Hamburg, Juni 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Mittendrin leben Traute, Hermann und Jakob. Der nennt sich allerdings Friedrich, denn niemand soll erfahren, dass er Jude ist. Als Hermann ihm dennoch auf die Spur kommt, will er nichts mehr mit Jakob zu tun haben. Schuld, Wahrheit, Angst und Wut sind die zentralen Themen dieses Buchs, dessen jugendliche Hauptfiguren durch die Schrecken des Krieges und der Naziherrschaft miteinander verbunden sind. Und für die es doch immer wieder Lichtblicke gibt.
Kirsten Boie was born in Hamburg in 1950. She studied German and English literature and wrote a doctoral thesis on a topic in the field of literary research. She worked as a secondary school teacher in Hamburg from 1978 until 1983. When she adopted a child she had to stop teaching and began to write. Her first book "Paule ist ein Glücksgriff" (1985) was very well received and won several awards.
Since then she has published more than 60 books for children and teens that have been translated into many languages. Special mention must be made of her novels for young adults that critically examine social issues and display literary innovation. In addition to the many awards she has won, her complete works have been nominated for the Hans Christian Andersen Award three times (in 1999, 2001 and 2003). Kirsten Boie lives with her family near Hamburg.
Ein beeindruckendes Buch, ein wichtiges Buch. Es geht um drei Kinder im Teenager-Alter. Juni 1945 in Hamburg/Deutschland. Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt ist zertrümmert. Hier leben Jakob, Herrmann und Traute, alle 14 Jahre alt. Jakob ist Jude und konnte sich bisher mit der Hilfe eines Nachbarn versteckt halten. Herrmann war in der Hitlerjugend und vermisst die Gesellschaft. Bei Traute wurde eine polnische Familie einquartiert. Die Autorin erzählt die ganz unterschiedlichen Geschichten dieser drei Jugendlichen, ihre Gefühle und Ängste. Das Buch ist recht schmal, keine 200 Seiten. Und doch hat die Autorin es geschafft, von den dreien ein sehr gutes und klares Bild zu zeichnen. Sie wirken echt, authentisch. Es ist beklemmend zu lesen, wie die drei Teenager zurechtkommen müssen in dieser Welt, in der sich alles verändert hat, in der alles zerstört wurde und in der so viel Hass, Verachtung und Gewalt gedeihen konnte. Und es ist schön zu lesen, wie die Menschlichkeit sich doch wieder in kleinen Gesten zeigt. Ein besonderes Buch. Eines dieser Bücher, die lange im Gedächtnis bleiben. Ich werde es bestimmt irgendwann noch einmal lesen.
Das Grauen des Krieges und seine schrecklichen Auswirkungen aus Sicht Jugendlicher....unfassbar authentisch...
Genau solche Bücher braucht unsere Zeit!
Traute, Hermann und Jakob stehen im Mittelpunkt der Geschichte....Jeder von ihnen kämpft mit anderen Nachwirkungen des 2. Weltkriegs....vereint im Hunger und dem Kampf um das nackte Überleben entsteht ein intensives Szene Bild der Nachkriegszeit....
Ich befürchte, dass Generationen von Schüler/innen dieses für mich so wertvolle Buch geradezu hassen werden....Prädestiniert als Schullektüre (ich sehe buchstäblich die Arbeitsaufträge vor mir....) fehlt diesem Roman ein klares Ende....was für Jugendliche oft sehr unbefriedigend ist....
"In seinem Kopf ist der Krieg noch nicht wirklich vorbei, nicht der Krieg und nicht die Jahre davor, wie sollte diese Welt denn auch so schnell daraus verschwinden! Was so lange Wahrheit war, wird nicht auf einen Schlag Lüge."
Kurz nach Kriegsende im zerbombten Hamburg. Wir begleiten 3 Teenager auf einem Stück ihres Lebensweges, auf dem sie versuchen, den Krieg hinter sich zu lassen. Die Autorin Kirsten Boie schreibt sehr eindringlich über die Schrecken, die die Kinder erleben mussten und immer noch durchleben. Über Flucht, Tod, Kriegsverletzungen, Deportation. Ein wichtiges Buch über Themen, die niemals vergessen werden dürfen. Die 3 Teenager stehen beispielhaft für viele Tausende, sie sind Opfer des Krieges, auch wenn sie überlebt haben. Trotz der Kürze des Buches bin ich ihnen nahe gekommen, konnte ihr Handeln nachvollziehen, wenn auch nicht immer gutheißen. Ich wäre allerdings noch gerne ein wenig bei ihnen geblieben, das Ende hat mich dann doch irgendwie überfahren. Kirsten Boies Schreibstil ist zurückhaltend, sie erzählt, ohne zu urteilen, sie beschreibt ohne künstliches Drama, sie lässt Menschen lebendig werden und macht nachdenklich und traurig, auch wenn es irgendwie hoffnungsvoll endet, denn ... "Und vielleicht wird wirklich alles gut."
