatsächlich nur hinter mich bringen zu wollen, setzte schon nach den ersten dreißig oder vierzig Seiten ein. Ich hatte noch einige Hoffnung, dass es im Höhepunkt der Handlung besser, spannender wird und mich doch noch packt, aber leider blieb das aus. Die Charaktere sind viel zu flach konstruiert, selbst vor den Momenten, ab denen es in den Plot passen würde, und auch die Handlung wirkt so oberflächlich, dass es wie der Rohentwurf einer guten Idee erscheint. Meiner Meinung nach hätte es dem Buch sogar schon gut getan, wäre die Protagonistin nicht die Hauptperson, sondern beispielsweise Levin, der so viel interessanter ist. Doch stattdessen bleibe ich bei Kim hängen, die selbst nicht wirklich etwas tut und nur passiv ist. Von allen Seiten wird ihr erzählt, was gerade passiert und was ihre Freunde und Familie eigentlich so machen. Hat sie sich jemals selbst mit den Personen unterhalten? Es wirkte nicht so.
** SPOILER **
Auch ihre »Entwicklung«, die sie durchleben sollte als Protagonistin, ist eigentlich vollständig abwesend. Okay, sie ändert ihre Meinung zum Chip, aber … na ja … eigentlich nicht wirklich eigenständig. Ihr Freund ist begeistert vom Chip, sie ist es auch … Und dann trennt sie sich von ihm und hat einen neuen Freund, der eben nicht begeistert vom Chip ist, und ja, Überraschung, dann ist sie es auch nicht mehr.
** SPOILER ENDE **
Abgesehen davon gibt es hier auch mehrere Logikfehler (beispielsweise eine »uralte« Playstation 7 – ja, sieben – nur zehn Jahre in der Zukunft), die zwar nicht allzu sehr stören, aber den Text eben auch nicht wirklich in einem besseren Licht erscheinen lassen. Insgesamt hat der Roman nicht wirklich gehalten, was er an Gesellschaftskritik verspricht und ich mir erhofft habe.
Ich habe "Der Chip" von Manfred Theisen angefragt, da es nach einer Mischung aus packender Überwachungsdystopie und Academia-Thriller à la "The Circle" klang. Statt mit einem düsteren Setting, hochspannender Handlung und einer gesellschaftskritischen Auseinandersetzung mit technischem Fortschritt aufzuwarten, stellte sich "Der Chip" jedoch als langatmige, oberflächliche und sprunghafte Jugenddystopie heraus, die leider unter den schlechtesten 5 Science-Fiction-Büchern rangiert, die ich jemals gelesen habe. Ehrlicherweise ist es nur dem Buddyread mit Sofia von Sofias kleiner Bücherwelt zu verdanken, dass ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen habe (schaut unbedingt mal bei ihrer Rezension vorbei, sie bringt unser Leseerlebnis echt so gut auf den Punkt, dass ich mir eine eigene Rezension auch hätte sparen können😁)!
Doch, bevor ich mich schon in der Einleitung zu sehr in Rage rede, ein paar Worte zur Gestaltung. Mit den goldenen Leiterplatten auf typisch dunkelgrüner Leiterplatte, die zu einem schwarzen Mikrochip führen, auf dem der Titel in grünen Buchstaben steht, passt das Cover natürlich perfekt zum Thema und Titel. Auch der Klapptext machte mir sofort Lust, zur Geschichte zu greifen. An dieser Stelle endet der positive Einfluss des Verlags auf den Roman aber auch schon, denn zu dem, was sich innerhalb der Buchdeckel befindet, habe ich leider nicht besonders viel Positives zu sagen.
Erster Satz: "Sie lag in seinem Arm."
Zugutehalten muss man dem Roman, dass er einige interessante Themen und Fragen aufgreift: Überwachung, künstliche Intelligenz, kollektives Bewusstsein, Freiheit, Individualität des Einzelnen und die Frage, ob technischer Fortschritt immer ein Schritt nach vorne bedeuten muss. Jedes einzelne dieser Themen hätte einen Anknüpfungspunkt für spannende Diskussionen geboten, doch schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, in einer abgedrehte, oberflächlichen Version der durchschnittlichen Teenie-Dystopie gelandet zu sein, in dem der typische unangepassten Außenseiter, das naive Mädchen davon überzeugen, dass etwas gehörig falschläuft. Nach ebenso kurzer Zeit waren dann auch meine Hoffnungen auf ein interessantes Worldbuilding dahin. Erklärt der Autor, weshalb er uns ins Jahr 2032 entführt? Bekommen wir geschildert, inwiefern sich die dortige Gesellschaft von unserer unterscheidet? Erfahren wir, was sich genau hinter der allgegenwärtigen KI "Brain" verbirgt, wie die Firma BrainVision und das umstrittene Elite-Internat Galileo genau funktionieren? Nicht im Geringsten! Dadurch, dass hier kaum etwas erklärt wird, erscheint die Handlung an einigen Stellen geradezu absurd. Zum Beispiel kam mir irgendwann der Gedanke, dass ich ja theoretisch der in "Der Chip" auftauchenden Erwachsenengeneration angehören würde, mir aber kaum vorstellen kann, was passieren müsste, dass sich meine Einstellungen so krass verändern, dass ich mich verhalte, wie die in der Handlung vorkommenden Eltern. Leider wird jedes einzelne der interessanten Themen nur am Rande gestreift und weder weiterentwickelt noch zu Ende gedacht, sodass es mir eigentlich fast widerstrebt, "Der Chip" als Dystopie zu klassifizieren.
