Christian Raabe hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht. Dem Hirnforscher ist es erstmalig gelungen, menschliche Erinnerungen außerhalb des Körpers zu speichern. Eines Tages findet man seine Leiche mit zerschmettertem Schädel auf dem Dach eines Fahrstuhls in seinem Institut. Wenige Minuten vor dem entsetzlichen »Unfall« hat Raabe seinen Sohn auf dessen Mailbox um einen letzten Gefallen gebeten: Sebastian solle so schnell wie möglich bestimmte Dateien in seinem Computer ungelesen vernichten – und vergessen, dass es sie je gab.
Doch Sebastians Neugier ist stärker. In den Erinnerungen seines Vaters entdeckt er Hinweise auf ein mörderisches Experiment, an dem der renommierte Wissenschaftler vor Jahren beteiligt war. Wurde Raabe von der eigenen Vergangenheit eingeholt und schließlich in den Tod getrieben? Mit Hilfe von Freunden kommt Sebastian einer geheimen Organisation der CIA auf die Spur, für die sein Vater offenbar gearbeitet hat. Doch dieses Wissen ist gefährlich.
In seinem Buch 'Das Feuer des Heraklith' schreibt Erwin Chargaff, der Mensch hätte im 20. Jahrhundert zwei Kerne aufgebrochen und beides hätte in die Katastrophe geführt, nämlich den Atomkern und den Zellkern. In seinem Nachwort schreibt Markus C. Schulte von Drach, mit dem Angriff auf das Gehirn begäbe sich die Menschheit in ein ähnlich gefährliches Terrain. Darum machte er aus diesem Thema auch einen packenden Thriller.
Sebastian Raabe, ein 25jähriger Student, findet auf seiner Mobilbox den Anruf seines Vaters er müsse unbedingt die Daten auf seinem Rechner zerstören. Wenige Minuten später ist der Anrufer - seines Zeichens ein Genie auf dem Gebiet der Hirnforschung - tot. Sebastian macht sich mit einigen Freunden und einer Journalistin auf die Suche nach der Wahrheit. Diese Suche führt ihm die Abgründe menschlichen Handelns vor Augen. Bald schon findet er heraus, dass es seinem Vater gelungen ist Aufzeichnungen des menschlichen Gedächtnisses zu machen. Bei tieferem Graben aber stößt er auch auf ein Massaker, das offenbar durch Soldaten unter Einfluss von Drogen verübt wurde - und sein Vater und dessen Kollegen waren direkt darin verwickelt. Das Buch entwickelt sich bald zu einem rasanten Thriller.
Allerdings muss man festhalten, dass das Buch nur langsam auf Touren kommt. Die ersten sechzig Seiten plätschern in ehrlichem Bemühen, den Personen mit vielen Nebensächlichkeiten Charakter zu geben, dahin. Dafür haben danach die Figuren auch ein wenig Geschichte und ein Gesicht. Schön ist, dass zumindest einige der Personen nicht schwarz-weiß-gezeichnet sind. Später im Buch findet der Autor in einen guten, am Handlungsverlauf orientierten Stil. Sprachlich ragt das Werk vielleicht nicht sonderlich aus der Masse heraus, es ist aber in einer durchaus angemessenen Sprache verfasst und es ist ein Thriller - für den gelten andere Ansprüche als für hohe Literatur. Für einen Erstling darf man das Buch als wirklich gelungen einstufen. Mit Dan Browns Erstling Diabolus kann von Drach jedenfalls mithalten.
Ein rasanter Wissenschaftsthriller mit einigen Schwächen aber vielen Stärken. Insgesamt ein wirklich gelungenes Buch, das mit Spannung das nächste Werk des Autors erwarten lässt.