To read this book with the knowledge of an adult about WWII, about the Holocaust, about the end of the war and the ruins of Germany after the war, ruins in every sense, to read this book as an adult from the perspectives of three differently affected children, teens, is hard to bear. Incredible work by Kirsten Boie. Masterful. But it is the wider knowledge in comparison with what children, teens are knowing, are able to know which makes the book nearly unbearable to read. I am not sure how the book will be perceived when read without this background.
Hamburg, kurz nach Kriegsende. Das Leben normalisiert sich, soweit das nach diesem verheerenden Krieg möglich ist. Hamburg liegt in Schutt und Asche, es mangelt eigentlich an allem. Und auch für Traute, Herrmann und Jakob ist das Leben noch nicht wieder normal.
Traute vermisst die Schule, will nicht immer allein sein und in der elterlichen Bäckerei helfen. Herrmann hadert mit seinem Schicksal, keine HJ mehr, wo alle zu ihm aufschauten, dafür den verbitterten Vater ohne Beine zu Hause. Und Jakob weiß nicht, wem er vertrauen kann, musste er sich doch die letzten Monate verstecken und hat niemanden gesprochen.
Wir begleiten die drei abwechselnd durch ihren Alltag, wie sie aufeinandertreffen und erfahren wie sie denken. Man merkt gerade an ihnen wie viele Spuren die Erziehung der Nazis hinterlassen haben. Es dauert etwas, bis sie merken, dass nicht alles, was sie als Gewissheit gesehen haben, auch tatsächlich wahr war. Dass sie belogen wurden und die Briten nicht nur Falschinformationen verbreiten.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Die Entwicklung der drei Kinder ist toll gezeichnet, gerade bei Herrmann spürt man wie aus dem leichtgläubigen Kind ein denkender und hinterfragender Mensch wird. Aber auch Jakob und Traute verändern sich und werden spürbar erwachsener.
Ich habe das Buch an einem Stück gelesen, bin eingetaucht in das kriegszerstörte Hamburg der unmittelbaren Nachkriegszeit. Zugeklappt habe ich es mit dem Wunsch, dass diese jungen Menschen es schaffen mögen sich ein gutes und selbst bestimmtes Leben aufzubauen.
Von mir daher eine Leseempfehlung nicht nur für Jugendliche.
meine oma ist während dem krieg in hamburg aufgewachsen und ich fand es sehr interessant aus “ihrer” sicht die nachkriegszeit zu sehen. ein inhaltlich sehr interessantes und wichtiges buch was zum nachdenken anregt.
Kirsten Boie beschreibt das Ende des 2. Weltkriegs in Hamburg aus der Sich von drei Kindern/Jugendlichen. Und das auf eindringliche Art und Weise. Der Zeitraum in der Geschichte betrifft nur wenige Tage - aber diese verändern das Leben der Drei nachhaltig. Jede, jeder hat sein eigenes Schicksal mit dem er leben und fertig werden muss. Deutlich wird auch, dass sich das Leben von einem Tag zum anderen, von einer Stunde zur nächsten, komplett ändern kann. Die Beschreibungen sind eindrücklich und einprägsam. So wird z.B. aufgezeigt, welchen Wert, welche Rolle damals 1 Brot gespielt hat. Es stand für Leben und Tod - und heute wird ein Brot in den Müll geworfen, ohne groß einen Gedanken daran zu verschwenden. Dem Buch gelingt es auf wenigen Seiten ein Leben zu beschreiben, welches wir uns nicht mehr vorstellen können. Und von dem wir doch vielleicht gar nicht so weit entfernt sind.
Mir wurde vielleicht ein paarmal zu viel böse geguckt oder geredet, aber das ist nur eine kleine Anmerkung. Insgesamt ein wichtiges Buch.
Dieses Buch beschäftigt mich noch Tage nach dem Lesen.
Hamburg, kurz nach Kriegsende. Familien versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Den verschiedenen Protagonisten Mangelt es an so ziemlich allem was der Krieg mit sich gebracht hat. Und doch sind die zwischenmenschlichen Beziehung für mich das Schlimmste in diesem Buch.
Wie weit würdest du für ein Laib Brot gehen. Wie eng stehen Sicherheit und Verrat beieinander. Wem kannst du trauen? Ich kann mich nicht ansatzweise in solch Situationen hineinversetzten und lese jede Geschichte über den zweiten Weltkrieg immer mit Bauchschmerzen und einem dicken Kloß im Hals. Kirsten Boie hat nach Dunkelnacht wieder geschafft diese schwierigen Szenarien und dieses aufwühlende Thema kindgerecht darzustellen und sollte dringend als Schullektüre empfohlen werden. Wobei ich eher eine Altersfreigabe von 14 Jahren anstatt von 12 Jahren für Sinnvoll halte.
