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Neetud põlvkond: Vestlused Teise maailmasõja viimaste sõduritega

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Teine maailmasõda on Saksamaal endiselt tundlik teema, millest rääkimisel tõmmatakse Wechrmachti sõduri ja natsi vahele tihtilugu võrdusmärk. Maailmasõjas võidelnud mehed on muutunud neetud põlvkonnaks, kes esialgu sunniti võitlema, seejärel üleelatust vaikima ning nooremate põlvede põlgust taluma. Seejuures ei ole ajaloolased kunagi kahelnud, et sõjakuritegudes ja holokaustis osales siiski vaid väike osa Wehrmachti sõduritest.

Kuidas ikkagi suutsid sakslaste isad ja vanaisad Stalingradi katla väljakannatamatus näljas ning pakases või Aafrika piinavas kuumuses vastu pidada? Mis tundeid tekitasid neis meestes 1939. aasta verine pühapäev Poolas, vangilaagrites nälga surnud kamraadid või Normandia dessandi ajal toimunud veresaun? Kuidas pääseda eluga, kui su hävitaja Vahemere kohal alla tulistatakse ja sa üksi vette hulpima jääd?

Teise maailmasõja tähtsaimatest lahingutest osa võtnud 13 Saksa sõdurit räägivad viimast korda ja otsekoheselt sellest, mida nad üle elasid. Neid kuulates tasub küsida, kas neid ikka saab üheselt hukka mõista.

278 pages, Hardcover

Published January 1, 2021

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About the author

Christian Hardinghaus

40 books9 followers
About the Author

Dr. Christian Hardinghaus, born in 1978 in Osnabrück, Germany, is a German writer, historian, and media researcher with a Ph.D. A versatile author who moves skillfully between non-fiction and fiction, his works are consistently characterized by thorough historical research and psychological depth. He lives with his wife and two children in his hometown of Osnabrück, where he works as a full-time writer. Visit his official website at christian-hardinghaus.de for more information about his work and upcoming releases.


Academic Background

As the grandson of a doctorate-holding historical scientist, his fascination with history was practically laid in his cradle. After completing his high school education with a focus on history, he studied history, media, and literature, eventually earning his doctorate in 2011 in the field of propaganda and prejudice research. He rounded out his academic training with studies in psychology, pedagogy, and didactics, qualifying as a high school teacher for history and German. His research focuses include World War II, propaganda, everyday life in the Third Reich, and true crime phenomena.


Literary Work

Hardinghaus's literary portfolio encompasses both non-fiction books and novels, including thrillers. His non-fiction works and biographies document historical facts and extraordinary life stories, with particular emphasis on making history not just informative but experiential.

Among his most renowned works are the biography "Ferdinand Sauerbruch und Charité," exploring the life of the master surgeon and misunderstood resistance fighter, and "Das Wolfsmädchen" (The Wolf Girl). His scholarly work "Kriegspropaganda und Medienmanipulation" (War Propaganda and Media Manipulation) has been highly praised in academic circles.

Hardinghaus is particularly known for his "Generationen Reihe" (Generations Series), comprising "Die verdammte Generation" (The Cursed Generation), "Die verratene Generation" (The Betrayed Generation), and "Die verlorene Generation" (The Lost Generation). This remarkable series is based on over 100 interviews with witnesses of World War II, providing invaluable historical documentation through oral history.

His most internationally recognized work is "Verschollen in Panama" (Lost in Panama), investigating the mysterious disappearance of Kris Kremers and Lisanne Froon. His most popular novels include "Ein Held dunkler Zeit" (A Hero of Dark Times), "Drei Tage im Feuer" (Three Days in Fire), and "Die Buchhändlerin von Königsberg" (The Bookseller of Königsberg).


International Presence

Due to growing international demand for Hardinghaus's non-fiction works, he has begun publishing several of his books in English. These translations include "The Cursed Generation," "Hitler's Lost Boys," and "Hitler's Betrayed Daughters" from his Generations Series, as well as "Still Lost in Panama," the English version of his investigation into the Kremers-Froon case. This expansion into the English-language market reflects the universal relevance of his historical research and storytelling.


Journalistic Background

His career as a writer began at the Neue Osnabrücker Zeitung, where he gained valuable experience as a local journalist. Over the years, this developed into extensive journalistic work for renowned media outlets such as P.M., Psychologie Heute, and Gala. As a member of the German Association of Specialized Journalists, he actively works to strengthen serious journalism.