Kein Worldbuiling? Nun gut, damit hätte ich noch leben können, wenn der Autor seine 224 Seiten dazu genutzt hätte, ein rasantes Kammerspiel zu schreiben, das sich ganz auf den Rahmen der Schule fokussiert und alle äußeren Einflüsse außer Acht lässt. Das tut er aber leider auch nicht und während er sich in zusammenhangslosen Diskussionen über Prepping oder die veraltete Playstation 7 verläuft, wird uns Lesern klar, dass das miserable Worldbuilding nicht das Ergebnis einer wohlüberlegten Entscheidung, sondern vielmehr einer seltsamen Schwerpunktsetzung ist, die beim Lesen fast ein wenig willkürlich wirkt. Was genau die Rebellen in Spreewald tun und gegen was sie rebellieren bleibt ein Geheimnis, aber dass Dwayne "the Rock" Johnson nun Präsident der USA ist, scheint dem Autor eine wichtige Information zu sein? Da würde ich gerne nochmal eine Diskussion über Prioritäten führen... Die vielen random eingestreuten Anspielungen wirken also insgesamt wie der misslungene, verzweifelte Versuch, irgendwas einfließen zu lassen, was man als Gesellschaftskritik deuten könnte, wenn man dem Buch wohlgesonnen wäre. Bin ich aber nicht. Und deshalb kann ich nur anmerken, dass sich der Autor lieber auf die Grundidee mit der Überwachung und den Chips konsequent hätte fokussieren sollen. "Der Mensch hat den Hammer erfunden, weil seine Hand nicht stark genug war. Der Mensch hat das Fernglas erfunden, weil seine Augen nicht weit genug sehen konnten. Der Mensch hat die Schrift erfunden, weil er sich nicht alles merken konnte. Und jetzt haben wir die KI, wir haben Brain, die alles weiß, wie wir alles wissen. Wir sind Brain."
Und dieser fehlende Fokus, diese Inkonsequenz der Handlung ist leider ein Problem, das sich durch den gesamten Roman zieht. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem so viele Aspekte während der Handlung einfach kommentarlos fallen gelassen und nie wieder aufgegriffen werden. Eines der etlichen Motive ist zum Beispiel das des Skarabäus Käfers, der in verschiedenen Formen und Gestalten an unterschiedlichen Stellen des Buches vorkommt, sodass ich fest davon ausgegangen bin, dass dieser irgendwann nochmal wichtig wird, oder zumindest dessen ständiges Auftauchen zu einem Zeitpunkt erklärt werden würde. Das passiert aber einfach nie, sodass natürlich die Frage aufkam, wozu das Ganze überhaupt erwähnt wurde. In diesem Stil gab es noch einige weitere Szenen, die sich als komplett irrelevant für den Plot erwiesen haben und deren Sinn ich in diesem nur 224seitigen Roman ich demnach angezweifelt habe. Dazu kommen viele offensichtliche Logikprobleme wie, dass "Brain" durch Kameras im Gebäude omnipräsent und scheinbar allwissend zu sein scheint, es aber nicht auffällt, wenn Kim mit selbstgebautem Glasschneider in andere Zimmer einbricht, sie stundenlang ihr Datenband nicht trägt, mit dem die KI Informationen über sie sammelt und sie sich trotz lückenloser medizinischer Überwachung in jeder zweiten Szene mit vorgetäuschter Übelkeit aus der Affäre ziehen kann.
Zu diesem inkonsistenten, unvollständigen Eindruck tragen auch die Zeitsprünge bei. Anstatt in Kapitel hat der Autor seine Geschichte in sehr große Textteile eingeteilt, die von insgesamt fünf Zeitpunkten erzählen: dem 8. Mai und dann vom 16. bis zum 19. Mai. 2032. Während das Erzähltempo während der letzten Abschnitte zunimmt und sich die Handlung liest, wie eine fortlaufende Szene, vergeht zwischen dem ersten und zweiten Abschnitt eine ganze Woche, ohne dass jemals aufgeholt wird, was in der Zwischenzeit passiert ist. Es scheint, als hätte der Autor einen groben ersten Entwurf geschrieben, aus dem im Lektorat dann genau die falschen Szenen herausgestrichen worden wären. Um den Plot, die Hintergründe der Welt oder auch die Protagonisten wirklich auf Romanniveau auszuarbeiten, hätte der Autor mindestens noch 100-200 Seiten mehr schreiben müssen (wobei ich im Nachhinein echt froh bin, dass er das nicht getan hat, da ich schon mit den 224 Seiten echt zu kämpfen hatte). "Eine neue Phase der Geschichte ist angebrochen. Bis jetzt haben wir den Egoismus gepflegt, das Individuum war heilig. Aber das ist jetzt vorbei. Wer nicht WIR sein will, der muss gehen!"
So, und das waren jetzt erst meine Kritikpunkte zum Plot... Ich könnte mich noch stundenlang Absatz um Absatz weiter beschweren und neue Beispiele finden, warum "Der Chip" echt schlecht ist. Der lückenhafte Plot wird nämlich auch von einem Schreibstil begleitet, der sich liest, als wäre er von einem unerfahrenen Selfpublisher verfasst worden. Selbst wenn man im Kopf behält, dass ich persönlich ein Freund von eher gefühlsbetonten Schreibstilen bin, kann man den unpersönlichen, wenig packenden Eindruck nicht nur auf meinen eigenen Geschmack schieben. Denn auch die Sprache ist voll von gedanklichen Sprüngen und irrelevanten Einschiebungen, von denen oft nicht klar ist, weshalb sie überhaupt dastehen (Stichwort: Karies bei Werwölfen?!?). Manfred Theisen schreibt sehr assoziationsbasiert, was sich ab und zu so liest, als würde man den leicht unzusammenhängenden, verworrenen Gedanken eines Erstklässlers folgen. Dazu gesellen sich gelegentlich abrupte Übergänge in der Erzählperspektive, die neben dem personalen Er-Erzähler aus Kims Sicht auch einige auktoriale Passagen beinhaltet, die beim Lesen zusätzlich verwirren.