Ein ergreifender Roman, den ich nicht vergessen werde! Kirsten Boie, die Lieblingsautorin meiner Kindheit, erzählt von drei Jugendlichen namens Traute, Hermann und Jakob, die im zerbombten Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg über die Runden zu kommen versuchen. Auf gerade einmal 200 Seiten gelingt es der Autorin, tiefgründige Protagonisten mit Entwicklung aufzuzeigen und eine bewegende, atmosphärische Dichte zu schaffen! Kirsten Boie recherchierte intensiv, traf Experten und sah sich die Orte an, über die sie schreibt. Zudem untersuchten Historiker ihren Roman auf Fehler und Abweichungen von der Historie hin, bevor er gedruckt wurde. Gelungen ist auch das Glossar am Ende, das die Definitionen einiger Begriffe aus der NS- und Nachkriegszeit sammelt. Als Schullektüre kann ich mir dieses Buch definitiv gut vorstellen!
Es geht un das Ende des 2. WK aus der Sicht von drei sehr unterschiedlichen Kinder. Ein Junge einer jüdischen Mutter und eines christlichen Vaters, der sich allein durchschlägt und erst nach Monaten realisiert, dass der Krieg vorbei ist. Ein Mädchen, dessen Familie eine andere aufnehmen musste und von Ablehnung der „komischen Leute“ aus dem Osten zu einem größeren Verständis wächst. Und ein Junge, der sehr stolz auf sein Deutschsein ist und sich, vollgestopft mit Propaganda, sehr schwer mit den neuen Umständen tut und nicht glauben will, welche Grausamkeiten außerhalb der Hitlerjugend passiert sind.
Es ist ein spannendes und gut geschriebenes Buch, allerdings setzt es schon ein wenig Vorwissen über die Geschichte voraus.
Eine sehr authentische Geschichte von drei Kinder, die alle auf ihre eigene Art und Weise zu kämpfen haben. Ich mag historische Bücher sehr gerne. Dieses hier konzentriert sich auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, unmittelbar nach der Kapitulation. Es fiel mir jedoch etwas schwer, vollständig in die Geschichte einzutauchen. Der Schreibstil mit den vielen kurzen und abgehackten Sätze war für mich gewöhnungsbedürftig. Zudem hat die Perspektive zwischen der drei Kinder sehr oft gewechselt.
5/5 ⭐ Das Ende hat mich absolut gebrochen! So ein wundervolles Buch; ich habe am Ende furchtbar geweint, aber ich kann es absolut empfehlen! Ich mochte den Scheibstil von Kirsten Boie in Kombination mit der Thematik sehr gerne und er hat perfekt gepasst. Auch wenn das Cover vielleicht so aussehen mag, ist es kein Kinderbuch. Eigentlich kann und sollte es jede/r lesen.
Im Juni 1945 ist der Zweite Weltkrieg endlich vorbei. Drei Kinder erleben das Kriegsende auf ihre eigene, ganz persönliche Weise. Jakob hat eine jüdische Mutter, die zwangsdeportiert wurde, er lebte die letzte Zeit versteckt und weiß zunächst gar nichts vom Kriegsende. Traute langweilt sich, sie möchte zu gerne bei den anderen Jungen mitspielen, doch die lassen sie nicht. Zu Hause findet Traute keine Ruhe, seit in die Wohnung Fremde einquartiert wurden. Hermann war früher in der Hitlerjugend, verehrte Adolf Hitler und hoffte auf den deutschen Sieg. Nun muss er sich mit der Realität auseinandersetzen. Die ist hart: Hermanns Vater hat im Krieg beide Beine verloren und ist nun ständig auf Hermanns Hilfe angewiesen.
Kirsten Boie schreibt nüchtern, schlicht, schnörkellos und klar, abwechselnd aus der Sicht ihrer drei Protagonisten im Präsens. Der Einstieg in die Geschichte erfolgt recht unvermittelt. Ich musste mich zunächst kurz orientieren, doch nach einigen Leseabschnitten konnte ich mich dann in die Handlung hineinversetzen. Die Geschichte richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren.
Die drei Hauptfiguren haben eine ganz unterschiedliche Perspektive auf das Kriegsende. Hermann wurden in der Hitlerjugend „deutsche Werte“ vermittelt, er war vollkommen überzeugt von Hitler und dem deutsche Reich. Von einem Moment auf den anderen soll alles, was für ihn unumstößlich sicher war, nicht mehr gelten. Sein Vater ist nun ein Krüppel, womit er sich nicht abfinden kann. Unter Vaters Zustand leidet natürlich seine ganze Familie. Hermann wirkt oft harsch und grob, aber eigentlich sehnt er sich nur nach Freiheit. Er hat Angst, für immer in der Pflicht zu stehen und nie von der Verantwortung für seinen Vater loszukommen. Trautes Leben bietet keine Abwechslung. Traute hilft in der Bäckerei ihrer Eltern. Doch das ist keine Herausforderung für sie, Traute langweilt sich, fühlt sich einsam, sie wünscht sich den Umgang mit Gleichaltrigen und wieder in die Schule gehen zu dürfen, mehr Normalität. Gleichzeitig fühlt sie sich mit ihrer beengten Wohnsituation überfordert. Mit ihr hat es das Schicksal vergleichsweise noch „gut“ gemeint. Jakob hingegen steht vollkommen allein und mittellos da, seine Eltern wurden ins Konzentrationslager geschickt. Dass er sich nun nicht mehr verstecken muss, ist völlig neu für ihn. Er hat keine Ahnung, wie es für ihn weitergehen soll.