Knowledge Transfer and Media Presence

Today, Hardinghaus shares his expertise through lectures at schools and universities on historical topics, media education workshops, expert commentary in German and international media, and regular appearances on radio and television.

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Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for NiWa.
521 reviews9 followers
May 7, 2023
Dreizehn deutsche Soldaten erzählen, wie sie den Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Christian Hardinghaus ergreift die letzte Chance, die Geschichten dieser Männer zu bewahren und damit die Menschen der Gegenwart und Zukunft mit einem differenzierten Blick auf die verdammte Generation des Zweiten Weltkriegs zu versehen.

Das Schweigen der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg wurde gebrochen als offen über den Holocaust und die Judenverfolgung gesprochen wurde. Es handelt sich um wichtige Themen, die aus unserem Bewusstsein nicht wegzudenken sind. Zahlreiche Dokumentationen berichten über die Verbrechen der Nationalsozialisten, wie tragisch es den Juden erging und wie fassungslos die ganze Welt vor den Taten der Deutschen und Österreichern stand.

Aber eine Frage wurde bisher übersehen. Wer waren die Männer, die für den Nationalsozialismus in die Schlacht gingen? Wer sind unsere (Ur-) Großväter im Krieg gewesen? Wie haben sie diesen erlebt und was haben sie bis zuletzt darüber gedacht?

Christian Hardinghaus widmet sich in seinem Buch dieser verdammten Generation. Er gibt ihr stellvertretend dreizehn Namen und Lebensgeschichten, er stellt die alten Männer vor, und lässt sich an die stattlichen Burschen von damals heranführen.

Bevor der Autor die einzelnen Zeitzeugen vorstellt, geht er allgemein auf die Soldaten-Generation ein. Dazu thematisiert er die historischen Hintergründe und gegenwärtigen Zwischentöne, die Entwicklung der Kriegsaufarbeitung im gesellschaftlichen Bewusstsein und nähert sich behutsam den dreizehn Herren und ihrer Geschichten an.

In den einzelnen Porträts stellt er die alten Männer vor. Wer sie jetzt sind, wie sie ihren Lebensabend verbringen und welcher Weg sie bis dahin geführt hat. Danach geht es ans Eingemachte. Er lässt sie von ihren Erfahrungen im Krieg berichten, was mitten in der Seele trifft. Als Leser wird man mit damaligen Schrecken konfrontiert, erfährt, wie die Männer zum Soldaten geworden sind und wie sie sich dabei und danach gefühlt haben.

„(…) so habe ich mir Krieg nicht vorgestellt. Das war die Hölle. Man kann dann, wenn man in Sicherheit ist, kaum glauben, dass man das überlebt hat.“ (S. 228)

Bemerkenswert war für mich, dass viele Aspekte besprochen wurden, welche ich so bisher nicht wahrgenommen bzw. über die ich nie bewusst nachgedacht habe. Dazu zählt beispielsweise, wie unterschiedlich der Krieg erlebt wurde oder wie verschieden der Beginn der Soldatenlaufbahn war. Während der eine auf Rache für seine Familie aus war, hat der andere getan, was er tun musste, um zu überleben, und der Nächste war anfangs aus politischer Überzeugung und Inbrunst dabei.

„Vielleicht habe ich mich von der Propaganda blenden lassen. Wir haben geglaubt, dass wir kommen, sehen und siegen.“ (S. 200 - 201)

In allen dreizehn Berichten ist mir eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit aufgefallen. Trotz all der Gräuel, die sie erlebten, haben sich diese Männer bis zuletzt eine zuversichtliche und optimistische Einstellung bewahrt. Ich frage mich, ob sie vom Krieg geläutert waren, und wussten, dass sie ohnehin das Schlimmste schon gesehen hatten, oder ob sie aufgrund dieser positiven Energie so alt geworden sind.

Sämtliche Interviews sind mit Fotografien, u.a. der interviewten Männer von damals, versehen. Gewünscht hätte ich mir, von den alten Herren Fotos zu sehen, weil sie dadurch noch greifbarer geworden wären. Ich vermute, dass die Männer damit nicht einverstanden gewesen sind, oder andere Gründe dagegen gesprochen haben.

