Mascha Kaléko war eine deutschsprachige, der Neuen Sachlichkeit zugerechnete Dichterin.
Charakteristisch für Mascha Kalékos Arbeit ist die Großstadtlyrik mit ironisch-zärtlichem, melancholischem Ton. Als einzige bekannte weibliche Dichterin der Neuen Sachlichkeit wurde sie häufig mit ihren männlichen Kollegen verglichen, so bezeichnete man sie als „weiblichen Ringelnatz“ oder nannte sie einen „weiblichen Kästner“. Die auch Montagsgedichte genannten Strophen rühren durch ihre schnörkellose und direkte Sprache an. Ihre Gedichte wurden – als Chansons vertont – von Diseusen wie Hanne Wieder gesungen oder werden von Sängern wie Rainer Bielfeldt noch heute vorgetragen.
Wir haben keine andre Zeit als diese, die uns betrügt mit halbgefüllter Schale. Wir müssen trinken: denn zum zweiten Male füllt sie sich nicht, vor unserm Paradiese. … Verstohlen träumen wir von Wald und Wiese und dem uns zugeworfnen Brocken Glück… Kein Morgen bringt das Heute uns zurück, wir haben keine andre Zeit als diese.
ch tu mir schwer, Lyriksammlungen zu beurteilen. Es gab wirklich schöne Texte in dieser, aber die thematische Anordnung war vielleicht mehr hinderlich als hilfreich, weil dadurch die Texte ineinander verschwimmen.
„Was immer die Dinge mir bringen, ich stehe über den Dingen. Was immer die Dinge mir tun, ich tue, als wär ich immun.“ - Nebst zahlreichen schönen Versen über die Höhen und Tiefen des Lebens ist dies im wahrsten Sinne des Wortes ein ,lobenswertes Lebensmotto‘.
Ein wunderschöner Band, natürlich mit wundervollen Texten aber auch mit Bedacht und Fingerspitzengefühl kuratiert. Kalékos Texte fühlen sich dabei sehr nahbar und lebensecht an und haben auch heute ihre Relevanz und Wahrheit nicht verloren.
Ganz tolle Gedichte dabei, Zusammenstellung fand ich teilweise ein bisschen weird, ist wohl dem Anspruch geschuldet, hier "Lebensweisheiten" zu sammeln. Weiß nicht ob die Autorin selbst das nicht eher erheiternd gefunden hätte.