Kirsten Boies neuestes Buch zeigt eines ganz deutlich. Der Krieg hat das Leben aller verändert. Die einen traf es wie Jakob und Hermann härter, die anderen wie Traute hatten mehr Glück. Aber niemand blieb verschont, jeder verlor Hoffnungen und Träume, musste sich umstellen. Hermann erinnert Jakob mit den Worten„ Heul doch nicht, Du lebst ja noch“ daran, dass es immer jemanden gab, den es noch schlimmer erwischt hat. Wie kann man sich da beklagen? Was der Krieg wirklich für die einzelnen Menschen bedeutete, wird hier sehr anschaulich und sehr nachfühlbar offensichtlich. Geschichte erhält ein persönliches Gesicht, wird trotz des recht einfachen, nüchternen Schreibstils mit Gefühlen und persönlichen Schicksalen gefüllt. Der Krieg schrieb zigtausend verschiedene einzelne Geschichten, jede ist individuell. Hier werden einige erzählt. Geschichte ist immer komplex, nie schwarz oder weiß. Und für jeden, der nicht selbst betroffen war, ist es unmöglich, ein Urteil zu bilden. Niemand kann sagen, wie er in bestimmten Situationen reagiert hätte. Das Buch eignet sich hervorragend zur Besprechung im Geschichtsunterricht. Es stellt neben bloßer Fakten deutlich dar, wie sich die Betroffenen wirklich fühlten, welche Herausforderungen es zu bewältigen galt, wie das Leben damals wirklich aussah. Das Ende ist ein offenes, lässt Raum für Vorstellungen. Anfangs irritierte mich das und vielen Lesern wird es sicher ähnlich gehen, so kommt mir das Buch doch wie eine bloße Situationsbeschreibung, eine Momentaufnahme vor. Aber im Deutschland zur Stunde Null war eben vieles offen. Große Enttäuschungen mussten verarbeitet werden, aber gleichzeitig machte sich langsam auch Zuversicht und Hoffnung auf bessere Zeiten breit. So banal es klingt: Vieles musste erst einmal schlimmer werden, bevor es besser wurde. Boies Buch hat mich sehr nachdenklich gestimmt, es treibt mich nach wie vor um und erinnert mich daran, dass alle politischen Ereignisse nicht schwarz oder weiß zu sehen sind. Immer wenn viele Menschen beteiligt und betroffen sind, gibt es keine Eindeutigkeiten mehr, sondern immer mehrere Perspektiven und Dimensionen. „Heul doch nicht, du lebst ja noch“ ist ein beeindruckendes, wichtiges Werk, das eine Brücke zum Verständnis der deutschen Geschichte und der Identität unserer Vorfahren baut.
Der Anfang: «Jakob wartet. Wenn Herr Hofmann in dieser Nacht wieder nicht kommt, dann wäre es das zweite Mal. Inzwischen wird es nachts überhaupt nicht mehr richtig dunkel, daran merkt Jakob, dass es endgültig Sommer sein muss, Mittsommer vielleicht. Irgendwann ist er durcheinandergekommen mit den Strichen, die er mit Bleistiftstummel auf den Rand einer Zeitung gemalt hat, in die Herr Hofmann sein Essen eingeschlagen hatte, für jeden Tag einen.»
Ein grandioser Jugendroman ab 14 Jahren, den ich auch Erwachsenen empfehlen mag. Hamburg, Juni 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Drei Jugendliche haben es überlebt. Traute, Hermann und Jakob werden sich kurz über den Weg laufen in dieser ereignisreichen Woche. Jakob ist ein Halbjude, «jüdischversippte», sein Vater verstorben – so war die Familie nicht mehr geschützt und seine jüdische Mutter in den letzten Kriegstagen nach Theresienstadt deportiert worden. Jakob hat sich versteckt, lebt in den Trümmern, wartet auf das Kriegsende.
Trautes Vater ist Bäcker – auch die Familie hat es nicht leicht. Denn der Vater muss streng mit der Lebensmittelzuteilung jedes Gramm Mehl und jede Lebensmittelmarke abrechnen. Ein gestohlenes Brot wird sofort bemerkt. Die Wohnung muss die Familie mit einer ostpreußischen Flüchtlingsfamilie teilen.