Damit Ihr nachvollziehen könnte, wie irritierend die einzelnen Szenen dadurch wirken, habe ich ein kurzer Beispielabschnitt von Seite 12 herausgesucht. Diese Szene steht ohne Witz genauso im Buch, ohne dass ich etwas zusammenkopiert oder weggelassen hätte: "Sie lief über den Flur. Der alte Google Spruch "Don´t be evil" prangte auf dem Sperrbildschirm ihres Handys. Julian hatte noch nicht geschrieben. Der Boden war grau und glatt, Kim dachte an den grauen Strich, auf dem sie eben im Kreis gelaufen war. Es war gut, dass Brain sie jetzt überall identifizieren konnte. Falls etwas schieflief, könnte ihr Brain sofort helfen. Sicherheit und Glück waren zwei Seiten einer Medaille. Rechts und links gingen knallrote Türen ab. Vielleicht hatte sich Kim deshalb eben rote Fingernägel geträumt. Denn sie durfte sich die Nägel nicht lackieren. Ihre Mutter hatte es verboten."
Eine weitere irritierende Beobachtung, die Sofia und ich beim Lesen gemacht haben, ist dass es überproportional viele Szenen gibt, in denen Kim grundlos nackt ist. Einige dieser Szenen lassen sich darauf zurückführen, dass Kim wahnsinnig häufig duscht. Oftmals sind Dusch- und Toilettengänge in Romanen ja ausgespart. Manfred Theisen beschreibt diese aber in jedem Kapitel mindestens einmal. Im ersten Abschnitt duscht Kim sogar ganze dreimal an einem einzigen Tag: 1x nach ihrer Gangprobe für Brain, dann bevor sie sich mit ihrem derzeitigen Freund zum Trainieren trifft und dann nochmal nach dem Training - und wenn das nicht schon irrsinnig genug wäre, sind alle drei Szenen im Buch enthalten. Das sind natürlich nur kleine Details, die mir wahrscheinlich nicht aufgefallen wären, wenn die extrem körperbetonte Beschreibung aller Figuren und einige aufgrund des jungen Alters der Protagonistin extrem unpassender Kommentare zu Sexualität, Schwangerschaft und Beziehungen nicht ohnehin schon ein seltsames Gefühl bei mir hinterlassen hätten. "Sie stand auf und fühlte sich schlecht, so schlecht wie noch nie in ihrem Leben. "Gemeinsam und nicht einsam!", skandierte sie mit den anderen - sie war so einsam wie noch nie zuvor."
Und wenn wir schon gerade bei der unpassenden Darstellung von 15jährigen sind: Allgemein ist festzustellen, dass der Autor leider völlig an seiner Zielgruppe vorbei schreibt. Ich hatte einfach nicht das Gefühl, dass er Jugendliche besonders ernst nimmt oder als rationale, vollwertige Menschen ansieht (was irgendwie problematisch ist, da Jugendliche wohl seine Hauptzielgruppe sind). Seine jugendlichen Figuren werden ausnahmslos rückgrat- und meinungslos dargestellt, sind leicht zu manipulieren, noch leichter auszutauschen und bieten den LeserInnen somit weder Identifikations- noch Vorbildpotenzial. Am meisten hat mich aber die Darstellung des Innenlebens der Hauptfigur Kim gestört. Das was Manfred Theisen Kim da immer an Emotionen angedichtet hat, funktioniert einfach nicht. Hm, außer vielleicht man ist bipolar oder leidet unter einer extremen Form der Borderline Persönlichkeitsstörung. In diesem Falle wäre es wohl möglich, innerhalb von drei Minuten dreimal seine Meinung zu ändern und sich von jetzt auf gleich unsterblich zu verlieben und wieder zu entlieben.
Auch abgesehen von ihren urplötzlichen Meinungsänderungen, die mit keinen Hormonschwankungen der Welt erklärbar wären, ist Kims Charakterisierung ein Witz. Nur weil sie sich wundert, wo denn einer ihrer Mitschüler hin verschwunden ist und vielleicht zwei Sekunden darüber nachdenkt, bevor sie sich autonome Nanochips spritzen lässt, die ihre Individualität auslöschen, wird die hirnlose Mitläuferin von einer Sekunde auf die andere zur Rebellin deklariert. Ihre nur menschlichen Handlungen (das was sie getan hat war nicht besonders mutig, sondern nur das absolute Minimum von dem, was man von einer gesunden, mündigen Bürgerin in einer solchen Situation erwarten würde) werden dabei so glorifiziert, dass man fast übersieht, dass sie gar keine große Widerstandskämpferin ist, sondern die anderen einfach noch viel dümmer sind als sie. Frustrierend ist gar kein Ausdruck, sage ich Euch!
