In seinem grandiosen literarischen Debüt erzählt Jakob Augstein eindringlich von einem Mann unserer Zeit, deren Konturen zwischen politischen Umbrüchen, neuen Ideen und alten Bedrohungen immer schwerer auszumachen sind.
Dass alte Gewissheiten schwinden, dass die Welt sich schneller ändert, als er es für möglich gehalten hätte, wird Misslinger ausgerechnet in den USA klar, dem Ort, der für ihn immer noch für Freiheit und eine bessere Zukunft steht. Hier verschwimmen die Grenzen von Traum und Wirklichkeit, und Misslinger realisiert, dass ihm sein Leben längst entglitten ist.
Jakob Augstein, owner and editor-in-chief of "Der Freitag" and co-owner and columnist of "Der Spiegel", walks a mile in the shoes of his father Martin Walser and ventures into fiction - and his debut novel is disturbing, but not in a good way. Crafted with the nuance of an axe, this shallow satire tells the story of Misslinger, a career-oriented politician who worships neoliberalism like a religion, and while the protagonist shares some features with the German minister of finance, Christian Lindner, other members of the cast can also be identified as politicians representing the Free Liberal Party (FDP) - which leads us to the first problem: Does recounting the most famous interview of the vice president of parliament, Wolfgang Kubicki, in the form of dialogue now count as literary characterization? I don't think so.
Misslinger aims to become the head of the party and the next foreign minister, he pulls all the strings and plans to write a convincing speech. To get inspired, he travels to New York with his daughter Louise, who has a different outlook on life than her dad. As we accompany them during their boring endeavors, Misslinger of course sexts with some woman and behaves like a total moron while uttering one cliche after the next.
Don't get me wrong: There's a lot to criticize about liberal politics, but when you make your characters all look like cynical dumbasses and you're satire isn't even funny, then you, the writer, seem like a guy who suffers from an unwarranted superiority complex: Look how silly these people are! Well, look at you, Augstein, your novel is a mess: It reads like it was written 15 years ago by a guy who just discovered that American Psycho exists, the pacing is off, it's populated by stock characters, it has no subtext, nuance or ambiguity, but many clumsy metaphors involving animal cruelty. Throwing some literary and musical references into the mix doesn't elevate the thing either: If the description the publisher adds to a book has almost nothing to do with the actual content, that is rather telling.
So basically, the main achievement of this book is pointing out how brilliant Timon Karl Kaleyta is: His Die Geschichte eines einfachen Mannes is how you write a satire about our time. This is just vanity. And that ending! No, just no.
Ein Buch, das niemandem so richtig weg tut, und genau das ist sein Problem. Denn genau das habe ich von einer Politsatire über eine liberale Partei (die nur wenig verschleierte FDP) und ihren einstigen Linderesken Shooting Star, der sich als die menschgewordene Rückständigkeit entpuppt, durchaus erwartet - vor allem, wenn man die politische Orientierung des dahinter steckenden journalistischen Autors bedenkt. Leider hat das Ergebnis in diesen Punkten enttäuscht. Das war nicht richtig ärgerlich, aber erstaunlich belanglos und altbacken - und somit irgendwie doch wieder ärgerlich, weil: schade!
Sehr detailreicher Schreibstil, erinnert mich persönlich sehr an Faserland. Einzelne Themen werden immer wieder als Symbole aufgegriffen. Auch die Handlung hat mich gepackt, Neoliberaler Parteipolitiker, der anscheinend noch ein bisschen in den 90er steckt, auf der Suche nach dem Sinn in einer Welt von Trump, Klimawandel und co. Trotzdem auch eine Geschichte von persönlichen Erfahrungen, Prägungen der Kindheit, Liebe und Familie, Verantwortungen und den Spagat zwischen verschiedenen sowie dem Streben nach und Kampf um Macht.
Nach 120 Seiten, die ich absolut erzwingen musste, muss ich es mind. Für eine Weile beiseite legen. Hab selten ein Buch gelesen, bei dem ich so sehr gemerkt habe, dass es ein männlicher Autor geschrieben hat. Jaja, soll auch so ein neoliberaler Protagonist sein Blabla, aber hab ihn so verabscheut und fand ihn so langweilig. Komplett eindimensional und dadurch auch unrealistisch für mich. Ständig dieses ich-zentrierte aufgegeile an sich und Macht und uargh alles. Für mich Zeitverschwendung das zu lesen. Wenn es wenigstens eine spannende Handlung hätte - es passiert einfach NOTHING.
Ich wollte dem Buch wirklich mehrmals eine Chance geben, doch ich komme nicht über die ersten ~50 Seiten hinweg. Der Schreibstil ist angenehm zum Lesen, gibt aber nicht viel her und ist für mich schlicht und einfach langweilig. Ich empfinde keinerlei Bedürfnis, auch nur einen weiteren Satz zu lesen.