Hermans Vater hat den Krieg überlebt, doch beide Beine sind amputiert. Er kann nicht arbeiten und nicht mal alleine zu Tante Meyer (hamburgisch für die Toilette). Im zerstörten Deutschland ist so schnell nicht an Prothesen oder einen Rollstuhl zu denken – schon gar nicht an eine Parterrewohnung - welch Glück, überhaupt eine zu haben. Die Mutter arbeitet im Trümmerdienst – eine harte Arbeit. Hermans Job ist es, den Vater einen halben Stock tiefer zum WC zu tragen. Aber manchmal ist eben niemand zu Hause ... In seiner Wut ist der Vater unerträglich, beschimpft Mutter und Kind, sieht sich in seiner Würde als Mann verletzt. Hermann fühlt sich seiner Freiheit beraubt, seiner Zukunft. Er kann doch nicht ewig das Kindermädchen für den tobenden Vater spielen.
«Nur irgendwie ganz tief in ihm drin, ahnt Hermann plötzlich, was er nicht ahnen will. Wenn die Feindpropaganda vielleicht die Wahrheit ist, würde so vieles zusammenpassen. ... hatte sich niemals gefragt ... Warum aus den Arbeitslagern, von denen man doch auch nicht reden durfte, weil es sie nicht gab, nie einer zurückgekommen war?»
Kann es denn sein, fragt sich Hermann, der ehemalige Hitlerjunge, der immer noch das Hemd der HJ trägt, dass alles Lüge war, was man ihnen erzählte vom Vaterland; von Ariern und Untermenschen? Eine Lüge, was man über die Juden verbreitete? Hat man sie wirklich umgebracht? Wer ist hier eigentlich Freund und wer Feind, die Engländer, die Amerikaner, die Nazis? Traute, deren Freundinnen beim Feuersturm 1943 ums Leben gekommen sind, begreift langsam, dass diese merkwürdigen Leute aus Ostpreußen, Furchtbares mitgemacht haben. Vielleicht Schlimmeres als sie selbst im bombardierten Hamburg – dass diese Leute ebenso ungern in der Wohnung bei ihnen leben, wie ihre Familie sie gezwungenermaßen aufnehmen musste. Und Jakob begreift, dass der Krieg beendet ist. Kann er den Menschen vertrauen oder muss er sich weiter verstecken? Sind Juden und «jüdischversippte», wie er, nun wieder freie Menschen? Lebt seine Mutter noch?
«In Hermanns Kopf ist der Krieg noch nicht wirklich vorbei, nicht der Krieg und nicht die Jahre davor, wie sollte diese Welt denn auch so schnell daraus verschwinden! Was so lange Wahrheit war, wird nicht auf einen Schlag Lüge.»
Drei Perspektiven aus verschiedenen Lebensläufen während einer Kindheit im Zweiten Weltkrieg, bzw. die Zeit direkt danach. Eine Woche voller neuer Eindrücke und Erkenntnisse. Eine Welt in Trümmern, voller Entbehrungen und Hunger und die Hoffnung auf bessere Zeiten. Seelen, die genauso zerstört sind wie die Häuser der Stadt, unendliches Leid für die Familien; jeder hat eine Last zu tragen. Wie soll man etwas ablegen, was einem die gesamte Schulzeit eingetrichtert wurde? Das alles ist schwer zu verstehen, sackt langsam in die Köpfe der Kinder. Kann denn alles falsch gewesen sein? Wut bei dem einen, Angst bei dem anderen, Scham bei Traute. Begreifen von Zusammenhängen, eine Menge Trauerbewältigung bei allen Beteiligten und doch gibt es am Ende für jeden ein Stück Hoffnung für die Zukunft. Kirsten Boie schafft es, die Schrecken des Krieges in diesem Jugendbuch eindringlich darzustellen. Ein historisch korrektes Buch mit wichtigen Fakten, aber gleichzeitig hochaktuell mit Parallelen zum Ukrainekrieg. Am Ende gibt es ein Glossar, um Originalbegriffe aus der Zeit zu erläutern – besser wäre es gewesen, dies an den Anfang zu stellen. Ein Jugendroman, der für mich in jede Schulbibliothek gehört und den ich als Unterrichtsmaterial empfehle. Ein Jugendbuch, das niemanden kalt lässt zum Thema Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Pogrome, Nachkriegszeit – auch für Erwachsene empfehlenswert. Der Oetinger Verlag gibt eine Altersempfehlung ab 14 Jahren. Das ist für mich richtig, denn das Buch ist nichts für zarte Nerven. Absolute Empfehlung – auch sei nochmal auf den wichtigen Vorgänger der Serie hingewiesen, siehe unten.