Auch die Beziehungen zwischen den Figuren konnte ich einfach nicht ernstnehmen. Das bezieht sich nicht nur auf die "Freundschaften" und "Liebesbeziehungen" (ich traue mich fast nicht, diese fünfminutigen Gefühlsschwankungen so zu bezeichnen), sondern auch auf die Verhältnisse von Kim zu ihrer Mutter und ihrem Großvater. Beide hätten das Potenzial gehabt, eine neue Perspektive in die Handlung miteinzubringen und das Verhalten der Teenies ist einen etwas vernünftigeren Rahmen zu stecken. Stattdessen tauchen die beiden nur am Rande auf und werden von Kim in die Kategorie "nervige Erwachsene" gesteckt, bevor der Großvater sich dann am Ende aus dem Nichts als großer Retter inszeniert und alle Probleme sich in Luft auflösen.
Fazit:
Die 0,5 Sterne bekommt "Der Chip" ausschließlich für die interessanten Gedankenansätze. Die Umsetzung dieser in einer inkonsequenten, unlogischen Handlung mit rückgratlosen lebendigen Klischees als Figuren und einem sprunghaften Schreibstil konnte mich nämlich absolut nicht überzeugen. Schade, aber das war Mist!
Puh, also die Idee ist echt gut, aber die Umsetzung?? Na ja… Hier mal ein paar Stichworte:
- alles ist so durcheinander?? Der Autor kommt von Höcksken auf Stöcksken, man kann dem Inhalt oft kaum folgen
- für die Prota gilt dann natürlich Ähnliches: richtiges Fähnchen im Wind, ändert gefühlt alle drei Sekunden ihre Meinung, ent- und verliebt sich von jetzt auf gleich neu, wird von einer Seite auf die andere vom Mitläufer zur Rebellin, ohne jegliche Charakterentwicklung - das zeigt: der Autor hat eine wirre Vorstellung von Jugendlichen -> instabile, fast schon bipolar anmutende Emotionen, leicht beeinflussbar, keine eigene Meinung, denken in Klischees/ Schubladen
- die Protagonistin (15!!!!) ist ständig nackt?? Und geht auch *sehr* oft duschen (teilweise dreimal am Tag) -> ist irgendwie unangenehm beim Lesen?? Wieso muss sie sich so oft ausziehen? Wieso steht sie so oft unter der Dusche?
- es gibt 0 Worldbuilding, auf die Sache mit dem Chip geht Theisen so gut wie gar nicht ein, an vielen Stellen fehlen Erklärungen
- dafür gibt es viel zu viele Szenen (neben dem Duschen), die überhaupt nicht plotrelevant sind (eine Serie, in der Werwölfe Karies kriegen?)
- SO VIELE Logikfehler!!!!!!
Es gibt wohlwollend 1⭐️ von mir, für die Idee 🤡
Ausführliche Rezi:
Vielen lieben Dank an den cbt-Verlag und das Penguin Random House-Bloggerportal für das Rezensionsexemplar! Meine Rezension spiegelt selbstverständlich trotzdem meine ehrliche Meinung wider.
Aufmachung: Das Cover gefällt mir ganz gut; es ist eine Platine, der Titel „Der Chip“ ist buchstäblich der Chip. Es ist sofort erkennbar, dass es sich hierbei um eine dystopische Geschichte handelt, in der technologischer Fortschritt eine Rolle spielt.
Meine Meinung: Vorab kann ich zunächst einmal ganz klar sagen: Sowohl das Cover als auch vor allem der Klappentext wecken falsche Hoffnungen, denn die Problematik eines solchen Chips, um die es hier gehen soll, spricht der Autor so gut wie gar nicht an.
Natürlich wird beim Lesen deutlich, dass von dem Chip und der KI „Brain“ Gefahren ausgehen: Die Individualität und Freiheit des Einzelnen wird für das „große Ganze“ aufs Spiel gesetzt. Damit hinterfragt Theisen technischen Fortschritt und stellt den Leser vor die Frage, was er bereit wäre, dafür aufzugeben. Allerdings geschieht all dies nur am Rande. Tatsächlich geht er nämlich kaum auf die Problematik ein. Die Bedrohung ist da, aber sie wird nicht aufgebaut oder weiterentwickelt, es wird nicht einmal ansatzweise erklärt, was in den letzten zehn Jahren auf der Erde passiert ist – lediglich, dass die durchschnittliche Erderwärmung den Schwellenwert von 2° C überschritten hat, wird angeschnitten –, wie es zur Entwicklung der KI gekommen ist, oder wie der Chip in der gesamten Menschheit verbreitet wurde. Erwähnungen von Elon Musk, Mark Zuckerberg oder dem Bitcoin sollten wohl eine Verbindung zur Gegenwart herstellen, sorgen stattdessen aber viel mehr dafür, dass der Eindruck eines verzweifelten und vor allem unausgereiften Versuchs an Gesellschaftskritik entsteht.
Eine andere Sache sind die „Unknown“, quasi Rebellen: Ihre Existenz wird angesprochen, man hätte so viel spannende Handlung mit ihnen erreichen können, aber für die Geschichte wesentlich sind sie nicht und man fragt sich, weshalb sie dann überhaupt erst erwähnt werden. In all diesen Fragen bleibt der Leser im Dunklen, das Worldbuilding ist also praktisch nicht vorhanden.
Wenn die Entwicklung der Erde bis zum Jahr 2032 ausgelassen und ausschließlich auf die aktuellen Schwierigkeiten des Chips, und welche Wirkungen er auf die Bevölkerung momentan hat, eingegangen würde, könnte ich damit ja noch leben – ein Buch muss nicht unbedingt alle Fragen beantworten, Manches kann auch der Fantasie des Lesers überlassen sein. Aber das spricht der Autor, wie gesagt, eben auch nicht an. Man fragt sich, welche Bereiche des Lebens die KI einsehen und kontrollieren kann, welche Auswirkungen dies bspw. auf die Gesellschaft oder die (Welt-) Politik hat, oder wie der Alltag aussieht, aber diese Fragen werden nicht beantwortet; der Fokus bleibt auf der Schule und den Schüler*innen. Die KI wird nur immer wieder am Rande erwähnt, das Interesse des Lesers wird nicht befriedigt.