In einem Punkt muss ich Christian Hardinghaus widersprechen, weil an dieser Stelle Äpfel mit Birnen verglichen werden. Es wird angeprangert, dass in den USA Soldaten an Schulen vom Krieg und ihren Erlebnissen sprechen, während in Deutschland und Österreich Schweigen bewahrt wird. Meiner Ansicht nach ist das differenzierter zu betrachten. Einem Sieger fällt es eindeutig leichter, von seinen Heldentaten zu erzählen. Außerdem ist das amerikanische Militär ein anderes Kaliber, als das Heeresprogramm hier. Denn in den USA wird mittels Propagandamaschinerie mächtig der Nachwuchs gefördert. Es werden weder Kosten noch Mühen - oder ehemalige Soldaten an Schulen - gescheut.

„Die verdammte Generation“ ist jedenfalls ein wichtiges Buch. Es ist ein Gedenken an die Kriegsgeneration, an unsere Ur-Opas und Großväter und ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen - welche umso wichtiger werden, je länger der Zweite Weltkrieg vergangen ist.
Profile Image for Tinstamp.
1,096 reviews
March 21, 2020
Christian Hardinghaus ist Historiker und beschäftigt sich besonders mit der Zeit um den Zweiten Weltkrieg. Ich habe bereits zwei seiner Bücher: "Ein Held dunkler Zeit" - ein biografischer Roman und "Die Spionin der Charité", ein Roman über Ferdinand Sauerbruch, die Charité und Fritz Kolbe, gelesen.

In "Die verdammte Generation" hat Hardinghaus Gespräche mit den letzte Zeitzeugen geführt, die ihm von ihren Kriegserlebnissen erzählt haben.
Meine Eltern waren selbst im Zweiten Weltkriege dabei. Mein Vater war Fallschirmspringer, meine Mutter musste in den Arbeitsdienst. Beide überlebten, aber der Bruder und der Vater meiner Mutter kamen nicht mehr aus dem Krieg zurück. Gesprochen hat niemand über seine Erlebnisse und das wird auch teilweise in den Berichten der dreizehn Zeitzeugen bestätigt. Während die meisten nicht mehr daran denken wollten und diese Zeit verdrängt haben, haben andere geschwiegen, weil kein Interesse vorhanden war.
Einheitlich berichten alle Männer davon, dass man sich weder in Deutschland, noch in meiner Heimat Österreich, für ihre Geschichte interessiert hat. Im Ausland, vorallem in den USA, war das anders. Ein Zeitzeuge durfte sogar die Hand der Queen und die von Präsident Obama schütteln.

Aber bevor sich der Autor der Geschichte jedes einzelnen Zeitzeugen widmet, geht er generell auf die Wehrmacht ein. Hier habe ich doch einige neue Details erfahren, trotz meiner doch schon zahlreichen Lektüren zu diesem Thema. Zum Beispiel, dass es eine strikte Trennung zwischen NSDAP, SS, SA und der eigentlichen Wehrmacht gab. Wehrmachtsangehörigen war es auch während ihrer Dienstzeit verboten, Mitglied der NSDAP zu sein. Dass nicht nur die obersten, nämlich SS und SA, an Kriegsverbrechen beteiligt waren, leugnet niemand, aber dass der Großteil der einfachen Soldaten keinerlei Einblick hatte, was sich tatsächlich abgespielt hat, wird in den Zeitzeugenberichten mehr als klar.
Deswegen sollte man kein Pauschalurteil abgeben und alle Soldaten, die im Krieg kämpfen mussten, als Nazis oder Mörder verurteilen. Die Maschinerie hinter Hitler hatte ihre eigenen Pläne, die die einfachen Soldaten nie erfuhren und die streng geheim gehalten wurden. Ihnen wurde eingebleut, sie hätten die deutsche Bevölkerung, ihre Familien, vor der russischen Übermacht zu schützen. Ich will jetzt hier keine weiße Fahne für allejene hissen, die im Krieg waren, aber wie diese Männer, die oftmals verheizt und rücksichtlos in den Tod geschickt wurden bis zuletzt behandelt wurden, lässt sehr zu wünschen übrig. Mit dem Wissen von heute ist es wirklich wichtig dies auch der heutigen jungen Generation zu vermitteln und nicht weiterhin voller Scham zu schweigen.