Kirsten Boie ist eine der renommiertesten, erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie wurde 1950 in Hamburg geboren, studierte dort Germanistik und Anglistik. Zwei Semester besuchte sie, gefördert durch ein Auslandsstipendium der Hamburger…
Buchname: Heul doch nicht, du lebst ja noch Autor: Kirsten Boie Seiten: 192 (Print) Fromat: als Print, Hörbuch und Ebook erhältlich Verlag: Oetinger; 4. Edition (8. Januar 2022) Sterne: 5
Cover: Das Cover ist richtig schön gestaltet worden. Der Buchtitel steht in hellen bzw rot- und orangefarbenen Buchstaben im oberen Bereich. Man sieht einen Jungen, der sitzt und seine Knie an den Körper gezogen hat und im Hintergrund eine zerstörte Stadt.. .. Auf dem ersten Blick ist das schon mal sehr ansprechend.
Klappentext: (aus Amazon übernommen)
Von einem Leben nach den Schrecken des Krieges. Hamburg, Juni 1945: Die Stadt liegt in Trümmern. Mittendrin leben Traute, Hermann und Jakob. Der nennt sich allerdings Friedrich, denn niemand soll erfahren, dass er Jude ist. Als Hermann ihm dennoch auf die Spur kommt, will er nichts mehr mit Jakob zu tun haben. Schuld, Wahrheit, Angst und Wut sind die zentralen Themen dieses Buchs, dessen jugendliche Hauptfiguren durch die Schrecken des Krieges und der Naziherrschaft miteinander verbunden sind. Und für die es doch immer wieder Lichtblicke gibt. Nach Dunkelnacht ein neuer Roman der Erfolgsautorin über Menschlichkeit und Hoffnung. Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist total flüssig, liest sich super und ist sehr leicht verständlich.
Charaktere: Die Hauptprotagonistin ist Traute Der Hauptprotagonist ist Hermann Jakob alias Friedrich
Ich fande alle Charaktere von Anfang an total sympathisch und liebenswert. Des weiteren gibt es noch ein paar andere Charaktere. . Meiner Meinung nach sind alle Charakter sehr gelungen und haben einen sehr guten Platz im Buch bekommen. Meinung:
!!!! Achtung !!! Könnte Spoiler erhalten!!!
Mir hat „Heul doch nicht, du lebst ja noch“ von Kirsten Boie richtig gut gefallen. Fast noch ein bisschen besser wie „Dunkelnacht“. In diesem Buch lernen wir Traute, Hermann und Jakob (der sich Friedrich nennt, weil er ein Jude ist) kennen. Der zweite Weltkrieg ist vorbei und Hamburg liegt in Trümmern. Mich hat die Geschichte total mitgenommen und bewegt, wie es den Jugendlichen eigentlich nach dem Krieg ergangen ist und mit welchen Problemen Jakob leben musste. Einfach nur schrecklich. Aber dennoch ist das Buch meiner Meinung nach total wichtig zu lesen, damit man es nicht vergisst. Trotz des schweren und ernsten Themas, ist der Autorin gelungen einen locker und leichten Schreibstil zu entwickeln, sodass man das Buch mehr oder weniger in einem Rutsch lesen konnte. Das ganze Buch war ziemlich spannend und fesselnd geschrieben. Ich wollte immer wissen wie es mit Traute, Hermann und Jakob weitergeht. Wirklich ein großartiges Buch, dass man unbedingt gelesen habe sollte. Nicht nur als Jugendlicher sondern es ist auch sehr empfehlenswert als Erwachsener. Klare Leseempfehlung und sehr verdiente 5 Sterne für „„Heul doch nicht, du lebst ja noch“
Fazit:
Toller Jugendroman mit einem sehr ernsten und wichtigem Thema, dass man auf jeden Fall gelesen habe sollte, damit man die Schrecken des Krieges (mit allem Drum und Dran) nicht vergisst.
Kirsten Boie erzählt in dieser Geschichte von der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und wie es den Kindern und Jugendlichen damals ergangen sein muss. Die Stimmung des Buches ist dementsprechend drückend und etwas beklemmend, aber niemals komplett hoffnungslos.
Angst, Unsicherheit, Hunger, Wut und Verwirrung sind zentrale Themen und Emotionen dieser Geschichte und werden von der Autorin altersgerecht und nachvollziehbar aufbereitet. Ihre Beschreibungen wirkten auf mich sehr lebendig und nahbar. Sie hat die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonist:innen gut eingefangen und damit eine ehrliche Geschichte erschaffen, die trotz der Schwere ihrer Inhalte nicht erstickt.
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven in der dritten Person Singular erzählt, was uns Leser:innen vielfältige Einblicke und infolgedessen auch ein umfassendes und differenziertes Gesamtbild der damaligen Situation ermöglicht. Es gibt Kapitel aus der Sicht von Traute, Jakob und Hermann, deren Leben und Erfahrungen kaum verschiedener sein könnten. Ihr Aufeinandertreffen zwingt sie zum Hinterfragen und Neubewerten bisher für wahr gehaltener Ansichten. In meinen Augen hat die Autorin die Entwicklung ihrer Charaktere sehr schön eingefangen und dabei vor allem authentisch aufbereitet, wie sie die Manipulationen des NS-Regimes schrittweise durchschauen und durchbrechen, wie sie gemeinsam neue Perspektiven und Einstellungen erlangen.