Stattdessen fragt man sich, ob der Autor seine Geschichte wirklich durchdacht hat. So wird zum Beispiel gesagt, dass „Brain“ alles sehen könne, aber trotzdem kann sich Kim nachts scheinbar unbemerkt über den Campus bewegen. Diejenigen, denen noch kein Chip implantiert wurde, müssen ein Stirnband tragen, das einen Sensor – denke ich? So ganz wird auch das nicht erklärt – hat, mit dem die KI über die Person Daten sammeln und sie quasi überwachen kann. Wenn eine Person dann ein fremdes Stirnband trägt, ruft sofort jemand aus dem Headquarter von „BrainVision“, der Firma, die die KI programmiert hat, aus dem Silicon Valley an und hält der Person eine Predigt. Wenn jedoch Kim stattdessen stundenlang ohne Stirnband herumläuft, wird sie nur von den Lehrern nach dem Grund gefragt, aber andere Konsequenzen hat ihr Verhalten nicht. So ganz passt das also alles nicht zusammen, und das sind nur zwei Beispiele.
Auch anderweitige Logikfehler finden sich im Buch: So befinden sich Kim und Levin gegen Ende des Buches in einer Verfolgungsjagd in einem Lüftungsschacht – die Szene ist genauso absurd, wie sie hier klingt; das Ganze hat ein bisschen an eine schlechte, konstruierte Hommage an „Kim Possible“ erinnert –, in dem es, wie man es sich auch vorstellt, so eng ist, dass beide sich auf dem Bauch robbend fortbewegen müssen – nur um dann ein paar Seiten weiter im selben Lüftungsschacht in eine Quasi-Prügelei verwickelt zu werden, wo Kim nicht nur genug Platz hat, jemandem ins Gesicht zu treten (das ginge mit viel Mühe ja auch noch im Liegen), sondern auch, sich auf allen Vieren zusammenzukrümmen? Ein Logikfehler der anderen Art: Es wird an einer Stelle von der „uralten PlayStation 7“ gesprochen. Das Buch spielt 2032, die aktuelle Version der PlayStation ist die 5, die ca. zehn Jahre vor dem Zeitpunkt der Handlung erschienen ist. Rechnet man die Veröffentlichungszyklen der PlayStation hoch, ist es zwar gut möglich, dass 2032 eine 7 existiert, aber die ist dann noch relativ neu und eben nicht „uralt“. Für den Plot ist das jetzt nicht weiter wichtig, aber es fällt eben doch auf, dass das nicht zuammenpasst. Ich könnte noch weitere Beispiele nennen, aber das würde die Rezension sprengen.
Ähnlich störend und angesichts der Tatsache, dass viel Wichtiges ausgelassen wurde, sind im Übrigen Szenen, die nicht nur in dem Moment des Lesens sondern auch im Nachhinein völlig irrelevant für die Geschichte sind. So liest man zum Beispiel an einer Stelle, wie Kim früh morgens in der Kantine ihr Frühstück isst, dabei eine (im Übrigen seltsame, von Werwölfen mit Karies handelnde – wozu die Info??) Serie schaut, dann wieder auf ihrem Zimmer ins Bett geht und für weitere zwei Stunden schläft. Was hat diese Szene mir gebracht? Genau: nichts.
Oder es werden Details angesprochen, die im jeweiligen Moment vielleicht wie Foreshadowing wirken, die aber im Nachhinein gar nicht mehr aufgegriffen werden und so einfach sinnlose Infos sind, die die Handlung nicht weiter voranbringen. Am prägnantesten aufgefallen sind mir da der Käfer an der Weide, der gleich an zwei unterschiedlichen Stellen von verschiedenen Figuren erwähnt wird, und die Sache mit dem Skarabäus, der gleich seiner Bedeutungslosigkeit irgendwann doch tatsächlich einfach so verschwindet (was die Protagonistin übrigens zwar sogar merkt, ihr aber offenbar völlig egal ist).
Ebenso unwichtig: Die Häufigkeit, mit der die Protagonistin duschen geht oder einfach nackt ist. Erstmal: Wer geht bis zu dreimal am Tag duschen? Zweitens: Wieso muss das erwähnt werden, wenn es für die Handlung in dem Moment völlig irrelevant ist? Drittens: Warum ist Kim, eine *Fünfzehnjährige*, wohlbemerkt, so häufig nackt oder fast nackt? Mir ist bereits zu Anfang aufgefallen, dass der Autor, wenn er seine Figuren – die Jungen wie auch die Mädchen, vor allem aber seine Protagonistin – beschreibt, sehr körperfixiert schreibt. Im Laufe der Geschichte kommt es dann immer wieder zu Situationen, in denen man beim Lesen den Eindruck bekommt, der Autor habe ein irgendwie verschobenes Verhältnis zur Nacktheit, so oft, wie Kim sich auszieht, und zwar nicht nur dann, wenn sie duschen geht (dann aber auch).