Den dreizehn Zeitzeugen, die Christian Hardinghaus aus ihrem heutigen Leben und danach aus ihrem Kriegsalltag erzählen lässt, begegnen wir chronologisch nach dem Alter. Dies sind junge Männer aus unterschiedlichen Schichten und Familien. In den letzten Jahren des Krieges eher noch Kinder, die sich plötzlich mitten im Krieg befanden - letztere nicht einmal ausgebildet für die einfachsten Handgriffe und als Kanonenfutter an die Front geschickt. Einzelschicksale, die bewegen und die einem dem Krieg viel näher bringen, als diverse trockene Geschichtsstunden. Autor Christian Hardinghaus entführt uns an verschiedene Kriegsschauplätze und hat sich für seine Zeitzeugen bewusst Soldaten ausgesucht, die verschiedene Spezialausbildungen durchlaufen sind.
Ihre Lebensgeschichten verschmelzen mit dem historischen Kontext zu spannenden und berührenden Erzählungen, die einem viele verschiedene Einblicke gibt.

Am Ende jedes Interviews werden den Männern drei persönliche Fragen gestellt, die sich meistens mit der Kriegsgefangenschaft und dem Wissen um den Holocaust drehen.
Zahlreiche private Fotos bringen dem Leser diese dreizehn Zeitzeugen noch näher. Einige Geschichten werden wohl immer in meinem Gedächtnis bleiben.

Den Titel finde ich absolut treffend. Diese Generation war dazu verdammt zu kämpfen und danach zu schweigen. In den 1970igern wurden sie sogar dafür verdammt am Krieg teilgenommen zu haben. Doch dies war bei nur einem kleinen Teil eine freiwillige Entscheidung. Der Satz "Denk dir es ist Krieg und keiner geht hin" funktioniert leider bis heute nicht....was ich selbst bedaure.
Ich könnte hier noch viel mehr schreiben, sage aber einfach nur: Lest dieses Buch!

Fazit:
Bald werden keine Zeitzeugen mehr berichten können, deswegen lege ich euch dieses Buch sehr ans Herz. Wer keine trockene Geschichtsstunde, sondern Interesse an berührenden Einzelschicksalen, sowie einen Einblick in die damalige Propaganda haben möchte, der ist hier richtig. Bis heute gibt es noch immer so viel Unwissenheit oder Pauschalurteile. Das Gefühl, dass wir alle noch nicht damit abgeschlossen haben ist noch immer allgegenwärtig.
Für mich gibt es eine klare Leseempfehlung für alle Interessierten, aber auch auch für Leser, die sonst nicht in diesem Genre lesen. Denkt an eure Großväter oder Väter und ob ihr nicht doch etwas mehr aus deren Vergangenheit wissen möchtet...
4 reviews
July 26, 2021
Es ist ein neuer Blick auf einen Krieg den wir bereits glauben zu kennen. Die Schicksäler, die in diesem Buch niedergeschrieben wurden, zeigen uns den Zweiten Weltkrieg aus einer ganz anderen Perspektive. Selbst die Zeit unmittelbar nach dem Krieg wird beleuchten und somit auch die strapazen die diese Männer auf sich nehmen mussten um nach hause zu kommen.
Ein sehr tolles Buch für jeden der sich für diese Zeit Periode interessiert.
89 reviews1 follower
October 9, 2025
Moving

As a Vietnam veteran, I felt that I understood the Wermacht veterans expressed feelings. I commend this to any veteran of any war.
Profile Image for Anika Franke.
1,298 reviews11 followers
April 21, 2021
Ich muss zu meiner Schande gestehen, daß ich genau zu dieser Generation gehöre, die den zweiten Weltkrieg in der Schule nie wirklich behandelt hat. Leider, leider. Genau deswegen liebe ich Bücher aus dieser Zeit und gerade wenn sich ein Historiker mit Soldaten des Krieges unterhält und ihre Geschichten für uns fest gehalten hat.

Man bekommt 13 Einblicke in die Erlebnisse von Zeitzeugen. Was ich wahnsinnig erschreckend und überraschend fand, dass alle nichts über den Holocaust während ihrer Zeit mitbekommen haben,sondern erst im Nachhinein. Kann man sich kaum vorstellen oder? Aber wahr!