Das Ende kam dann leider recht plötzlich und ich komme nicht umhin zu sagen, dass ich mir hier ein paar mehr Seiten gewünscht hätte. Ich hätte die drei neuen Freund:innen gerne noch länger begleitet. Selbst für ein Kinder- und Jugendroman ist dieses Buch sehr kurz und knapp gehalten.
Nichtsdestotrotz ist es aber auch ein mehr als gelungener und wertvoller Roman, der vielfältige Einblicke in ein wichtiges historisches Ereignis liefert und diese anschaulich, lebendig und nahbar aufbereitet. Sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene können sicherlich viel aus dieser Geschichte mitnehmen, zumal es meiner persönlichen Erfahrung nach nur wenige Bücher gibt, die ihren Fokus auf die Nachkriegszeit legen.
Bewegendes Kinder- und Jugendbuch, welches die harte Lebensrealität der ersten Nachkriegsmonate zeigt
Wie der Titel schon vermuten lässt ist „Heul doch nicht, du lebst ja noch“ der Autorin Kirsten Boie wirklich keine leichte Kost. Dennoch lohnt sich die Lektüre, da sich der Roman einem wichtigem Thema annimmt. Das Buch erzählt erschreckend offen und sehr authentisch das Schicksal sehr unterschiedlicher Kinder in Hamburg. Obwohl diese sich auf den ersten Blick stark unterscheiden, offenbart jede der Perspektiven eine andere Facette der Grauenhaftigkeit der Kriegs- und Nachkriegszeit. Am meisten berührte mich dabei der jüdische Junge Jakob, welcher trotz zahlreicher Verluste doch seinen Lebenswillen nicht verliert. Auch mit den anderen Charakteren kann man mitfühlen, wobei diese vielschichtiger angelegt sind. Sehr differenziert wird die Frage aufgegriffen wer etwas vom Holocaust gewusst haben könnte oder nicht. Auch die jahrelange nationalsozialistische Propaganda ist noch deutlich im Denken der anderen Kinder, insbesondere bei Hermann, zu spüren. Auch die Lebensumstände wie der ständige Hunger, Fluchtgeschichten und zerbombte Häuser werden treffend geschildert. Gerade jüngere Kinder sollten das Buch meiner Meinung nach, nur mit Begleitung lesen, da die ungeschönte Geschichte reflektiert werden muss, um alle Einzelheiten verstehen zu können. Dabei hilft außerdem das tolle Begriffsverzeichnis, welches am Ende zu finden ist. „Heul doch nicht, du lebst ja noch“ ist sicherlich eine großartige Schullektüre und sollte von möglichst vielen Kinder und Jugendlichen gelesen werden. Besonders da sie selbst aus der Perspektive von Jüngeren geschildert wird, entfalten die Ereignisse eine nochmals stärke Wucht.
Juni 1945, Hamburg - - Der Krieg ist vorbei und das Alltagsleben muss neu organisiert werden. Essen gibt es fast nur mit Lebensmittelmarken oder auf dem Schwarzen Markt. Überall ist die Not groß.
Kirsten Boie zeigt uns in diesem Buch ein Bild der Jugend zu dieser Zeit. Es gab keinen Schulunterricht, viele Freunde sind um Leben gekommen oder verschollen und in vielen Familien spielen sich Tragödien ab. Stellvertretend wird die Geschichte aus der Sicht 3 Jugendlicher erzählt.
Jakob hat eine jüdische Abstammung und musste sich nachdem seine Mutter deportiert wurde in der Stadt verstecken. Er hat bei einem alten Mann Unterschlupf gefunden, der aber eines Tages nicht mehr auftaucht. Um nicht zu Verhungern muss er raus in die zerstörte Stadt und was zu Essen besorgen.
Hermann war stolzer HJ-Führer. Sein Vater Fiete wurde im Krieg verkrüppelt und kann die Familie nicht mehr ernähren. Das und Fietes Jähzorn belastet die ganze Familie. Als sich für Hermann eine Zukunft in Amerika abzeichnet, ereignet sich im Elternhaus eine Tragödie.
Traute ist eine Bäckerstochter und spielt eher eine Nebenrolle. Durch sie lernen wir die Situation von einquartierten Flüchtlingen kennen. Auf engstem Raum mit wildfremden Menschen zusammenleben, die teilweise unsagbare Qualen erlebt haben ist kaum vorstellbar.
Obwohl das Buch gut geschrieben ist, sind die 180 Seiten nicht leicht zu lesen. Für mich waren einige Szenen schwer zu ertragen, vor allem weil sie so realistisch waren.