Am sinnfreisten ist mir die Szene in Erinnerung, in der sie bei Levin im Zimmer ist und sich draußen Lehrer ankündigen, die wissen wollen, wer warum im Nebenzimmer eingebrochen ist. Levin befiehlt ihr daraufhin sich auszuziehen und sich in ihr Bett zu legen. Okay, man könnte denken, sie soll so tun, als wäre sie mit ihm zusammen gewesen. Das an sich ist nicht ungewöhnlich, wenn auch je nach Sichtweise vielleicht ein bisschen unpassend für Figuren in ihrem Alter. Sie versteckt sich dann aber völlig unter der Decke, nicht einmal ihr Kopf ist für die Lehrer zu sehen – das hätte sie aber doch genauso gut angezogen tun können! Wieso ist es dann wichtig zu erwähnen, dass sie sich auszieht???
Weder in dieser noch in allen anderen Szenen, in denen Kim nackt ist (oder duscht), ist das für die Geschichte in irgendeiner Weise notwendig, schonmal gar nicht in Anbetracht ihres Alters!
Solche Situationen erschweren jedenfalls das Lesen, das ohnehin schon durch den wirren, teils zusammenhangslosen Schreibstil des Autors nicht angenehm ist. Nicht nur, weil er Vieles schlicht nicht erklärt, fällt es einem oft schwer, der Handlung zu folgen, sondern weil er stets von Höcksken auf Stöcksken kommt. Er legt auf den 200 Seiten durchgehend ein viel zu rasantes Erzähltempo an den Tag und springt von einem Punkt zum anderen, ohne dass man beim Lesen nachvollziehen kann, wie es denn jetzt genau dazu gekommen ist. Für das gesamte Buch wäre es wohl gut gewesen, wenn Theisen mindestens 100, vielleicht sogar eher 200 Seiten mehr geschrieben hätte, auf denen er Handlungsstrukturen, die Hintergründe der Welt oder auch die Protagonisten erklärt und ihnen auch die Zeit gibt, sich zu entwickeln.
Denn das fehlt dem „Chip“ ebenfalls: Figuren, die greifbar werden, die man nachvollziehen kann, die sich entwickeln. Am stärksten fällt das natürlich bei der Protagonistin Kim auf, die man wohl am besten mit „Fähnchen im Wind“ beschreiben kann. Sie wechselt vor allem zu Beginn fast durchgängig die Seiten, ändert gefühlt alle drei Sekunden ihre Meinung über „BrainVision“, Julian oder Levin. Dann plötzlich wird sie von jetzt auf gleich von der Mitläuferin zur Rebellin, entliebt sich mir nichts, dir nichts von ihrem aktuellen Freund Julian, weil sie sich Hals über Kopf in Levin verliebt hat. In all dem ist wirklich NULL Entwicklung zu sehen, es passiert alles einfach ohne Vorwarnung. Dementsprechend wenig kann man ihre Handlungen und ihr Verhalten dann natürlich nachvollziehen.
Das beschränkt sich leider nicht nur auf Kim, auch die anderen Figuren sind ähnlich ohne Substanz. Die Jugendlichen werden ausnahmslos rückgrat- und meinungslos dargestellt, leicht manipulierbar, mit instabilen, fast schon bipolar anmutenden Emotionen. Keiner der Schüler hat wirklich einen greifbaren Charakter, im Gegenteil kann man sie alle ohne Weiteres in bestimmte Schubladen stecken, und in genau den gleichen Schubladen denken sie auch. Es ist wohl kennzeichnend für die Relevanz der Figuren, dass ich durchweg Schwierigkeiten hatte, mir die Namen der Figuren sind. Wie unwichtig vor allem alle Nebenfiguren hier sind, ist anscheinend auch dem Autor bewusst, da mittendrin eine Figur tatsächlich einfach nicht mehr da ist, weil sie genauso aussehe, rede und sich kleide wie eine andere Figur. Ähm…???
Auch die Erwachsenen bleiben nicht greifbar und austauschbar. Am meisten enttäuscht bin ich von Kims Opa, der durchaus das Potenzial gehabt hätte, sich zu einer spannenden, mächtigen Figur zu entwickeln. Ähnlich wie auch die Problematik um den Chip und die KI wird er aber bis zum Schluss nicht zum Zentrum der Handlung; in Erzählungen ist er zwar da, aber er trägt nichts Wesentliches bei, bis er am Ende dann als deus ex machina auftaucht und alle Probleme mit einem metaphorischen Fingerschnippen löst und dann ist das Buch zuende und alles ist gut. Hm ja, enttäuschend oder?
Fazit: „Der Chip“ war ein Flop, so klar muss ich das hier sagen. Der Klappentext verspricht eine spannende Verschwörung, eine gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit technischem Fortschritt und ein dystopisches, düsteres Setting. Was man bekommt, ist stattdessen eine seltsame Internatsgeschichte mit einer extrem wankelmütigen Protagonisten und ähnlich instabilen Nebenfiguren, einem völlig verschobenen Fokus auf für den Plot irrelevante Dinge statt der eigentlichen Problematik, unausgereiftes bis gar nicht vorhandenes Worldbuilding, insgesamt eine wirre Handlung, der man nur schwer Folgen kann, und schließlich eine für ein Jugendbuch, in dem die Protagonistin selbst erst 15 Jahre alt ist, völlig unangemessene Häufigkeit an sinnloser Nacktheit. Die Idee hinter „Der Chip“ ist super, die Umsetzung aber unterirdisch. Es gibt ganz wohlwollende 1/5 Lesehasen mit Tendenz nach unten.
Wie sieht unser Leben in 10 Jahren aus? Damit beschäftigt sich Manfred Theisen in seiner Geschichte "Der Chip".