Definitiv wird nichts verschönigt, sondern berichtet. Man durchlebt Wut, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Elend. Man bekommt ein Einblick in eine gravierende Szene aller. Definitiv sollte man sich bewusst sein, daß diese Herren die letzten sind, welche uns noch einen ehrlichen Einblick verschaffen können. Diese Erkenntnis hat mich das Buch noch mal ganz anders erleben lassen.

Es gibt dieses Zitat im Buch, welches mich nicht mehr los lässt und wo ich heftig genickt habe.

„Nur schade, dass man sich in Deutschland nicht für meine Geschichte interessiert, das heißt für die Geschichte deutscher Soldaten überhaupt. Ich wäre gerne mal in Schulklassen gegangen. Die amerikanischen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg haben das gemacht für Schüler. Vielleicht hätte es auch hier etwas gebracht. Vor dem Krieg muss man warnen, wenn man ihn kennt. Aber da hat niemand gefragt.“

Ich finde der Titel ist perfekt gewählt, denn diese Generation ist für mich verdammt zum Schweigen. Niemand schenkt ihnen gehör,niemand fragt nach ihrer Meinung und ihren Erlebnissen.

Für mich ein Buch, was man gelesen haben muss.
Profile Image for Gustav Gutschke.
69 reviews2 followers
November 19, 2024
Ziel des Buchs ist ein differenzierter Blick auf die Rolle deutscher Soldaten im 2WK jenseits von Pauschalurteilen, die von jedem weiteren Fragen entlasten. Zu diesem Zweck werden 13 Berichte einfacher Soldaten wiedergegeben.

So setzt sich ein facettenreiches Panorama verschiedener Kriegsschauplätze zusammen: Ost- und Westfront, aber auch Dänemark und Nordafrika.
Alle Erzählungen sind tragisch, schrecklich, berührend. Überall wird deutlich, dass das Überleben allein dem Zufall zu verdanken ist. Bei vielen entspringt daraus ein tief empfundener Glaube. Das Gesagte wird vom Autor durch einordnende Passagen (Kriegsverlauf, historische Forschung) ergänzt, zudem stellt er jeweils drei Fragen, inklusive jener, wann die Soldaten vom Holocaust erfahren hätten.

Ein Stern Abzug, weil nicht ersichtlich ist, wie stark redigierend in die Erzählungen eingegriffen wurde. Ich hätte mir Originalpassagen aus den Interviews gewünscht. Der Autor verwendet im Vorwort außerdem überreizte Diskursstrategien, die mich nerven: 1. die Behauptung, die Mehrheit der Bevölkerung sähe einen Sachverhalt anders/undifferenzierter als man selbst; implizit: deshalb ist die eigene These interessant/wissenschaftlicher. 2. Man müsse das Thema selbst behandeln, die These selbst vertreten; sonst machen es „die Falschen“, sprich die Extremisten. Implizit: Selbstlegitimierung als gemäßigt durch Abgrenzung von „den Bösen“, ohne diese konkret zu benennen oder Positionen anzuführen.

Angesichts des Themas nicht ganz unverständlich, insbesondere, weil angeblich kein einziger (!) der Porträtierten während des Krieg vom Holocaust iSv systematischer Vernichtung der Juden gewusst hat. Antisemitismus vor und während des Krieges, ja, Konzentrationslager, ja - aber als Gefangenen- und Arbeitslager, nicht als Vernichtungslager. Die meisten Interviewpartner erinnern geschocktes Unverständnis, als sie zum ersten Mal davon erfuhren. Meines Wissens ist der Autor eines manipulierend-revisionistischen Geschichtsbildes unverdächtig; die Kollektivschuldthese und die Vorstellung eines restlos ideologisch-fanatisierten Volkes lässt sich nach der Lektüre nicht aufrechterhalten.
14 reviews
March 19, 2025
Der Historiker Christian Hardinghaus führt in diesem Buch Gespräche mit 13 ehemaligen Wehrmachtssoldaten. Diese waren an den unterschiedlichsten Orten stationiert und berichten von ihren erschreckenden Erfahrungen.
Es wird eine Seite der Geschichte beleuchtet, die selten Beachtung findet. Die der einfachen Wehrmachtssoldaten.
Profile Image for Julia.
40 reviews
September 19, 2024
Sehr spannendes Buch und interessanter Einblick in den zweiten Weltkrieg von einer Seite, die man normalerweise nicht hört.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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