Vom Sprachprofiler Die Erfolgsfaktoren wirksamer Kommunikation Patrick Rottler ist Sprachprofiler der Agentur für forensische Textanalyse. Er kommt immer dann zum Einsatz,wenn Unternehmen anonym angegriffen, bedroht oder erpresst werden. Sein Auftrag ist es, die Täter anhand ihrer Sprachmuster zu überführen. Zusammen mit Bestsellerautor Leo Martin zeigt er, wie man die Muster der Sprache entschlüsseln kann. Er erzählt seine verrücktesten Fälle und analysiert sprachliche Talente und Totalausfälle. Dabei zeigt er nicht nur psychologische Tricks und kommunikative Kniffe auf, sondern auch, worauf jeder achten kann, damit Kommunikation noch besser gelingt.
Oh Mann, was für ein totaler Reinfall! Ich habe ein Buch mit Beispielen und Textanalysen aus dem Alltag eines forensischen Linguisten erwartet. Was hab ich bekommen? Einen wirren Zusammenschnitt von allen möglichen Themen, bei denen ich mich frage, was sie 1. in diesem Buch zu suchen haben, und 2. warum ein Sprachprofiler glaubt, darüber derart kompetent zu sein, dass er in seinem Buch darüber schreibt. Woran erkennt man, ob das Gegenüber lügt? Fragen Sie Ihren Sprachprofiler! Was ist der Unterschied zwischen gesprochener und geschriebener Kommunikation? Fragen Sie Ihren Sprachprofiler! Wie führt man richtig ein Gespräch? Fragen Sie Ihren Sprachprofiler! Dazwischen sind so geschätzte 5 Fälle untergebracht, die wirklich etwas mit Sprachprofiling zu tun haben. Und die Texte hierzu sind allesamt verfälscht wiedergegeben...
Hinzu kommt ein grottenschlechter Schreibstil und eine kaum zu ertragene Überheblichkeit. Da zitiert der Autor zwischen den Kapiteln, sozusagen als "Aufhänger", doch regelmäßig sich selbst! Und erwähnt natürlich, wie furchtbar erfahren man sein muss, um erfolgreich Sprachprofiling zu betreiben. Dabei vergisst er leider, dass eine gewisse Erfahrung im Verfassen von Texten vielleicht auch nicht schlecht ist, ehe man ein Buch schreibt. Dieses Buch ist einfach nur dahingerotzt und trotz seiner schon fast unverschämten Kürze (160 ebook-Seiten) gnadenlos aufgebläht. Ein Glossar, das kein Mensch braucht, inklusive. 50 Seiten hätten es auch getan, aber damit hätte man ja kein Buch herausbringen können. Ein Glück habe ich kein Geld hierfür ausgegeben.
Wer wirklich was über forensische Linguistik erfahren will, dem empfehle ich "Autorenerkennung" von Christa Dern oder "Sprache und Recht" von Monika Rathert.
An sich hätte es ganz interessant sein können, die Thematik ist auf jeden Fall eine sehr spannende, sehr schnell sehr lohnend wenn man sich damit befasst. Aufgrund der Beschreibung habe ich nicht allzu viel in Sachen Tiefgang erwartet, sondern eben wie beschrieben eine Art Erzählung über die Aufklärung einige Fälle. Das war auch amüsant genug deswegen 2-2,5 Sterne.
Allerdings fand ich dieses Buch katastrophal aufbereitet, es wurde wirklich jeder Fall abgeändert wiedergegeben. Das man Namen ändert ist natürlich einleuchtend, aber was bringt mir denn die Entschlüsselung einer Morddrohung wenn ich diese nur sinngemäß wiedergegeben bekomme?
War total okay. Plakativ und etwas oberflächlich, aber sachlich richtig und ein leicht verdaulicher Einstieg in Forensische Linguistik. Letztendlich ist das ganze ein Werbeheft für die Firma des Autors (das “Institut“, das auf der Titelseite prangt, ist keinesfalls eine Forschungseinrichtung, der Name ist nicht geschützt), aber man lernt einiges zur forensischen Textanalyse, wenn man vorher noch gar nicht dazu gekannt haben sollte.
Schade, dass es so wenig Fallbeispiele gab, die zudem recht oberflächlich erklärt wurden. Ich hätte mir eine tiefgehende Analyse gewünscht. Das was aber geboten wurde, fand ich sehr interessant.