Inhalt: Berlin, 2032. Kim unsere Protagonistin ist eine der Schülerinnen auf dem Galileo. Einer hochtechnologisierten Schule/Internat, in der die Schüler von einer KI, dem sogenannten "Brain" ununterbrochen kontrolliert und beobachtet werden. Alles wird über einen Chip und Nanobots im Körper gesteuert: Emotionen, Essverhalten Nachrichtenübertragung... Kim ist der neusten Variante des Chips nicht abgeneigt, bis ein Schüler stirbt und sie alles in Frage stellt.
Das Konzept der Geschichte hat mich sehr an George Orwells "1984" und Morton Rhues "Die Welle" erinnert. Leider konnte das Buch meiner Meinung mit den Beiden genannten nicht ganz mithalten. Die Idee fand ich super interessant und da das Buch nur 10 Jahre von uns entfernt spielt, ist es umso greifbarer und manche Gedanken ziemlich unheimlich. Für mich sind diese Gedanken nämlich gar nicht so abwegig, da sich die Technologie immer weiter entwickelt und intelligenter wird. Für mich bleibt die Story leider zu oberflächlich, mit 200 Seiten ist das Buch auch nicht gerade lang und somit kamen mir viele Szenen und Gespräche sehr zackig und abgehackt vor. Mir fehlte ein wenig die Tiefe, denn die Geschichte hat definitiv Potential. Vieles wurde nur kurz angeschnitten und schon ging die Geschichte weiter.
Charaktere: Auch den Charakteren fehlt meiner Meinung ein wenig Tiefe. Obwohl ich glaube, dass die Charaktere hier gar nicht so wichtig sind, sondern eher Stereotypen verkörpern.Julian war mir absolut unsympathisch, wie er Kim die ganze Zeit versucht hat zu manipulieren ging mir ziemlich gegen den Strich, aber genau das macht ihn zu der wichtigen "Antipartei". Kim war für mich ein verwirrender Charakter. Ihre Handlung sind oftmals ziemlich kindlich, aber gut sie ja auch erst 15. Ich glaube, auch gerade das das ein Punkt war warum ich mich nicht ganz mit den Protas anfreunden konnte, da sie noch sehr jung sind.
Fazit: Alles in allem hat mir hier wie gesagt die Tiefe gefehlt und ich hab das Gefühl, dass nicht das ganze Potential ausgeschöpft wurde. Das Konstrukt, dass der Autor hier aufgebaut hat von zweier Parteien, die sich gegenüber stehen erinnert sehr an die Coronapolitik momentan und hat mich auch sehr überzeugt. Das Thema fand ich sehr interessant und da das Buch so kurz ist ,kann es auch gerne schnell mal gelesen werden. Mich hat dazu angeregt, mehr über unsere Zukunft nachzudenken und ein wenig mehr zu hinterfragen, was in der Technologie so passiert.
In diesem Buch geht es um die Protagonistin Kim. Sie ist mit Julian zusammen und als Paar sind sie fast schon perfekt. Beide besuchen das ein spezielles Internat für gut Betuchte - Ausnahmen sind hier nur Schüler mit einem Stipendium. Die Handlung spiel 2032 und es wird in diesem Internet gerade der sogenannte Chip eingeführt. Vorher hatten alle Schüler Stirnbänder, um mit einer KI in Kontakt zu treten und ihre Daten zu erfassen, bspw. über ihre Gesundheit. Das soll der Chip, der unter die Haut gesetzt wird, jetzt übernehmen. Es gibt viele begeisterte Anhänger und die Chip-Gegner, die Unknown. Kim steht kurz vor ihrem Chip-Termin, als ein Mord im Internat geschieht. Sie wird skeptisch, als sie mitbekommt, wer diesen verübt hat und dieser vertuscht werden soll und findet sich auf einmal in einer sehr gefährlichen Situation wieder. Denn alles scheint mit dem Chip und ihrer eigenen Familie zusammenzuhängen ...
SCHREIBSTIL:
Der Schreibstil war wirklich gut, zumindest ließ sich das Buch sehr schnell weglesen. Ich fand allerdings die Beschreibungen und Dialoge sehr zackig gestaltet, sodass es manchmal etwas wie Steno wirkte. Die Charaktere blieben leider farblos und austauschbar, ihre Gespräche eher nichtssagend und ohne Emotionen. Leider hat der Autor es nicht geschafft, ein für mich nachvollziehbares Worldbuilding zu schaffen. Es blieben sehr viele Fragen offen und so ergibt sich für mich kein wirklich schlüssiges Gesamtbild.
FAZIT:
Das Buch hatte wirklich Potenzial. Ich habe mir Spannung, Tiefgang und Gesellschaftskritik erwartet. Leider wurden die Punkte für mich nur unzureichend erfüllt. Es fängt damit an, dass die ganze Chip-Thematik in der aktuellen Situation etwas fragwürdig ist und auch durch einige Äußerungen Parallelen zu den Impfdiskussionen erkennen lässt. Hier fehlte mir allerdings die differenzierte Auseinandersetzung mit solchen Konfliktthemen, es war vom Autor alles sehr einseitig beleuchtet. Außerdem war das Ende ziemlich abrupt und für mich nicht zufriedenstellend. Ich hätte lieber mehr Seiten gelesen und dafür mehr Infos bekommen, denn so ist das Potenzial für mich leider nicht genutzt worden.
Eine Idee mit Potenzial, leider schwach umgesetzt. Kein Worldbuilding, farblose Charaktere, abruptes Ende. Ich hatte mir mehr versprochen, schade.