Ein starkes Buch. Hamburg, Wochen nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, treffen 3 orientierungslose Jugendliche aufeinander. Traute, die Bäckerstochter, die nach Freunden und Gesellschaft sucht, Hermann, dessen Vater im Krieg beide Beine verloren hat und der vor der Aussicht steht, sein Leben lang dem Vater helfen zu müssen und Jakob, dem Halbjuden, der verhungernd in seinem verlassenen Versteck noch gar nicht gemerkt hat, dass der Krieg zu Ende ist.
Wie kann die Zukunft für die Jugendlichen aussehen? Was ist für sie, die ihr Leben lang nichts kannten als die Nazi-Ideologie, der moralische Kompass?
Die Erwachsenen haben keine Zeit für die Kinder, zu sehr sind sie mit überleben beschäftigt.
Nie sentimental, aber immer emphatisch und voll Menschlichkeit zeigt Kirsten Boie wie sich das Schicksal der Kinder miteinander verwebt.
Es ist schon eine Weile her seit ich das Buch gelesen habe aber bis heute ist es mir in Errinerung geblieben. Es ist ein wirklich schön geschriebenes Buch für Jugendliche ab 12 Jahren. Das Thema, der zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit, ist sicher ein sehr sensibles aber auch wichtiges Thema und in diesem Buch wird richtig damit umgegangen. Die Geschichte ist traurig und schön und versetzt ein richtig in die Lage hinein. Es würde sich sicher auch sehr gut als Schullektüre eignen. Sicher nicht das beste Buch, aber trotzdem ein solides 4 Sterne Buch!
Das Kriegsende und die Auswirkungen der der Naziherrschaft werden hier aus der Sicht von 3 Jugendlichen aus Hamburg betrachtet und wie diese mit ihren recht unterschiedlichen Herausforderungen umgehen. Allen voran Jakob, der sich als halber Jude verleugnen muss, um zu überleben. Eindringlich und authentisch erzählt - Geschichten von Schuld und Wahrheit, Angst und Wut. Ein Buch, welches sicherlich länger im Gedächtnis bleibt.
Vielleicht eher 3.5 Sterne. Am Anfang habe ich recht lange gebraucht, um reinzukommen, was aber (leider) glaube ich an der Sprecherin des Hörbuchs lag. Aber ich fand, dass es immer besser wurde. Die Geschichte war spannend, denn obwohl ich wirklich viele Bücher über die Nachkriegszeit lese, habe ich bisher noch keins gelesen, bei dem der Fokus auf Kindern bzw. Jugendlichen lag, die alle aus unterschiedlichen familiären Situationen kommen.
Ich fand es total interessant die unmittelbare Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg aus Kinderaugen zu sehen. Man kennt zig Dokumentationen und Berichte über die Trümmerlandschaft in 1945 und den Folgejahren, nie hatte ich jedoch eine Erzählung aus Kindersicht gehört/gesehen. Der Umgang mit Verlust, mit Chaos und mit Befreiung (oder auch Gefangenschaft, je nach dem, welche Meinung man vertritt), wurde unfassbar gut beschrieben! Absolute Empfehlung und eine Geschichte, die weiterbildet.
Ein gutes Buch. Ein grässliches Buch. Ein Buch, das jede/r mal lesen sollte. Denn: man liest immer nur über den Krieg. Doch was geschieht, wenn der Krieg zu Ende ist? Wie findet man sich nach der traumatischen Zeit in der neuen Wirklichkeit zurecht? Meisterhaft zeichnet Kirsten Boie das Leben von vier Kindern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, nach. Alles spielt sich innerhalb einer Woche im Juni 1945 in Hamburg ab. Unbedingte Leseempfehlung für Leser*innen über 14.
With the ruins of Hamburg, June, 1945, as the backdrop, this middle grade novel is set close to my father's (born 1918) hometown. The trauma of war is shared from a diverse set of young people with differing points of view ... including a Jewish boy, a former HJ youth, and a girl who family has to share space with East Prussian refugees. An excellent book and I'll be looking to read more from this author.
Hamburg im Juni 1945. Drei 14-jährige Kinder haben gerade den Krieg überlebt. Das Buch gibt einen sehr interessanten Einblick in diese ersten Wochen nach der Kapitulation und erzählt sehr bewegend aus der Sicht der Jugendlichen, die selbst nicht so recht wissen wo sie stehen und was sie glauben sollen.
Kirsten Boie zeigt pointiert den Alltag von Jugendlichen direkt nach dem zweiten Weltkrieg in Hamburg. Die Protagonist*innen und ihre Geschichten könnten unterschiedlicher nicht sein und doch verbindet sie alle ihre Kindheit im Krieg und im Dritten Reich. Das Buch ist traurig und erschütternd und endet doch auf einer hoffnungsvollen Note. Eine absolute Bereicherung, nicht nur für Jugendliche.