Wie Frauen die Geschichte prägten – und warum wir nichts davon wissen. Ein feministischer Blick auf die Urgeschichte
Über weite Strecken der Geschichte sind Frauen unsichtbar – erst recht in der Ur- und Frühgeschichte. Es sind Männer, die jagten, die Werkzeuge und Waffen erfanden, die Höhlenmalereien hinterließen und als Erfinder zivilisatorischer Errungenschaften gelten. Frauen, so das gängige Bild, hielten sich im Heim auf und damit: im Hintergrund. Marylène Patou-Mathis rückt dieses Bild gerade und zeigt: Es gibt keine Fakten, die diese Annahmen stützen. Neue archäologische Funde haben ergeben, dass prähistorische Frauen mitnichten das unterworfene Geschlecht waren, zu dem männliche Wissenschaftler der Neuzeit sie gemacht haben. Eine überfällige Analyse der weiblichen Unsichtbarkeit, die den Frauen zu ihrem rechtmäßigen Platz in der Geschichte verhilft.
Vier Sterne für die Menge an Informationen. Ich bestätige andere Rezensionen darin, dass es etwas befremdlich ist in einem so neuen Buch von nur zwei Geschlechtern zu lesen… was aber sicherlich der Tatsache geschuldet ist, dass die besprochene Thematik eben auf dieser binären Sichtweise basiert, es geht um die historische Dualität Mann/Frau und die Unterdrückung, Anders- und eben „Unsichtbarmachung“ der Frau durch den Mann. Der Wichtigkeit der Informationen tut es (denke ich) also keinen Abbruch, dass Geschlecht hier „klassisch“ definiert ist und die Perspektive von nicht-binären Personen ausgeklammert ist.
- ideas based on the existence of only two genders - first published in 2021, it's surprising that there wasn't commitment to use self-designated names for specific ethnicities and minority groups