Der Klappentext klang sehr vielversprechend, sodass ich gespannt war, ob die Geschichte meine Erwartungen auch erfüllen konnte. Leider muss ich sagen, dass das nicht der Fall war. An sich hat die Geschichte definitiv Potenzial. Eine erschreckend reale Welt, in der plötzlich jeder vernetzt ist und die KI Brain wacht über allem. Wirklich heftig, was Manfred Theisen da für eine Welt geschaffen hat. Was ich jedoch sehr schade fand, war, dass ich mit der Protagonistin so gar nicht klarkam und die Handlung im Allgemeinen viel zu schnell voranging und dadurch gehetzt wirkte. Meiner Meinung nach, handelte Kim teilweise unlogisch und nicht nachvollziehbar. 100 oder 200 Seiten mehr im Buch hätten die Geschichte mit Sicherheit ein bisschen besser gemacht, denn dann hätte sich die Handlung ein wenig gestreckt und es wäre noch mehr Spielraum vorhanden gewesen. Der Schreibstil entsprach auch nicht meinem Geschmack, denn er war irgendwie anders und sonderbar - allerdings muss ich sagen, dass gerade das auch zum Buch gepasst hat. Für das Grundgerüst der Geschichte spreche ich ein klares Lob aus! Wie schon anfangs gesagt, schafft Manfred Theisen eine erschreckend reale Welt in naher Zukunft und veranschaulicht, was der Smartphone-Konsum bzw. die Digitalisierung mit der Gesellschaft anstellen kann. Zusammenfassend hätte ich mir ein wenig mehr erwartet und bin nicht ganz überzeugt, was ich sehr schade finde. Für das Grundgerüst und die Welt in der Geschichte gibt es aber 3 von 5 ⭐️.
Was für eine merkwürdige Geschichte. Ich weiß noch nicht so recht, was der Autor uns damit erzählen möchte.
Wir begleiten Kim, eine 15 jährige Internatsschülerin des Galileo Instituts, das alle Schüler und Bewohner mit einem Chip versehen möchte, das KI in den Körper implantiert. Darüber können sich dann alle verständigen, lernen und optimieren.
So der Plan.
Was mir fehlte, war eine Einleitung, was genau sich in den letzten Jahren getan hat. Die Geschichte spielt 2032. Aber bis dahin muss viel passiert sein. Der Leser wird aber im Dunkeln gelassen.
Dazu einige wirklich unlogische und unnötige Passagen (Kim geht frühstücken und legt sich danach wieder ins Bett), angeblich werden alle mit Vornamen angesprochen außer der Sekretärin, die wird mit "Frau" angesprochen. Es stimmt aber nicht. Alle Lehrer werden mit Nachnamen angesprochen.
Dazu kommt, dass der Erzähler (die Geschichte wird in der 3. Person erzählt) manchmal vergisst, wen er vor sich hat und wild die Namen vertauscht.
Die Morde werden einfach hingenommen, alle akzeptieren blind, was da mit ihnen gemacht wird. Warum sollte die Menschheit zu willenlosen Marionetten umfunktioniert werden?!
Dazu erschien mir das Verhalten der Protagonisten für ihr Alter nicht passend. Ich glaube nicht, dass der Autor Zeit mit den Jugendlichen diesen Alters verbracht hat, um ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten zu beobachten.
Dennoch gibt er ein paar ganz gute Denkanstöße zum Thema Umweltschutz, Künstliche Intelligenz, Perfektionismus und Selbstfindung, die mir gut gefallen haben.
Alles in allem leider kein Buch, das ich weiterempfehlen würde, denn es hat mir nichts gegeben. Ich konnte mich weder in die Protagonisten noch in die Atmosphäre hineindenken, noch viel daraus mitnehmen außer, dass die Sorge vor dem Einfluss von KI wächst. Schade...
Die Galileo Schule ist auf dem neuesten Stand der Technik, immer mehr Schüler bekommen einen Chip eingepflanzt, durch den alle miteinander vernetzt sind. Doch dieser Chip scheint die Menschen zu verändern, sie werden kaltherzig und begehen rapide Taten... Auch wenn es sehr schnell zu lesen war (es ist auch echt groß geschrieben), hat es mir nur medium gut gefallen. Der Schreibstil ist sehr abgehackt und wirr, dadurch wird es die Geschichte auch. Die Charaktere bleiben unglaublich oberflächlich, was allerdings irgendwie zur Story passt. Die Beziehungen untereinander gingen viel zu schnell und waren total unnachvollziehbar. Die Liebesgeschichte war gar nicht zu fühlen. Die Handlung war sehr einfach gehalten und auf dem Niveau für Jugendliche (ist ja auch ein Jugendbuch), trotzdem wurde ein interessantes Zukunftsszenario geschaffen. Das Ende bzw. die Aufklärung fand ich nicht so gelungen, dafür hätte man sich etwas mehr Zeit nehmen können.
Insgesamt leider nicht wirklich meins, auch wenn die Idee interessant ist. Man hätte sich mehr Zeit für die Geschichte nehmen können und das Ganze etwas ausführlicher gestalten sollen, dann wäre es vermutlich besser geworden. Trotzdem konnte es, zumindest für kurze Zeit, unterhalten.
Ich war sehr enttäuscht von diesem Jugendroman. Die Idee mit dem Elite-Internat und den eingepflanzten Chips (KI) ist zwar spannend, aber auch nicht wirklich originell und neu. Ausserdem ist die Handlung langweilig erzählt und die Dialoge wirken absolut künstlich und aufgesetzt. Nach einem Drittel gab ich entnervt auf…!